Elbblick Börsenbrief – KW 40/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

gleich zum Auftakt in die vergangene Handelswoche ging es turbulent zur Sache. Zunächst sorgte der mutmaßliche Anschlag auf die beiden Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und 2 für Nervosität an den Finanzmärkten. Dazu gesellten sich erneut Zins- und Rezessionssorgen, die den deutschen Leitindex DAX und den US-Index Dow Jones 30 auf neue Jahrestiefs drückten. Ein kurzes Kursfeuerwerk entfachte dagegen am Mittwoch die Intervention der britischen Notenbank Bank of England (BoE), nachdem bekannt wurde, dass die Währungshüter britische Staatsanleihen gekauft hatten, um deren Renditen zu senken. Trotz des expansiven geldpolitischen Eingriffs der BoE überwog an den Aktienmärkten bis zum Schluss der Handelswoche die Sorge vor einer Rezession.

In Deutschland stand am Donnerstag das Börsendebüt der Porsche AG im Fokus. Aufgrund der mehrfachen Überzeichnung wurde der Ausgabepreis mit 82,50 Euro je Aktie am oberen Rand der Zeichnungsspanne fixiert. Dadurch wurde der Sportwagenhersteller mit mehr als 75 Milliarden Euro bewertet und war damit der größte Börsengang in Deutschland seit der Deutschen Telekom im Jahr 1996. Die erste Kursnotiz lag mit 84 Euro rund 1,8 Prozent über dem Ausgabepreis aus.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Nachdem es am letzten Handelstag der Vorwoche zum Bruch der wichtigen Unterstützung bei 12.400 Punkten und zu neuen Jahrestiefs kam, testete der deutsche Leitindex DAX am vergangenen Dienstag die ehemalige Unterstützung und prallte von dort wieder ab. Im Anschluss fiel das Aktienbarometer unter die Marke von 12.000 Zählern.

Charttechnischer Ausblick:

Das Scheitern an der 12.400er-Schwelle ist natürlich ein klares Zeichen dafür, dass die DAX-Bären weiterhin das Geschehen dominieren und somit in der Lage waren, den DAX auf ein frisches Jahrestief bei 11.860 Punkten zu drücken. Allerdings bekommt die Dominanz mit einem Tagesschluss oberhalb von 12.170 Zählern erste Risse. Doch solange die Widerstandszone zwischen 12.400 und 12.515 Punkten nicht nachhaltig überwunden werden kann, ist die Welt aus Sicht der DAX-Bären in allerbester Ordnung. Eine Konsolidierung unterhalb dieser Widerstandszone ist in den nächsten Tagen gut vorstellbar, um die zum Teil technisch überverkaufte Situation abzubauen. Der nächste Kursverfall könnte dann zu den beiden horizontalen Unterstützungslinien bei 11.710 und 11.785 Punkten führen, von wo aus möglicherweise die 12.000-Punkte-Marke wieder ins Visier genommen wird. Sollte in diesem Bereich kein größerer Erholungsversuch gelingen, dürfte dieser am 38,2%-Fibonacci-Retracement der Strecke Tief Finanzkrise im Jahr 2009 (3.589 Punkte) und Allzeithoch (16.300 Punkte) bei 11.425 Zählern ins Rollen kommen. Nicht weit davon entfernt befindet sich bei 11.380 Punkten das markante Tagestief vom 30. Oktober 2020, das als zusätzlicher Support beitragen kann. Spätestens am 61,8%-Retracement des Anstiegs vom März-Tief 2020 (8.187 Punkte) bis zum Allzeithoch bei 11.280 Zählern müssten die DAX-Bullen verstärkt ihre spitzen Hörner zeigen, um den Weg einer Erholung zur 12.000er-Marke zu ebnen.

Nur mit einer Beendigung des Tageshandels oberhalb von 12.515 Punkten entspannt sich die Lage zunehmend. Dies würde zudem die Tür zu einer Aufwärtstreppe bis zur nächsten Etage bei 12.715 Punkten öffnen. Doch damit ist der deutsche Leitindex noch längst nicht aus dem Schneider! Erst ein Tagesschlusskurs oberhalb von 12.940 Punkten bescheinigt dem Index ein größeres Aufwärtspotential mit Ziel 13.510 Zählern und lässt zugleich die Wahrscheinlichkeit auf neue Jahrestiefstände deutlich sinken.  Darunter verläuft noch die horizontale Widerstandslinie bei 13.200 Punkten.

Unterstützungen:

1. 11.710 Punkten

2. 11.380 / 11.425 Punkten

3. 11.280 Punkten

Widerstände:

1. 12.170 Punkten

2. 12.400 / 12.515 Punkten

3. 12.715 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Zum Start in die vergangene Börsenwoche zeigte das Währungspaar EUR/USD das gewohnte Bild der letzten Tage und Wochen: es ging weiter in Richtung Süden und der Euro fiel dabei unter die Marke von 0,96 US-Dollar. Dazu notierte die Einheitswährung am Mittwoch bei 0,9535 US-Dollar auf dem tiefsten Stand seit über 20 Jahren. Von dort aus erholte sich der Euro-Kurs und sprang über die Marke von 0,98 US-Dollar.

Charttechnischer Ausblick:

Dass die Gemeinschaftswährung im Bereich von 0,96 / 0,95 US-Dollar zu einem Gegenschlag in der Lage ist, dürfte angesichts der überverkauften Situation, insbesondere im Monatschart, niemanden überraschen. Die Frage ist nur, ob es sich hierbei lediglich um ein laues Lüftchen handelt oder ob die Euro-Käufer jetzt ernst machen und versuchen, einen mittelfristigen Boden zu bilden. Ein Tagesschlusskurs oberhalb von 0,9910 US-Dollar gibt noch keine endgültige Antwort auf diese Frage, bestärkt aber die Bemühungen der Euro-Käufer, die anschließend zu einem Sprung zur horizontalen Widerstandslinie bei 0,9955 US-Dollar ansetzen könnten. Im Bereich 1,0050 und 1,0110 US-Dollar wird die Luft sehr wahrscheinlich wieder dünner und es muss damit gerechnet werden, dass von diesem Niveau aus die nächste, größere Euro-Abwertung startet. Schaffen die Euro-Käufer aber den Sprung über 1,02 US-Dollar, käme dies einem kleinen Befreiungsschlag gleich und könnte zugleich neue Kaufkraft entfachen, um den Deckel bei 1,0370 US-Dollar zu heben, falls davor die horizontale Widerstandslinie bei 1,0275 US-Dollar gemeistert wird. Im Fall einer Fortsetzung der Euro-Aufwertung befinden sich die nächsten Hindernisse bei 1,0485 und 1,0515 US-Dollar. Der große Euro-Befreiungsschlag würde aber erst mit einem Tagesschluss oberhalb von 1,0642 US-Dollar gelingen.

Sollte ein Rücksetzer vom gegenwärtigen Anstieg im Bereich von 0,9750 US-Dollar abgefangen werden, wäre dies ein erstes Zeichen für eine zunehmende Stabilisierung. Dagegen trübt sich das Chartbild bei Kursen unterhalb von 0,9670 US-Dollar erneut ein und ein Euro-Abverkauf zum aktuellen Mehrjahrestief bei 0,9535 US-Dollar sollte in diesem Fall eingeplant werden. Falls der 0,95er-Bereich den Verkäufen diesmal nicht standhält, müsste das Kaufinteresse am Euro in der Umgebung des Hochs vom Mai 2002 bei 0,9416 US-Dollar und dem Hoch vom September 2002 bei 0,9335 US-Dollar wieder deutlich zunehmen. Dadurch würde sich der Blick erneut in Richtung der Parität richten.

Unterstützungen:

1. 0,9750 US-Dollar

2. 0,9670 US-Dollar

3. 0,9535 US-Dollar

Widerstände:

1. 0,9910 US-Dollar

2. 0,9955 US-Dollar

3. 1,0050 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Kaum war die Eröffnungsglocke im Goldhandel zum Start in die letzte Woche verstummt, legte das Edelmetall erneut den Rückwärtsgang ein und markierte zur Wochenmitte ein frisches Jahrestief bei 1.614 US-Dollar. Im Anschluss kam es zu einer größeren Erholung, die den Goldpreis bis auf 1.674 US-Dollar verteuerte.

Charttechnischer Ausblick:

Es war zu erwarten, dass die Gold-Bullen im Bereich des 50%-Retracements zwischen Tief vom August 2018 (1.159 US-Dollar) und Rekordhoch vom August 2020 (2.075 US-Dollar) bei 1.617 US-Dollar sich stärker zusammenscharen und zu einem größeren Gegenschlag ausholen werden. Offen bleibt jedoch, inwieweit die Kraft noch reicht, um die Erholung auszudehnen. Doch schon bereits bei 1.689 US-Dollar muss mit einer stärkeren Gold-Bären-Attacke gerechnet werden. Denn sie werden definitiv ihr Werk der letzten Wochen nicht so einfach zerstören lassen und darum werden sie alles versuchen, den Gold-Bullen so wenig wie möglich Raum zu bieten, damit sie nicht zu alter Stärke zurückfinden. Kurse bis 1.711 US-Dollar sind aus Sicht der Gold-Bären gerade noch verkraftbar. Mit einem Tagesschlusskurs oberhalb von 1.733 US-Dollar könnte jedoch die Situation zugunsten der Gold-Bullen kippen und ein Anstieg bis auf 1.746 US-Dollar wäre die logische Konsequenz, der dazu das Potenzial besitzt, sich bis auf 1.777 US-Dollar auszudehnen.

Aktuell wäre eine Korrektur der Erholungsbewegung bis auf 1.650 US-Dollar nichts Außergewöhnliches und würde das Nervenkostüm der Gold-Bullen auch nicht zu arg strapazieren. Anders sieht es aus mit Kursen unterhalb von 1.641 US-Dollar und insbesondere unterhalb von 1.637 US-Dollar. Dadurch würden die Alarmglocken im Lager der Gold-Bullen erneut laut läuten und die Wahrscheinlichkeit wäre hoch, dass es im Anschluss zu einem Test des Jahrestiefs bei 1.614 US-Dollar kommt. Wird dieser Test nicht erfolgreich bestanden, spräche vieles für die Fortsetzung der Abwärtsbewegung bis auf 1.592 US-Dollar. Kommt es hier nicht zu einer mittelfristigen Bodenbildung, besteht die nächste Chance auf die Ausbildung eines markanten Tiefs im Bereich von 1.567 – 1.557 US-Dollar.

Unterstützungen:

1. 1.650 US-Dollar

2. 1.637 / 1.641 US-Dollar

3. 1.592 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.689 US-Dollar

2. 1.711 US-Dollar

3. 1.733 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 03.10. – 07.10.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag03.10.2022GanztagsFeiertag Deutschland - Tag der Deutschen Einheit
Montag03.10.202209:55 UhrDE: Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (Sep.)
Montag 03.10.202216:00 UhrUS: Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (Sep.)
Dienstag04.10.202216:00 UhrUS: JOLTs Stellenangebote (Aug.)
Mittwoch05.10.202214:15 UhrUS: ADP Beschäftigungsänderung (Sep.)
Mittwoch05.10.202216:00 UhrUS: Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (Sep.)
Donnerstag06.10.202213:30 UhrEU: EZB Sitzungsprotokoll
Freitag07.10.202208:00 UhrDE: Einzelhandelsumsätze (Aug.)
Freitag 07.10.202214:30 Uhr US: Beschäftigung ex-Agrar (Sep.)
Freitag07.10.202214:30 UhrUS: Arbeitslosenquote (Sep.)

Risikohinweis

Forex und CFD Trading ist spekulativ und daher nicht für jeden Investor geeignet. GBE brokers Ltd. bietet Margin Trading an. Gehebelte Produkte können sich sowohl zu Ihrem Nachteil als auch zu Ihrem Vorteil auswirken. Sie sollten sich aller Risiken bewusst sein und nicht mehr Kapital einsetzen als Sie sich leisten können zu verlieren. Bevor Sie ein Konto eröffnen, lesen Sie bitte unsere Risikohinweise und unsere AGBs.

Haftungsausschluss
GBE brokers Ltd. gibt keine Anlageempfehlungen und übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit aller dargestellten Informationen. Darüber hinaus handelt es sich nicht um eine Handelsempfehlung und GBE brokers Ltd. haftet nicht für direkte oder indirekte Verluste, die aus den dargestellten Informationen resultieren.

Jetzt teilen und bewerten

Artikelsuche

Wonach suchen Sie?

Populäre Artikel

Anleger fliehen in sichere Devisenhäfen

Auch an den Devisenmärkten treibt der Ukraine-Krieg die Anleger in den „sicheren Hafen“ Schweizer Franken. Dadurch fällt der Euro erstmals seit gut sieben Jahren unter die Parität und kostet 0,997

Mehr »

Enorme Kraftanstrengung für Euro-Bullen nötig

Die europäische Gemeinschaftswährung Euro setzte in der vergangenen Woche ihren Abwärtstrend fort. Gegenüber dem US-Dollar fiel die Einheitswährung unter die wichtige Unterstützung bei 1,1750 $ und blieb bis Freitagmittag weitgehend

Mehr »

Goldman auf Shoppingtour

Goldman Sachs hat im Sommerschlussverkauf ordentlich zugeschlagen! Wie die US-Investmentbank heute mitteilte, kauft das Unternehmen den Finanzdienstleister GreenSky für 2,2 Milliarden US-Dollar. GreenSky ist spezialisiert auf die Vermittlung von Krediten,

Mehr »
 Professioneller KundePrivatkunde
Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen