Elbblick Börsenbrief – KW 37/2023

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

steigende Ölpreise drückten in der abgelaufenen Börsenwoche auf die Stimmung der Aktienmärkte. Auslöser waren Berichte über Kürzungen der Ölförderungen von Saudi-Arabien und Russland. Demnach will Saudi-Arabien seine Förderkürzungen von einer Million Barrel pro Tag nicht wie erwartet um einen Monat, sondern gleich um drei Monate verlängern, während Russland zeitgleich ankündigte, die Output-Kürzung von 300.000 Barrel pro Tag bis Jahresende auszuweiten. Daraufhin erreichten sowohl die Nordseesorte Brent als auch das US-Öl WTI neue Jahreshöchststände und schürten so neue Inflationsängste.

Laut dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) befindet sich die deutsche Konjunktur weiterhin im Abschwung. Das Institut prognostiziert für das Jahr 2023 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,5 Prozent. Für das kommende Jahr wird ein Zuwachs von 0,9 Prozent und für 2025 ein Anstieg von 1,2 Prozent erwartet. „Hohe Inflation, gestiegene Zinsen, eine schwache Auslandsnachfrage und Verunsicherung unter privaten Haushalten und Unternehmen belasten gegenwärtig die deutsche Wirtschaft“, kommentierten die Ökonomen die Zahlen in ihrer Herbstprognose.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor Xetra-DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX Tageschart (DE40.c):

Rückblick:

Gleich zum Wochenauftakt startete der deutsche Leitindex DAX einen Anstiegsversuch in Richtung der 16.000er-Marke. Doch knapp oberhalb der (blauen) 50-Tagelinie stoppten die Notierungen und es folgte ein Rücklauf unter die Schwelle von 15.600 Zählern.

Charttechnischer Ausblick:

Die seit April existierende Schiebezone zwischen 15.460 Punkten auf der Unterseite und überwiegend 16.300 Zählern auf der Oberseite bestimmt weiterhin das Bild im Tageschart. Diese dürfte sich noch weiter ausdehnen, sollte der Index vom aktuellen Kursniveau den nächsten Aufwärtsimpuls in Richtung 16.000-Punkte-Marke beginnen. Dabei stellt die Widerstandszone zwischen 15.895 und 15.910 Zählern die erste, größere Hürde dar. Im Fall einer Überwindung könnte es dann an der horizontalen Widerstandslinie bei 15.985 Punkten erneut zu einem Rücksetzer kommen. Wahrscheinlicher ist aber, dass der Widerstand nur kurzfristig eine Blockade bildet und darüber ein Anstieg bis zum Horizontalwiderstand bei 16.060 Punkten möglich wäre, der sich bei guter Kauflaune bis zum 61,8%-Retracement bei 16.125 Zählern der oben genannten Strecke ausdehnen kann. Darüber käme es zu Schließung der großen Eröffnungslücke von über 100 Punkten, die am 2. August gerissen wurde und bei 16.250 Punkten komplett geschlossen wird, falls nicht davor die Hürde bei 16.215 Punkten eine komplette Schließung verhindert. Darüber herrscht im Bullenlager bis zum nächsten Widerstand bei 16.335 Punkten wieder Partystimmung, die im Fall einer Überwindung noch größer werden würde, da im Anschluss der Weg bis zum Tagestief am Rekordtag (31. Juli) bei 16.425 Zählern frei wäre.

Dagegen würde ein Tageschluss unterhalb von 15.560 Punkten möglicherweise die Wahrscheinlichkeit auf einen dynamischen Abverkauf deutlich erhöhen, falls die wichtige Supportzone zwischen 15.480 und 15.460 Zählern zusammen mit der (orangen) 200-Tagelinie, die aktuell knapp über dem oberen Band der Zone bei 15.490 Punkten tendiert und in diesem Jahr noch nicht getestet wurde, keine gute Unterstützungsarbeit leistet. Unterhalb von 15.460 Zählern dürfte die sehr signifikante Unterstützungszone zwischen 15.300 und 15.370 Punkten eine Möglichkeit zur Kehrtwende bieten, so dass von dort mit einer größeren Erholung gerechnet werden kann. Aber aufgrund der Tatsache, dass der deutsche Leitindex gerne zu Übertreibungen neigt, könnte es im Fall einer hohen Verkaufsdynamik kurzzeitig zu einem Anlaufen des 61,8%-Retracements bei 15.250 Zählern der Anstiegsstrecke vom Tagestief am 20. März bei 14.458 Punkten bis zum Rekordhoch, vielleicht sogar des 50%-Retracements bei 15.155 Zählern der Aufwärtswelle vom Tagestief am 20. Dezember 2022 bei 13.780 Punkten bis zum Allzeithoch, kommen, bevor der nächste Aufwärtsimpuls in Richtung der 16.000er-Marke ins Leben gerufen wird.

Unterstützungen:

1. 15.560 Punkten

2. 15.460 / 15.490 Punkten

3. 15.300 / 15.370 Punkten

Widerstände:

1. 15.895 / 15.910 Punkten

2. 15.985 Punkten

3. 16.060 / 16.125 Punkten

EUR/USD Tageschart (EURUSDc):

Rückblick:

In der abgelaufenen Handelswoche kam es im Währungspaar EUR/USD zur Fortsetzung der Abwärtsbewegung vom Jahreshoch bei 1,1275 US-Dollar. Dabei markierte der Euro am Donnerstag bei 1,0686 US-Dollar ein frisches Dreimonatstief.

Charttechnischer Ausblick:

Mittlerweile notiert das Währungspaar deutlich unterhalb der (orangen) 200-Tagelinie, die gegenwärtig bei 1.0821 US-Dollar verläuft. Dazu kommt der EUR/USD-Kurs immer näher zu einem strategisch wichtigen Unterstützungsbereich. So könnte in Kürze zum Beispiel die signifikante Unterstützungszone zwischen 1.0660 und 1.0635 US-Dollar in den Mittelpunkt des Geschehens rücken. Knapp darunter befindet sich das 38,2%-Retracement bei 1.0610 US-Dollar der gesamten Anstiegsstrecke vom Vorjahrestief (0.9535 US-Dollar) bis zum Jahreshoch, das als sehr wichtiger Gradmesser für die Beurteilung des Aufwärtstrends vom Jahrestief 2022 dient. Spätestens hier sollten die Euro-Käufer alles in die Waagschale werfen, um einen Kursrutsch in Richtung der Unterstützungen bei 1.0550 und 1.0515 US-Dollar zu vermeiden.

Auf der Oberseite liegt die erste charttechnische Hürde bei 1.0765 US-Dollar. Solange EUR/USD darunter notiert, muss mit tieferen Notierungen gerechnet werden. Mit Kursen darüber gelingt zwar noch kein endgültiger Befreiungsschlag, aber dafür stellen diese die Weichen bis zum nächsten Horizontalwiderstand bei 1.0845 US-Dollar. Hier angekommen, könnte die Weltwährung Nummer 1 erneut dominanter werden, so dass ein stärkerer Rücksetzer eingeplant werden sollte. Folgt im Anschluss die nächste Aufwärtsbewegung, könnten die Kurse an der Widerstandszone zwischen 1.0935 und 1.0960 US-Dollar erneut ins Stottern geraten. Erst darüber verhindert die Gemeinschaftswährung weitere, größere Abwertungen und dazu ergeben sich Möglichkeiten für einen Anstieg bis auf 1.1003 und 1.1020 US-Dollar. Auf diesem Kursniveau könnte sich das Währungspaar für eine Weile seitwärts bewegen, ehe aus der Schiebezone der nächste Push nach oben erfolgt und den Euro in Richtung 1.1065 befördert. In diesem Bereich fällt möglicherweise die Entscheidung darüber, ob der Abverkauf vom Jahreshoch in die nächste Runde geht oder es zu einer Fortsetzung des Aufwärtstrends vom Vorjahrestief kommt. Kurse über dem ehemaligen Jahreshoch vom 26. April bei 1.1095 US-Dollar dürften eindeutig für Letzteres sprechen.  

Unterstützungen:

1. 1.0635 / 1.0660 US-Dollar

2. 1.0610 US-Dollar

3. 1.0515 / 1.0550 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.0765 US-Dollar

2. 1.0845  US-Dollar

3. 1.0935 / 1.0960 US-Dollar

Gold Tageschart (XAUUSD):

Rückblick:

Nach einer kurzzeitigen Konsolidierung oberhalb von 1.934 US-Dollar fiel das Edelmetall Gold am vergangenen Dienstag stärker zurück und korrigierte im Anschluss rund die Hälfte des Anstiegs vom Tagestief am 21. August (1.884 US-Dollar) bis zum Tageshoch am 1. September (1.953 US-Dollar. Sowohl die (graue) 21- als auch die (orange) 200-Tagelinie verhinderten dabei weiter fallende Notierungen.

Charttechnischer Ausblick:

Offen bleibt aktuell, ob von den im Rückblick genannten Durchschnittslinien bereits ein neuer Aufwärtsimpuls gestartet ist. Möglicherweise benötigt der Goldkurs dafür mehr Schwung, so dass ein Abdriften zum Unterstützungsbereich zwischen 1.897 und 1.903 US-Dollar erwartet werden kann, bevor der Vorwärtsgang wieder eingelegt wird. Für die Gold-Bullen wäre es dann ratsam, hier kräftiger zuzulangen, um einen drohenden Absturz in Richtung der Horizontalunterstützung bei 1.871 US-Dollar zu verhindern, falls davor der frisch gebackene Support bei 1.884 US-Dollar anfängt zu bröckeln. Spätestens an der wichtigen Unterstützungsmarke bei 1.858 US-Dollar sollten die Gold-Bullen zu einem größeren Gegenschlag ausholen, denn sonst dürfte sich der Abverkauf bis zum 50%-Retracement bei 1.839 US-Dollar der Strecke vom Vorjahrestief bei 1.614 US-Dollar bis zum Jahreshoch verlängern.

Auf der anderen Seite könnte die ehemalige Unterstützungslinie bei 1.934 US-Dollar nun eine Widerstandstätigkeit nachgehen und somit die erste Abwehrarbeit gegen steigende Notierungen leisten. Darüber stellt das 38,2%-Retracement bei 1.953 US-Dollar der Abwärtsbewegung vom Jahreshoch bis zum Tagestief am 21. August weiterhin das Zünglein an der Waage dar. Denn mit Notierungen darüber könnte es ruckzuck in den Kursbereich zwischen 1.966 und 1.975 US-Dollar gehen. Letztere ist das 50%-Retracement der zuvor genannten Abwärtsbewegung, so dass von hier aus immer noch mit dem Beginn einer nächsten, größeren Verkaufswelle gerechnet werden muss, die den Abwärtstrend vom Jahreshoch wiederaufnehmen könnte. Erst oberhalb von 1.975 US-Dollar hellt sich das Bild im Tageschart zunehmend auf und das 61,8%-Retracement bei 1.995 US-Dollar der zuvor genannten Strecke dürfte in diesem Fall als nächste Stadion auf dem Fahrplan der Gold-Bullen stehen. Darüber befinden sich die nächsten Kursziele bei 2.007 und 2.022 US-Dollar.

Unterstützungen:

1. 1.897 / 1.903 US-Dollar

2. 1.871 / 1.884 US-Dollar

3. 1.858 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.934 / 1.953 US-Dollar

2. 1.966 / 1.975 US-Dollar

3. 1.955 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 11.09. – 15.09.2023

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag11.09.202317:00 UhrUS: Inflationserwartungen Konsumenten
Dienstag12.09.202311:00 UhrDE: ZEW-Konjunkturerwartungen (Sep.)
Dienstag12.09.202313:00 UhrUS: OPEC-Monatsbericht
Mittwoch13.09.202308:00 UhrUK: Bruttoinlandsprodukt (Q2.2023)
Mittwoch13.09.202311:00 UhrEU: Industrieproduktion (Jul.)
Mittwoch13.09.202314:30 UhrUS: Verbraucherpreisindex (Aug.)
Donnerstag14.09.202314:15 UhrEU: EZB Zinsentscheidung
Donnerstag14.09.202314:30 UhrUS: Erzeugerpreisindex (Aug.)
Donnerstag14.09.202314:30 UhrUS: Einzelhandelsumsätze (Aug.)
Donnerstag14.09.202314:45 UhrEU: EZB Pressekonferenz
Freitag14.09.202314:30 UhrUS: NY Empire State Herstellungsindex (Aug.)

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Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
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