Elbblick Börsenbrief – KW 24/2024

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

erstmals seit September 2019 hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen wieder gesenkt. Wie von den meisten Marktakteuren erwartet, entschied die EZB den eigentlichen Leitzins (Hauptrefinanzierungszins) von 4,5 Prozent auf 4,25 Prozent, den Einlagensatz für die Banken von 4,00 Prozent auf 3,75 Prozent und den Spitzenrefinanzierungszins von 4,75 Prozent auf 4,50 Prozent zu senken. In Bezug auf weitere Zinssenkungen äußerten sich die Währungshüter vorsichtig. So stellte EZB-Präsidentin Christine Lagarde in der anschließenden Pressekonferenz klar, dass künftige Zinsentscheidungen weiter von der Entwicklung wichtiger Inflationsdaten abhängig seien. Außerdem erhöhte die Notenbank ihre Inflationsprognosen für 2024 von 2,3 auf 2,5 Prozent und für 2025 von 2,0 auf 2,2 Prozent.

In Deutschland nahm die Arbeitslosigkeit im Mai stärker zu als erwartet. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag mitteilte, legte die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat um 25.000 zu, nachdem sie im April um revidiert 11.000 stieg. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 5,9 Prozent. Ohne Berücksichtigung der saisonalen Faktoren ging die Zahl der Arbeitslosen um 27.000 auf 2,723 Millionen zurück, und die Arbeitslosenquote fiel von 6,0 auf 5,8 Prozent. „Die Frühjahrsbelebung ist in diesem Jahr nicht richtig in Fahrt gekommen. Auch im Mai sanken Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung, allerdings nicht so kräftig wie in den meisten Jahren zuvor“, kommentierte die BA-Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles die Zahlen.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick-Live-Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir anhand der charttechnischen Analyse jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wall Street-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar. Weitere Informationen zu unserem Elbblick-Live-Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Quellen: Dow Jones News, Handelsblatt 

DAX Tageschart (DE40.c):

Die Entwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Hinweis auf künftige Erträge, und der Wert einer Investition in ein Finanzinstrument kann sowohl steigen als auch fallen.

Rückblick:

Am Dienstag sank der deutsche Leitindex DAX bei 18.361 Punkten auf den tiefsten Stand seit dem 7. Mai 2024. Im Anschluss folgte eine Erholung, die den Index am Donnerstag bis auf 18.785 Stellen katapultierte, ehe Verkäufe noch am gleichen Tag das Aktienbarometer wieder unter die Schwelle von 18.600 Zählern drückten.

Charttechnischer Ausblick:

Die DAX-Bullen haben die 19.000-Punkte-Marke weiter fest im Visier. Auf der Unterseite half ihnen das 38,2%-Retracement der Anstiegsstrecke vom Apriltief bei 17.715 Stellen bis zum Rekordhoch bei 18.893 Punkten, welches am Dienstag punktgenau weitere Verkäufe verhinderte. Nun richten sich alle Scheinwerfer wieder auf das Allzeithoch und dieses könnte mit einer Beendigung des Tageshandels oberhalb von 18.805 Punkten in Angriff genommen werden. Bevor jedoch die 19.000er-Marke fällt, bietet möglicherweise der Kursbereich zwischen 18.970 und 18.985 Zählern eine erhebliche Gegenwehr. Gelingt den DAX-Bullen aber eine nachhaltige Überschreitung der 19.000-Punkte-Marke, lägen die nächsten Projektionsziele bei 19.165 und bei 19.259 Punkten. Allerdings wäre der Index auf diesem Kursniveau technisch überkauft, so dass eine stärkere Gegenbewegung wahrscheinlicher wird, die aber auch erst im Bereich des nächsten Projektionsziels bei 19.435 Zählern losrollen könnte.

Auf der Unterseite wird der Support des 38,2%-Retracements bei 18.362 Punkten der Anstiegsstrecke vom Apriltief bis zum Rekordhoch mittlerweile durch die (blaue) 50-Tagelinie verstärkt, die seit dem 9. November 2023 nur einmal am 19. April auf Tagesschlusskursbasis unterschritten wurde und somit ein wichtiger Indikator für die Bestimmung des mittelfristigen Aufwärtstrends darstellt. Darum besteht bei einer deutlichen Unterschreitung dieser Durchschnittslinie die Gefahr eines schnellen Abverkaufs in Richtung der sehr wichtigen Unterstützungszone zwischen 18.240 Zählern und dem 50%-Retracement der zuvor erwähnten Anstiegsstrecke bei 18.200 Punkten, von wo aus wahrscheinlich ein neuer Aufwärtsimpuls starten dürfte. Kommt es aber zu einem Tagesschlusskurs darunter, wäre dies ein herber Rückschlag für die DAX-Bullen und die Jagd nach neuen Rekordhöchstständen käme erst einmal zum Erliegen. Noch kritischer wird es für die Bullenherde bei einem Bruch der Supportzone zwischen 17.980 und 18.035 Zählern, was möglicherweise einen Abschwung bis in den Bereich von 17.770 bis 17.715 Stellen zur Folge hätte.

Unterstützungen:

1. 18.362

2. 18.200 / 18.240 

3. 17.980 / 18.035

Widerstände:

1. 18.805

2. 18.970 / 18.985

3. 19.165 / 19.259

EUR/USD Tageschart (EURUSDc):

Die Entwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Hinweis auf künftige Erträge, und der Wert einer Investition in ein Finanzinstrument kann sowohl steigen als auch fallen.

Rückblick:

Das Währungspaar EUR/USD übersprang in der zurückliegenden Handelswoche gleich zum Wochenauftakt zum ersten Mal seit dem 21. März 2024 wieder die 1.09er-Marke. Allerdings hielt das Kursniveau nicht lange und es folgte ein Rücksetzer bis auf 1.0854 US-Dollar.

Charttechnischer Ausblick:

Mühsam ernährt sich das „Euro-Hörnchen“, aber zumindest ist eine fortschreitende Erholung vom Abverkauf des Dezemberhochs bei 1.1139 US-Dollar bis zum Jahrestief bei 1.0601 US-Dollar klar erkennbar. Innerhalb dieser Abwärtstrecke befindet sich bei 1.0934 US-Dollar das 61,8%-Fibonacci-Retracement, welches eventuell höhere Notierungen fürs erste verhindern könnte. Wird jedoch der Rücksetzer von dort aus aufgefangen und geben die Euro-Käufer weiter den Ton an, so läge ihr nächstes Kursziel bei 1.10 US-Dollar. Hier besteht nach einer kurzen Verschnaufpause durchaus ein Ausbruchspotential für einen rasanten Anstieg in Richtung 1.1045 / 1.1055 US-Dollar. Hier angekommen, wäre zuerst ein Abverkauf bis zur 1.10er-Marke denkbar, bevor die nächste Kaufwelle ins Rollen kommt.

Dagegen würde ein Tagesschluss unterhalb von 1.0836 US-Dollar einen Strich durch die oben erwähnte „Euro-Käufer-Rechnung“ machen und ein Abverkauf zur (orangen) 200-Tagelinie und zur (blauen) 50-Tagelinie, die beide aktuell knapp über bzw. unter der 1.0785er-Marke tendieren, wäre die mögliche Folge. Darunter dient das 50%-Retracement bei 1.0758 US-Dollar sowie das 61,8%-Retracement bei 1.0721 US-Dollar der Anstiegstrecke vom Jahrestief bis zum Donnerstagshoch bei 1.0916 US-Dollar als mögliches Sprungbrett für höhere Notierungen an. Aber im Bereich des zuletzt genannten Retracements müssten die Euro-Käufer bereits alles in die Waagschale werfen, um eine stärkere Euro-Abwertung zu verhindern. Denn mit einem Tagesschlusskurs deutlich unter 1.0650 US-Dollar wäre ihr Schicksal mit der Wiederaufnahme des übergeordneten Abwärtstrends sehr wahrscheinlich besiegelt.

Unterstützungen:

1. 1.0836 US-Dollar

2. 1.0785 US-Dollar

3. 1.0721 / 1.0758 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.0934 US-Dollar

2. 1.1000 US-Dollar

3. 1.1045 / 1.1085 US-Dollar

Gold Tageschart (XAUUSD):

Die Entwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Hinweis auf künftige Erträge, und der Wert einer Investition in ein Finanzinstrument kann sowohl steigen als auch fallen.

Rückblick:

In den ersten drei Handelstagen der abgelaufenen Börsenwoche schob sich der Preis für eine Feinunze Gold unspektakulär seitwärts. Am Donnerstag jedoch sorgten dynamische Käufe für einen Ausbruch aus der Schiebezone und für Kurse bis auf 2.388 US-Dollar.

Charttechnischer Ausblick:

Der Goldpreis lauert weiter unterhalb der 2.400 US-Dollar auf den entscheidenden Push, welcher das Edelmetall womöglich in Richtung des Rekordhochs bei 2.450 US-Dollar befördern würde. Als zusätzlicher Booster könnte sich dafür eine Beendigung des Tageshandels über 2.405 US-Dollar erweisen, der bei ausreichender Kaufkraft einen Anstieg zu den Projektionszielen bei 2.463 und 2.480 US-Dollar provozieren könnte. Drücken die Gold-Bullen darüber hinaus weiter auf den Kaufknopf, käme es wahrscheinlich zu Kursen im Bereich der 2.500er-Marke und dort vielleicht sogar zum Erreichen des nächsten Kursziels bei 2.517 US-Dollar. Mittelfristig besteht weiterhin ein Aufwärtspotential bis auf 2.609 US-Dollar.

Auf der Unterseite wird die Unterstützung der (blauen) 50-Tagelinie, die gegenwärtig bei 2.343 US-Dollar tendiert und die Goldrally seit dem 29. Februar 2024 begleitet, zunehmend brüchiger. Demnach sollte ein Abverkauf bis zum 38,2%-Retracement bei 2.272 US-Dollar der Aufwärtsbewegung vom Februartief bei 1.984 US-Dollar bis zum Rekordhoch besser eingeplant werden. Im Fall weiterer Goldverkäufe stellt das 50%-Retracement der Aufwärtsbewegung bei 2.217 US-Dollar den nächsten potentiellen Support dar. Zusammen mit der Unterstützung des ehemaligen Rekordhochs vom 8. März 2024 bei 2.195 US-Dollar könnte in diesem Kursbereich eine neuer und größerer Aufwärtsimpuls entstehen mit Ziel neue Allzeithochs. Darunter wäre die Rekordfahrt allerdings erst einmal gestoppt und der Goldpreis könnte dann in Richtung des alten Rekordhochs vom 6. Dezember 2023 bei 2.135 US-Dollar fallen, falls davor vom 61,8%-Retracement bei 2.162 US-Dollar ausgehend kein neuer Goldrausch entsteht.

Unterstützungen:

1. 2.272 US-Dollar

2. 2.195 / 2.217 US-Dollar

3. 2.135 / 2.162 US-Dollar

Widerstände:

1. 2.405 US-Dollar

2. 2.450 US-Dollar

3. 2.463 / 2.480 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 03.06. – 07.06.2024

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag10.06.202416:00 UhrUS: CB Beschäftigungsindex (Mai)
Montag10.06.202417:30 UhrUS: Auktion 3- und 6-monatiger T-Bills
Dienstag11.06.202408:00 UhrUK: Arbeitslosenquote (Mai)
Dienstag11.06.202413:00 UhrUS: OPEC-Monatsbericht
Mittwoch12.06.202408:00 UhrDE: Verbraucherpreisindex (Mai)
Mittwoch12.06.202414:30 UhrUS: Verbraucherpreisindex (Mai)
Mittwoch12.06.202420:00 UhrUS: Zinsentscheidung der Fed
Donnerstag13.06.202414:30 UhrUS: Erzeugerpreisindex (Mai)
Freitag14.06.202408:00 UhrDE: Großhandelspreisindex (Mai)
Freitag14.06.202414:30 UhrUS: Export- / Importpreisindex (Mai)
Freitag14.06.202416:00 UhrUS: Uni-Michigan Erwartungen (Jun.)

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Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
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