Elbblick Börsenbrief – KW 37/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

alle Blicke richteten sich am vergangenen Mittwoch auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Wie erwartet hob die EZB den Leitzins um 75 Basispunkte auf 1,25 Prozent an, um gegen die hohe Inflation in der Eurozone, die im August auf 9,1 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Bestehen der Währungsunion stieg, vorzugehen. Es war der größte Zinsschritt seit der Euro-Einführung als Buchgeld im Jahr 1999. Außerdem rechnen die Währungshüter für das kommende Jahr mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 5,5 Prozent und für 2024 mit einem Preisauftrieb von 2,3 Prozent. Laut der EZB hat der Preisdruck in der gesamten Wirtschaft weiterhin an Stärke und Breite gewonnen und die Inflation könnte zudem auf kurze Sicht weiter anziehen.

Für das deutsche Bruttoinlandsprodukt erwartet unterdessen das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in diesem Jahr ein Wachstum von 1,1 Prozent. Dagegen prognostiziert das Institut für das Jahr 2023 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,4 Prozent. „Das Versiegen der Gaslieferungen aus Russland und die Preisanstiege für Gas und Strom führen zu massiven Realeinkommensverlusten und zu einer Rezession in Europa und in Deutschland“, teilte das Institut mit.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Der deutsche Leitindex DAX prallte unmittelbar nach dem Auftakt in die vergangene Handelswoche erneut an der Unterstützung bei 12.600 Zählern ab. Danach startete der Index regelrecht durch und sprang über die Marke von 13.100 Punkten.  

Charttechnischer Ausblick:

Zumindest haben die DAX-Bullen die Chance genutzt, an der Unterstützung bei 12.600 Zählern einen Konter zu starten. Doch solange dieser unterhalb der Widerstandszone zwischen 13.080 und 13.120 Punkten abgefangen wird, sitzen die DAX-Bären am längeren Hebel und der übergeordnete Abwärtstrend könnte in die nächste Runde gehen. Dagegen wäre bei einem Sprung über die Widerstandszone der Weg bis zum 50%-Retracement der gesamten Abwärtsbewegung, die seit dem 16. August am Laufen ist, bei 13.282 Zählern frei. Bis zu einem Indexstand von 13.375 Punkten sollten schärfere Bärenattacken eingeplant werden. Erst ein Tagesschlusskurs darüber würde die DAX-Bullen richtig glücklich machen, da in diesem Fall die Fortsetzung der Aufwärtsbewegung bis zur horizontalen Widerstandslinie bei 13.510 Punkten höchstwahrscheinlich wird. Eine Beendigung des Tageshandels darüber würde sogar ein Kaufsignal mit Ziel 14.030 – 14.130 Punkten auslösen. Davor liegen die nächsten Hürden bei 13.660 und 13.820 Zählern.

Währenddessen dürften sich die DAX-Bären immer noch ärgern, dass der schnelle Abverkauf vom Tageshoch am vergangenen Donnerstag nicht genutzt wurde, um das Fundament bei 12.600 Zählern zu untergraben. Sollte ihnen das gelingen, dann könnte es ruckzuck zur 12.400er-Marke gehen. Ob diese zum dritten Mal als Fels in der Brandung dient, dürfte äußerst fraglich sein. Eher wäre für dieses Szenario ein Abgleiten zum 50%-Retracement des Anstiegs vom März-Tief 2020 (8.187 Punkte) bis zum Allzeithoch (16.300 Punkte) bei 12.243 Zählern vorstellbar. Auf diesem Niveau angekommen, könnten die DAX-Bullen wieder ihre Muskeln spielen lassen und versuchen, den Leitindex in Richtung der 13.000er-Marke zu bewegen. Aber im Bereich 12.400 – 12.500 Punkten dürfte sehr wahrscheinlich eine größere Bärenschar auf die nächste Verkaufsgelegenheit lauern und alles daransetzten, dass es dann zu einer stärkeren Ausbruchsbewegung unterhalb von 12.400 Zählern mit Ziel der Unterstützungszone bei 12.040 und 11.955 Punkten kommen wird. Sollten die DAX-Bullen von hier aus keinen größeren Erholungsversuch initiieren, müsste dieser spätestens in der Nähe des Tagestiefs vom 4. November 2020 bei 11.785 Punkten gewagt werden.

Unterstützungen:

1. 12.600 Punkten

2. 12.400 Punkten

3. 12.243 Punkten

Widerstände:

1. 13.080 / 13.120 Punkten

2. 13.282 / 13.375 Punkten

3. 13.510 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Die historische Zinserhöhung der EZB gab dem Euro gegenüber dem US-Dollar ordentlich Rückenwind und die Einheitswährung notierte im Anschluss zum ersten Mal seit rund drei Wochen wieder über der Marke von 1,01 US-Dollar. Zuvor markierte das Währungspaar ein neues Jahrestief bei 0,9863 US-Dollar und notierte damit auf dem tiefsten Stand seit Dezember 2002.

Charttechnischer Ausblick:

Nun wird es spannend, inwieweit der Rückenwind den Euro weiter nach oben puschen kann. Im Monatsschart zeigt der Relative Strength Indicator (RSI) weiterhin eine überverkaufte Situation an, so dass eine Fortsetzung zur Widerstandszone zwischen 1,0189 und 1,02 US-Dollar machbar wäre. Kommt es zu einem Ausbruch darüber, käme dies einem kleinen Befreiungsschlag für den Euro gleich und somit sollte noch genügend Kaufkraft vorhanden sein, um den Deckel bei 1,0370 US-Dollar zu heben, falls davor die horizontale Widerstandslinie bei 1,0275 US-Dollar gemeistert wird. Im Fall einer Fortsetzung der Euro-Aufwertung befinden sich die nächsten Hindernisse bei 1,0485 und 1,0550 US-Dollar. Der große Euro-Befreiungsschlag würde aber erst mit einem Tagesschluss oberhalb von 1,0642 US-Dollar gelingen.

Die aktuelle Erholung könnte auf der anderen Seite eine willkommene Einladung für die Verkäufer sein, um insbesondere im Bereich der Widerstandszone zwischen 1,0189 und 1,02 US-Dollar wieder stärker zurückzuschlagen und anschließend die Gemeinschaftswährung erneut unter die Parität zu drücken. Können sie diesen Plan umsetzten, dürfte das Jahrestief wieder in den Fokus rücken, wobei ein Abrutschen bis auf 0,9775 US-Dollar nicht ausgeschlossen werden kann. Hier angekommen, wäre eine Erholung zur Parität durchaus vorstellbar. Üben aber die Verkäufer weiterhin Druck aus und würgen die Erholung zur Parität ab, könnte der Abwärtstrend bis zum Tief vom August 2002 bei 0,9687 US-Dollar weitergehen. Falls von hier aus keine stärkere Euro-Erholung startet, dürfte diese im Bereich des Hochs vom September 2020 bei 0,9608 US-Dollar und des Hochs vom Januar 2020 bei 0,9596 US-Dollar beginnen. Spätestens in der Nähe des Hochs vom Mai 2002 bei 0,9460 US-Dollar und des Tiefs vom Juni 2002 bei 0,9320 US-Dollar sollte das Euro-Kaufinteresse wieder zunehmen und darüber hinaus kann dadurch die überverkaufte Situation im Monatschart wieder in den neutralen Bereich wechseln.

Unterstützungen:

1. 0,9860 US-Dollar

2. 0,9775 US-Dollar

3. 0,9687 US-Dollar

 

Widerstände:

1. 1,0189 / 1,02 US-Dollar

2. 1,0275 US-Dollar

3. 1,0370 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Zur Wochenmitte rutschte der Goldpreis erneut unter die Marke von 1.700 US-Dollar. Anschließend rappelte sich das Edelmetall auf und testete zum dritten Mal den Widerstand bei 1.727 US-Dollar.

Charttechnischer Ausblick:

Den Gold-Bären dürfte die Enttäuschung über die verpatzte Chance, die so bedeutsame Unterstützungszone zwischen 1.676 und 1.680 US-Dollar anzugreifen, in ihren Gesichtern geschrieben stehen. Nun könnten die Gold-Bullen zu einer größeren Erholungsbewegung ausholen, die mit einer Beendigung des Tageshandels oberhalb von 1.735 US-Dollar den nächsten Schritt einleiten würde. Trotzdem wären sie dadurch noch nicht aus dem Schneider, da bereits bei 1.748 US-Dollar der nächste Knackpunkt auf sie wartet. Denn hier könnten die Gold-Bären ihre Krallen erneut ausfahren und versuchen, die Erholung abzuwürgen und den nächsten Angriff auf den „Granit-Support“ bei 1.676 – 1.680 US-Dollar zu starten. Erst mit einem Tagesschlusskurs oberhalb von 1.772 US-Dollar schlägt das Pendel wieder zugunsten der Gold-Bullen aus und der gegenwärtige Abverkauf von der 1.800er-Marke würde sich als Korrektur des Anstiegs vom Jahrestief bei 1.680 US-Dollar entpuppen. Bekräftigen dürfte dieses Szenario eine Beendigung des Tageshandels oberhalb von 1.783 US-Dollar, welches im Anschluss erneut das Kursziel bei 1.802 US-Dollar auf den Plan rufen würde. Darüber steht als Nächstes die Überwindung des horizontalen Widerstands bei 1.815 US-Dollar auf der Wunschliste der Gold-Bullen. Geht die Reise in Richtung Norden weiter, befindet sich bei 1.829 US-Dollar das 38,2%-Retracement der Abwärtsbewegung vom Jahreshoch (2.070 US-Dollar) zum Jahrestief. Knapp darüber liegt bei 1.840 US-Dollar das 50%-Fibonacci-Retracement der Strecke Tageshoch vom 18. April (1.998 US-Dollar) zum Jahrestief und dazwischen tendiert die orange 200-Tage-Linie. Möglicherweise sind das genügend Argumente für die Gold-Bären, um von hier aus wieder kräftiger auf den Verkaufsknopf zu drücken.

Rutscht der Goldpreis dagegen erneut unter die Marke von 1.700 US-Dollar, dann dürften die Gold-Bären frische Morgenluft wittern und die nächste Attacke auf die Supportzone zwischen 1.676 und 1.680 US-Dollar wäre dann die Folge. Schaffen sie den großen Coup, wäre es für die Gold-Bullen ratsam, sich doppelt anzuschnallen, da die Fallhöhe wegen der Gefahr eines dynamischen Abschwungs zum 50%-Retracement zwischen Tief vom August 2018 (1.159 US-Dollar) und Rekordhoch vom August 2020 (2.075 US-Dollar) bei 1.617 US-Dollar ziemlich hoch ausfallen könnte. Davor wären einzelne Erholungsversuche an den horizontalen Unterstützungslinien bei 1.659 und bei 1.645 US-Dollar in Richtung der ehemaligen Unterstützungszone durchaus denkbar. Diese würden aber wohl nicht verhindern, dass der seit dem Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar gestartete Abwärtstrend sich mitten in der nächsten Runde befindet.

Unterstützungen:

1. 1.676 / 1.680 US-Dollar

2. 1.659 US-Dollar

3. 1.645 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.748 US-Dollar

2. 1.772 US-Dollar

3. 1.783 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 12.09. – 16.09.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag12.09.202208:00 UhrDE: Leistungsbilanz (Jul.)
Dienstag13.09.202208:00 UhrDE: Verbraucherpreise (Aug.)
Dienstag13.09.202211:00 UhrDE: ZEW-Konjunkturerwartungen (Sep.)
Dienstag13.09.202214:30 UhrUS: Verbraucherpreise (Aug.)
Mittwoch14.09.202208:00 UhrUK: Verbraucherpreise (Aug.)
Mittwoch14.09.202214:30 UhrUS: Erzeugerpreisindex (Aug.)
Donnerstag15.09.202208:00 UhrDE: Großhandelspreisindex
Donnerstag15.09.202214:30 UhrUS: Einzelhandelsumsätze (Aug.)
Freitag 16.09.202211:00 Uhr EU: Verbraucherpreise (Aug.)

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Maximale Hebelsätze
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Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
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