Elbblick Börsenbrief – KW 20/2024

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

die Hoffnung auf Zinssenkungen, die am Freitag vor einer Woche durch die unter den Erwartungen ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten ausgelöst wurde, stützte auch in der abgelaufenen Handelswoche die Kurse an den Aktienmärkten. Allerdings sorgten zur Wochenmitte falkenhafte Kommentare von US-Notenbankern für einen kurzzeitigen Stimmungswechsel. Laut Thomas Barkin, Präsident und CEO der Federal Reserve Bank of Richmond, sind die Inflationsdaten in diesem Jahr bisher enttäuschend ausgefallen. Für den Präsidenten der Federal Reserve von Minneapolis, Neel Kashkari, bieten das robuste Wirtschaftswachstum und die hartnäckige Inflation Argumente für eine Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus auf absehbare Zeit. Da viele Verbraucher und Unternehmen zu niedrigen Zinsen verschuldet seien, könnte es länger dauern, bis sich die restriktive Geldpolitik der Fed auf die Realwirtschaft auswirkt, so Kashkari.

In Deutschland hat sich nach einer aktuellen Umfrage des ifo Instituts der Auftragsmangel verschärft. Im April berichteten 39,5 Prozent der Industriefirmen von fehlenden Aufträgen, nach 36,9 Prozent im Januar. Im Dienstleistungssektor stieg der Anteil von 32,1 auf 32,4 Prozent. „Der Mangel an Aufträgen hemmt die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland“, kommentierte Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen, die jüngsten Zahlen. „Kaum eine Branche bleibt verschont.“

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir anhand der charttechnischen Analyse jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wall Street-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Quellen: Dow Jones Newswires, ifo

DAX Tageschart (DE40.c):

Die Entwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Hinweis auf künftige Erträge, und der Wert einer Investition in ein Finanzinstrument kann sowohl steigen als auch fallen.

Rückblick:

Der deutsche Leitindex DAX war in der abgelaufenen Börsenwoche nach einer fünfwöchigen Pause wieder in Rekordlaune. Zunächst übersprang der Index am Dienstag die Widerstandslinie bei 18.240 Punkten. Im Anschluss ging es dann schnurstracks in Richtung des Rekordhochs vom 2. April bei 18.568 Zählern, welches am Donnerstag mühelos geknackt wurde. Einen Tag später überquerte der DAX zum ersten Mal in seiner Historie die 18.800er-Marke.

Charttechnischer Ausblick:

So schnell kann es gehen! Noch Mitte April sah es nach einer Beendigung der Rekordfahrt aus. Doch in den letzten Handelstagen arbeiteten die DAX-Bullen fleißig am Comeback, der jetzt mit neuen Allzeithochs gefeiert wird. Nun ist wieder der Blick in die Kristallkugel gefragt, um mögliche Kursziele auf der Oberseite zu finden. Hier könnte zum Beispiel das obere Band der Bollinger Bänder im Wochenchart hilfreich sein, welches gegenwärtig bei 18.865 Zählern verläuft. Kurz vor der 19.000er-Marke existiert noch bei 18.985 Zählern ein Fibonacci-Projektionsziel, welches ausgehend vom Jahrestief 2022 bei 11.860 Punkten und der Fixierung der 61,8%-Linie auf das Monatstief vom Oktober 2023 bei 14.855 Zählern ermittelt werden kann. Sollte sich die mittelfristige Aufwärtswelle, die vom Oktobertief 2023 gestartet ist, im gleichen Maß ausdehnen wie die Aufwärtswelle vom 2022er-Tief bis zum ehemaligen Rekordhoch im Juli 2023 bei 16.531 Zählern, kann daraus ein Kursziel bei 19.259 Punkten errechnet werden.

Allerdings wäre es äußerst ungewöhnlich, wenn das Aktienbarometer Indexstände über 19k ohne Rücksetzer und Gegenbewegungen erreichen würde. Darum sollte ein Abstecher zum ehemaligen Allzeithoch bei 18.568 Punkten stets eingeplant werden und bei einer Ausdehnung der Korrektur bietet möglicherweise die Horizontalunterstützung bei 18.380 Zählern einen Schutz vor weiter fallenden Kursen. Falls nicht, rückt erneut die frühere Widerstandslinie bei 18.240 Punkten in den Vordergrund, diesmal aber als Unterstützungslinie. Darunter verlaufen zwischen 18.060 und 18.083 Punkten sowohl die (graue) 21- als auch die (blaue) 50-Tagelinie, die als Sprungbrett für höhere Kursnotierungen sowie für eine Trendumkehr genutzt werden könnten.

Unterstützungen:

1. 18.568 Punkten

2. 18.380 Punkten

3. 18.240 Punkten

Widerstände:

1. 18.865 Punkten

2. 18.985 Punkten

3. 19.259 Punkten

EUR/USD Tageschart (EURUSDc):

Die Entwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Hinweis auf künftige Erträge, und der Wert einer Investition in ein Finanzinstrument kann sowohl steigen als auch fallen.

Rückblick:

Äußerst unspektakulär verlief die vergangene Handelswoche im Währungspaar EUR/USD. Auf der Unterseite bot das Tageshoch vom 2. Mai bei 1.0724 US-Dollar eine gute Unterstützung, während auf der Oberseite der Euro an den beiden eng zusammenlaufenden Durchschnittslinien (blaue) 50- und (orange) 200-Tagelinie bei 1.0790 US-Dollar regelrecht die Zähne ausbiss.

Charttechnischer Ausblick:

Momentan besteht eine gute Chance, dass das Währungspaar aus der Lethargie der letzten Handelswache durch einen ordentlichen Sprung über die 1.08er-Barriere erwacht. Denn nicht nur die beiden Durchschnittslinien könnten dadurch überquert werden, auch die seit dem Dezemberhoch verlaufende (rote) Abwärtstrendlinie würde damit geknackt werden. Wie weit das Währungspaar in den 1.08er-Bereich laufen kann, hängt von der Kaufdynamik ab, die vielleicht schon bei 1.0835 US-Dollar zum Erliegen kommen könnte, falls der Ausflug über 1.08 US-Dollar sich als Fehlausbruch erweist. Andernfalls geht womöglich die Reise bis auf 1.0870 US-Dollar weiter. Hier angekommen, besteht erneut eine größere Abprallgefahr, die sogar den Abwärtstrend vom Dezemberhoch bei 1.1139 US-Dollar wieder aktivieren könnte. Erst bei Kursen über 1.0934 US-Dollar erhellt sich das Bild im Tageschart und erste Konturen über den Beginn einer größeren mittelfristigen Aufwärtswelle wären dann erkennbar.

Falls der Euro erst einmal Schwung holen muss, um die 1.08er-Marke nachhaltig zu durchbrechen, steht möglicherweise die (graue) 21-Tagelinie bei gegenwärtig 1.0702 US-Dollar hierfür als Katapult bereit. Dagegen wendet sich das Blatt im Fall eines Tageschlusskurses unter 1.0650 US-Dollar und es ergeben sich Abwärtsrisiken bis auf 1.0580 – 1.0555 US-Dollar. Vollzieht sich in diesem Bereich keine Trendwende, könnte diese bei Kursen von 1.0520 bis 1.0490 US-Dollar eingeleitet werden. Darunter rückt das Vorjahrestief bei 1.0448 US-Dollar in den Vordergrund und geht die Euro-Abwertung weiter, käme es wahrscheinlich zum Test des 50%-Retracement bei 1.0405 US-Dollar der Strecke vom Jahrestief 2022 (0.9535 US-Dollar) bis zum Jahreshoch 2023 (1.1275 US-Dollar) und somit zur Entscheidung über die nächste, mittelfristige Ausrichtung im Währungspaar EUR/USD.

Unterstützungen:

1. 1.0702 US-Dollar

2. 1.0650 US-Dollar

3. 1.0555 / 1.0580 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.0835 US-Dollar

2. 1.0870 US-Dollar

3. 1.0934 / 1.1000 US-Dollar

Gold Tageschart (XAUUSD):

Die Entwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Hinweis auf künftige Erträge, und der Wert einer Investition in ein Finanzinstrument kann sowohl steigen als auch fallen.

Rückblick:

Am Donnerstag sprang der Preis für eine Feinunze Gold wieder über die (graue) 21-Tagelinie, die gegenwärtig bei 2.337 US-Dollar tendiert und im aktuellen Monat Mai noch nicht überschritten wurde. Dadurch brach der Kurs zugleich aus der Konsolidierung der letzten 12 Handelstage auf der Oberseite aus.

Charttechnischer Ausblick:

Nach dem Ausbruch aus der Konsolidierung ist der Blick natürlich wieder auf das Allzeithoch vom 12. April bei 2.431 US-Dollar gerichtet. Zwar könnte das Edelmetall im Bereich der 2.400er-Marke einen kurzzeitigen Rückzieher machen, aber die Gold-Bullen werden höchstwahrscheinlich alles daransetzen, den Goldrausch in neue Sphären zu pushen. Fällt das aktuelle Rekordhoch bei 2.431 US-Dollar, wäre das Projektionsziel bei 2.463 US-Dollar ein möglicher Kandidat für ein neues. Drücken die Gold-Bullen darüber hinaus weiter auf den Kaufknopf, käme es wahrscheinlich zu Kursen im Bereich der 2.500er-Marke und dort zum Erreichen des Kursziels bei 2.517 US-Dollar. Mittelfristig besteht sogar ein Aufwärtspotential bis auf 2.609 US-Dollar.

Sollte dagegen der Goldpreis erneut den Tageshandel deutlich unterhalb der 21-Tagelinie beenden, würde ein Abverkauf bis zur (blauen) 50-Tagelinie drohen, die aktuell bei 2.264 US-Dollar tendiert und seit März nicht mehr per Tagesschlusskurs unterschritten wurde. Unter der 50-Tagelinie würde der Abverkauf wahrscheinlich bis auf 2.207 – 2.195 US-Dollar weitergehen und im Fall einer Fortsetzung darunter wäre die Rekordfahrt erst einmal gestoppt und der Goldpreis könnte im Anschluss in Richtung des alten Rekordhochs vom 6. Dezember 2023 bei 2.135 US-Dollar weiter nach unten taumeln. Hier wird sich dann zeigen, ob die Gold-Bullen imstande sind, eine nächste Kaufwelle loszutreten, die möglicherweise neue Rekordpreise mit sich bringt.

Unterstützungen:

1. 2.330 US-Dollar

2. 2.255 / 2.264 US-Dollar

3. 2.195 / 2.207 US-Dollar

Widerstände:

1. 2.400 US-Dollar

2. 2.463 US-Dollar

3. 2.517 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 13.05. – 17.05.2024

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag13.05.202417:00 UhrUS: Inflationserwartungen der Konsumenten
Montag13.05.202417:30 UhrUS: Auktion der 3- und 6-monatiger T-Bills
Dienstag14.05.202408:00 UhrDE: Verbraucherpreisindex (Apr.)
Dienstag14.05.202411:00 UhrDE: ZEW - Konjunkturerwartungen (Mai)
Dienstag14.05.202414:30 UhrUS: Erzeugerpreisindex (Apr.)
Mittwoch15.05.202411:00 UhrEU: Bruttoinlandsprodukt (Q1.2024)
Mittwoch15.05.202414:30 UhrUS: Verbraucherpreisindex (Apr.)
Donnerstag16.05.202414:30 UhrUS: Import- / Exportpreisindex (Apr.)
Donnerstag16.05.202414:30 UhrUS: Philly Fed Herstellungsindex (Mai)
Donnerstag16.05.202421:50 UhrUS: Rede FOMC-Mitglied Bostic
Freitag17.05.202411:00 UhrEU: Verbraucherpreisindex (Apr.)

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Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
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Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
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