Elbblick Börsenbrief – KW 06/2023

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

am vergangenen Mittwoch stand die erste Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed im neuen Jahr an. Wie erwartet erhöhten die Währungshüter den Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne zwischen 4,50 und 4,75 Prozent. Noch in der letzten Notenbanksitzung im Dezember hob die Fed den Zins um 0,5 Prozent an, in den vier Sitzungen davor sogar um jeweils 0,75 Prozent. Auf der anschließenden Pressekonferenz machte Fed-Präsident Jerome Powell klar, dass weitere Zinsanhebungen in den kommenden Monaten geplant sind. „Wir werden Kurs halten, bis der Job erledigt ist“, sagte der Notenbankchef. Zudem sieht Powell aktuell keinen Spielraum für eine Zinssenkung in diesem Jahr.

Einen Tag später erhöhte auch die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins um 0,5 Prozentpunkte auf 3,00 Prozent. Wichtig aus Anlegersicht war jedoch die folgende Aussage der EZB in ihrem offiziellen Statement: „Angesichts des Drucks im Zusammenhang mit der zugrunde liegenden Inflation beabsichtigt der EZB-Rat, die Zinssätze bei seiner nächsten geldpolitischen Sitzung im März um weitere 50 Basispunkte anzuheben. Dann wird er eine Bewertung des darauffolgenden geldpolitischen Pfads vornehmen.“

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor Xetra-DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX Tageschart (DE40.c):

Rückblick:

Nachdem sich der deutsche Leitindex DAX tagelang unter dem Jahreshoch vom 17. Januar bei 15.270 Punkten seitwärts schob, folgte am vergangenen Mittwoch der Ausbruch aus der Schiebezone, der sich am Donnerstag dynamisch fortsetzte. Allerdings kam es am Horizontalwiderstand bei 15.540 Zählern zu einem stärkeren Kursrückschlag.

Charttechnischer Ausblick:

Aufgrund der tagelangen Konsolidierung auf hohem Niveau und den verstärkten Käufen unterhalb der 15.000er-Marke war die Ausbruchsbewegung auf der Oberseite eine logische Folge. Dass es ab 15.440 Punkten und insbesondere ab 15.540 Zählern für die DAX-Bullen deutlich schwieriger werden würde, war ebenfalls aus charttechnischer Sicht abzusehen. Nun könnte das Aktienbarometer erstmal eine Verschnaufpause einlegen und dabei die Unterstützungszone zwischen 15.220 bis 15.270 Zählern auf ihre Standfestigkeit testen. Sollte der Rücksetzer noch eine Etage tiefer gehen, bietet möglicherweise die horizontale Unterstützung bei 15.100 Punkten, wo gegenwärtig auch die (graue) 21-Tagelinie verläuft, eine Chance auf die Ausbildung der nächsten Kaufwelle. Ein weiterer Ausflug unterhalb der 15.000er-Marke könnte diesmal jedoch weitreichende Folgen mit sich ziehen. Ob die DAX-Bullen in diesem Fall, wie in den letzten Handelstagen, erneut zur Stelle sind, bleibt äußerst fraglich. Eher wäre eine Ausweitung der Korrektur bis zur Unterstützungszone zwischen 14.830 und 14.795 Zählern vorstellbar. Spätestens im Bereich zwischen 14.660 und 14.700 Punkten sollten die DAX-Bullen verstärkt zugreifen, da ansonsten der Abverkauf bis auf 14.580 und 14.450 Punkten weitergehen kann. Sollte dies geschehen, müsste man das Thema Kursrally 2023 erstmal ad acta legen.

Bleibt es jedoch bei einer kurzen Verschnaufpause, welche dazu die aktuell technisch überkaufte Situation im Tageschart abbaut, dürfte der nächste Aufwärtsimpuls den Horizontalwiderstand bei 15.650 Zählern ansteuern. Möglicherweise steht der DAX hier noch nicht vor größeren Problemen. Diese dürften jedoch ab 15.745 Punkten bis zur Widerstandslinie bei 15.830 Punkten deutlich zunehmen. Deshalb sollten innerhalb dieses Kursbereichs Rücksetzer einkalkuliert werden. Bei Fortsetzung des Aufwärtstrends stehen die nächsten Ziele bei 15.970 und 16.030 Punkten an.

Unterstützungen:

1. 15.220 / 15.270 Punkten

2. 15.100 Punkten

3. 14.795 / 14.830 Punkten

Widerstände:

1. 15.650 Punkten

2. 15.745 / 15.830 Punkten

3. 15.970 / 16.030 Punkten

EUR/USD Tageschart (EURUSDc):

Rückblick:

Am letzten Mittwoch knackte das Währungspaar EUR/USD endlich das 50%-Retracement bei 1,0940 US-Dollar der Abwärtsbewegung vom markanten Jahreshoch 2021 (1,2350 US-Dollar) bis zum Mehrjahrestief bei 0,9535 US-Dollar, nachdem der Devisenkurs mehrere Tage knapp darunter auf einen Ausbruch lauerte. Doch weit ging die Reise darüber nicht. Denn kurz vor Erreichen des horizontalen Widerstands bei 1,1035 US-Dollar tauchte der Euro wieder unter die 1,10er-Schwelle ab.

Charttechnischer Ausblick:

Kann die Einheitswährung den aktuellen Kursrücksetzer oberhalb von 1,0822 US-Dollar auffangen, dürfte der seit dem Mehrjahrestief gestartete Aufwärtstrend bis zum Monatshoch vom April 2022 bei 1,1076 US-Dollar in die nächste Runde gehen. Möglicherweise stellt das Aprilhoch noch kein größeres Hindernis dar, so dass der Anstieg bis auf 1,1130 US-Dollar ohne große Umwege weitergehen könnte. Kommt es hier nicht zu einem größeren Kursabschlag in Richtung der 1,10er-Marke, dürfte dieser in der Region bei 1,1180 US-Dollar erfolgen. Mittelfristig ist eine Euro-Aufwertung zum 61,8%-Retracement bei 1,1280 US-Dollar der oben im Rückblick erwähnten Strecke durchaus denkbar.

Kurse unterhalb von 1,0822 US-Dollar stellen noch keine Gefahr für den Aufwärtstrend dar, vorausgesetzt, die Unterstützungszone zwischen 1,0625 und 1,0650 US-Dollar wird nicht nachhaltig unterschritten. Darüber existieren bei 1,0757 und bei 1,0692 US-Dollar zwei wichtige Supportmarken, die als Schutz der Unterstützungszone dienen könnten. Rutscht dagegen die Einheitswährung auf Tagesschlusskursbasis unter diese signifikante Unterstützungszone, geht die Korrektur sehr wahrscheinlich dynamisch bis auf 1,0460 US-Dollar weiter. Spätestens an der Horizontalunterstützung bei 1,0390 US-Dollar sollte eine weitere Aufwärtsbewegung starten, da darunter das Chartbild zugunsten des langfristigen Abwärtstrends wieder kippen könnte.

Unterstützungen:

1. 1,0822 US-Dollar

2. 1,0757 / 1,0692 US-Dollar

3. 1,0625 / 1,0650 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,1076 US-Dollar

2. 1,1130 / 1,1180  US-Dollar

3. 1,1280 US-Dollar

Gold Tageschart (XAUUSD):

Rückblick:

Zunächst sah es am Mittwoch danach aus, als könne der Goldpreisanstieg bis zur „magischen“ 2.000-US-Dollar-Marke problemlos weitergehen. Aber einen Tag später folgte bei 1.960 US-Dollar die kalte Dusche.

Charttechnischer Ausblick:

Der Weg zur 2.000er-Marke scheint wohl immer steiniger zu werden. Aber durch solche Kursrücksetzer, wie am vergangenen Donnerstag, wird der technisch überkaufte Zustand im Tageschart wieder neutralisiert und darum könnte jederzeit vom aktuellen Kursniveau aus der nächste Versuch in Richtung 2.000 US-Dollar starten, solange der Goldkurs oberhalb von 1.900 US-Dollar notiert. Darunter könnte es stürmischer für die Gold-Bullen werden, insbesondere im Fall eines Bruchs der Unterstützungszone zwischen 1.886 und 1.881 US-Dollar. Im Anschluss müssten fallende Kurse bis 1.865 US-Dollar als Konsequenz eingeplant werden, ehe von dort aus die Gold-Bullen wahrscheinlich wieder stärker zurückschlagen werden mit dem Ziel einer Goldpreisverteuerung auf über 1.900 US-Dollar. Auch ein Rückgang zur Horizontalunterstützung bei 1.850 wäre für die Gold-Bullen noch verkraftbar, während sie sich bei einem Handelsschluss unter 1.833 US-Dollar ernsthaft fragen müssten, ob die Gegenbewegung immer noch in die Rubrik „gesunde Korrektur“ fällt. Denn damit wäre der Aufwärtstrend vorerst gestoppt und der Goldpreis würde sich wohl im Anschluss eher seitwärts bewegen. Dabei könnten die nächsten Unterstützungen bei 1.812, 1.796 oder sogar 1.786 US-Dollar als Boden der Schiebezone dienen.

Die Beendigung des Goldtageshandels oberhalb von 1.935 US-Dollar würde die Trendstärke des Goldpreisanstiegs untermauern und der nächste „Push“ dürfte zu einer Goldpreisverteuerung von 1.951 US-Dollar führen. Ab hier könnte es erneut zu Verkäufen kommen, die allerdings nicht so heftig ausfallen dürften wie zuletzt. Ein Ausbruch über 1.960 US-Dollar ebnet dann sehr wahrscheinlich den Weg zur Widerstandslinie bei 1.981 US-Dollar. Hier angekommen, könnte das Edelmetall in eine Konsolidierung übergehen, bevor der Angriff zur 2.000er-Marke gewagt wird. Offen bleibt, ob es unmittelbar an dieser Marke zu einer größeren Korrektur kommen wird oder erst bei Kursen von 2.010 oder 2.033 US-Dollar.

Unterstützungen:

1. 1.881 / 1.886 US-Dollar

2. 1.850 / 1.865 US-Dollar

3. 1.833 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.935 / 1.951 US-Dollar

2. 1.981 US-Dollar

3. 2.010 / 2.033 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 06.02. – 10.02.2023

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag06.02.202308:00 UhrDE: Auftragseingang Industrie (Dez.)
Montag06.02.202314:00 UhrDE: Verbraucherpreisindex (Jan.)
Dienstag07.02.202308:00 UhrDE: Industrieproduktion (Dez.)
Dienstag07.02.202314:30 UhrUS: Handelsbilanz (Dez.)
Dienstag07.02.202314:55 UhrUS: Redbook-Index
Mittwoch08.02.202316:00 UhrUS: Umsatz Großhandel (Dez.)
Donnerstag09.02.202314:30 UhrUS: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung
Freitag10.02.202308:00 UhrUK: Bruttoinlandsprodukt (Q4.2022)
Freitag10.02.202313:00 UhrDE: Leistungsbilanz (Dez.)
Freitag10.02.202316:00 UhrUS: Erwartungen Uni-Michigan

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Hauptwährungspaare1:2001:30
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Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
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