Elbblick Börsenbrief – KW 14/2023

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

in der abgelaufenen Handelswoche entspannte sich das Geschehen an den Aktienmärkten, nachdem die US-Bankenkrise und der Notverkauf der Schweizer Großbank Credit Suisse an die UBS seit Mitte März für größere Turbulenzen an den Börsen sorgten. Ein weiteres Indiz für die Beruhigung ist der Rückgang des Volatilitätsindex VIX, der aktuell wieder unter dem langfristigen Mittelwert von 20 Punkten gefallen ist. Zum Höhepunkt der Bankenkrise notierte der VIX noch bei über 30 Zählern. Allerdings beobachten die Börsianer mit Argusaugen zurzeit den US-Gewerbeimmobilienmarkt, der durch die vielen Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed zunehmend unter Druck gerät. Denn insbesondere kleinere Regionalbanken zählen hier zu den größten Kreditgebern und diese könnten bei drohenden Zahlungsausfällen sowie durch größere Einlagenabflüsse in eine Schieflage geraten.

In Deutschland hat sich die Inflation etwas abgeschwächt, verharrt aber weiterhin auf hohem Niveau. Wie aus den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht, betrug die jährliche Inflationsrate im März 7,4 Prozent und damit niedriger als im Februar und Januar (jeweils 8,7 Prozent). Dabei verteuerten sich die Preise für Nahrungsmittel auf Jahressicht mit 22,3 Prozent weiter überdurchschnittlich stark. Im Monatsvergleich lagen die Verbraucherpreise mit 0,8 Prozent über den Erwartungen von 0,7 Prozent.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor Xetra-DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX Tageschart (DE40.c):

Rückblick:

Nach einem eher verhaltenen Start in die vergangene Börsenwoche kam es im deutschen Leitindex DAX am Mittwoch zu einer Ausbruchsbewegung über die signifikante Hürde bei 15.300 Punkten. Im Anschluss setzte der Index die Reise in Richtung Norden fort und kletterte mit über 15.600 Zählern auf den höchsten Stand seit dem 10. März.

Charttechnischer Ausblick:

Gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlugen die DAX-Bullen mit der Überwindung der 15.300er-Marke, da dadurch gleichzeitig sowohl die (graue) 21er- als auch die (blaue) 50er-Tagelinie überquert wurden. Somit stabilisiert sich das Bild im Tageschart nach dem Einbruch vom Jahreshoch bei 15.706 Punkten immer mehr. Allerdings wird es für den DAX ab 15.650 Punkte zunehmend schwieriger, die Kaufdynamik der letzten Handelstage beizubehalten. Sollte aber ein Sprung über 15.680 Zählern mit Tagesschluss gelingen, wäre Platz für einen Indexanstieg bis in den Bereich von 15.745 Punkten. Schon hier könnte das Aktienbarometer wieder einen Korrekturbedarf haben. Falls nicht, käme es zu einer Verlängerung des Anstiegs bis auf 15.805 Punkten. Auf dem Weg zur 16.000er-Marke könnte der DAX zwischen 15.860 und 15.920 Zählern erneut eine Pause einlegen. Machen sich die DAX-Bullen anschließend wieder an die Arbeit, folgt möglicherweise ein Anstieg bis auf 16.030 Punkten, vorausgesetzt, der Horizontalwiderstand bei 15.970 wird dabei nicht zum Spielverderber.

Auf der Unterseite hat der DAX zur Wochenmitte bei einem Indexstand von 15.380 Punkten frischen Beton angerührt. Sollte dieser bei einem Kursrücksetzer noch nicht trocken sein oder brüchig werden, dürfte die ehemalige Widerstandslinie bei 15.300 Zählern das Fundament verstärken. Denn von hier aus könnte die nächste Kaufwelle starten, mit Ziel neue Jahreshochs. Holpriger wird es unterhalb von 15.180 Zählern. Insbesondere bei einer Beendigung des Tageshandels unter 15.015 Punkten könnten die DAX-Bären wieder gieriger werden und versuchen, den Leitindex in Richtung 14.880 Punkte zu drücken. Folgt hier kein Bullen-Konter und schließt der DAX unterhalb von 14.650 Zählern, wäre dies der tiefste Tagesschlusskurs seit dem 5. Januar 2023 und hätte sehr wahrscheinlich ein Abverkauf zum Horizontalsupport bei 14.385 Zählern zur Folge. Sollte die Käuferseite dort keinen stabilen Boden ausbilden, wäre mit weiteren Verlusten bis an das 38,2%-Retracement bei 14.235 Punkten der gesamten Aufwärtsbewegung vom letztjährigen Jahrestief (11.860) bis zum aktuellen Jahreshoch (15.706) zu rechnen. Darunter könnte noch die horizontale Unterstützung bei 14.100 Punkten eine Stützhilfe bieten, bevor die (orange) 200-Tagelinie, die gegenwärtig bei 13.940 Punkten tendiert und seit Mitte November 2022 nicht mehr unterschritten wurde, auf ihre Standhaftigkeit getestet wird.

Unterstützungen:

1. 15.300 / 15.380 Punkten

2. 15.180 Punkten

3. 15.015 Punkten

Widerstände:

1. 15.680 Punkten

2. 15.745 / 15.805 Punkten

3. 15.860 / 15.920 Punkten

EUR/USD Tageschart (EURUSDc):

Rückblick:

Die Gemeinschaftswährung Euro ging gegenüber dem US-Dollar die letzte Handelswoche mit einem gemütlichen Anstiegstempo an und kletterte vom Montagstief bei 1,0745 US-Dollar fast bis zum Vorwochenhoch bei 1,0930 US-Dollar. Von dort aus kam es erneut zu einem Rücksetzer unter die 1,09er-Marke.

Charttechnischer Ausblick:

In der Ruhe liegt die Kraft! Dieses Motto gilt momentan für den Euro, der auf dem besten Weg ist zu einem neuen Jahreshoch (aktuell bei 1,1033 US-Dollar). Eilig hat es die Einheitswährung dabei nicht, aber dafür sehen die Aufwärtsbewegungen und die erfolgreichen Tests wichtiger Unterstützungen, wie im Bereich 1,0530 US-Dollar, charttechnisch sehr sauber aus. Aktuell sehen wir keine Spur von Übertreibungen auf der Oberseite. Aber es dürfte auch nicht überraschen, dass das Währungspaar zuerst die Horizontalunterstützung bei 1,0790 US-Dollar ansteuert, bevor sich die Aufwärtsbewegung vom März-Tief bei 1,0515 US-Dollar fortsetzt. Gelingt dem Euro dadurch ein Tagesschlusskurs oberhalb von 1,0940 US-Dollar, könnte so der Angriff auf das Jahreshoch eingeleitet werden, vorausgesetzt, die 1,10er Marke macht hier keinen Strich durch die Rechnung. Kommt es zu einem neuen Jahreshoch, könnte sich dieses im Bereich des Monatshochs vom April 2022 bei 1,1076 US-Dollar ausbilden. Hier dürfte der Euro wieder einen Gang zurückschalten und dadurch rückt erneut die 1,10er-Marke in den Fokus. Schaltet die Gemeinschaftswährung von hier aus erneut in den Vorwärtsgang, befinden sich die nächsten Zielmarken bei 1,1130 und 1,1180 US-Dollar.

Eventuell benötigt der Euro einen größeren Anlauf, um ein frisches Jahreshoch zu markieren. Hier könnte sich die 1,07er-Marke zusammen mit der Horizontalunterstützung bei 1,0675 US-Dollar als ideales Sprungbrett anbieten. Viel tiefer sollte es aber dann nicht gehen, denn sonst könnte es zu einer stärkeren Korrektur des Anstiegs vom letztjährigen Jahrestief bei 0,9535 US-Dollar bis zum aktuellen Jahreshoch kommen, falls der Support bei 1,0575 US-Dollar die Verkäufe nicht abwehren kann. Anschließend dürfte es zum vierten Mal seit Ende Februar zu einem Test des wichtigen Unterstützungsbereichs bei 1,0530 US-Dollar kommen. Offen bleibt jedoch, ob das Fundament diesmal den Verkäufen standhält. Wahrscheinlicher wäre ein Abgleiten zum 38,2%-Fibonacci-Retracement bei 1,0460 US-Dollar der Aufwärtsbewegung vom Mehrjahrestief bei 0,9535 US-Dollar bis zum Jahreshoch bei 1,1033 US-Dollar. Folgt hier keine Kehrtwende, müsste der Euro spätestens an der Horizontalunterstützung bei 1,0390 US-Dollar wieder aufwerten können. Denn darunter könnte das Chartbild zugunsten des langfristigen Abwärtstrends wieder kippen, insbesondere bei einem Bruch des 50%-Retracements bei 1,0282 US-Dollar der oben genannten Strecke. In diesem Fall wäre die Gemeinschaftswährung zwar nicht hoffnungslos verloren, da an den beiden Horizontalunterstützungen bei 1,0220 und 1,0135 US-Dollar sowie am 61,8%-Retracement bei 1,0108 US-Dollar der nächste, mittelfristige Trendwechsel vollzogen werden könnte. Sollte aber die Parität erneut fallen, muss mit einer Unterschreitung des letztjährigen Tiefs bei 0,9535 US-Dollar gerechnet werden.

Unterstützungen:

1. 1,0790 US-Dollar

2. 1,0675 / 1,0700 US-Dollar

3. 1,0530 / 1,0575 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0940 US-Dollar

2. 1,1000 / 1,1033 US-Dollar

3. 1,1076 US-Dollar

Gold Tageschart (XAUUSD):

Rückblick:

Im Vergleich zu den letzten beiden Wochen war der Handel im vermeintlich „sicheren Hafen“ Gold in den letzten Tagen eher unspektakulär. Gleich zum Wochenauftakt wurde ein Abverkauf bei 1.943 US-Dollar abgefangen, während auf der Oberseite die Käufe bei 1.985 US-Dollar stoppten.

Charttechnischer Ausblick:

Dadurch, dass der Abverkauf bereits bei 1.943 US-Dollar abgefangen und somit ein Test des Vorwochentiefs bei 1.935 US-Dollar verhindert wurde, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit auf die nächste Attacke der „magischen“ 2.000er-Marke. Den entscheidenden „Push“ könnte ein Tagesschlusskurs über 1.993 US-Dollar bringen, welcher der höchste Schlusskurs seit über einem Jahr wäre und darüber hinaus den Weg zur nächsten Hürde bei 2.033 US-Dollar ebnen würde. Möglicherweise reicht dieser Schub bis zum Tagesschlusskurs vom 8. März 2022 bei 2.049 US-Dollar. An diesem Tag markierte der Goldpreis das letztjährige Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar. À propos 2.070: so richtig spannend wird es zwischen diesem Jahreshoch und dem Rekordpreis aus dem Jahr 2020 bei 2.075 US-Dollar. Ein stärkerer Rücksetzer sollte hier definitiv eingeplant werden, insbesondere im Fall eines „kaufpanischen“ Anstiegs zum Allzeithoch. Wird im Anschluss der Rücksetzer oberhalb der 2.000er-Schwelle abgefangen und rollt dazu die nächste Kaufwelle an, löst diese die Projektionsziele bei 2.095 US-Dollar und 2.125 / 2.150 US-Dollar aus.

Solange der Goldpreis oberhalb von 1.931 US-Dollar notiert, besitzen die Gold-Bullen gute Karten, dass es zeitnah zu einem neuen Jahreshoch kommen wird. Darunter müssen sie sich mehr und mehr gedulden, insbesondere bei einer Unterschreitung des 50%-Retracements bei 1.907 US-Dollar des Anstiegs vom Tagestief am 28. Februar bei 1.805 US-Dollar und dem Jahreshoch. Kommt es zur Unterschreitung, wäre der Start der nächsten Kaufwelle vom 61,8%-Retracement bei 1.883 US-Dollar des zuvor genannten Anstiegs gut vorstellbar. Ansonsten droht die Fortsetzung des Abverkaufs zu den beiden horizontalen Unterstützungslinie bei 1.858 und 1.845 US-Dollar. Hier wird das Kartenspiel zwischen Bullen und Bären neu gemischt. Zunehmend kritisch wird es für die Gold-Bullen aber erst unterhalb von 1.812 US-Dollar. Dann würde sich das Chartbild deutlich eintrüben und weitere Abgaben bis zu den beiden Horizontalunterstützungen bei 1.796 und 1.784 US-Dollar wären die Folge.

Unterstützungen:

1. 1.931 US-Dollar

2. 1.907 US-Dollar

3. 1.883 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.933 US-Dollar

2. 2.010 US-Dollar

3. 2.033 / 2.049 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 03.04. – 07.04.2023

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag03.04.202309:55 UhrDE: Einkaufsmanagerindex Verarb. Gewerbe (Mrz.)
Montag03.04.202316:00 UhrUS: Einkaufsmanagerindex Verarb. Gewerbe (Mrz.)
Dienstag04.04.202318:00 UhrDE: Handelsbilanz (Feb.)
Dienstag04.04.202316:00 UhrUS: JOLTs Stellenangebote (Feb.)
Mittwoch05.04.202309:55 UhrDE: Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (Mrz.)
Mittwoch05.04.202316:00 UhrUS: Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (Mrz.)
Donnerstag06.04.202308:00 UhrDE: Industrieproduktion (Feb.)
Freitag07.04.2023GanztagsDE: Karfreitag
Freitag07.04.202314:30 UhrUS: Beschäftigung ex-Agrar (Mrz.)
Freitag07.04.202314:30 UhrUS: Arbeitslosenquote (Mrz.)
Freitag07.04.202314:30 UhrUS: Durchschnittliche Stundenlöhne (Mrz.)

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Professioneller KundePrivatkunde
Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen