Elbblick Börsenbrief – KW 51/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

die vergangene Handelswoche war geprägt von wichtigen Inflationsdaten und Zinsentscheidungen. Zunächst standen am Dienstag die US-Verbraucherpreise im Mittelpunkt, deren Rückgang von 7,7 Prozent im Oktober auf 7,1 Prozent im November auf einen Höhepunkt der Inflation in den USA hinweisen könnten. Noch im Juni lag die Inflationsrate mit 9,1 Prozent auf dem höchsten Stand seit November 1981. Doch die Freude an der Wall Street über das Abflauen der Teuerung hielt nicht lange an. Einen Tag später erhöhte die US-Notenbank Fed wie erwartet den Leitzins um 50 Basispunkte auf einer Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent, sorgte aber mit ihren „falkenhaften“ Aussagen für eine unfreundliche Stimmung an den Aktienmärkten. Die meisten Währungshüter sehen den Leitzins im nächsten Jahr nun auf 5,00 bis 5,50 Prozent steigen. Noch im September wurde eine Erhöhung auf etwa 4,60 Prozent vorhergesagt. Fed-Chef Powell sagte in der anschließenden Pressekonferenz, die Fed könnte langfristig darüber nachdenken ihr Inflationsziel abzuändern

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) drehte am Donnerstag an der Zinsschraube und hob den Leitzins um 50 Basispunkte auf 2,5 Prozent an. In ihrem Statement erwartet die EZB weitere Zinsanhebungen und will über die nächsten Schritte von Sitzung zu Sitzung entscheiden. Darüber hinaus rechnet die EZB-Präsidentin Christine Lagarde mit einer höheren Arbeitslosenrate im Euroraum über die nächsten Quartale.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Noch was in eigener Sache:

Der Elbblick Börsenbrief und die Elbblick Live Webinare gehen in die Weihnachtspause. Die nächste Ausgabe des Börsenbriefs erscheint am 6. Januar 2023 und die nächsten Elbblick Live Webinare finden wie folgt statt:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40.c:

Rückblick:

Eine wilde Achterbahnfahrt legte der deutsche Leitindex DAX in den vergangenen Tagen hin. Am Dienstag versuchte der Index einen Ausbruch über die Marke von 14.600 Punkten, der jedoch knapp unter 14.700 Zählern scheiterte. Zwei Tage später fiel der Index-Stand dann zum ersten Mal seit dem 10. November wieder unter die Schwelle von 14.000 Punkte.

Charttechnischer Ausblick:

Eigentlich war alles feierlich angerichtet für ein großes Weihnachtsfest der DAX-Bullen. Doch das 61,8%-Retracement der gesamten Abwärtsstrecke vom Rekordhoch bis zum Jahrestief bei 14.600 Punkten stellt nach wie vor ein großes Hindernis auf dem Weg zur bedeutsamen Widerstandszone zwischen 14.815 / 14.900 und 15.040 Punkten dar. Ein Tagesschluss oberhalb von 14.190 Zählern innerhalb der kommenden Handelswoche wäre wahrscheinlich ein Hinweis dafür, dass das Abgleiten unterhalb der 14.000er-Marke lediglich ein Ausrutscher war. Dagegen kann bei einer Unterschreitung der Horizontalunterstützung bei 13.780 Punkten nicht mehr von einem Ausrutscher gesprochen werden. Vielmehr würde dieses Szenario die Fortsetzung der jüngsten Abwärtsbewegung in Richtung des 38,2%-Retracements der gesamten Erholung vom Jahrestief bei 13.600 Zählern und dem Monatshoch vom September bei 13.570 Punkten begünstigen. Dort verläuft auch aktuell die (orange) 200-Tagelinie entlang. Somit gibt es hier genügend charttechnische Gründe für die DAX-Bullen, um von dort aus einen Angriff zur 14.000er-Marke zu wagen. Gelingt dies nicht, rückt die Unterstützungszone zwischen 13.260 (50%-Retracement der gesamten Erholung vom Jahrestief) und 13.195 Punkten (Tageshoch vom 3. November) in den Fokus. Spätestens hier sollten die DAX-Bullen sehr präsent sein, da sonst das Chartbild, insbesondere mit einem Tagesschlusskurs unterhalb von 12.940 Zählern, zugunsten der DAX-Bären kippen könnte.

Die Weihnachtsrallye dürfte in diesem Jahr aufgrund des schnellen Rücksetzers unterhalb der 14.000er-Marke wohl so ausfallen, wie bereits oben beschrieben, sollte in der kommenden Handelswoche kein Tagesschlusskurs oberhalb von 14.190 Zählern erreicht werden. Kommt es jedoch dazu, könnte dies einen Anstieg zur horizontalen Widerstandslinie bei 14.360 Punkten in Gang setzen. Wird ein Rücksetzer von diesem Level oberhalb von 14.000 Zählern abgefangen, würde die nächste Aufwärtswelle möglicherweise den entscheidenden Impuls für eine nachhaltige Überwindung des hartnäckigen Widerstands bei 14.600 Punkten geben. Bevor es im Anschluss zum großen Showdown innerhalb der signifikanten Widerstandszone zwischen 14.815 / 14.900 und 15.040 Punkten kommt, muss zuvor noch die Hürde bei 14.730 Zählern überwunden werden.

Unterstützungen:

1. 13.780 Punkten

2. 13.570 / 13.600 Punkten

3. 13.195 / 13.260 Punkten

Widerstände:

1. 14.190 Punkten

2. 14.360 Punkten

3. 14.600 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Den jüngsten Aufwärtstrend konnte die Gemeinschaftswährung Euro gegenüber dem US-Dollar auch in der vergangenen Handelswoche fortsetzen. Zudem war der Euro in der Lage, über die (rote) Abwärtstrendlinie, die seit Juni 2021 gültig war und in der Vorwoche noch eine große Hürde darstellte, zu überwinden. Allerdings ging kurz vor Erreichen des 61,8%-Retracements bei 1,0745 US-Dollar zwischen Jahreshoch und Jahrestief die Luft aus.

Charttechnischer Ausblick:

Mittlerweile konnte sich die Einheitswährung von seinem Jahrestief am 28. September bei 0,9535 US-Dollar deutlich distanzieren und auch das wichtige 38,2%-Fibonacci-Retracement bei 1,0610 US-Dollar, der Abwärtswelle vom Jahreshoch 2021 bei 1,2350 US-Dollar und dem Jahrestief, konnte geknackt werden. Auf dem gegenwärtigen Niveau wird es nun entscheidend sein, ob der Euro weiterhin imstande ist, über der im Rückblick erwähnten roten Abwärtstrendlinie zu bleiben und dazu den Aufwärtstrend ohne größere Korrekturen oberhalb von 1,0745 US-Dollar fortzuführen. Denn die Anfälligkeit auf eine größere Korrektur steigt insbesondere bei Kursen oberhalb von 1,0790 US-Dollar zunehmend. Darum sollte ein stärkerer Rücksetzer im Bereich des Horizontalwiderstands bei 1,0850 US-Dollar, spätestes am 50%-Retracement der oben genannten Abwärtswelle bei 1,0945 US-Dollar nicht überraschen.

Auf der Unterseite bietet der Support bei 1,0540 US-Dollar möglicherweise eine größere Gegenwehr, sollte sich der aktuelle Rücksetzer vom Wochenhoch weiter ausdehnen. Auch ein Ausflug zur nächsten Unterstützung bei 1,0485 US-Dollar würde dem jüngsten Höhenflug des Euro kein Ende bereiten. Anders sähe es mit einem Tagesschlusskurs unterhalb von 1,0390 US-Dollar aus, denn dadurch könnte sich die Abwärtsdynamik mit Ziel 1,0275 / 1,0220 US-Dollar beschleunigen. Zwar wäre ein Abverkauf bis dahin aus Sicht der Euro-Käufer gerade noch akzeptabel, die Beendigung des Tageshandels unterhalb der bedeutsamen Horizontalunterstützung bei 1,0135 US-Dollar definitiv nicht mehr. Dadurch würde wieder einmal die Parität in den Mittelpunkt rücken.

Unterstützungen:

1. 1,0485 / 1,0540 US-Dollar

2. 1,0390 US-Dollar

3. 1,0220 / 1,0275 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0790 US-Dollar

2. 1,0850  US-Dollar

3. 1,0945 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Zu Beginn der letzten Börsenwoche sah es zunächst danach aus, als könne das Edelmetall Gold den Anfang November gestarteten Preisauftrieb weiter fortsetzen. Doch die kalte Dusche folgte am vergangenen Donnerstag, als der Goldpreis die 1.800er-Marke nicht mehr halten konnte und anschließend unter 1.780 US-Dollar abtauchte.

Charttechnischer Ausblick:

Nun könnte die Konsolidierung oberhalb von 1.763 US-Dollar in die nächste Runde gehen. Erst eine Beendigung des Tageshandels oberhalb von 1.805 US-Dollar dürfte eine neue Kaufeuphorie in Richtung des Horizontalwiderstands bei 1.833 US-Dollar und des 50%-Retracements der gesamten diesjährigen Abwärtsbewegung bei 1.842 US-Dollar entfachen. Hier angekommen, sollte man sich auf ein heftiges Kratzen und Beißen zwischen den Gold-Bären und -Bullen über den nächsten, mittelfristigen Trend einstellen. Gehen die Bullen als Sieger hervor, trägt möglicherweise ein Tagesschlusskurs oberhalb von 1.851 US-Dollar zu einem Goldpreisanstieg bis auf 1.878 US-Dollar bei. Ab hier werden die Karten dann neu gemischt.

Der erneute Rücksetzer aus dem 1.800er-Bereich dürfte den Gold-Bullen nicht gerade schmecken. Allerdings löst dieser auch keine größere Aufregung bei ihnen aus, solange der Goldkurs sich oberhalb der Unterstützungszone zwischen 1.760 und 1.763 US-Dollar stabilisiert. Selbst ein kurzer Abstecher in den Bereich 1.743 US-Dollar ist für die Bullen-Gemeinde noch verkraftbar. Anders sieht es aus mit einem Tagesschlusskurs unterhalb von 1.720 US-Dollar, da sich dadurch der negative Verlauf ungebremst bis auf 1.695 US-Dollar fortsetzen könnte. Startet von hier aus keine stärkere Erholung, bietet sich bei 1.682 US-Dollar womöglich die letzte Chance auf die Fortsetzung des jüngsten Aufwärtstrends an. Darunter haben die Gold-Bären wieder das Ruder fest in ihrer Hand und sie werden dann alles daransetzen, den übergeordneten Abwärtstrend zuerst in Richtung 1.657/1.641 US-Dollar und anschließend zum Jahrestief bei 1.614 US-Dollar zu führen.

Unterstützungen:

1. 1.760 / 1.763 US-Dollar

2. 1.743 US-Dollar

3. 1.720 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.805 US-Dollar

2. 1.833 US-Dollar

3. 1.842 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 19.12. – 23.12.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag19.12.202210:00 UhrDE: ifo-Geschäftsklimaindex (Dez.)
Montag19.12.202211:00 UhrEU: Lohnentwicklung (Q3.2022)
Dienstag20.12.202208:00 UhrDE: Erzeugerpreisindex (Nov.)
Dienstag20.12.202214.30 UhrUS: Baugenehmigungen (Nov.)
Mittwoch21.12.202208:00 UhrDE: GfK Konsumklima (Jan.)
Mittwoch21.12.202216:00 UhrUS: CB Verbrauchervertrauen (Dez.)
Mittwoch21.12.202216:00 UhrUS: Verkäufe bestehender Häuser (Nov.)
Donnerstag22.12.202214:30 UhrUS: Bruttoinlandsprodukt (Q3.2022)
Freitag23.12.202214:30 UhrUS: Auftragseingang langlebige Güter (Nov.)
Freitag23.12.202214:30 UhrUS: PCE-Kernrate Preisindex (Nov.)
Freitag23.12.202216:00 UhrUS: Verkäufe neuer Häuser (Nov.)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen