Elbblick Börsenbrief – KW 28/2023

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

am vergangenen Mittwoch wurde in den USA das Sitzungsprotokoll zum Zinsentscheid vom 14. Juni der US-Notenbank Fed veröffentlicht. Darin war zu entnehmen, dass die Mehrheit der Mitglieder des Offenmarktausschusses zwei weitere Zinserhöhungen für den Rest des Jahres wegen der erhöhten Inflation für angemessen halten. „Bei der Erörterung der politischen Aussichten gingen alle Teilnehmer weiterhin davon aus, dass die Beibehaltung eines restriktiven geldpolitischen Kurses angemessen sei, um die Ziele des Ausschusses zu erreichen, da die Inflation immer noch deutlich über dem 2-Prozent-Ziel des Ausschusses liegt und der Arbeitsmarkt weiterhin sehr angespannt ist“, heißt es in der Mitschrift. Aktuell liegt die Wahrscheinlichkeit auf eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte beim nächsten Fed-Meeting am 26. Juli laut dem CME FedWatch Tool bei rund 89 Prozent.

Dagegen steckt die deutsche Industrie in einer handfesten Krise. Das belegte der am vergangenen Montag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für das deutsche verarbeitende Gewerbe. Der von S&P Global ermittelte Index ging im Juni von 43,2 Punkten im Vormonat auf 40,6 Punkte zurück. Damit liefen die Geschäfte in der deutschen Industrie im Juni so schlecht wie seit der Corona-Pandemie im Jahr 2020 nicht mehr. „Die schlechtere Performance geht in erster Linie auf den anhaltenden Rückgang der Neuaufträge in der gesamten Branche zurück. Die Produktion sei den zweiten Monat in Folge gedrosselt worden, da auch die Auftragspolster dünner würden.“, kommentierte S&P Global die Zahlen.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Noch was in eigener Sache:

Der Elbblick Börsenbrief und die Elbblick Live Webinare gehen in eine kurze Sommerpause. Die nächste Ausgabe des Börsenbriefs erscheint am 21. Juli 2023 und die nächsten Elbblick Live Webinare finden wie folgt statt:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX Tageschart (DE40.c):

Rückblick:

Kaum verstummte die Börseneröffnungsglocke am vergangenen Montag, legte der deutsche Leitindex DAX umgehend den Rückwärtsgang ein und rutschte dabei erneut unter die Marke von 16.000 Punkten. Zudem durchbrachen die Kurse die wichtige Unterstützung bei 15.700 Zählern mit der Folge, dass der Index auf den tiefsten Stand seit drei Monaten fiel.

Charttechnischer Ausblick:

Das war definitiv ein herber Rückschlag für die DAX-Bullen! Denn eine Woche zuvor sah es noch danach aus, als würden die Bullen den nächsten Angriff auf das Allzeithoch bei 16.427 Punkten wagen. Doch nun zeigen die DAX-Bären ihre Krallen, die sie seit längerer Zeit nicht mehr so heftig ausgefahren haben. Dadurch kommt es zur Korrektur der letzten, größeren Aufwärtsbewegung, die vom Tagestief am 20. März 2023 bei 14.458 Punkten gestartet ist und am Rekordhoch endete. Dabei hat der DAX bereits das 38,2%-Fibonacci-Retracement bei 15.675 Punkten deutlich unterschritten und steuert als nächstes höchstwahrscheinlich das 50%-Retracement bei 15.443 Punkten an. Zusammen mit der Horizontalunterstützung bei 15.370 Zählern bildet dieser Bereich ein mögliches Auffangbecken, von wo aus der Beginn einer neuen Kaufwelle gut vorstellbar wäre. Sollte sich jedoch die Korrektur weiter ausdehnen, ergibt sich zwischen dem 61,8%-Retracement bei 15.212 Punkten der oben beschriebenen Aufwärtsbewegung und der horizontalen Unterstützungslinie bei 15.170 Zählern die Chance auf einen stärkeren Aufwärtsimpuls. Wird dieser von den DAX-Bären abgewehrt und rollt dazu die nächste Verkaufswelle an, besteht bei 15.050 Punkten ein horizontaler Support, bevor es wahrscheinlich zum Test der 15.000er-Marke kommt. Darunter verläuft bei 14.880 Zählern die (orange) 200-Tagelinie, die natürlich ein sehr wichtiger Indikator für die Einschätzung des mittelfristigen Trends ist. Kommt es zum nachhaltigen Bruch dieser Linie, muss mit einer stärkeren Korrektur der gesamten Aufwärtsbewegung vom Vorjahrestief bei 11.860 Punkten bis zum Rekordhoch gerechnet werden. Dabei würde als erste, signifikante Unterstützung das 38,2%-Retracement bei 14.682 Punkten in den Vordergrund rücken.

Auf der Oberseite gibt es für die DAX-Bullen sehr viel zu tun, um den Schaden der letzten Handelstage zu reparieren. Im Fall eines schnellen Anstiegs zu den nächsten beiden horizontalen Widerständen bei 15.710 und 15.760/70 Punkten dürfte dieser höchstwahrscheinlich noch in die Rubrik „Erholungsrally“ fallen, da ein nächster Abwärtsimpuls von dort aus entstehen könnte. Bei einem Anstieg über das Tageshoch vom vergangenen Donnerstag bei 15.855 Zählern käme es zur Schließung der Eröffnungslücke, die an diesem Tag hinterlassen wurde und bei 15.923 Punkten komplett geschlossen wird. Zwar könnte auch von diesem Niveau aus eine nächste Abwärtswelle erfolgen, doch spätestens bei Kursnotieren oberhalb von 16.020 Zählern halten die DAX-Bullen das Ruder wieder fest in ihrer Hand und können so die nächsten Ziele bei 16.070 und 16.155 Punkten ansteuern.

Unterstützungen:

1. 15.370 / 15.443 Punkten

2. 15.170 / 15.212 Punkten

3. 15.050 Punkten

Widerstände:

1. 15.710 / 15.770 Punkten

2. 15.855 / 15.923 Punkten

3. 16.020 / 16.070 Punkten

EUR/USD Tageschart (EURUSDc):

Rückblick:

So richtig kam das Währungspaar EUR/USD in den letzten Handelstagen nicht vom Fleck. Auf der Oberseite wurden Anstiegsversuche knapp oberhalb von 1,09 US-Dollar im Keim erstickt, während auf der Unterseite die Unterstützung bei 1,0830 US-Dollar nichts anbrennen ließ.

Charttechnischer Ausblick:

In den kommenden Tagen könnte im EUR/USD die Entscheidung über die mittelfristige Trendausrichtung fallen. Denn vom aktuellen Niveau aus ist eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung vom Vorjahrestief bei 0,9535 US-Dollar als auch ein weiterer Abverkauf in Richtung 1,06/1,07 US-Dollar mit der Gefahr der Wiederaufnahme des langfristigen Abwärtstrends denkbar. Ein Tagesschlusskurs oberhalb von 1,0945 US-Dollar würde für das erste, bullische Szenario sprechen. Doch erst ein Tagesschluss oberhalb von 1,1000 US-Dollar löst den Startschuss für eine mögliche Rally zum Jahreshoch bei 1,1095 US-Dollar aus, falls davor der Widerstand bei 1,1060 US-Dollar geknackt werden kann. Eine Beendigung des Tageshandels darüber und der Weg wäre frei bis zu den beiden Horizontalwiderständen bei 1,1130 und 1,1180 US-Dollar. Dort sollten aber Rücksetzer stets eingeplant werden, die möglicherweise zu einem erneuten Test der 1,10er-Marke führen könnten. Wird die Prüfung erfolgreich bestanden und startet im Anschluss die nächste Euro-Kaufwelle, wäre eine Aufwertung bis zum 61,8%-Retracement bei 1,1275 US-Dollar der Abwärtsbewegung vom Jahreshoch 2021 (1,2350 US-Dollar) bis zum Vorjahrestief durchaus vorstellbar.

Dagegen sinkt die Wahrscheinlichkeit auf baldige neue Jahreshöchststände durch eine nachhaltige Unterschreitung des 50%-Retracements bei 1,0823 US-Dollar der Aufwärtsstrecke zwischen dem Tagestief am 31. Mai und dem Tageshoch am 22. Juni. Geht darunter der Abverkauf weiter, rückt möglicherweise das 61,8%-Retracement bei 1,0779 US-Dollar in den Mittelpunkt des Geschehens. Zugleich stellt dieses Kursniveau eine signifikante Horizontalunterstützung dar, so dass von hier aus die nächste Aufwärtswelle in Richtung 1,10 US-Dollar entstehen könnte. Dagegen würde sich bei Kursen unterhalb von 1,0733 US-Dollar das Bild im Tageschart zunehmend eintrüben und dadurch könnte der vom Jahreshoch bei 1,1095 US-Dollar gestartete negative Trend in die nächste Runde gehen. Ein Tagesschlusskurs unterhalb von 1,0630 US-Dollar dürfte dies bestätigen und ein Test der (orangen) 200-Tagelinie bei 1,0614 US-Dollar wäre die mögliche Folge. Entscheidend für die mittelfristige Ausrichtung im EUR/USD ist nicht nur die 200-Tagelinie, sondern auch das 38,2%-Retracement bei 1,0500 US-Dollar des Anstiegs vom Vorjahrestief bis zum aktuellen Jahreshoch. Sollte von hier aus keine stärkere Euro-Aufwertung erfolgen, droht bei einem nachhaltigen Bruch der 1,05-Schwelle die Beendigung des Aufwärtstrends vom Vorjahresstief, was zugleich die Wiederaufnahme des übergeordneten Abwärtstrends bedeuten kann. In diesem Fall benötigt die Einheitswährung höchstwahrscheinlich die volle Abwehrkraft der Horizontalunterstützung bei 1,0390 US-Dollar und darunter die des 50%-Retracements bei 1,0315 US-Dollar der gesamten Euro-Aufwertung vom Vorjahrestief, um den langfristigen Abwärtstrend zu stoppen.

Unterstützungen:

1. 1,0823 US-Dollar

2. 1,0779 US-Dollar

3. 1,0733 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0945 US-Dollar

2. 1,1000 / 1,1060 US-Dollar

3. 1,1130 / 1,1180 US-Dollar

Gold Tageschart (XAUUSD):

Rückblick:

Nach dem der Goldpreis in der Woche zuvor das 38,2%-Retracement bei 1.892 US-Dollar der Aufwärtsbewegung vom Vorjahrestief bei 1.614 US-Dollar bis zum Jahreshoch bei 2.064 US-Dollar erfolgreich testete, kam es zu Beginn der abgelaufenen Börsenwoche zur Fortsetzung der Erholungsbewegung. Allerdings verhinderte die (graue) 21-Tagelinie bei 1.935 US-Dollar höhere Notierungen, so dass das Edelmetall wieder in Richtung des 38,2%-Retracements zurückfiel.

Charttechnischer Ausblick:

Aktuell konsolidiert der Goldpreis auf niedrigem Niveau, was für eine Weiterführung der Abwärtsbewegung vom Jahreshoch sprechen würde. Nur durch einen Tagesschlusskurs oberhalb von 1.940 US-Dollar kann ein neuer Aufwärtsimpuls entstehen und für eine Ausdehnung der Erholungsbewegung bis auf 1.958 US-Dollar sorgen. Allerdings muss sich die Erholung auf diesem Niveau auf eine harte Prüfung einstellen, da von hier aus die Fortsetzung des Abverkaufs vom Jahreshoch gut vorstellbar wäre. Darum eröffnet erst ein Tagesschlusskurs oberhalb von 1.978 US-Dollar die Möglichkeit auf eine endgültige Beendigung der Korrektur vom Jahreshoch und darüber hinaus die Perspektive für eine Goldpreisverteuerung bis auf 1.998 / 2.000 US-Dollar.

Im Fall einer Fortsetzung der Abwärtsbewegung liegt der nächste Support bei 1.871 US-Dollar. Darunter bildet die (orange) 200-Tagelinie, die aktuell bei 1.864 US-Dollar verläuft, und die markante horizontale Unterstützungslinie bei 1.858 US-Dollar ein womöglich starkes Tandem, um den Goldpreis wieder in Richtung der 1.900-US-Dollar-Marke zu bewegen. Sollte sich dieser Anstieg als reine Erholungsbewegung entpuppen, führt die nächste Talfahrt höchstwahrscheinlich zum 50%-Retracement bei 1.839 US-Dollar der Strecke zwischen dem Vorjahrestief bis zum Jahreshoch. Von dort aus dürfte erneut ein größerer Erholungsversuch starten. Aber ein Tagesschluss deutlich darunter hätte möglicherweise einen dynamischen Abverkauf bis auf 1.812 US-Dollar zur Folge, der sich problemlos bis auf 1.796 – 1.786 US-Dollar ausdehnen könnte.

Unterstützungen:

1. 1.858 / 1.871 US-Dollar

2. 1.839 US-Dollar

3. 1.812 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.940 / 1.958 US-Dollar

2. 1.978 US-Dollar

3. 1.998 / 2.000 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 10.07. – 14.07.2023

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag10.07.202316:00 UhrUS: Lagerbestände Großhandel (Mai)
Dienstag11.07.202308:00 UhrUK: Arbeitslosenquote (Jun.)
Dienstag11.07.202308:00 UhrDE: Verbraucherpreisindex (Jun.)
Dienstag11.07.202311:00 UhrDE: ZEW-Konjunkturerwartungen (Jul.)
Mittwoch12.07.202314:30 UhrUS: Verbraucherpreisindex (Jun.)
Mittwoch12.07.202316:00 UhrCA: Zinsentscheidung Bank of Canada
Donnerstag13.07.202311:00 UhrEU: Wirtschaftsprognosen
Donnerstag13.07.202313:00 UhrUS: OPEC Monatsbericht
Donnerstag13.07.202314:30 UhrUS: Erzeugerpreisindex (Jun.)
Freitag14.07.202308:00 UhrDE: Großhandelspreisindex (Jun.)
Freitag14.07.202316:00 UhrUS: Uni-Michigan Verbrauchervertrauen (Jul.)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen