Elbblick Börsenbrief – KW 12/2023

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

die Pleiten der beiden US-Banken Silicon Valley Bank und Signature Bank sorgten zum Auftakt in die vergangene Börsenwoche für panikartige Verkäufe an den Aktienmärkten. Dabei wurden Erinnerungen an die Finanzkrise vor rund 15 Jahren wach. Denn nur durch Garantien seitens der US-Regierung sowie durch schnelle Maßnahmen der US-Notenbank Federal Reserve konnte ein „Bankrun“ auf die US-Regionalbanken verhindert werden. Zur Wochenmitte nahm die Unsicherheit im Bankensektor dann deutlich zu, nachdem bekannt wurde, dass die Saudi Nationalbank, der größte Aktionär der Schweizer Großbank Credit Suisse (CS), kein frisches Kapital in das angeschlagene Geldhaus investieren möchte. Anschließend brach die CS-Aktie um mehr als 30 Prozent ein. Die Schweizer Nationalbank (SNB) machte noch am gleichen Tag deutlich: „Die SNB wird im Bedarfsfall der CS Liquidität zur Verfügung stellen“. Daraufhin kündigte die Großbank an, bis zu 50 Milliarden Franken bei der SNB zu leihen.

Trotz der gegenwärtigen Turbulenzen im Bankensektor bleibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihrer straffen Geldpolitik treu und erhöhte am Donnerstag den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent. Im Statement zum Zinsentscheid betonte die EZB, dass sie in jedem Fall über alle geldpolitischen Instrumente verfügt, um das Finanzsystem des Euroraums bei Bedarf mit Liquiditätshilfen zu unterstützen.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor Xetra-DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX Tageschart (DE40.c):

Rückblick:

Mit herben Verlusten startete der deutsche Leitindex DAX in die abgelaufene Handelswoche. Nach einer kurzen Erholung am Dienstag fiel das Börsenbarometer auf 14.656 Punkten und markierte damit ein frisches Dreimonatstief. Anschließend erholte sich der Index wieder und stieg über die Marke von 15.000 Punkten.

Charttechnischer Ausblick:

Vielleicht konnte der Ausbruch aus der unteren Begrenzungslinie der grün eingezeichneten Keilformation erwartet werden, nachdem der DAX oberhalb von 15.600 Zählern wenig Kaufdynamik zeigte und auf der Unterseite die untere Begrenzungslinie zuletzt zunehmend brüchiger wurde. Zumindest hat aus Sicht der DAX-Bullen die enorm wichtige Unterstützung im Bereich der 14.700er-Marke gehalten. Solange aber der Index unterhalb von 15.300 Punkten notiert, ist die Gefahr von weiteren Abgaben noch vorhanden. Dagegen stellt ein Tagesschlusskurs oberhalb von 15.480 Punkten möglicherweise ein Befreiungsschlag dar, der zur Fortsetzung des mittelfristigen Aufwärtstrends in Richtung der 16.000er-Marke führen könnte. Bis dorthin existieren allerdings noch einige Hürden. Die erste kleinere befindet sich am Horizontalwiderstand bei 15.585 Zählern. Wird diese übersprungen und kommt es dazu zu einer Beendigung des Tageshandels oberhalb von 15.680 Punkten, wäre Platz für einen Indexanstieg bis in den Bereich von 15.742 – 15.805 Punkten. Auf dem Weg zur 16.000er-Marke könnte der DAX zwischen 15.860 und 15.920 Zählern wieder eine Pause einlegen. Machen sich die DAX-Bullen anschließend wieder an die Arbeit, folgt möglicherweise ein Anstieg bis auf 16.030 Punkten, vorausgesetzt, der Horizontalwiderstand bei 15.970 wird dabei nicht zum Spielverderber.

Sollte jedoch der DAX erneut den Rückwärtsgang einlegen und dabei unterhalb von 14.880 Punkten auf Tagesbasis schließen, droht dem Leitindex höchstwahrscheinlich weiteres Ungemach. In den Mittelpunkt rückt in diesem Fall die signifikante Unterstützungszone zwischen 14.515 und 14.580 Punkten. Hier dürften sich die DAX-Bullen wieder stärker formieren, um weiteres Unheil abzuwenden. Unterhalb von 14.500 Punkten trübt sich das Chartbild zunehmend ein und ein Rückgang bis auf 14.100/200 sollte einkalkuliert werden, falls die Horizontalunterstützung bei 14.395 Zählern den Verkäufen nicht standhält.

Unterstützungen:

1. 14.880 Punkten

2. 14.515 / 14.580 Punkten

3. 14.395 Punkten

Widerstände:

1. 15.300 Punkten

2. 15.480 Punkten

3. 15.585 / 15.680 Punkten

EUR/USD Tageschart (EURUSDc):

Rückblick:

Die Gemeinschaftswährung Euro legte zum US-Dollar einen gelungen Wochenstart hin und stieg über den Horizontalwiderstand bei 1,0740 US-Dollar. Doch am Mittwoch wurde der Greenback im Zuge der Marktturbulenzen stark nachgefragt. Dadurch testete das Währungspaar erneut die Unterstützung im Bereich von 1,0530 US-Dollar.

Charttechnischer Ausblick:

Der Support bei 1,0530 US-Dollar gewinnt zunehmend an Bedeutung und könnte vielleicht der wichtige Garant dafür sein, dass sich die Korrektur vom Jahreshoch bei 1,1033 US-Dollar nicht weiter ausdehnt. Ein Tagesschluss über 1,0774 US-Dollar würde dies unterstreichen und dadurch entsteht die Chance auf weiter steigende Notierungen bis zum Horizontalwiderstand bei 1,0834 US-Dollar. Bis zur nächsten Hürde bei 1,0885 US-Dollar kann sich das Kursgeschehen hier kurzfristig festfahren, ehe ein Sprung mit einem Tagesschluss über 1,0940 US-Dollar frischen Wind auf der Oberseite mit sich bringen würde, der für ein neues Jahreshoch sorgen dürfte. Dafür würde sich das Monatshoch vom April 2022 bei 1,1076 US-Dollar als mögliche Zielmarke anbieten.

Unterhalb des 1,0530er-Bodens rückt das 38,2%-Fibonacci-Retracement bei 1,0460 US-Dollar der Aufwärtsbewegung vom Mehrjahrestief bei 0,9535 US-Dollar bis zum Jahreshoch bei 1,1033 US-Dollar in den Vordergrund. Folgt hier keine Kehrtwende, müsste der Euro spätestens an der Horizontalunterstützung bei 1,0390 US-Dollar wieder aufwerten können. Denn darunter könnte das Chartbild zugunsten des langfristigen Abwärtstrends wieder kippen, insbesondere bei einem Bruch des 50%-Retracements bei 1,0282 US-Dollar der oben genannten Strecke. In diesem Fall wäre die Gemeinschaftswährung zwar nicht hoffnungslos verloren, da an den beiden Horizontalunterstützungen bei 1,0220 und 1,0135 US-Dollar sowie am 61,8%-Retracement bei 1,0108 US-Dollar die nächsten, mittelfristigen Trendwechsel vollzogen werden könnten. Sollte aber die Parität erneut fallen, muss mit einer Unterschreitung des letztjährigen Tiefs bei 0,9535 US-Dollar gerechnet werden.

Unterstützungen:

1. 1,0460 US-Dollar

2. 1,0390 US-Dollar

3. 1,0282 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0774 US-Dollar

2. 1,0834 / 1,0885 US-Dollar

3. 1,0940 US-Dollar

Gold Tageschart (XAUUSD):

Rückblick:

Der vermeintlich „sichere Hafen“ Gold stand in der abgelaufenen Börsenwoche weit oben auf der Kaufliste. Bereits am Montag pulverisierte das Edelmetall die horizontale Widerstandslinie bei 1.900 US-Dollar und verteuerte sich im Anschluss auf über 1.950 US-Dollar.

Charttechnischer Ausblick:

Der Goldpreis hat den jüngsten Abwärtstrend mit einem Knalleffekt auf der Oberseite beendet und die aktuelle Konsolidierung oberhalb der 1.900er-Marke deutet an, dass die Reise in Richtung Norden noch nicht vorbei ist. Das nächste Ziel ist das Jahreshoch bei 1.960 US-Dollar, wobei das Preisschild davor bei 1.951 US-Dollar als Puffer dienen kann. Darüber könnte es erneut zu einer dynamischen Aufwärtsbewegung in Richtung 1.981 US-Dollar kommen. Startet von hier aus keine Korrektur, sollte spätestens an der magischen 2.000-US-Dollar-Marke aufgrund der technisch überhitzten Situation mit einer Abkühlung gerechnet werden. Andernfalls könnte hier auch die Marktpsyche der Charttechnik einen ordentlich Strich durch die Rechnung machen, so dass ein direkter Anstieg bis auf 2.010 US-Dollar denkbar wäre. Ab 2.033 US-Dollar sollten stärkere Gewinnmitnahmen einkalkuliert werden.

Das Tagestief vom vergangenen Mittwoch bei 1.886 US-Dollar stellt aktuell die erste wichtige Unterstützung dar. Entwickelt sich vom aktuellen Kursniveau aus eine zeitlich ausgedehnte Seitwärtsphase, dient dieser Support eventuell als wichtige Begrenzung auf der Unterseite. Darunter wäre ein Ansteuern der beiden Unterstützungen 1.871 und 1.855 US-Dollar als Einstiegschance für die nächste Kaufwelle denkbar. Erst unterhalb von 1.828 US-Dollar trübt sich das Chartbild ein und weitere Abgaben bis zur Horizontalunterstützung bei 1.796 US-Dollar wären die Folge. Rappelt sich der Goldpreis von hier aus nicht stärker auf, kommt es sehr wahrscheinlich am 50%-Retracement bei 1.787 US-Dollar der Aufwärtswelle zwischen Jahrestief 2022 (1.614 US-Dollar) und aktuelles Jahreshoch (1.960 US-Dollar) zur Entscheidung über die nächste, mittelfristige Ausrichtung. Dabei kann ein kurzer Ausflug zur (orangen) 200-Tagelinie, die gegenwärtig bei 1.777 US-Dollar tendiert, nicht ausgeschlossen werden. Sollte aber dazu das Auffangnetz zwischen 1.763 und 1.769 US-Dollar reißen, geht voraussichtlich die Talfahrt im Gold bis zum 61,8%-Retracement der oben genannten Strecke bei 1.746 US-Dollar weiter. Darunter nimmt der Goldglanz zunehmend ab und es droht ein Abverkauf bis auf 1.702 / 1.721 US-Dollar.

Unterstützungen:

1. 1.871 / 1.886 US-Dollar

2. 1.855 US-Dollar

3. 1.828 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.951 / 1.960 US-Dollar

2. 1.981 / 2.000 US-Dollar

3. 2.010 / 2.033 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 20.03. – 24.03.2023

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag20.03.202308:00 UhrDE: Erzeugerpreisindex (Feb.)
Dienstag21.03.202311:00 UhrDE: ZEW-Konjunkturerwartungen (Mrz.)
Dienstag21.03.202315:00 UhrUS: Verkäufe bestehender Häuser (Feb.)
Mittwoch22.03.202308:00 UhrUK: Verbraucherpreisindex (Feb.)
Mittwoch22.03.202319:00 UhrUS: Zinsentscheidung der Fed
Mittwoch22.03.202319:30 UhrUS: Pressekonferenz Fed
Donnerstag23.03.202309:30 UhrCH: Zinsentscheidung der SNB
Donnerstag23.03.202313:00 UhrUK: Zinsentscheidung der BoE
Donnerstag23.03.202315:00 UhrUS: Verkäufe neuer Häuser
Freitag24.03.202309:30 UhrDE: Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (Mrz.)
Freitag24.03.202313:30 UhrUS: Auftragseingang langlebige Güter (Feb.)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen