Elbblick Börsenbrief – KW 46/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

die vergangene Börsenwoche stand zunächst im Zeichen der Zwischenwahl (Midterms) in den USA. Zwar verloren die Demokraten nach bisheriger Auszählung die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Doch das Ergebnis viel im Vergleich zu den Umfragewerten, die einen haushohen Sieg der Republikaner vorhersagten, deutlich knapper aus. Die Mehrheit im Senat dagegen wird sehr wahrscheinlich erst nach einer Stichwahl in Georgia im Dezember entschieden.

Für eine wahre Kursexplosion sorgten am Donnerstag die US-Verbraucherpreise für den Monat Oktober, nachdem diese zum Vormonat mit 0,4 Prozent unter der Erwartung von 0,6 Prozent ausfielen. Auf Jahressicht sank die Inflationsrate von 8,2 Prozent im September auf 7,7 Prozent. Hier wurde mit einem Rückgang auf 8,0 Prozent gerechnet.

Währenddessen mehreren sich in Europa die Stimmen für eine weitere Straffung der Geldpolitik. So sagte beispielsweise EZB-Direktorin Isabel Schnabel: „Es gibt für die Geldpolitik keinen Anlass, eine Pause zu machen. Wir müssen die Zinsen weiter erhöhen, wahrscheinlich sogar in den restriktiven Bereich“. Ähnliche Worte fand auch Bundesbank-Präsident und EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel auf einem Symposium der Bundesbank: „Das Eurosystem hat den Auftrag, Preisstabilität zu gewährleisten. Daher werde ich mich weiter dafür einsetzen, dass wir als EZB-Rat keinesfalls zu früh nachlassen, dass wir die geldpolitische Normalisierung weiter hartnäckig vorantreiben – auch wenn unsere Maßnahmen die Wirtschaftsentwicklung dämpfen.“

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Die US-Verbraucherpreise lösten am Donnerstag nicht nur an den US-Aktienmärkten ein heftiges Kursfeuerwerk aus. Auch der deutsche Leitindex DAX profitierte ordentlich von der Nachricht über eine mögliche Entspannung an der Zinsfront in Übersee und schoss auf über 14.270 Punkte – ein Anstieg auf Wochensicht von über 800 Zählern!

Charttechnischer Ausblick:

Das war natürlich voll nach dem Geschmack der DAX-Bullen, die den raketenhaften Anstieg mit einem großen Festmahl feiern durften. Sämtliche Widerstände, wie die 14.000er-Marke, die (orange) 200-Tagelinie sowie das 50%-Retracement bei 14.080 der Strecke Allzeithoch (16.300) zum Jahrestief (11.860), wurden gnadenlos von den Bullen überrannt. Klar ist, dass der DAX auf dem gegenwärtigen Niveau im Tageschart technisch überkauft ist und dadurch korrekturanfälliger wird. Dennoch sollte man Reisende nicht aufhalten und die DAX-Reise in Richtung Norden könnte bis auf 14.345 Punkten weitergehen. Darüber besteht die Gefahr einer Übertreibung, falls zuvor die überkaufte Situation nicht deutlich neutralisiert wird. Andernfalls sollte im Bereich von 14.450 Punkten ein schärferer Kursrücksetzer eingeplant werden, der das 14.000er-Level durchaus testen kann. Beginnt hier der nächste Aufwärtsimpuls, könnte dieser bei 14.600 Punkten, dem 61,8%-Retracement der oben genannten Strecke, auf eine harte Probe gestellt werden. Darüber verläuft die altbekannte und bedeutsame Widerstandszone zwischen 14.815 und 15.040 Punkten.

Auf der Unterseite bildete sich innerhalb des Donnertaghandels am 50%-Retracement bei 14.080 Punkten eine erste horizontale Unterstützung aus. Sollte sich die Korrektur weiter ausdehnen, rückt das Tageshoch vom 16. August bei 13.974 Zählern in den Vordergrund, von wo aus die nächste Kaufwelle beginnen könnte. Falls nicht, könnte die Korrektur in der Nähe des Tageshochs vom 13. September bei 13.570 Punkten beendet werden. Unterhalb von 13.380 Zählern wittern die DAX-Bären möglicherweise frische Morgenluft, um den Abwärtstrend in diesem Jahr wieder fortzusetzen und den DAX erneut unter die 13.000-Punkte-Marke zu drücken.  

Unterstützungen:

1. 14.080 Punkten

2. 13.974 Punkten

3. 13.570 Punkten

Widerstände:

1. 14.345 Punkten

2. 14.450 Punkten

3. 14.600 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Nicht nur die Aktienmärkte, sondern auch die Gemeinschaftswährung Euro legte gegenüber dem US-Dollar nach der Veröffentlichung der US-Inflationszahlen mächtig zu und machte einen ordentlichen Satz über die Parität. Dabei wertete der Euro über 1,03 US-Dollar auf – der höchste Stand seit Mitte August.

Charttechnischer Ausblick:

Es ist gut möglich, dass die frisch gewonnene Euro-Euphorie noch etwas anhalten wird und sich dadurch die Aufwärtsbewegung im nächsten Schritt bis zur markanten horizontalen Widerstandslinie bei 1,0360 US-Dollar fortsetzt. Hier angekommen, könnte die Euro-Luft wieder dünner werden und ein Abschwung bis auf 1,0170 sollte einkalkuliert werden. Wird die Hürde bei 1,0370 US-Dollar jedoch überwunden, wäre ein Anstieg zur (orangen) 200-Tagelinie, die aktuell bei 1,0435 US-Dollar verläuft, und zur Widerstandszone bei 1,0485 und 1,0515 US-Dollar durchaus vorstellbar. Aber erst mit einem Tagesschluss oberhalb von 1,0642 US-Dollar dürfte der Euro zumindest mittelfristig über den Berg sein.

Hält sich das Währungspaar über der Marke von 1,0160 US-Dollar, würde vieles für die Fortführung der Euro-Aufwertung sprechen. Ansonsten käme es zum Test der wichtigen Unterstützungslinie bei 1,0096 US-Dollar. Dort entscheidet sich, ob die Einheitswährung stark genug ist, um die Erholung vom Jahrestief bei 0,9535 US-Dollar weiterzuführen oder der Abwärtstrend in die nächste Runde geht. Insbesondere Kurse unterhalb der Parität dürfte letzteres bestätigen. Darüber hinaus würde die Abwärtsdynamik mit Bruch der Unterstützung bei 0,9935 US-Dollar deutlich zunehmen, was zu einem Ansteuern der nächsten Unterstützungsmarken bei 0,9840 und 0,9730 US-Dollar führen dürfte. Darunter könnte vielleicht noch der Bereich um 0,9630 US-Dollar als Auffangnetz dienen. Ein Test des Jahrestiefs und neue Tiefststände sind jedoch das wahrscheinlichere Szenario. Falls der 0,95er-Bereich den Verkäufen diesmal nicht standhält, müsste das Kaufinteresse am Euro in der Umgebung des Hochs vom Mai 2002 bei 0,9416 US-Dollar und dem Hoch vom September 2002 bei 0,9335 US-Dollar wieder deutlich zunehmen. Ob die Kaufkraft anschließend für einen Push über die magische Parität ausreicht, bleibt jedoch fraglich.

Unterstützungen:

1. 1.0160 US-Dollar

2. 1.0096 US-Dollar

3. 0,9935 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0370 US-Dollar

2. 1,0485 / 1,0515 US-Dollar

3. 1,0642 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Das gelbschimmernde Edelmetall Gold setzte in den letzten Handelstagen die Aufwärtsbewegung vom Tagestief am 3. November bei 1.616 US-Dollar eindrucksvoll fort und notierte bei 1.766 US-Dollar auf dem höchsten Stand seit dem 25. August.

Charttechnischer Ausblick:

Das übergeordnete bearishe Bild, seit dem Erreichen des Jahreshochs bei 2.070 US-Dollar, gerät mittlerweile mächtig ins Wanken und könnte mit einer Beendigung des Goldhandels oberhalb von 1.789 US-Dollar seine Gültigkeit verlieren. Davor besteht noch eine Abprallgefahr bei 1.778 US-Dollar. Zudem erhöht die gegenwärtige technisch überkaufte Lage die Wahrscheinlichkeit, dass es in diesem Bereich zu einem größeren Kursrücksetzer kommen kann. Wird dieser abgefangen und rollt die nächste Kauflawine an, befindet sich bei 1.806 und 1.815 US-Dollar die nächsten Ziele auf der Oberseite. Zusätzlich wird dieser Widerstandsbereich aktuell durch die (orange) 200-Tagelinie verstärkt. Spannend wird es ab 1.833 US-Dollar bis zum 50%-Retracement der gesamten diesjährigen Abwärtsbewegung bei 1.842 US-Dollar. Denn man darf sich hier auf ein kräftiges Hauen und Stechen zwischen den Gold-Bären und -Bullen einstellen und sollten die Bullen aus dieser Situation als Sieger hervorgehen, trägt möglicherweise ein Tagesschlusskurs oberhalb von 1.851 US-Dollar zu einem Goldpreisanstieg bis auf 1.878 US-Dollar bei. Ab hier werden die Karten neu gemischt.

Solange der Goldpreis oberhalb von 1.730 / 1.735 US-Dollar notiert, stehen die Ampeln für einen Anstieg zur 1.800er-Marke auf grün. Darunter würde der jüngste Aufwärtstrend zunehmend brüchiger werden und ein Abrutschen bis auf 1.715 US-Dollar läge im Bereich des Möglichen. Hier sollten sich die DAX-Bullen wieder aufrappeln, da andernfalls Kurse bis zur 1.700er-Schwelle nicht ausgeschlossen werden könnten. Startet von diesem Niveau aus keine stärkere Erholung, bietet sich bei 1.682 US-Dollar womöglich die letzte Chance auf die Fortsetzung des jüngsten Aufwärtstrends an. Darunter wird das Zepter wieder an die Gold-Bären übergeben, die dann alles daransetzen werden, den übergeordneten Abwärtstrend zuerst in Richtung 1.657/1.641 und anschließend zum Jahrestief bei 1.614 US-Dollar zu führen.

Unterstützungen:

1. 1.730 / 1.735 US-Dollar

2. 1.700 / 1.715 US-Dollar

3. 1.682 / 1.567 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.778 / 1.789 US-Dollar

2. 1.806 / 1.815 US-Dollar

3. 1.833 / 1.842 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 14.11. – 18.11.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag14.11.202213:00 UhrUS: OPEC-Monatsbericht
Dienstag15.10.202208:00 UhrUK: Arbeitslosenquote (Okt.)
Dienstag15.11.202211:00 UhrDE: ZEW - Konjunkturerwartungen (Nov.)
Dienstag15.11.202214:30 UhrUS: Erzeugerpreisindex (Okt.)
Mittwoch16.11.202214:30 UhrUS: Einzelhandelsumsätze (Okt.)
Mittwoch16.11.202215:15 UhrUS: Industrieproduktion (Okt.)
Donnerstag17.11.202211:00 UhrEU: Verbraucherpreisindex (Okt.)
Donnerstag17.11.202214:30 Uhr US: Baugenehmigungen (Okt.)
Donnerstag17.11.202214:30 UhrUS: Philly Fed Herstellungsindex (Nov.)
Freitag18.11.202216:00 UhrUS: Verkäufe bestehender Häuser (Nov.)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen