Der DAX lässt die Bankenturbulenzen hinter sich. Das deutsche Börsenbarometer notiert so hoch wie seit drei Wochen nicht mehr. Die Anleger am deutschen Aktienmarkt scheinen fest entschlossen, die Bankenturbulenzen abhaken zu wollen.
Dem DAX sind die Bankenturbulenzen der vergangenen Wochen fast überhaupt nicht mehr anzusehen. Der deutsche Leitindex zieht im Laufe des Donnerstags bis zu 1,26 Prozent auf ein Drei-Wochen-Hoch von 15.522 Punkten an – und notiert fast wieder so hoch wie vor Ausbruch der Bankenkrise. Seit seinem Tief in der Vorwoche bei 14.458 Punkten hat das deutsche Börsenbarometer in der Spitze 7,3 Prozent zulegen können.
Es fehlt nicht mehr viel, und die Bankenturbulenzen wären im DAX-Chart nichts als ein kurzer Ausrutscher gewesen. Den deutschen Leitindex trennen nur noch rund 150 Punkte von seinem Stand vor der Pleite der Silicon Valley Bank. Die starke Aufwärtsbewegung seit dem Tief bei 14.458 Zählern am 20. März schürt Hoffnungen. Der Deutsche Aktienindex hat damit einen wichtigen Widerstand überwunden, was ein positives Signal für Anleger ist. Die charttechnischen Ampeln verlieren zunächst ihre tiefrote Färbung.
Mit dem Sprung über die 15.300-Punkte-Marke hat der DAX eine kleine Bodenbildung vervollständigt und damit die Basis für weitere Kursgewinne gelegt. „Rein rechnerisch eröffnet die Bodenbildung ein kalkulatorisches Anschlusspotenzial von 800 Punkten“, erklärt Uwe Wunderle, Chef-Analyst bei GBE brokers. „Über den Tellerrand hinausgeblickt, rückt nun sogar das bisherige Allzeithoch bei 16.290 Punkten wieder in den Fokus.“ . Nächstes Anlaufziel für die DAX-Bullen ist nun das Hoch von Anfang März bei 15.706 Zählern.
Dass die starke Aufwärtsdynamik der vergangenen Tage nicht ewig anhalten wird, ist indes kaum verwunderlich. Selbst eine technische Gegenreaktion mit Kursverlusten wäre auf dem erreichten Niveau keine große Überraschung. Schließlich hat der DAX seit seinem Schlusskurs am vergangenen Freitag bereits 3,8 Prozent zulegen können. Seit dem Vorwochentief bei 14.458 Zählern sind es sogar über 1000 Punkte.
Mit Spannung warteten die Investoren hierzulande auf die Veröffentlichung der deutschen Inflationsrate im März. Die Hoffnungen der Anleger auf Signale für einen weniger steilen Zinspfand in der Eurozone wurden von den deutschen Verbraucherpreisen nicht erfüllt. Die Teuerungsrate sank hierzulande gegenüber dem Vorjahr zwar auf 7,4 von 8,7 Prozent. Viele Ökonomen rechneten im Schnitt mit einem Rückgang der Jahresteuerungsrate auf 7,3 Prozent. Im „März dürfte die Inflationsrate in Deutschland aufgrund eines Basiseffekts deutlich zurückgehen“, erläuterte die Deutsche Bundesbank unlängst in ihrem Monatsbericht. Denn nun werden die aktuellen Preise erstmals mit dem stark erhöhten Niveau des Frühjahrs, als auch mit den durch den Ukraine-Krieg und die Energiepreis-Explosion schon erhöhten Preisen verglichen und nicht mehr mit den niedrigeren vor Kriegsausbruch.
Quelle: BBk;StBA;dpa