Elbblick Börsenbrief – KW 49/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

am vergangenen Mittwoch brachte US-Notenbankgouverneur Jerome Powell die Aktienkurse an der Wall Street regelrecht zum Explodieren, nachdem er in einer Rede eine Verlangsamung des Zinserhöhungstempos andeutete und dazu eine Zinsanhebung um lediglich 50 Basispunkte für die nächste Fed-Sitzung am 14. Dezember 2022 in Aussicht stellte. In den letzten vier Notenbanktreffen erhöhten die US-Währungshüter den Leitzins um jeweils 0,75 Prozent. Laut Powell wäre eine Verlangsamung der Zinsanhebungen ein guter Weg, das Risiko auszubalancieren. Allerdings betonte der Notenbankchef, dass die Inflation, die zuletzt in den USA bei 8,05 Prozent lag, immer noch viel zu hoch sei. „Wir haben aber noch viel vor uns“, sagte Powell.

Währenddessen hat sich in Deutschland der Inflationsdruck leicht verringert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in einer ersten Schätzung mitteilte, sanken die Verbraucherpreise im November im Jahresvergleich von 10,4 Prozent im Oktober auf 10,0 Prozent. Insbesondere die Preise für Energie und Nahrungsmittel sind im Vergleich zum Vorjahresmonat erheblich gestiegen. Dabei verteuerten sich die Nahrungsmittel um 21,0 Prozent (Vormonat 20,3 Prozent) während die Energiepreise um 38,4 Prozent (Vormonat 43,0 Prozent) zulegten.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40.c:

Rückblick:

Nach einem schwächeren Wochenauftakt startete der deutsche Leitindex DAX den nächsten Versuch, die wichtige Marke bei 14.600 Punkten zu überwinden. Doch wie in der Vorwoche gab es kurz vor dem Ziel einen Rückzieher.

Charttechnischer Ausblick:

Dass es für das deutsche Aktienbarometer am 61,8%-Retracement der gesamten Abwärtsstrecke vom Rekordhoch bis zum Jahrestief bei 14.600 Punkten schwierig wird, konnte durchaus erwartet werden. Dennoch kam es bislang nicht zu einem stärkeren Abverkauf und darüber hinaus baute der DAX durch die Konsolidierung unterhalb von 14.600 Zählern seine technisch überkaufte Situation im Tageschart ab. Dadurch besitzt der DAX weiterhin gute Chancen auf eine Ausbruchsbewegung mit Ziel 14.710 Punkten, vorausgesetzt, der Index beendet den Handelstag nicht unter der 14.000er-Marke. Spätestens nach Erreichen der altbekannten und sehr bedeutsamen Widerstandszone zwischen 14.815 / 14.900 und 15.040 Punkten sollte ein größerer Kursrücksetzer einkalkuliert werden. Fangen die DAX-Bullen diesen oberhalb der 14.400er-Marke ab, so dürfte die nächste Aufwärtswelle dieses signifikante Hindernis wohl knacken können und der Weg wäre im Anschluss bis zur horizontalen Widerstandslinie bei 15.295 Zählern frei. Erst am Horizontalwiderstand bei 15.440 Punkten wäre ein größeres Comeback der Bären vorstellbar.

Bislang fing in den letzten Tagen der Unterstützungsbereich zwischen 14.295 und 14.350 Punkten jegliche Bären-Attacken bravourös ab. Kommt es zu einer Unterschreitung, dürften die DAX-Bullen in der Supportzone zwischen 14.080 und 14.185 Punkten erneut zur Stelle sein, um von dort aus den nächsten Angriff in Richtung der 15.000er-Marke zu starten. Ernsthafte Probleme bekommen die Bullen aber erst mit einer Beendigung des Tageshandels unterhalb von 13.970 Zählern. In diesem Fall kann es sehr schnell zu den Support-Linien bei 13.780 und 13.540 Punkten gehen, wo aktuell die (orange) 200-Tagelinie entlangschlängelt. Darunter verhindert möglicherweise das Auffangbecken zwischen 13.380 und 13.450 Punkten einen weiteren Kursverfall und darüber hinaus könnte von hier aus der nächste Anstieg zur 14.000er-Marke geschehen. Dagegen würden die DAX-Bären das Zepter mit Kursen unterhalb von 13.200 Zählern wieder fest in ihrer Hand halten und somit die Chance besitzen, den Abwärtstrend in Richtung des Jahrestiefs fortzusetzen.

Unterstützungen:

1. 14.295 / 14.350 Punkten

2. 14.080 / 14.185 Punkten

3. 13.970 Punkten

Widerstände:

1. 14.710 Punkten

2. 14.815 / 14.900 Punkten

3. 15.040 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Gleich zu Beginn der Handelswoche scheiterte die Gemeinschaftswährung Euro gegenüber dem US-Dollar zum zweiten Mal im November an der Widerstandszone zwischen 1,0485 und 1,0515 US-Dollar und setzte im Anschluss bis zur Unterstützungslinie bei 1,0290 US-Dollar zurück. Die von dort aus gestartete Kaufwelle schaffte dann den Sprung über die zuvor genannte Zone.

Charttechnischer Ausblick:

So wie es aussieht, bekommt der Euro Appetit auf mehr, zumal die Gemeinschaftswährung mittlerweile oberhalb der (orangen) 200-Tagelinie notiert. Allerdings dürfte es im 1,06er-Bereich erneut schwieriger werden, da sich dort mehrere Widerstandsmarken zusammenbrauen. Beispielsweise verläuft hier die seit Januar 2021 gültige (rote) Abwärtstrendlinie. Dazu befinden sich bei 1,0610 US-Dollar das wichtige 38,2%-Fibonacci-Retracement der Abwärtswelle vom Jahreshoch 2021 bei 1,2350 US-Dollar und dem aktuellen Jahrestief bei 0,9535 US-Dollar und bei 1,0642 US-Dollar eine markante Horizontalwiderstandslinie. Darüber könnte die jüngste Euro-Aufwertung bis auf 1,0745 – 1,0790 US-Dollar weitergehen.

Auf der Unterseite dürfte die (orange) 200-Tagelinie, die gegenwärtig bei 1,0360 US-Dollar tendiert, eine tragende Rolle spielen. Zusammen mit der Horizontalunterstützung bei 1,0390 US-Dollar könnte dieser Bereich einen möglichen Abschwung abfangen und einen neuen Aufwärtsimpuls ins Leben rufen. Ein Abverkauf bis auf 1,0220 und 1,0160 US-Dollar wäre aus Sicht der Euro-Käufer noch einigermaßen akzeptabel, die Beendigung des Tageshandels unterhalb der bedeutsamen Horizontalunterstützung bei 1,0196 US-Dollar definitiv nicht mehr. Dadurch würde wieder einmal die Parität in den Mittelpunkt rücken.

Unterstützungen:

1. 1,0360 / 1,0390 US-Dollar

2. 1,0160 / 1,0220 US-Dollar

3. 1,0096 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0605 / 1,0642 US-Dollar

2. 1,0745  US-Dollar

3. 1,0790 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Für das gelbschimmernde Edelmetall Gold war es eine erfolgreiche Handelswoche. Der Preis für eine Feinunze stieg über die Marke von 1.800 US-Dollar und notierte damit auf dem höchsten Stand seit dem 15. August.

Charttechnischer Ausblick:

Aktuell gerät der Goldpreisanstieg nahe der Widerstandszone zwischen 1.806 und 1.815 US-Dollar etwas ins Stocken. Doch davor konnte das Edelmetall das 38,2%-Retracement des Abschnitts Jahreshoch zum Jahrestief bei 1.789 US-Dollar und die (orange) 200-Tagelinie, die zuletzt Mitte Juni überschritten wurde, knacken. Sollte der jüngste Goldrausch oberhalb von 1.815 US-Dollar weitergehen, könnte es bei Notierungen ab 1.833 US-Dollar bis zum 50%-Retracement, der gesamten diesjährigen Abwärtsbewegung, bei 1.842 US-Dollar sehr spannend werden. Denn hier sollte man sich auf ein heftiges Kratzen und Beißen zwischen den Gold-Bären und -Bullen über den nächsten, mittelfristigen Trend einstellen. Gehen die Bullen als Sieger hervor, trägt möglicherweise ein Tagesschlusskurs oberhalb von 1.851 US-Dollar zu einem Goldpreisanstieg bis auf 1.878 US-Dollar bei. Ab hier werden die Karten neu gemischt.

Aufgrund der technisch überkauften Situation im Tageschart dürfte ein Rücksetzer zu den Tageshochs vom 15. und 16. November bei 1.786 und 1.785 US-Dollar nicht überraschen. Selbst ein kurzer Abstecher in den Bereich 1.760 – 1.763 US-Dollar sollte das gegenwärtige stabile Chartbild nicht ins Wanken bringen. Dies würde jedoch mit einem Tagesschlusskurs unterhalb von 1.721 US-Dollar geschehen und der negative Verlauf könnte sich in diesem Fall bis zur horizontalen Unterstützungslinie bei 1.701 US-Dollar fortführen. Startet von hier aus keine stärkere Erholung, bietet sich bei 1.682 US-Dollar womöglich die letzte Chance auf die Fortsetzung des jüngsten Aufwärtstrends an. Darunter haben die Gold-Bären wieder das Ruder fest in ihrer Hand und sie werden dann alles daransetzen, den übergeordneten Abwärtstrend zuerst in Richtung 1.657/1.641 US-Dollar und anschließend zum Jahrestief bei 1.614 US-Dollar zu führen.

Unterstützungen:

1. 1.785 / 1.786 US-Dollar

2. 1.760 / 1.763 US-Dollar

3. 1.721 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.806 / 1.815 US-Dollar

2. 1.833 US-Dollar

3. 1.842 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 05.12. – 09.12.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag05.12.202209:55 UhrDE: Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (Nov.)
Montag05.12.202216:00 UhrUS: Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (Nov.)
Dienstag06.12.202208:00 UhrDE: Auftragseingang Industrie (Okt.)
Dienstag06.12.202214.30 UhrUS: Handelsbilanz (Okt.)
Mittwoch07.12.202208:00 UhrDE: Industrieproduktion (Okt.)
Mittwoch07.12.202214:30 UhrUS: Produktivität ex-Agrar (Q3.2022)
Mittwoch 07.12.202214:30 UhrUS: Lohnstückkosten (Q3.2022)
Donnerstag08.12.202214:30 UhrUS: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung
Freitag09.12.202214:30 UhrUS: Erzeugerpreisindex (Nov.)
Freitag09.12.202216:00 UhrUS: Uni-Michigan Verbrauchervertrauen (Dec.)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen