Elbblick Börsenbrief – KW 48/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

zu Beginn der vergangenen Börsenwoche lastete die verschärfte Corona-Politik in China auf den Aktienkursen. Durch die Abriegelung großer Bezirke in Peking und in der Hafenstadt Guangzhou befürchten viele Ökonomen einen Konjunkturdämpfer für die chinesische Wirtschaft. Dagegen beflügelte am Mittwoch die Hoffnung auf ein Ende der großen Zinsschritte in den USA die Notierungen an den Aktienmärkten, die durch das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed geweckt wurden. Wie aus dem Protokoll hervorging, war eine deutliche Mehrheit der Teilnehmer der Ansicht, dass eine Verlangsamung der Zinserhöhung wahrscheinlich bald angemessen wäre. Dazu schlugen die meisten Mitglieder des Offenmarktausschusses vor, den Zins auf der nächsten Sitzung im Dezember um lediglich 50 statt 75 Basispunkte zu erhöhen.

In Deutschland hat sich die Stimmung der Wirtschaft im November überraschend deutlich verbessert. Der vom ifo Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg von 84,5 im Oktober auf 86,3 Punkte und erreichte damit ein Dreimonatshoch. Prognostiziert wurde ein Anstieg auf lediglich 85,0 Punkte. Ifo-Präsident Clemens Fuerst sagte zu den Zahlen: „Mit den laufenden Geschäften waren die Unternehmen zwar weniger zufrieden, aber der Pessimismus mit Blick auf die kommenden Monate ließ merklich nach“.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40.c:

Rückblick:

Tagelang tat sich der deutsche Leitindex DAX an der 14.450er-Marke schwer, diese zu überwinden. Doch am Donnerstag wurde diese Hürde dank eines starken Aufwärtsimpuls übersprungen.

Charttechnischer Ausblick:

Aufgrund der höheren Tagestiefs in den letzten Handelstagen bahnte sich ein stärkerer Ausbruchversuch über die Schwelle von 14.450 Zählern bereits an. Fraglich ist nur, wie nachhaltig der Anstieg ist, da der Relative Strength Index Indikator im Tageschart mit einem Wert von über 75 eindeutig eine überkaufte Situation anzeigt. Dadurch könnte es bei 14.710 Punkten zu den ersten, größeren Gewinnmitnahmen kommen. Spätestens nach Erreichen der altbekannten und sehr bedeutsamen Widerstandszone zwischen 14.815 / 14.900 und 15.040 Punkten sollte ein größerer Kursrücksetzer einkalkuliert werden. Fangen die DAX-Bullen diesen oberhalb der 14.400er-Marke ab, so dürfte die nächste Aufwärtswelle dieses signifikante Hindernis wohl knacken können und der Weg wäre im Anschluss bis zur horizontalen Widerstandslinie bei 15.295 Zählern frei. Erst am Horizontalwiderstand bei 15.440 Punkten wäre ein größeres Comeback der Bären vorstellbar.

Sollte es aktuell zu einem stärkeren Kursrücksetzer kommen, könnte der frisch gebackene Unterstützungsbereich zwischen 14.295 und 14.350 Punkten ein ideales Sprungbrett für den nächsten Anstieg in Richtung 14.800 Zählern darstellen. Darunter befindet sich bei 14.080 und 14.185 Punkten die nächste Supportzone. Bis dahin wäre für die DAX-Bullen alles im grünen Bereich und die überkaufte Situation im Tageschart dürfte sich dort neutralisiert haben. Ernsthafte Probleme bekommen die Bullen aber erst mit einer Beendigung des Tageshandels unterhalb von 13.970 Zählern. In diesem Fall kann es sehr schnell zu den Support-Linien bei 13.780 und 13.540 Punkten gehen, wo aktuell die (orange) 200-Tagelinie entlangschlängelt. Darunter verhindert möglicherweise das Auffangbecken zwischen 13.380 und 13.450 Punkten einen weiteren Kursverfall und darüber hinaus könnte von hier aus der nächste Anstieg zur 14.000er-Marke geschehen. Dagegen würden die DAX-Bären das Zepter mit Kursen unterhalb von 13.200 Zählern wieder fest in ihrer Hand halten und somit die Chance besitzen, den Abwärtstrend in Richtung des Jahrestiefs fortzusetzen.

Unterstützungen:

1. 14.295 / 14.350 Punkten

2. 14.080 / 14.185 Punkten

3. 13.970 Punkten

Widerstände:

1. 14.710 Punkten

2. 14.815 / 14.900 Punkten

3. 15.040 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Gleich zum Wochenauftakt testete die Gemeinschaftswährung Euro gegenüber dem US-Dollar erfolgreich die Horizontalunterstützung bei 1,0220 US-Dollar und kletterte im Anschluss erneut über die Marke von 1,04 US-Dollar. Allerdings reichte der Schwung nicht aus, um die Widerstandszone bei 1,0485 und 1,0515 US-Dollar zu knacken.

Charttechnischer Ausblick:

Die Tatsache, dass ehemalige Widerstände, wie beispielweise bei 1,0220 US-Dollar, nun zu Unterstützungen werden, kann als Zeichen für eine zunehmende Stabilisierung des Euros interpretiert werden. Dadurch versucht der Euro, sich stärker von der Parität zu distanzieren. Auch eine endgültige Überwindung der (orangen) 200-Tagelinie dürfte dazu beitragen, welche am Donnerstag zum ersten Mal seit dem 16. Juni 2021 per Tagesschlusskurs übersprungen wurde. Eine weitere Transformation von einer ehemaligen Widerstands- zur Unterstützungsmarke könnte möglicherweise an der Widerstandszone zwischen 1,0485 und 1,0515 US-Dollar entstehen, falls dieses Hindernis nachhaltig übersprungen wird. Gelingt im Anschluss ein Tagesschlusskurs oberhalb von 1,0642 US-Dollar, dürfte der Euro zumindest mittelfristig über den Berg sein. Davor liegt noch bei 1,0605 das wichtige 38,2%-Fibonacci-Retracement der Abwärtswelle vom Jahreshoch 2021 bei 1.2350 US-Dollar und dem aktuellen Jahrestief bei 0,9535 US-Dollar. Oberhalb von 1,0642 US-Dollar könnte die jüngste Euro-Aufwertung bis auf 1,0745 – 1,0790 US-Dollar weitergehen.

Vielleicht benötigt das Währungspaar zuerst einen Anlauf von der horizontalen Unterstützungszone bei 1,0290 US-Dollar, um genügend Schwung für die Beseitigung des Widerstands im Bereich 1,0485 und 1,0515 US-Dollar zu besitzen. Allerdings sollte der Euro keinen allzu großen Anlauf nehmen, da die Gefahr der Fortsetzung des langfristigen Abwärtstrends allgegenwärtig ist. Insbesondere eine Beendigung des Tageshandels unter 1,0160 US-Dollar könnte eine neue Verkaufsdynamik bis zur wichtigen Horizontalunterstützung bei 1,0196 US-Dollar entfachen. Spätestens hier sollte die Korrektur beendet werden, da sich darunter das Chartbild zunehmend eintrübt mit der möglichen Folge eines erneuten Tests der Parität. Sollte es dazu noch zu einem Tagesschlusskurs unterhalb von 0,9935 US-Dollar kommen, dürfte dies möglicherweise die finale Bestätigung für die Fortsetzung des langfristigen Abwärtstrends sein. Im Anschluss müsste mit einem Ansteuern der nächsten Unterstützungsmarken bei 0,9840 und 0,9730 US-Dollar gerechnet werden. Darunter bietet vielleicht noch der Bereich um 0,9630 US-Dollar ein Auffangnetz. Aber ein Test des Jahrestiefs und neue Tiefststände sind jedoch das wahrscheinlichere Szenario. Falls der 0,95er-Bereich diesmal den Verkäufen nicht standhält, müsste das Kaufinteresse am Euro in der Umgebung des Hochs vom Mai 2002 bei 0,9416 US-Dollar und dem Hoch vom September 2002 bei 0,9335 US-Dollar wieder deutlich zunehmen. Ob die Kaufkraft anschließend für einen Push über die magische Parität ausreicht, bleibt jedoch fraglich.

Unterstützungen:

1. 1,0290 US-Dollar

2. 1,0160 US-Dollar

3. 1,0096 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0485 / 1,0515 US-Dollar

2. 1,0605 / 1,0642 US-Dollar

3. 1,0745 / 1,0790 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Zu Beginn der vergangenen Börsenwoche setzte Gold den Rücksetzer vom Dreimonatshoch bei 1.786 US-Dollar nahtlos fort und machte dabei zur Wochenmitte einen kurzen Abstecher unter die horizontale Unterstützung bei 1.730 US-Dollar. Im Anschluss rappelte sich das Edelmetall wieder auf und stieg erneut über die Marke von 1.760 US-Dollar.

Charttechnischer Ausblick:

Durch den Rücksetzer vom Dreimonatshoch konnte der Goldpreis die technisch überkaufte Situation im Tageschart wieder bereinigen, was bislang für einen gesunden Anstieg spricht. Hält sich der Kurs weiterhin oberhalb von 1.721 US-Dollar, bestehen gute Chancen auf die Fortsetzung des seit Anfang November gestarteten Aufwärtstrends. Insbesondere ein Tagesschlusskurs oberhalb von 1.767 US-Dollar könnte zu einem Booster werden, der den Anstieg möglicherweise zu den nächsten Zielen bei 1.806 und 1.815 US-Dollar führt, falls das 38,2%-Retracement der Strecke Jahreshoch zum Jahrestief bei 1.789 US-Dollar und die (orange) 200-Tagelinie bei aktuell 1.798 US-Dollar keine größeren Probleme bereiten. Spannend wird es ab 1.833 US-Dollar bis zum 50%-Retracement der gesamten diesjährigen Abwärtsbewegung bei 1.842 US-Dollar. Denn in diesem Bereich sollte man sich auf ein heftiges Kratzen und Beißen zwischen den Gold-Bären und -Bullen einstellen. Gehen die Bullen als Sieger hervor, trägt möglicherweise ein Tagesschlusskurs oberhalb von 1.851 US-Dollar zu einem Goldpreisanstieg bis auf 1.878 US-Dollar bei. Ab hier werden die Karten neu gemischt.

Tiefer als 1.721 US-Dollar sollten die Notierungen aus Sicht der Gold-Bullen nicht fallen, denn dies könnte unmittelbar neue Bärenkräfte bis zur horizontalen Unterstützungslinie bei 1.701 US-Dollar wecken. Startet von hier aus keine stärkere Erholung, bietet sich bei 1.682 US-Dollar womöglich die letzte Chance auf die Fortsetzung des jüngsten Aufwärtstrends an. Darunter haben die Gold-Bären wieder das Ruder fest in ihrer Hand und sie werden dann alles daransetzen, den übergeordneten Abwärtstrend zuerst in Richtung 1.657/1.641 US-Dollar und anschließend zum Jahrestief bei 1.614 US-Dollar zu führen.

Unterstützungen:

1. 1.721 US-Dollar

2. 1.701 US-Dollar

3. 1.682 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.767 US-Dollar

2. 1.789 / 1.798 US-Dollar

3. 1.806 / 1.815 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 28.11. – 02.12.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag28.11.202210:00 UhrEU: EZB Geldmenge M3 (Okt.)
Dienstag29.11.202214:00 UhrDE: Verbraucherpreisindex (Nov.)
Dienstag29.11.202214:30 UhrUS: Hauspreisindex (Sep.)
Dienstag29.11.202216:00 UhrUS: CB Verbrauchervertrauen (Nov.)
Mittwoch30.11.202209:55 UhrDE: Arbeitslosenquote (Nov.)
Mittwoch30.11.202214:30 UhrUS: Bruttoinlandsprodukt (Q3.2022)
Mittwoch 30.11.202220:00 UhrUS: Konjunkturbericht Beige Book
Donnerstag01.12.202209:55 UhrDE: Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (Nov.)
Donnerstag01.12.202214:30 UhrUS: PCE Preisindex (Okt.)
Freitag02.12.202214:30 UhrUS: Beschäftigung ex-Agrar (Nov.)
Freitag02.12.202214:30 UhrUS. Arbeitslosenquote (Nov.)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
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Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
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