Elbblick Börsenbrief – KW 41/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

die Aktienmärkte starteten am vergangenen Montag fulminant in das letzte Quartal 2022. Für die US-Aktien war es sogar der beste Start in ein Quartal seit 1938, nachdem der marktbreite S&P-500-Index in den ersten drei Quartalen rund 25 Prozent verlor. Insbesondere die Hoffnung auf eine Verlangsamung des Zinsanhebungstempos der US-Notenbank Fed sorgte für einen Kaufrausch. Die Märkte gehen nun davon aus, dass die US-Zinsen im April 2023 mit 4,5 Prozent statt 4,8 Prozent ihren Höchststand erreichen werden. Zudem befeuerten die Eindeckungen der Short-Positionen von Marktteilnehmern, die zuvor auf fallende Kurse spekulierten, die Aktienkurse zusätzlich.

Am Donnerstag fiel der Auftragseingang der deutschen Industrie im August aufgrund von fehlenden Großaufträgen deutlich schwächer aus als erwartet. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) gingen die Bestellungen zum Vormonat um 2,4 Prozent zurück und sanken damit auf dem niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren. Erwartet wurde hier ein Rückgang von lediglich 0,5 Prozent. Auf Jahressicht reduzierten sich die Aufträge um 4,1 Prozent nach 11 Prozent im Juli.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Einen regelrechten Turbostart, bedingt durch einen lehrbuchmäßigen Short-Squeeze, legte der deutsche Leitindex DAX zum Auftakt in die vergangene Handelswoche hin. Dabei stieg der Index vom Montagstief bei 11.887 Zählern bis auf 12.684 Punkte, ehe von dort aus stärkere Gewinnmitnahmen den DAX wieder in Richtung 12.400er-Marke drückten.

Charttechnischer Ausblick:

Die Frage, die sich wohl jeder mit Blick auf den jüngsten DAX-Anstieg stellt, ist: sehen wir aktuell lediglich eine Bärenmarktrally oder entwickelt sich aus der „zarten Erholungspflanze“ eine kräftige Aufwärtswelle mit Bodenbildung am Jahrestief bei 11.860 Punkten. Für den letzten Fall wäre allerdings ein Tagesschlusskurs oberhalb von 13.510 Punkten die Voraussetzung. Davor befinden sich jedoch noch einige Hürden, die der DAX auf dem Weg zur oben erwähnten Marke knacken müsste. Die erste ist die horizontale Widerstandslinie bei 12.775 Zählern, die wahrscheinlich noch kein großes Hindernis darstellen dürfte. Kritischer wird es im Bereich 12.900 bis 12.940 Punkten, da sich dort mehrere Widerstände auftürmen. Zudem könnte die blaue 50-Tage-Linie, die gegenwärtig bei 13.010 Punkten verläuft, in dieser Region für einen zusätzlichen Gegenwind sorgen. Schafft der DAX den Sprung darüber, dürfte sich die Rally bis auf 13.150 Zählern fortsetzen. Ein stärker Kursrücksetzer sollte hier jedoch eingeplant werden. Wird dieser erfolgreich gekontert und kommt es zum nächsten Aufwärtsimpuls, steht nur noch die Hürde bei 13.300 Punkten im Weg, bis es an der 13.510er-Schwelle zur Entscheidung über die mittelfristige Trendausrichtung kommt.

Den DAX-Bären dagegen dürfte dieses zuvor geschilderte Szenario überhaupt nicht schmecken. Darum werden sie schnell versuchen, den Index im ersten Schritt wieder unter 12.270 Punkten zu drücken. Damit werden sie sich wahrscheinlich nicht zufrieden geben. Darum steht bereits das nächste Ziel bei 12.140 Zählern auf ihrer Agenda. Geht die Reise in Richtung Süden weiter und rutscht der DAX unterhalb von 12.000 Punkten, besitzen die DAX-Bullen eine letzte Chance auf eine Weiterführung der Erholungsbewegung im Bereich der horizontalen Unterstützungslinie bei 11.985 Punkten. Darunter werden die Aussichten für sie zunehmend düster und die DAX-Bären könnten sich im Anschluss sehr wahrscheinlich über ein neues Jahrestief im Bereich von 11.785 Zählern freuen. Sollte den DAX-Bullen bis zur 11.710er-Marke kein größerer Erholungsversuch gelingen, dürfte dieser am 38,2%-Fibonacci-Retracement der Strecke Tief Finanzkrise im Jahr 2009 (3.589 Punkte) und Allzeithoch (16.300 Punkte) bei 11.425 Zählern ins Rollen kommen. Nicht weit davon entfernt befindet sich bei 11.380 Punkten das markante Tagestief vom 30. Oktober 2020, das als zusätzlicher Support beitragen kann. Spätestens am 61,8%-Retracement des Anstiegs vom März-Tief 2020 (8.187 Punkte) bis zum Allzeithoch bei 11.280 Zählern müssten die DAX-Bullen verstärkt ihre spitzen Hörner zeigen, um den Weg einer Erholung zur 12.000er-Marke zu ebnen.

Unterstützungen:

1. 12.270 Punkten

2. 12.140 Punkten

3. 11.985 Punkten

Widerstände:

1. 12.775 Punkten

2. 12.900 / 12.940 Punkten

3. 13.150 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Die europäische Einheitswährung Euro setzte gegenüber dem US-Dollar zunächst die seit dem Mehrjahrestief bei 0,9535 US-Dollar gestartete Erholung weiter fort. Doch sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch scheiterte der Euro hauchdünn an der Parität und fiel im Anschluss erneut unter die Marke von 0,98 US-Dollar zurück.  

Charttechnischer Ausblick:

Nun dürfte es richtig spannend werden, ob der Euro wirklich in der Lage ist, die gegenwärtige Korrektur der Erholung zu kontern und zugleich die Aufwärtsbewegung fortzusetzen. Dafür müsste die Gemeinschaftswährung zuerst über 0,9925 US-Dollar steigen und dazu noch die Kraft haben, die Parität zu bezwingen. Im Bereich 1,0050 und 1,0110 US-Dollar wird die Luft sehr wahrscheinlich wieder dünner und es muss damit gerechnet werden, dass von diesem Niveau aus die nächste, größere Euro-Abwertung startet. Schaffen die Euro-Käufer aber den Sprung über 1,02 US-Dollar, käme dies einem kleinen Befreiungsschlag gleich und könnte zugleich neue Kaufkraft entfachen, um den Deckel bei 1,0370 US-Dollar zu heben, falls davor die horizontale Widerstandslinie bei 1,0275 US-Dollar gemeistert wird. Im Fall einer Fortsetzung der Euro-Aufwertung befinden sich die nächsten Hindernisse bei 1,0485 und 1,0515 US-Dollar. Der große Euro-Befreiungsschlag würde aber erst mit einem Tagesschluss oberhalb von 1,0642 US-Dollar gelingen.

Sollte der aktuelle Rücksetzer von der Parität im Bereich von 0,9710 US-Dollar abgefangen werden, wäre dies ein erstes Zeichen für eine zunehmende Stabilisierung. Dagegen trübt sich das Chartbild bei Kursen unterhalb von 0,9635 US-Dollar erneut ein und ein Euro-Abverkauf zum aktuellen Mehrjahrestief bei 0,9535 US-Dollar sollte in diesem Fall eingeplant werden. Falls der 0,95er-Bereich den Verkäufen diesmal nicht standhält, müsste das Kaufinteresse am Euro in der Umgebung des Hochs vom Mai 2002 bei 0,9416 US-Dollar und dem Hoch vom September 2002 bei 0,9335 US-Dollar wieder deutlich zunehmen. Dadurch würde sich der Blick erneut in Richtung der Parität richten.

Unterstützungen:

1. 0,9710 US-Dollar

2. 0,9635 US-Dollar

3. 0,9535 US-Dollar

Widerstände:

1. 0,9925 US-Dollar

2. 1,0050 US-Dollar

3. 1,0110 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Gleich zum Auftakt in die vergangene Handelswoche kam es zu einem wahrhaftigen Goldrausch, der auch einen Tag später anhielt und das Edelmetall bis auf 1.729 US-Dollar, dem höchsten Stand seit rund 3 Wochen, verteuerte. Anschließend schob sich der Goldpreis oberhalb der 1.700er-Marke seitwärts.

Charttechnischer Ausblick:

Dar war definitiv ein kleiner Geniestreich, was die Gold-Bullen zu Beginn der letzten Handelswoche zeigten. Denn durch den Kaufrausch wurden einige Widerstände wie die graue 21-Tage-Linie oder die rote Abwärtstrendlinie, die seit dem Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar verlief, wie ein Messer durch die Butter durchschnitten. Dagegen konnte die blaue 50-Tage-Linie noch nicht überwunden werden. Sollte sich jedoch die aktuelle Konsolidierung oberhalb von 1.700 US-Dollar fortsetzen, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, wann die nächste Kursrakete der Gold-Bullen gezündet und diese dann in der Lage sein wird, sowohl die 50-Tage-Linie als auch die horizontale Widerstandslinie bei 1.733 US-Dollar aus dem Weg zu räumen. Dadurch käme das 50%-Retracement der Strecke Tageshoch vom 13. Juni 2022 (1.878 US-Dollar) und Jahrestief (1.614 US-Dollar) bei 1.746 US-Dollar ins Spiel. Schlagen hier die Gold-Bären nicht stärker zurück, könnte dies an der horizontalen Widerstandslinie bei 1.759 US-Dollar geschehen. Spätestens im Bereich zwischen dem 61,8%-Fibonacci-Retracement der oben genannten Strecke bei 1.777 US-Dollar und 1.788 US-Dollar dürfte es zu einem heftigen Ringen zwischen den beiden Börsentieren kommen, da der seit dem Jahreshoch gestartete Abwärtstrend hier auf der Kippe steht.

Selbst eine Ausdehnung der gegenwärtigen Konsolidierung bis auf 1.685 US-Dollar führ nicht zu einem Abbruch der Erholung vom Jahrestief. Aber eine solche Korrektur sollte doch zur Vorsicht mahnen, denn möglicherweise steht eine weitere Verkaufswelle in Richtung 1.658 US-Dollar an. Darunter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass neue Jahrestiefs markiert werden könnten, falls der Support bei 1.642 US-Dollar keine stärkere Gegenwehr leistet. Kommt es zum Test des Jahrestiefs und wird dieser nicht erfolgreich bestanden, spräche vieles für die Fortsetzung der Abwärtsbewegung bis auf 1.592 US-Dollar. Sollte sich hier kein mittelfristigen Bodenbildung ausbilden, könnte dieser im Bereich von 1.567 – 1.557 US-Dollar vollzogen werden.

Unterstützungen:

1. 1.685 US-Dollar

2. 1.658 US-Dollar

3. 1.642 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.733 US-Dollar

2. 1.746 US-Dollar

3. 1.759 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 10.10. – 14.10.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag10.10.202210:30 UhrEU: Sentix Konjunkturdaten (Okt.)
Dienstag11.10.202208:00 UhrUK: Arbeitslosenquote (Sep.)
Dienstag11.10.202214:55 UhrUS: Redbook-Index
Mittwoch12.10.202211:00 UhrEU: Industrieproduktion (Aug.)
Mittwoch12.10.202213:00 UhrUS: OPEC-Monatsbericht
Mittwoch12.10.202214:30 UhrUS: Erzeugerpreisindex (Sep.)
Mittwoch12.10.202220:00 UhrUS: Fed-Sitzungsprotokoll
Donnerstag13.10.202208:00 UhrDE: Verbraucherpreisindex (Sep.)
Donnerstag13.10.202214:30 Uhr US: Verbraucherpreisindex (Sep.)
Freitag14.10.202214:30 UhrUS: Einzelhandelsumsätze (Sep.)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen