Elbblick Börsenbrief – KW 42/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

die Hoffnung auf eine Verringerung des Zinsanhebungstempos der US-Notenbank Fed wurden aufgrund der jüngsten Inflationszahlen schlagartig zerstreut. Denn wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise im September gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent. Volkswirte rechneten mit einem Anstieg von lediglich 0,3 Prozent. Auf Jahressicht ging jedoch die Inflationsrate von 8,3 Prozent im August auf 8,2 Prozent zum dritten Mal in Folge zurück. Allerdings erhöhte sich die Kernrate (ohne Energie und Lebensmittel) um 0,6 Prozent zum Vormonat und um 6,6 Prozent (August: 6,3 Prozent) im Jahresvergleich und stieg damit auf ein 40-Jahreshoch.

Bereits einen Tag davor bekräftigte das Protokoll der letzten Sitzung der Fed, dass die US-Währungshüter im Kampf gegen die hohe Inflation an ihrem geldpolitischen Kurs festhalten werden. „Viele Teilnehmer betonten, dass die Kosten für zu wenig Maßnahmen zur Senkung der Inflation wahrscheinlich die Kosten für zu viele Maßnahmen überwiegen”, lautete das Statement zum Zinsentscheid. Außerdem unterstrichen laut dem Protokoll mehrere Teilnehmer die Notwendigkeit, so lange wie nötig eine restriktive Haltung beizubehalten.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Bis zur Wochenmitte verlief der Handel im deutschen Leitindex eher unspektakulär. Doch nach der Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise am vergangenen Donnerstag wurde das Nervenkostüm der DAX-Trader ordentlich strapaziert, da es zunächst zu Fehlausbrüchen sowohl auf der Ober- als auch auf der Unterseite kam.

Charttechnischer Ausblick:

Irgendwie hatte man das Gefühl, als würde bei den DAX-Bullen der Kragen platzen, nachdem der Index am Donnerstag den Ausbruch unter die 12.000er-Marke versuchte. Diese Rettungsaktion könnte möglicherweise zu einer mittelfristigen Bodenbildung bei 11.860 Punkten führen, vorausgesetzt, der DAX beendet hierfür den Tageshandel oberhalb von 13.510 Zählern. Natürlich gibt es auf dem Weg dorthin einige schwierige Hindernisse, an denen die DAX-Bären jederzeit zu einem größeren Gegenschlag ausholen könnten. Dabei dürfte die erste Hürde bei 12.775 Zählern noch kein größeres Hindernis darstellen. Anders sieht es dagegen im Bereich zwischen 12.900 bis 12.940 Punkten aus, da sich dort mehrere Widerstände, bestehend aus horizontalen Widerstandslinien und Fibonacci-Retracements der letzten beiden Abwärtswellen, auftürmen. Davor könnte noch die blaue 50-Tage-Linie, die gegenwärtig bei 12.880 Punkten verläuft, Paroli bieten. Können die DAX-Bullen den möglichen Bullen-Konter von diesen Widerstandslevels abwehren und für eine Fortsetzung des Anstiegs über die 13.000er-Marke sorgen, liegt das nächste Kursziel im Bereich von 13.160 und 13.170 Punkten. Ein stärker Kursrücksetzer sollte hier jedoch eingeplant werden. Wird dieser erfolgreich gekontert und kommt es zum nächsten Aufwärtsimpuls, steht nur noch die Hürde bei 13.300 Punkten im Weg, bis es an der 13.510er-Schwelle zur Entscheidung über die mittelfristige Trendausrichtung kommt.

Im Prinzip lag alles perfekt auf dem Servierteller der DAX-Bären, als der Index erneut unter 12.000 Zähler abrutschte. Was anschließend passierte, war überhaupt nicht nach ihrem Geschmack. Das könnte sich aber mit Kursen unterhalb von 12.300 Punkten schlagartig ändern, da in diesem Fall mit einer Zunahme der Verkaufsdynamik zu rechnen ist. Zwar besteht die Chance, dass die DAX-Bullen in der Gegend von 11.985 Punkten erneut zu einem Konter ansetzen werden, aber darunter trüben sich die Aussichten für sie zunehmend ein und die DAX-Bären dürften sich im Anschluss sehr wahrscheinlich über die Ausbildung eines neuen Jahrestiefs bei 11.785 – 11.750 Zählern freuen. Sollte den DAX-Bullen bis zur 11.645er-Marke kein größerer Erholungsversuch gelingen, müsste es am 38,2%-Fibonacci-Retracement der Strecke Tief Finanzkrise im Jahr 2009 (3.589 Punkte) und Allzeithoch (16.300 Punkte) bei 11.425 Zählern zu einer stärkeren Bullen-Attacke kommen. Nicht weit davon entfernt befindet sich bei 11.380 Punkten das markante Tagestief vom 30. Oktober 2020, das als zusätzlicher Support beitragen kann. Spätestens am 61,8%-Retracement des Anstiegs vom März-Tief 2020 (8.187 Punkte) bis zum Allzeithoch bei 11.280 Zählern müssten die DAX-Bullen verstärkt ihre spitzen Hörner zeigen, um den Weg für eine Erholung zur 12.000er-Marke zu ebnen.

Unterstützungen:

1. 12.300 Punkten

2. 11.985 Punkten

3. 11.750 / 11.785 Punkten

Widerstände:

1. 12.775 Punkten

2. 12.900 / 12.940 Punkten

3. 13.150 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Das Währungspaar EUR/USD trat in den ersten drei Handelstagen regelrecht auf der Stelle, bis es dann am Donnerstag zum Test der horizontalen Unterstützung bei 0,9635 US-Dollar kam. Dieser wurde erfolgreich bestanden, doch der Schwung reichte lediglich für einen Anstieg bis auf 0,9805 US-Dollar.

Charttechnischer Ausblick:

Mit einem Sprung über 0,9860 US-Dollar könnte neuer Schwung für die Zurückeroberung der Parität reinkommen. Vor dem 1:1-Kurs steht jedoch noch ein größerer Brocken bei 0,9950 US-Dollar im Weg. Dort verläuft nicht nur eine horizontale Widerstandslinie, sondern aktuell auch die blaue 50-Tage-Linie und die seit dem 10. Februar gültige rote Abwärtstrendlinie. Besonders die beiden Letzten beendeten seit über einem halben Jahr jegliche Erholungsversuche des Euros. Darum könnte ein Tagesschlusskurs oberhalb der Parität ein Kaufsignal auslösen mit erstem Ziel bei 1,0167 US-Dollar. Ein größerer Kursrücksetzer ist hier allerdings nicht zu erwarten, so dass eine Fortsetzung bis zur Widerstandszone zwischen 1,0275 und 1,0307 US-Dollar denkbar wäre. Spätestens an der markanten horizontalen Widerstandslinie bei 1,0370 US-Dollar dürfte die Luft für die Einheitswährung wieder dünner werden. Im Fall einer Fortsetzung der Euro-Aufwertung befinden sich die nächsten Hindernisse bei 1,0485 und 1,0515 US-Dollar. Der große Euro-Befreiungsschlag würde aber erst mit einem Tagesschluss oberhalb von 1,0642 US-Dollar gelingen.

Die Tatsache, dass der Rücksetzer von der Parität im Bereich des Supports von 0,9635 US-Dollar abgefangen wurde, verstärkt die Chance auf eine Stabilisierung. Dagegen trübt sich das Chartbild bei Kursen unterhalb von 0,9630 US-Dollar erneut ein und ein Euro-Abverkauf zum aktuellen Mehrjahrestief bei 0,9535 US-Dollar sollte in diesem Fall eingeplant werden. Falls der 0,95er-Bereich den Verkäufen diesmal nicht standhält, müsste das Kaufinteresse am Euro in der Umgebung des Hochs vom Mai 2002 bei 0,9416 US-Dollar und dem Hoch vom September 2002 bei 0,9335 US-Dollar wieder deutlich zunehmen. Ob die Kaufkraft anschließend für einen Push über die magische Parität ausreicht, bleibt jedoch fraglich.

Unterstützungen:

1. 0,9635 US-Dollar

2. 0,9535 US-Dollar

3. 0,9416 US-Dollar

Widerstände:

1. 0,9860 US-Dollar

2. 0,9950 US-Dollar

3. 1,0167 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Einen unschönen Wochenauftakt erlebte das gelb schimmernde Edelmetall Gold. Der Goldpreis fiel erneut unter die Marke von 1.700 US-Dollar zurück und verbilligte sich im Wochenverlauf bis auf 1.642 US-Dollar.

Charttechnischer Ausblick:

Zumindest die Tatsache, dass der Goldpreis an der horizontalen Unterstützungslinie bei 1.642 US-Dollar nach oben abdrehte, dürfte ein kleiner Lichtblick für die Gold-Bullen gewesen sein. Ansonsten sieht das Bild im Tageschart nicht gerade erleuchtend aus. Der seit dem Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar gestartete Abwärtstrend ist weiterhin intakt und wurde zudem durch den jüngsten Abverkauf vom Erholungshoch bei 1.729 US-Dollar bestätigt. Einen erneuten Test des 1.642er-Supports sollten die Gold-Bullen aber tunlichst vermeiden. Zu groß ist die Gefahr, dass der Abverkauf ungebremst bis auf 1.626 US-Dollar weitergeht. Diese Unterstützung, welche aus einer horizontalen Linie im 4-Stundenchart stammt, bietet möglicherweise einen Schutzschirm vor dem Jahrestief bei 1.614 US-Dollar. Darum wäre der Beginn der nächsten Aufwärtswelle von hier aus gar nicht so unwahrscheinlich. Sollte es nicht dazu kommen und zusätzlich das aktuelle Jahrestief keine größere Abwehr leisten, um ein Doppeltief auszubilden, dürfte vieles für die Fortsetzung des Abwärtstrends bis auf 1.592 US-Dollar sprechen. Bildet sich hier keine mittelfristige Bodenbildung aus, so könnte diese im Bereich von 1.567 – 1.557 US-Dollar vollzogen werden.

Auf der Oberseite gibt es für die Gold-Bullen ein erstes Licht der Hoffnung auf ein Ende der jüngsten Korrektur mit einem Tagesschluss oberhalb von 1.685 US-Dollar. Dies sollte Ihnen neue Kräfte verleihen für einen Anstieg bis auf 1.715 US-Dollar. Vielleicht reichen die Kräfte sogar für das Erreichen des 61,8%-Fibonacci-Retracements bei 1.733 US-Dollar, das sich aus der Strecke Tageshoch vom 10. August bei 1.807 US-Dollar und dem Jahrestief ergibt. Als nächstes käme das 50%-Retracement des Abschnitts Tageshoch vom 13. Juni 2022 (1.878 US-Dollar) und Jahrestief (1.614 US-Dollar) bei 1.746 US-Dollar ins Spiel. Schlagen hier die Gold-Bären nicht stärker zurück, könnte dies an der horizontalen Widerstandslinie bei 1.759 US-Dollar geschehen. Spätestens im Bereich zwischen dem 61,8%-Fibonacci-Retracement der oben genannten Strecke bei 1.777 US-Dollar und 1.788 US-Dollar dürfte es zu einem heftigen Ringen zwischen den beiden Börsentieren kommen, da der seit dem Jahreshoch gestartete Abwärtstrend hier auf der Kippe steht.

Unterstützungen:

1. 1.626 US-Dollar

2. 1.592 US-Dollar

3. 1.557 / 1.567 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.685 US-Dollar

2. 1.715 US-Dollar

3. 1.733 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 17.10. – 21.10.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag17.10.202214:30 UhrUS: NY Empire State Herstellungsindex (Okt.)
Dienstag18.10.202211:00 UhrDE: ZEW-Konjunkturerwartungen (Okt.)
Dienstag18.10.202215:15 UhrUS: Industrieproduktion (Sep.)
Mittwoch19.10.202211:00 UhrEU: Verbraucherpreisindex (Sep.)
Mittwoch19.10.202214:30 UhrUS: Baugenehmigungen (Sep.)
Mittwoch19.10.202220:00 UhrUS: Konjunkturbericht Beige Book
Donnerstag20.10.202208:00 UhrDE: Erzeugerpreisindex (Sep.)
Donnerstag20.10.202214:30 UhrUS: Philly Fed Herstellungsindex (Okt.)
Donnerstag20.10.202216:00 Uhr US: Verkäufe bestehender Häuser (Sep.)
Freitag21.10.202216:00 UhrUK: Einzelhandelsumsätze (Sep.)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen