Elbblick Börsenbrief – KW 43/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

die angelaufene Berichtssaison regierte in der vergangenen Handelswoche das Geschehen an den Aktienmärkten. Zunächst präsentierten die US-Großbanken Bank of America, JP Morgan, Citigroup und Goldman Sachs ihre Unternehmenszahlen zum dritten Quartal 2022. Zwar mussten einige Geldhäuser Gewinneinbußen hinnehmen, jedoch lagen ihre Nettozinserträge über den Erwartungen. Einen Rekordgewinn in Höhe von 3,29 Milliarden US-Dollar vermeldete dagegen der US-Elektroautobauer Tesla. Jedoch wurde die Aktie abgestraft, weil Tesla hinter dem Produktionsziel von über 1,4 Millionen Fahrzeugen für dieses Jahr hinterherhinkt.

In Deutschland stand am Dienstag der vielbeachtete ZEW-Index der Konjunkturerwartungen im Mittelpunkt. Dabei stieg das Barometer im Oktober laut dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) von minus 61,9 Punkte im Vormonat auf minus 59,2 Zählern. Erwartet wurde ein Rückgang auf minus 65,0 Punkte. ZEW-Präsident Achim Wambach sagte dazu: „Die ZEW-Konjunkturerwartungen steigen im Oktober geringfügig an. Allerdings wird die aktuelle wirtschaftliche Situation abermals deutlich schlechter eingeschätzt als im Vormonat. Die Wahrscheinlichkeit für einen Rückgang des realen Bruttoinlandsproduktes im Laufe der nächsten sechs Monate ist zudem erheblich angestiegen.“

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Nach einem guten Wochenauftakt biss sich der deutsche Leitindex DAX am vergangenen Dienstag an der wichtigen Widerstandszone zwischen 12.900 und 12.940 Punkten die Zähne aus. Danach ging es bis zum Ende der Handelswoche abwärts bis unter die 12.600er-Marke.

Charttechnischer Ausblick:

Und wieder stellt sich die Frage, ob der jüngste Anstieg ein Hinweis für eine Bodenbildung ist oder die steigenden Kurse lediglich eine typische Bärenmarktrally darstellen. Die Anzeichen auf eine Bodenbildung könnten sich verdichten, falls der aktuelle Rücksetzer von der oben genannten Widerstandszone im Bereich von 12.395 und 12.355 Zählern aufgefangen wird. Spätestens an der horizontalen Unterstützungslinie bei 12.270 Punkten sollte der Vorwärtsgang wieder eingelegt werden, um den Bullentraum von einer mittelfristigen Trendwende nicht zu zerstören. Darunter würde sich allerdings das Chartbild zunehmend eintrüben. Ausgehend von den beiden Supportmarken bei 12.095 und 11.985 Punkten ist der Beginn von weiteren Aufwärtsimpulsen durchaus möglich. Doch diese könnten jedoch als ideale Verkaufsgelegenheit genutzt werden, so dass mit einem nächsten Abverkauf zum Jahrestief bei 11.860 Zählern gerechnet werden muss. Bleibt hier die Gegenwehr der DAX-Bullen aus, müssten sie im Bereich von 11.750 – 11.785 Punkten wieder mehr Präsenz zeigen. Ansonsten würde die Abwärtsbewegung sehr wahrscheinlich bis auf 11.645 Zählern weitergehen. Gelingt hier kein größerer Erholungsversuch, so dürften die DAX-Bullen verstärkt am 38,2%-Fibonacci-Retracement der Strecke Tief Finanzkrise im Jahr 2009 (3.589 Punkte) und Allzeithoch (16.300 Punkte) bei 11.425 Zählern attackieren. Nicht weit davon entfernt befindet sich bei 11.380 Punkten das markante Tagestief vom 30. Oktober 2020, das als zusätzlicher Support beitragen kann. Spätestens am 61,8%-Retracement des Anstiegs vom März-Tief 2020 (8.187 Punkte) bis zum Allzeithoch bei 11.280 Zählern müssten die DAX-Bullen verstärkt ihre spitzen Hörner zeigen, um den Weg für eine Erholung zur 12.000er-Marke zu ebnen.

Auf der anderen Seite könnte ein Tagesschluss oberhalb von 11.820 Punkten für frischen Wind in den „Bullen-Segeln“ sorgen, der stark genug wäre, um das Riff bei 12.940 Punkten problemlos zu umschiffen. Im Anschluss dürfte das DAX-Schiff den Kurs in Richtung 13.060 / 13.070 Zählern nehmen. Stürmischer wird die See für die DAX-Bullen-Crew in der Zone zwischen 13.165 Zählern, dem 61,8%-Fibonacci-Retracement des Kursrückgangs vom Tageshoch am 16. August (13.974) bis zum Jahrestief, und 13.280 Punkten, dem 50%-Retracement der Strecke Tageshoch vom 6. Juni (14.711) und Jahrestief. Hier sollte ein Rücksetzer zur 13.000er-Marke eingeplant werden. Können die DAX-Bullen dort das Ruder wieder herumrumreißen, heißt es möglicherweise volle Kraft voraus bis zur bedeutsamen horizontalen Widerstandslinie bei 13.510 Punkten. Allerdings müssen sich hier die DAX-Bullen auf eine heftige Seeschlacht mit den DAX-Bären einstellen, die sich bis auf 13.620 Zählern ausdehnen kann. Denn in diesem Abschnitt kommt es zur Entscheidung über die nächste, mittelfristige Trendausrichtung.

Unterstützungen:

1. 12.355 / 12.395 Punkten

2. 12.270 Punkten

3. 11.985 / 12.095 Punkten

Widerstände:

1. 12.820 Punkten

2. 12.940 Punkten

3. 13.060 / 13.070 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Der Handel in der Vorwoche im Währungspaar EUR/USD verlief relativ ereignisarm. Die Anstiegsbemühungen zu Beginn der Woche wurden bereits an der Widerstandslinie bei 0,9860 US-Dollar im Keim erstickt, während am Mittwoch und am Donnerstag bei 0,9754 US-Dollar ein neuer Support aufgebaut wurde.

Charttechnischer Ausblick:

Ob aus dem frisch angerührten Beton bei 0,9754 US-Dollar ein starkes Fundament wird, bleibt erstmal fraglich. Falls aber von dort aus in den nächsten Tagen ein Tagesschluss oberhalb der roten Abwärtstrendlinie, die seit dem 10. Februar gültig ist und aktuell bei 0,9885 US-Dollar tendiert, und über die in der Nähe der Trendlinie verlaufende blauen 50-Tagelinie gelingt, dürfte der 0,9754er-Support als stabil betrachtet werden. Im nächsten Schritt wird die Parität erneut in den Fokus rücken und eine Beendigung des Tageshandels darüber löst möglicherweise ein Kaufsignal aus mit erstem Ziel bei 1,0167 US-Dollar. Ein größerer Kursrücksetzer ist von hier aus allerdings nicht zu erwarten, so dass eine Fortsetzung bis zur Widerstandszone zwischen 1,0275 und 1,0307 US-Dollar denkbar wäre. Spätestens an der markanten horizontalen Widerstandslinie bei 1,0370 US-Dollar dürfte die Luft für die Einheitswährung wieder dünner werden. Im Fall einer Fortsetzung der Euro-Aufwertung befinden sich die nächsten Hindernisse bei 1,0485 und 1,0515 US-Dollar. Der große Euro-Befreiungsschlag würde aber erst mit einem Tagesschluss oberhalb von 1,0642 US-Dollar gelingen.

Mit einem Bruch der horizontalen Unterstützungslinie bei 0.9630 US-Dollar verdunkelt sich der Euro-Himmel zunehmend und darüber hinaus würde vieles für die Fortsetzung des langfristigen Abwärtstrends sprechen. Kommt es im Bereich des Mehrjahrestiefs bei 0,9535 US-Dollar nicht zur Ausbildung eines Doppeltiefs, würde die Talfahrt des Euros höchstwahrscheinlich bis zum Monatshoch vom Mai 2002 bei 0,9416 US-Dollar weitergehen. Nicht weit davon entfernt befindet sich bei 0,9335 US-Dollar das Monatshoch vom September 2002. Spätestens hier sollte das Kaufinteresse für den Euro wieder zunehmen, sonst gerät die Parität immer mehr außer Reichweite.

Unterstützungen:

1. 0,9630 US-Dollar

2. 0,9535 US-Dollar

3. 0,9416 US-Dollar

Widerstände:

1. 0,9885 US-Dollar

2. 1,0000 US-Dollar

3. 1,0167 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Der starke Abverkauf vom Tageshoch gleich zum Wochenauftakt am vergangenen Montag war wohl ein Vorbote für den restlichen Wochenverlauf im Gold. Denn das gelbe Edelmetall präsentierte sich äußerst schwach, so dass eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung zum Jahrestief bei 1.614 US-Dollar niemanden überraschen durfte.

Charttechnischer Ausblick:

Mit Blick auf die aktuelle Abwärtswelle darf man sich definitiv fragen: wo sind die Käufer nur geblieben? Seit dem Abschwung vom Oktober-Monatshoch bei 1.729 US-Dollar fanden keine stärkere Erholungsbewegungen statt. Sollte es jetzt zu einem Unterschreiten des Jahrestiefs kommen, kann es ruckzuck unter die 1.600er-US-Dollar-Marke bis auf 1.592 US-Dollar gehen. Hier könnte ein kurzfristiger Support entstehen, aber sehr wahrscheinlich noch kein Boden. Dieser dürfte sich eher im Bereich 1.567 – 1.557 US-Dollar ausbilden, wobei ein Überschießen bis auf 1.542 US-Dollar nicht ausgeschlossen werden kann. Spätestens hier sollte das Verlangen nach Gold wieder deutlich zunehmen.

Angesichts des schwachen Kursverlaufs seit dem Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar ist es schwer vorstellbar, dass demnächst eine Trendumkehr eintreten wird, insbesondere, solange Gold mit Preisen unter 1.645 US-Dollar taxiert wird. Auch bei Kursen von 1.660 und 1.673 US-Dollar ist noch kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Erst ein Tageschluss oberhalb von 1.685 US-Dollar sorgt für eine gewisse Entspannung und könnte dazu noch neue Kräfte für einen Anstieg bis auf 1.715 US-Dollar verleihen. Vielleicht reichen die Kräfte sogar für das Erreichen des 61,8%-Fibonacci-Retracements bei 1.733 US-Dollar, das sich aus der Strecke des Tageshochs vom 10. August bei 1.807 US-Dollar und dem Jahrestief ergibt, aus. Als nächstes käme das 50%-Retracement des Abschnitts Tageshoch vom 13. Juni 2022 (1.878 US-Dollar) und Jahrestief (1.614 US-Dollar) bei 1.746 US-Dollar ins Spiel. Schlagen hier die Gold-Bären nicht stärker zurück, könnte dies an der horizontalen Widerstandslinie bei 1.759 US-Dollar geschehen. Spätestens im Bereich zwischen dem 61,8%-Fibonacci-Retracement der oben genannten Strecke bei 1.777 US-Dollar und 1.788 US-Dollar dürfte es zu einem heftigen Ringen zwischen den beiden Börsentieren kommen, da der seit dem Jahreshoch gestartete Abwärtstrend hier auf der Kippe steht.

Unterstützungen:

1. 1.592 US-Dollar

2. 1.557 / 1.567 US-Dollar

3. 1.542 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.645 US-Dollar

2. 1.660 / 1.673 US-Dollar

3. 1.685 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 24.10. – 28.10.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag24.10.202209:30 UhrDE: Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (Okt.)
Montag24.10.202215:45 UhrUS: Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (Okt.)
Dienstag25.10.202210:00 UhrDE: ifo-Geschäftsklimaindex (Okt.)
Dienstag25.10.202216:00 UhrUS: CB Verbrauchervertrauen (Okt.)
Mittwoch26.10.202214:30 UhrUS: Warenhandelsbilanz (Sep.)
Mittwoch26.10.202216:00 UhrUS: Verkäufe neuer Häuser (Sep.)
Donnerstag27.10.202214:15 UhrEU: EZB-Zinsentscheidung
Donnerstag27.10.202214:30 UhrUS: Bruttoinlandsprodukt (Q3.2022)
Freitag28.10.202208:00 Uhr DE: Bruttoinlandsprodukt (Q3.2022)
Freitag28.10.202214:00 UhrDE: Verbraucherpreisindex (Okt.)
Freitag28.10.202214:30 UhrUS: PCE Preisindex (Sep.)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen