Elbblick Börsenbrief – KW 44/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

einen krachenden Wochenauftakt erlebte der chinesische Aktienmarkt, nachdem Präsident Xi Jinping auf dem 20. Parteitag seine Macht für mindestens weitere 10 Jahre zementieren ließ. Insbesondere Technologietitel wie Alibaba, Baidu oder Tencent kamen aufgrund der Befürchtung von zunehmenden und strengeren Regularien kräftig unter die Räder. Auch die Aktien von den großen US-Technologiekonzernen wie Alphabet, Amazon, Meta Platforms und Mircosoft erlitten im Wochenverlauf teilweise schwere Verluste, weil die Zahlen zum vergangenen Quartal enttäuschten und sich die Anlegerschaft deshalb von den einstigen Börsenlieblingen im großen Stil trennte.

In Europa erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins zum zweiten Mal in Folge um 75 Basispunkte. Damit liegt der Hauptrefinanzierungszinssatz bei aktuell 2,00 Prozent. Angesichts der rekordhohen Inflation, die im September bei 9,9 Prozent zum Vorjahresmonat lag, schloss die EZB weitere Zinserhöhungen nicht aus. „Der EZB-Rat hat den heutigen Beschluss gefasst – und geht davon aus, dass er die Zinsen weiter anheben wird –, um eine zeitnahe Rückkehr der Inflation auf das mittelfristige 2 %-Ziel zu gewährleisten“, hieß es im Statement zum Zinsentscheid.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Bis zum vergangenen Donnerstag setzte der deutsche Leitindex DAX den in der Vorwoche gestarteten Anstieg bis auf 13.260 Zählern fort. Im Anschluss kam es zu einem Rücksetzer, der bislang erfolgreich oberhalb der 13.000er-Marke abgefangen wurde.

Charttechnischer Ausblick:

Nachdem der DAX seit dem Tief der Vorwoche um über 860 Punkte in Höhe kletterte, überraschte der Rücksetzer im Bereich der roten Abwärtstrendlinie, die seit dem Jahreshoch bei 16.288 Zählern Anfang Januar gültig ist und nach mehreren erfolglosen Überwindungsversuchen bestens den diesjährigen Abwärtstrend im DAX abbildet, wohl kaum. Der aktuelle Rücksetzer kann sich möglicherweise bis zur wichtigen Unterstützungszone zwischen 12.900 und 12.940 Punkten ausweiten, was aus Sicht der DAX-Bullen noch verkraftbar wäre. Sollte es hier zu einem Rebound kommen, steht erneut die rote Abwärtstrendlinie, die aktuell bei ca. 13.180 Zählern verläuft, im Mittelpunkt. Diesmal könnte jedoch die Kaufkraft der Bullen ausreichen, um zumindest den Tageshandel darüber zu beenden. Vielleicht reicht die Bullen-Power sogar für einen Sprung über das 50%-Retracement bei 13.285 Zählern aus, welches sich aus der Abwärtsbewegung vom Tageshoch am 6. Juni bei 14.711 Punkten und dem Jahrestief bei 11.860 Punkten ergibt. Geht die Kletterpartie direkt weiter, dürfte die Kraft im Bereich zwischen der horizontalen Widerstandslinie bei 13.510 Zählern und dem 61,8%-Retracement der zuvor genannten Strecke bei 13.620 Punkten langsam, aber sicher schwinden. Innerhalb dieser Zone befindet sich zudem bei 13.560 Punkten das 38,2%-Retracement der gesamten Abwärtsbewegung vom Jahreshoch und dazu dürfte sich in den nächsten Tagen die orange 200-Tagelinie hinzugesellen. Möglicherweise genügend Gründe für die DAX-Bären, um den Bullen gehörig an den Hörnern zu packen, damit sie die Schlacht über die nächste, mittelfristige Trendausrichtung im DAX für sich zu entscheiden können.

Wie oben bereits erwähnt, könnte die Region zwischen 12.900 und 12.940 Punkten einen entscheidenden Support bieten, um von dort aus die nächste Kaufwelle zu initiieren. Sollte es nicht dazu kommen, würde sich als Nächstes die Unterstützungszone zwischen 12.680 und 12.725 Punkten anbieten, in der zudem die blaue 50-Tagelinie entlangschlängelt. Darunter liegt bei 12.560 Zählern das 50%-Retracement der bisherigen Erholungsbewegung vom Jahrestief. Spätestens zwischen 12.355 und 12.395 Punkten sollten die DAX-Bullen eine deutliche Reaktion zeigen, da ansonsten die gesamte Erholungsarbeit vom Jahrestief möglicherweise umsonst war. Denn ab hier kann es zügig in Richtung 12.090 und 11.985 gehen und darunter wären neue Jahrestiefstände zum Greifen nah.

Unterstützungen:

1. 12.900 / 12.940 Punkten

2. 12.680 / 12.725 Punkten

3. 12.560 Punkten

Widerstände:

1. 13.285 Punkten

2. 13.510 / 13.560 Punkten

3. 13.620 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Die Gemeinschaftswährung Euro knackte gegenüber dem US-Dollar in der vergangenen Woche drei hartnäckige Widerstände. Zuerst überwand die Einheitswährung die seit dem 10. Februar 2022 verlaufende rote Abwärtstrendlinie, anschließend dann die blaue 50-Tagelinie und zu guter Letzt gelang der Sprung erneut über die Parität.

Charttechnischer Ausblick:

Damit sendete der Euro definitiv ein Lebenszeichen, aber fraglich ist, ob es nun zu Anschlusskäufen kommen wird. Im Fall eines „Ja“, würde sich die Aufwärtsbewegung bis zum nächsten Ziel bei 1,0160 fortsetzen. Vorausgesetzt, die Euro-Stimmung ist auf diesem Niveau weiterhin heiter, wäre ein Anstieg direkt bis zur horizontalen Widerstandslinie bei 1.0200 US-Dollar denkbar. Darüber türmt sich der nächste Widerstandbereich, bestehend aus Fibonacci-Retracments und horizontalen Widerstandslinien, bei 1,0275 und 1,0307 US-Dollar auf. Spätestens an der markanten horizontalen Widerstandslinie bei 1,0370 US-Dollar dürfte die Luft für den Euro wieder dünner werden. Im Fall einer Fortsetzung der Euro-Aufwertung befinden sich die nächsten Hindernisse bei 1,0485 und 1,0530 US-Dollar. Der große Euro-Befreiungsschlag würde aber erst mit einem Tagesschluss oberhalb von 1,0642 US-Dollar gelingen.

Auf der Unterseite könnten eventuell die in der Rubrik Rückblick aufgezählten Widerstände nun eine Unterstützung bieten. Diese werden zusätzlich durch die horizontale Linie bei 0,9875 US-Dollar verstärkt. Eine Ausdehnung der Korrektur bis auf 0,98/0,9815 US-Dollar wäre aus Sicht der Euro-Käufer zwar nicht schön, aber noch im Rahmen des Erlaubten. Zunehmend kritischer wird es erst bei Kursen unterhalb von 0,9750 US-Dollar, insbesondere bei Notierungen unter der 0,97er-Marke. Die Abwärtsdynamik könnte sich dadurch beschleunigen und ob im Anschluss die horizontale Unterstützungslinie bei 0,9635 US-Dollar zum dritten Mal ihren Namen alle Ehre macht, bleibt in diesem Fall äußerst fragwürdig. Eher muss mit einem Abgleiten zum Mehrjahrestief bei 0,9535 US-Dollar gerechnet werden. Falls der 0,95er-Bereich den Verkäufen diesmal nicht standhält, müsste das Kaufinteresse am Euro in der Umgebung des Hochs vom Mai 2002 bei 0,9416 US-Dollar und dem Hoch vom September 2002 bei 0,9335 US-Dollar wieder deutlich zunehmen. Ob die Kaufkraft anschließend für einen Push über die magische Parität ausreicht, bleibt jedoch fraglich.

Unterstützungen:

1. 0,9875 US-Dollar

2. 0,9800 / 0,9815 US-Dollar

3. 0,9700 / 0,9750 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0160 / 1,0200 US-Dollar

2. 1,0275 / 1,0307 US-Dollar

3. 1,0370 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Der vermeintlich „sichere Hafen“ Gold tat sich in der letzten Handelswoche schwer, die Kursrakete, welche am Freitag in der Woche zuvor gezündet wurde, in neuen Sphären zu treiben. Bereits bei 1.674 US-Dollar verpuffte am Mittwoch der Anstieg, so dass eine Seitwärtsbewegung im restlichen Wochenverlauf folgte.

Charttechnischer Ausblick:

Das Bild im Gold-Tageschart sieht weiterhin nicht gut aus. Betrachtet man die gesamte Abwärtsbewegung vom Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar am 8. März, schafften es jegliche Erholungsversuche von größeren Abwärtswellen nicht einmal über das 61,8%-Retracement. Auch bei der Gegenbewegung der letzten, größeren Verkaufswelle vom Hoch bei 1.807 US-Dollar bis zum Jahrestief bei 1.614 US-Dollar gelang kein Kontakt zur berühmten Fibonacci-Zahl. Die aktuelle Abwärtsbewegung vom Hoch bei 1.729 US-Dollar bis zum Tief bei 1.617 US-Dollar wurde lediglich bis zur Hälfte „retraced“. Darum spricht vieles für die Fortsetzung des diesjährigen Abwärtstrends, vorausgesetzt, der Goldpreis unterschreitet die Horizontalunterstützung bei 1.638 US-Dollar und knackt darüber hinaus das Doppeltief bei 1.614 / 1.617 US-Dollar. Der Weg wäre dann frei bis auf 1.592 US-Dollar. Bildet sich hier keine mittelfristige Bodenbildung aus, so könnte diese im Bereich von 1.567 – 1.557 US-Dollar vollzogen werden.

Notiert der Goldpreis dagegen weiterhin oberhalb von 1.638 US-Dollar, wäre die Hoffnung der Gold-Bullen auf eine Ausbildung eines Bodens am Jahrestief durchaus berechtigt. Insbesondere ein Tagesschluss oberhalb von 1.685 US-Dollar würde für eine zusätzliche Entspannung sorgen und darüber hinaus den Gold-Bullen neue Kräfte für einen Anstieg bis auf 1.715 US-Dollar verleihen. Vielleicht reicht die Power sogar für das Erreichen des 61,8%-Fibonacci-Retracements bei 1.733 US-Dollar, das sich aus der Strecke Tageshoch vom 10. August bei 1.807 US-Dollar und dem Jahrestief ergibt. Als nächstes käme das 50%-Retracement der Strecke Tageshoch vom 13. Juni 2022 (1.878 US-Dollar) und Jahrestief (1.614 US-Dollar) bei 1.746 US-Dollar ins Spiel. Schlagen hier die Gold-Bären nicht stärker zurück, könnte dies an der horizontalen Widerstandslinie bei 1.759 US-Dollar geschehen. Spätestens im Bereich zwischen dem 61,8%-Fibonacci-Retracement der oben genannten Strecke bei 1.777 US-Dollar und 1.788 US-Dollar dürfte es zu einem heftigen Ringen zwischen den beiden Börsentieren kommen, da der seit dem Jahreshoch gestartete Abwärtstrend hier auf der Kippe steht.

Unterstützungen:

1. 1.638 US-Dollar

2. 1.614 / 1.617 US-Dollar

3. 1.592 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.685 US-Dollar

2. 1.715 US-Dollar

3. 1.733 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 31.10. – 04.11.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag07.11.202208:00 UhrDE: Industrieproduktion (Sep.)
Montag07.10.202211:00 UhrEU: Treffen der Eurogruppe
Dienstag08.11.202211:00 UhrEU: Einzelhandelsumsätze (Sep.)
Mittwoch09.11.202216:00 UhrUS: Umsatz Großhändler (Sep.)
Mittwoch09.11.202216:00 UhrUS: Wöchentliche Rohöllagerbestände
Donnerstag10.11.202201:00 UhrEU: Monatsbericht der EZB
Donnerstag10.11.202214:30 UhrUS: Verbraucherpreisindex (Okt.)
Donnerstag10.11.202214:30 Uhr US: Erstanträge Arbeitslosenhilfe
Freitag11.11.202208:00 UhrDE: Verbraucherpreisindex (Okt.)
Freitag11.11.202214:30 UhrUS: Erwartungen Uni-Michigan (Nov.)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
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