Elbblick Börsenbrief – KW 38/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

seit März dieses Jahres versucht die US-Notenbank Fed mit Zinserhöhungen gegen die stark gestiegene Inflation anzukämpfen. Doch, wie die US-Verbraucherpreise für den Monat August am Dienstag zeigten, lässt das gewünschte Ergebnis weiter auf sich warten. Zwar ging die Inflationsrate auf Jahressicht von 8,5 Prozent im Juli auf 8,3 Prozent zurück. Allerdings wurde hier mit einem Rückgang auf 8,1 Prozent gerechnet. Für schwache Aktienkurse sorgte jedoch die Kerninflation, welche die stark schwankenden Energie- und Nahrungsmittelpreise ausklammert. Diese erhöhte sich von 5,9 Prozent im Vormonat auf 6,3 Prozent. Hier war nur ein Anstieg auf 6,1 Prozent erwartet worden. Demnach weitet sich in den USA die anfängliche Energie-Inflation immer mehr in den Kernbereich aus.

Währenddessen trübt sich in Deutschland der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Erwartungsindex weiter ein. Der Index fiel im September von minus 55,3 Punkte auf minus 61,9 Zähler. Laut einer Umfrage von Dow Jones Newswires wurde mit einem Rückgang auf minus 58,0 Punkte gerechnet. „Die Aussicht auf Energieengpässe im Winter lassen die Erwartungen für große Teile der deutschen Industrie noch negativer werden“, erläuterte ZEW-Präsident Achim Wambach die Zahlen.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Gleich zum Auftakt in die letzte Handelswoche knackte das deutsche Aktienbarometer DAX mehrere Widerstände und kletterte bis auf 13.568 Punkte. Aber letztendlich entpuppte sich der Anstieg als ideale Steilvorlage für die DAX-Bären, die anschließend den Index erneut unter die 13.000-Punkte-Marke drückten.

Charttechnischer Ausblick:

Und wieder bekamen die DAX-Bullen von den DAX-Bären an einem wichtigen Widerstand (diesmal im Bereich von 13.510 Punkten) eins auf die Mütze! Nun könnte die Situation für die Bullen-Gemeinde ziemlich heikel werden, falls die wichtige horizontale Unterstützung bei 12.600 Zählern den Aktienverkäufen nicht standhält. Ansonsten müsste ein dynamischer Abverkauf in den 12.400er-Bereich und zum Jahrestief bei 12.385 Zählern einkalkuliert werden. Ob diese Unterstützungszone zum dritten Mal eine Bären-Attacke abwehren kann, dürfte diesmal äußerst fraglich sein. Eher wäre für dieses Szenario ein Abgleiten zum 50%-Retracement des Anstiegs vom März-Tief 2020 (8.187 Punkte) bis zum Allzeithoch (16.300 Punkte) bei 12.243 Zählern vorstellbar. Auf diesem Niveau angekommen, könnten die DAX-Bullen wieder ihre Muskeln spielen lassen und versuchen, den Leitindex in Richtung der 13.000er-Marke zu bewegen. Aber bereits im Bereich 12.400 – 12.500 Punkten lauert dann sehr wahrscheinlich eine größere Bärenschar auf die nächste Verkaufsgelegenheit und sie werden alles daransetzten, dass es im Anschluss zu einer stärkeren Ausbruchsbewegung unterhalb von 12.400 Zählern kommt mit Ziel der Unterstützungszone bei 12.040 und 11.955 Punkten. Können die DAX-Bullen von hier aus keinen größeren Erholungsversuch in die Wege leiten, sollte dieser spätestens in der Nähe des Tagestiefs vom 4. November 2020 bei 11.785 Punkten gewagt werden.

So schön das zuvor beschriebene Szenario in den Ohren der DAX-Bären klingen mag, eines dürfen sie nicht vergessen: die DAX-Bullen besitzen oberhalb von 12.400 Punkten immer noch die Kraft, eine stärkere Kaufwelle ins Rollen zu bringen. Sind sie dazu in der Lage, könnte diese an der horizontalen Widerstandslinie bei 12.925 Zählern einen ersten Dämpfer bekommen.  Rappeln sich die DAX-Bullen anschließend wieder auf, wird die Luft im Bereich zwischen 13.100 und 13.190 Punkten wieder dünner. Erst ein Tagesschluss oberhalb von 13.280 Zählern sorgt für eine deutliche Entspannung im DAX-Tageschart und für neue Kursziele bei 13.440 und 13.510 Punkten. Eine Beendigung des Tageshandels darüber würde sogar ein Kaufsignal mit Ziel 14.030 – 14.130 Punkten auslösen. Davor liegen die nächsten Hürden bei 13.660 und 13.820 Zählern.

Unterstützungen:

1. 12.600 Punkten

2. 12.400 Punkten

3. 12.243 Punkten

Widerstände:

1. 12.925 Punkten

2. 13.100 / 13.190 Punkten

3. 13.280 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Zunächst sah es für die Gemeinschaftswährung Euro gegenüber dem US-Dollar nach einem gelungenen Wochenauftakt aus. Doch zweimal scheiterte das Währungspaar an der hartnäckigen Widerstandszone bei 1,0189 und 1,02 US-Dollar und fiel im Anschluss erneut unter die Parität zurück.  

Charttechnischer Ausblick:

Wieder einmal wurde ein Erholungsversuch des Euros oberhalb der Parität an einer bedeutsamen Widerstandsmarke abgeschmettert. Jetzt richtet sich der Blick wieder in Richtung des Mehrjahrestiefs bei 0,9863 US-Dollar. Dort besteht die Chance, dass bei einem erfolgreichen Test des Tiefs es zu einer Ausbildung eines Doppeltiefs kommen kann. Ansonsten liegt das nächste Ziel auf der Unterseite bei 0,9775 US-Dollar. Hier angekommen, wäre eine Erholung zur Parität durchaus vorstellbar. Üben aber die Verkäufer weiterhin Druck aus und würgen die Gegenbewegung zur Parität ab, könnte der Abwärtstrend bis zum Tief vom August 2002 bei 0,9687 US-Dollar weitergehen. Falls von hier aus keine stärkere Euro-Erholung startet, dürfte diese im Bereich des Hochs vom September 2020 bei 0,9608 US-Dollar und des Hochs vom Januar 2020 bei 0,9596 US-Dollar beginnen. Spätestens in der Nähe des Hochs vom Mai 2002 bei 0,9460 US-Dollar und des Tiefs vom Juni 2002 bei 0,9320 US-Dollar sollte das Euro-Kaufinteresse wieder zunehmen. 

Auf der Oberseite gibt es weiterhin wenig Lichtblicke, solange der EUR/USD-Kurs unterhalb von 1,02 US-Dollar notiert. Aktuell befindet sich die erste Hürde jedoch bei 1,0060 US-Dollar. Schaffen die Euro-Käufer den Sprung über 1,02 US-Dollar, käme dies einem kleinen Befreiungsschlag gleich und könnte zugleich neue Kaufkraft entfachen, um den Deckel bei 1,0370 US-Dollar zu heben, falls davor die horizontale Widerstandslinie bei 1,0275 US-Dollar gemeistert wird. Im Fall einer Fortsetzung der Euro-Aufwertung befinden sich die nächsten Hindernisse bei 1,0485 und 1,0550 US-Dollar. Der große Euro-Befreiungsschlag würde aber erst mit einem Tagesschluss oberhalb von 1,0642 US-Dollar gelingen.

Unterstützungen:

1. 0,9860 US-Dollar

2. 0,9775 US-Dollar

3. 0,9687 US-Dollar

 

Widerstände:

1. 1,0060 US-Dollar

2. 1,0200 US-Dollar

3. 1,0275 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Mit der Unterschreitung der signifikanten Unterstützungszone zwischen 1.676 und 1.680 US-Dollar am vergangenen Donnerstag erlitt der vermeintlich „sichere Hafen“ Gold einen fatalen Schiffsbruch. Der Goldkurs stürzte regelrecht in die Tiefe und fiel bis auf 1.654 US-Dollar.

Charttechnischer Ausblick:

Nun haben die Gold-Bären es endlich geschafft! Seit Juni 2020 hielt sich der Goldpreis über der markanten Unterstützungszone und testete diese insgesamt viermal. Dass es bei einem Bruch zu einem dynamischen Abverkauf kommen wird, war höchstwahrscheinlich. Jetzt könnte der seit dem Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar gestartete Abwärtstrend in die nächste Runde gehen und das 50%-Retracement zwischen Tief vom August 2018 (1.159 US-Dollar) und Rekordhoch vom August 2020 (2.075 US-Dollar) bei 1.617 US-Dollar ansteuern. Zusammen mit der Unterstützung des Tiefs vom 5. April 2020 bei 1.608 US-Dollar könnte von hier aus eine stärkere Erholung in Richtung der ehemaligen Widerstandszone starten. Davor wäre ein erster Erholungsversuch an der horizontalen Unterstützungslinie bei 1.645 US-Dollar zur 1.680er-Marke durchaus vorstellbar. Aber solange der Goldpreis unterhalb von 1.680 US-Dollar notiert, bleibt der Abwärtstrend intakt und dürfte darüber hinaus sich bis auf 1.567 – 1.557 US-Dollar fortsetzen, falls bei 1.617 – 1.608 US-Dollar kein mittelfristiger Boden entsteht.

Während die Gold-Bären aktuell wohl in Champagnerlaune sind, stehen die Gold-Bullen vor einem großen Scherbenhaufen. Die Rückeroberung der 1.680er-Marke hat für sie natürlich höchste Priorität. Schaffen sie einen Tagesschlusskurs darüber, werden sie möglicherweise mit einem Anstieg zur frisch gebildeten Widerstandszone zwischen 1.697 und 1.707 US-Dollar belohnt. Hier dürften die Gold-Bären wieder stärker ihre Krallen ausfahren und dadurch klarstellen, dass der Anstieg über die 1.680er-Marke lediglich ein Ausrutscher war. Dagegen würde eine Überwindung des Hindernisses den Gold-Bullen Flügeln verleihen, deren Flugkräfte an der wichtigen Widerstandslinie bei 1.735 US-Dollar sich wieder verringern könnten. Denn hier werden die Karten für die nächste mittelfristige Ausrichtung neu gemischt.

Unterstützungen:

1. 1.645 US-Dollar

2. 1.608 / 1.617 US-Dollar

3. 1.557 / 1.567 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.676 / 1.680 US-Dollar

2. 1.697 / 1.707 US-Dollar

3. 1.735 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 19.09. – 23.09.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag19.09.2022GanztagsFeiertag Japan und Großbritannien
Dienstag20.09.202208:00 UhrDE: Erzeugerpreisindex (Aug.)
Dienstag20.09.202214:30 UhrUS: Baugenehmigungen (Aug.)
Mittwoch21.09.202214:30 UhrUS: Verkäufe bestehender Häuser (Aug.)
Mittwoch21.09.202220:00 UhrUS: Zinsentscheidung Fed
Mittwoch21.09.202220:30 UhrUS: Pressekonferenz Fed
Donnerstag22.09.202213:00 UhrUK: Zinsentscheidung BoE
Freitag23.09.202209:30 UhrDE: Einkaufsmanagerindex (Sep.)
Freitag 23.09.202215:45 Uhr US: Einkaufsmanagerindex (Sep.)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen