Elbblick Börsenbrief – KW 11/2023

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

mit großer Spannung verfolgten die Anleger am Dienstag die Anhörung von US-Notenbankchef Jerome Powell vor dem Bankenausschuss des Senats. Darin verwies Powell auf die jüngsten Wirtschaftsdaten, die stärker ausgefallen sind als erwartet, und auf die hartnäckige Inflation. Nach Einschätzung des Fed-Chefs werden die Zinsen wahrscheinlich stärker steigen müssen, um die hohe Inflation in den Griff zu bekommen. „Obwohl sich die Inflation in den letzten Monaten abgeschwächt hat, hat der Prozess, die Inflation wieder auf 2 Prozent zu senken, noch einen langen Weg vor sich und dieser dürfte holprig werden“, heißt im es Redetext von Powell. Die Aussagen von Powell scheinen nun anzudeuten, dass die Fed das Zinsanhebungstempo nach 25 Basispunkte im Februar wieder auf 50 Basispunkte auf der nächsten Notenbanksitzung am 22. März erhöhen könnte.

In Deutschland verbuchte der Einzelhandel im Januar einen Umsatzrückgang von 0,3 Prozent zum Vormonat. Die von Dow Jones Newswires befragten Ökonomen rechneten mit einem Zuwachs von 2,0 Prozent. Auf Jahressicht gingen die Einzelhandelsumsätze um 6,9 Prozent zurück.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor Xetra-DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX Tageschart (DE40.c):

Rückblick:

Nach einer rund vierwöchigen Konsolidierungsphase unterhalb des ehemaligen Jahreshochs bei 15.656 Punkten schaffte der deutsche Leitindex DAX am vergangenen Dienstag den Sprung über 15.700er-Marke. Doch lange konnte das Börsenbarometer das Niveau nicht halten und es folgte zum Ende der vergangenen Handelswoche ein Rücksetzer unter den Indexstand von 15.400 Zählern.

Charttechnischer Ausblick:

Irgendwie hatte man das Gefühl, dass in der letzten Woche nach den guten Vorgaben der Woche zuvor mehr Potential auf der Oberseite vorhanden war. Nun ist der DAX wieder zurück in der Seitwärts-Range, die er seit gut sechs Wochen ausgebildet hat. Im Mittelpunkt steht dabei erneut die untere (grüne) Begrenzungslinie der Keilformation, die kürzlich am 2. März erfolgreich getestet wurde und gegenwärtig im Bereich von 15.300 Punkten verläuft. Ob es beim nächsten Treffen zwischen Kurs und Linie zu einem erneuten punktgenauen Abprallen kommen wird, bleibt äußerst fraglich. Wahrscheinlicher wäre eine Unterschreitung und ein Abstecher zur (blauen) 50-Tagelinie, welche in diesem Jahr noch nicht berührt wurde und aktuell bei 15.215 Zählern tendiert. Großen Wert sollte in diesem Szenario auf den Tagesschlusskurs gelegt werden. Gelingt die Beendigung des Tageshandels oberhalb der unteren Trendlinie der Keilformation, bestehen gute Chancen auf neue Jahreshochs und auf die Erreichung der nächsten Widerstände. Ansonsten käme es zu einem Abgleiten in Richtung der Widerstandszone zwischen 14.970 und 15.050 Punkten. Startet von hier aus nicht die nächste Kaufwelle, könnte sich diese im Bereich von 14.743 und 14.830 Zählern in Bewegung setzen. Darunter gäbe es noch bei 14.515 und 14.580 Punkten die nächste Möglichkeit auf einen größeren Anstieg zur 16.000-Punkte-Marke. Unterhalb von 14.500 Punkten trübt sich das Chartbild jedoch zunehmend ein und ein Rückgang bis auf 14.100/200 sollte einkalkuliert werden, falls die Horizontalunterstützung bei 14.395 Zählern den Verkäufen nicht standhält.

Auf der Oberseite ist weiterhin viel Geduld gefragt, denn große Kurssprünge sind momentan nicht zu erwarten. Ein Tagesschlusskurs oberhalb von 15.670 Punkten wäre für die DAX-Bullen eine gute Sache, die mit der Überwindung der Hürde bei 15.745 Punkten noch runder werden würde. Auf dem Weg zur 16.000er-Marke könnte der DAX zwischen 15.860 und 15.920 Zählern wieder eine Pause einlegen. Machen sich die DAX-Bullen anschließend wieder an die Arbeit, folgt möglicherweise ein Anstieg bis auf 16.030 Punkten, vorausgesetzt, der Horizontalwiderstand bei 15.970 wird dabei nicht zu einem Spielverderber.

Unterstützungen:

1. 15.215 Punkten

2. 14.970 / 15.050 Punkten

3. 14.743 / 14.830 Punkten

Widerstände:

1. 15.670 / 15.745 Punkten

2. 15.860 / 15.920 Punkten

3. 15.970 / 16.030 Punkten

EUR/USD Tageschart (EURUSDc):

Rückblick:

Gleich zweimal scheiterte die Gemeinschaftswährung Euro gegenüber dem US-Dollar zu Beginn der letzten Handelswoche mit dem Versuch, die Schwelle bei 1,07 US-Dollar zu überwinden. Anschließend fiel der Euro-Kurs erneut zur Horizontalunterstützung bei 1,0530 US-Dollar zurück und startete von dort aus eine Gegenbewegung.

Charttechnischer Ausblick:

Gelingt der Einheitswährung in den nächsten Handelstagen keinen Tagesschluss oberhalb von 1,0640 US-Dollar, könnte die Euro-Abwertung in die nächste Runde gehen und der Kurs das 38,2%-Fibonacci-Retracement bei 1,0460 US-Dollar der Aufwärtsbewegung vom Mehrjahrestief bei 0,9535 US-Dollar bis zum Jahreshoch bei 1,1033 US-Dollar ansteuern. Folgt hier keine Kehrtwende, müsste der Euro spätestens an der Horizontalunterstützung bei 1,0390 US-Dollar wieder aufwerten können. Denn darunter dürfte das Chartbild zugunsten des langfristigen Abwärtstrends wieder kippen, insbesondere bei einem Bruch des 50%-Retracements bei 1,0282 US-Dollar der oben genannten Strecke. In diesem Fall wäre die Gemeinschaftswährung zwar nicht hoffnungslos verloren, da an den beiden Horizontalunterstützungen bei 1,0220 und 1,0135 US-Dollar sowie am 61,8%-Retracement bei 1,0108 US-Dollar die nächsten, mittelfristigen Trendwechsel vollzogen werden könnten. Sollte aber die Parität erneut fallen, muss mit einer Unterschreitung des letztjährigen Tiefs bei 0,9535 US-Dollar gerechnet werden.

Dagegen sorgt ein Tageschlusskurs oberhalb von 1,0640 US-Dollar für eine leichte Entspannung. Um das Wohlbefinden des Euros weiter zu stärken, wäre aber eine Beendigung des Tageshandels über 1,0717 US-Dollar notwendig. Die Gefahr einer Fortsetzung der aktuellen Korrektur vom Jahreshoch wäre damit zwar nicht gebannt, doch die frische Höhenluft könnte dem Euro guttun, um in den Bereich von 1,0778 US-Dollar vorzustoßen. Hier angekommen, könnte ein schärferer Rücksetzer von 80 – 100 Pips erfolgen. Wird dieser aber mit dem nächsten Aufwärtsimpuls abgewehrt, besteht ein Anstiegspotential bis auf 1,0836 / 1,0885 US-Dollar. Gleichzeitig wäre damit die aktuelle Korrektur endgültig beendet. Kommt es hier nicht zu einer Konsolidierung, so kann es dazu eventuell im Bereich von 1,0940 US-Dollar kommen. Dadurch würde aber das Währungspaar wahrscheinlich genügend Kraft sammeln, um die 1,10er-Marke nachhaltig zu überwinden. Das nächste Ziel befindet sich dann in der Region des Monatshochs vom April 2022 bei 1,1076 US-Dollar.

Unterstützungen:

1. 1,0460 US-Dollar

2. 1,0390 US-Dollar

3. 1,0282 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0640 US-Dollar

2. 1,0717 / 1,0778 US-Dollar

3. 1,0836 / 1,0885 US-Dollar

Gold Tageschart (XAUUSD):

Rückblick:

Zum Wochenauftakt sah es zunächst danach aus, als könne das Edelmetall Gold seine Rallye vom Jahrestief bei 1.804 US-Dollar auch in der abgelaufenen Börsenwoche fortsetzen. Doch am Dienstag folgte ein kräftiger Abverkauf, der rund 5 US-Dollar oberhalb des Jahrestiefs stoppte.

Charttechnischer Ausblick:

Solange der Goldpreis den Tageshandel nicht über 1.844 US-Dollar beendet, bleibt das Edelmetall unter Druck und weitere Abgaben bis zur Horizontalunterstützung bei 1.796 US-Dollar wären die Folge. Rappelt sich der Goldpreis von hier nicht stärker auf, kommt es sehr wahrscheinlich am 50%-Retracement bei 1.787 US-Dollar der Aufwärtswelle zwischen Jahrestief 2022 (1.614 US-Dollar) und aktuelles Jahreshoch (1.960 US-Dollar) zur Entscheidung über die nächste, mittelfristige Ausrichtung. Dabei kann ein kurzer Ausflug zur (orangen) 200-Tagelinie, die gegenwärtig bei 1.775 US-Dollar tendiert, nicht ausgeschlossen werden. Sollte aber dazu das Auffangnetz zwischen 1.763 und 1.769 US-Dollar reißen, geht voraussichtlich die Talfahrt im Gold bis zum 61,8%-Retracement der oben genannten Strecke bei 1.746 US-Dollar weiter. Darunter nimmt der Goldglanz zunehmend ab und es droht ein Abverkauf bis auf 1.702 / 1.721 US-Dollar.

Schaffen die Gold-Bullen dagegen einen Tageschluss oberhalb von 1.844 US-Dollar, steht die nächste, wichtige Entscheidung am 38,2%-Fibonacci-Retracement bei 1.864 US-Dollar der gesamten Abwärtsbewegung vom Jahreshoch an. Können sich hier die Gold-Bullen durchsetzen, wäre der Weg zum 50%-Retracement bei 1.882 US-Dollar der zuvor genannten Abwärtsstrecke frei. Erfolgt von dort aus kein größerer Kursrücksetzer, drohen möglicherweise größere Abgaben an der horizontalen Widerstandslinie bei 1.889 US-Dollar. Spätestens am 61,8%-Retracement bei 1.900 US-Dollar, was gleichzeitig eine bedeutsame horizontale Widerstandslinie darstellt, wird die Luft der Gold-Bullen zunehmend dünner. Oberhalb von 1.919 US-Dollar dagegen würde sich das Blatt wieder zu ihren Gunsten wenden. Bevor es aber zu neuen Jahreshochs kommt, könnte der Goldpreis zwischen 1.935 und 1.951 US-Dollar kurzzeitig konsolidieren. Auf dem Weg zur 2.000er-Marke dürfte aber noch der Horizontalwiderstand bei 1.981 US-Dollar für Gegenwind sorgen.

Unterstützungen:

1. 1.787 / 1,796 US-Dollar

2. 1.763 / 1,766 US-Dollar

3. 1.746 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.864 US-Dollar

2. 1.882 / 1.889 US-Dollar

3. 1.900 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 13.03. – 17.03.2023

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag13.03.202308:00 UhrEU: Treffen der Eurogruppe
Dienstag14.03.202308:00 UhrUK: Arbeitslosenquote (Feb.)
Dienstag14.03.202312:00 UhrUS: OPEC Monatsbericht
Dienstag14.03.202313:30 UhrUS: Verbraucherpreisindex (Feb.)
Mittwoch15.03.202308:00 UhrDE: Großhandelspreisindex (Feb.)
Mittwoch15.03.202313:30 UhrUS: Erzeugerpreisindex (Feb.)
Mittwoch 15.03.202313:30 UhrUS: Einzelhandelsumsätze (Feb.)
Donnerstag16.03.202313:30 UhrUS: Baugenehmigungen (Feb.)
Donnerstag16.03.202314:15 UhrEU: EZB-Zinsentscheidung
Freitag17.03.202311:00 UhrEU: Verbraucherpreisindex (Feb.)
Freitag17.03.202315:00 UhrUS: Uni-Michigan Erwartungen

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
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Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen