Elbblick Börsenbrief – KW 36/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

an den Aktienmärkten hallten die Worte von US-Notenbankchef Jerome Powell auf dem Fed-Symposium in Jackson Hole, welches am Ende der Woche zuvor stattfand, noch zu Beginn der vergangenen Handelswoche nach. Powell machte klar, dass im September erneut ein „außergewöhnlich großer“ Zinsschritt notwendig sein könnte. Darüber hinaus bekräftigte der Fed-Chef die Fortsetzung einer restriktiveren Geldpolitik über einen gewissen Zeitraum, selbst, wenn diese zu einer Abschwächung auf dem US-Arbeitsmarkt und zu „wirtschaftlichen Schmerzen“ für Haushalte führt. Entsprechend wurden sämtliche US-Konjunkturdaten in der letzten Woche von den Investoren daran bewertet, inwieweit diese das Zinserhöhungstempo der Fed abbremsen könnten. So stießen die Anleger am Dienstag nach der Veröffentlichung der über den Erwartungen ausgefallenen Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen verstärkt Aktien ab, während am Mittwoch die Daten zum ADP-Beschäftigungsbericht, die deutlich unter den Prognosen lagen, Käufer anlockte.

Währenddessen verdichten sich im Euroraum die Hinweise auf eine stärkere Straffung der Geldpolitik beim nächsten Treffen der Europäischen Zentralbank (EZB) am 8. September. Die EZB-Ratsmitglieder Francois Villeroy de Galhau und Robert Holzmann plädierten bereits auf dem Zentralbank-Treffen in Jackson Hole für einen größeren Zinsschritt von 0,5 bis 0,75 Prozent zur Bekämpfung der Inflation. Außerdem erwartet die US-Investmentbank Goldman Sachs von der EZB bei ihrem September-Meeting eine Anhebung der Leitzinsen um 75 Basispunkte.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Gleich zur Markteröffnung am vergangenen Montag machte sich das deutsche Aktienbarometer DAX auf dem Weg, die Verluste der Vorwoche zu egalisieren. Doch kaum hatte der Index rund die Hälfte der Verluste wettgemacht, schaltete der DAX wieder in den Rückwärtsgang und fiel bis auf 12.600 Punkte.

Charttechnischer Ausblick:

Noch haben die DAX-Bullen eine Chance, im Bereich von 12.600 Zählern eine neue Kaufwelle mit Ziel 13.500 Punkte ins Rollen zu bringen. Doch die Wahrscheinlichkeit dafür würde mit Kursen unterhalb von 12.530 Punkten rapide sinken und ob im Anschluss die 12.400er-Marke zum dritten Mal als Fels in der Brandung zur Rettung vor dem Abverkauf funktioniert, dürfte äußerst fraglich sein. Eher wäre für dieses Szenario ein Abgleiten zum 50%-Retracement des Anstiegs vom März-Tief 2020 (8.187 Punkte) bis zum Allzeithoch (16.300 Punkte) bei 12.243 Zählern vorstellbar. Auf diesem Niveau angekommen, könnten die DAX-Bullen wieder ihre Muskeln spielen lassen und versuchen, den Leitindex in Richtung der 13.000er-Marke zu drücken. Aber bereits im Bereich 12.400 – 12.500 Punkten dürfte eine größere Bärenschar auf die nächste Verkaufsgelegenheit warten und alles daransetzten, dass es dann zu einer stärkeren Ausbruchsbewegung unterhalb von 12.400 Zählern mit Ziel der Unterstützungszone bei 12.040 und 11.955 Punkten kommen wird. Sollten die DAX-Bullen von hier aus keinen größeren Erholungsversuch initiieren, müsste dieser spätestens in der Nähe des Tagestiefs vom 4. November 2020 bei 11.785 Punkten gewagt werden.

Notiert der DAX jedoch weiterhin unter 12.800 Zählern, dürfte es nicht mehr lange dauern, bis der nächste Test der 12.400er-Zone bevorsteht. Nur mit einem Tageschluss oberhalb von 13.030 Punkten gewinnt die Erholung zunehmend an Fahrt und könnte dadurch im nächsten Schritt die Widerstandszone zwischen 13.287 und 13.375 Punkten ansteuern. Hier sollte ein Rücksetzer zur 13.000er-Schwelle eingeplant werden. Wird dieser darüber abgefangen und nimmt das Kaufinteresse wieder zu, steht ein Anstieg zur horizontalen Widerstandslinie bei 13.510 Punkten auf der Agenda der DAX-Bullen. Eine Beendigung des Tageshandels darüber würde sogar ein Kaufsignal mit Ziel 14.030 – 14.130 Punkten auslösen.

Unterstützungen:

1. 12.400 Punkten

2. 12.243 Punkten

3. 11.955 / 12.040 Punkten

Widerstände:

1. 13.030 Punkten

2. 13.287 / 13.375 Punkten

3. 13.510 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Die europäische Gemeinschaftswährung Euro pendelte gegenüber dem US-Dollar in der letzten Handelswoche zwischen dem horizontalen Widerstand bei 1,0080 US-Dollar und dem Jahrestief bei 0,99 US-Dollar hin und her. Dazu verharrte das Währungspaar weiterhin unterhalb der grauen 21-Tage-Linie.

Charttechnischer Ausblick:

Die aktuelle Seitwärtsphase unterhalb der Widerstandszone zwischen 1,0080 und 1,0095 US-Dollar kann nach den zum Teil heftigen Abverkäufen in den vergangenen Wochen als andauernde Kursschwäche interpretiert werden, da Erholungsversuche bereits an der oben genannten Mauer scheiterten, wobei man eigentlich nach den heftigen Euro-Verlusten einen größeren Anstieg, mindestens zur 1,02-US-Dollar-Marke, erwarten hätte können. Doch die Euro-Realität sieht anders aus, so dass es lediglich eine Frage der Zeit ist, bis die nächste Verkaufswelle anrollt. Insbesondere ein Tagesschluss unter 0,9870 US-Dollar sorgt sehr wahrscheinlich für den nächsten, größeren Abgabedruck und dürfte das Tief vom August 2002 bei 0,9687 US-Dollar auf den Plan rufen. Kommt es hier nicht zu einer stärkeren Erholung, könnte diese im Bereich des Hochs vom September 2020 bei 0,9608 US-Dollar und des Hochs vom Januar 2020 bei 0,9596 US-Dollar starten. Spätestens in der Nähe des Hochs vom Mai 2002 bei 0,9460 US-Dollar und des Tiefs vom Juni 2002 bei 0,9320 US-Dollar dürfte das Euro-Kaufinteresse wieder zunehmen.

Auf der Oberseite ist die Widerstandszone zwischen 1,0080 und 1,0095 US-Dollar weiterhin die erste größere Hürde, die aktuell von der grauen 21-Tage-Linie zusätzlich verstärkt wird. Ist das Währungspaar nicht in der Lage, dieses Hindernis aus dem Weg zu räumen, muss, wie oben beschrieben, mit dem Anrollen der nächsten Verkaufswelle gerechnet werden. Im Fall einer Überwindung jedoch stehen die Ampeln für eine Fortsetzung der Erholung bis zur nächsten Widerstandszone zwischen 1,0189 und 1,02 US-Dollar auf grün. Kommt es zu einem Ausbruch darüber, käme dies einem kleinen Befreiungsschlag für den Euro gleich und somit sollte noch genügend Kaufkraft vorhanden sein, um den Deckel bei 1,0370 US-Dollar zu heben, falls davor die horizontale Widerstandslinie bei 1,0275 US-Dollar gemeistert wird. Im Fall einer Fortsetzung der Euro-Aufwertung befinden sich die nächsten Hindernisse bei 1,0485 und 1,0550 US-Dollar. Der große Euro-Befreiungsschlag würde aber erst mit einem Tagesschluss oberhalb von 1,0642 US-Dollar gelingen.

Unterstützungen:

1. 0,9870 US-Dollar

2. 0,9687 US-Dollar

3. 0,9586 / 0,9608 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0080 / 1,0095 US-Dollar

2. 1,0189 / 1,02 US-Dollar

3. 1,0275 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

In der vergangenen Handelswoche rutschte der Preis für eine Feinunze des gelb schimmernden Edelmetalls Gold zum zweiten Mal in diesem Jahr unter die Marke von 1.700 US-Dollar. Anders als beim ersten Mal, aus der das aktuelle Jahrestief vom 21. Juli bei 1.680 US-Dollar hervorging, prallte der Goldkurs nicht an dieser signifikanten Unterstützungslinie ab, sondern leitete die Erholung bereits bei 1.688 US-Dollar ein.

Charttechnischer Ausblick:

Den Gold-Bären kann man bei den momentanen Kursen um die 1.700-US-Dollar-Marke die Vorfreude auf einen möglichen Bruch der so bedeutsamen Unterstützungszone zwischen 1.676 und 1.680 US-Dollar sichtlich anmerken. Denn gelingt ihnen dieser große Coup, dann sollten sich die Gold-Bullen am besten doppelt anschnallen, da die Fallhöhe wegen der Gefahr eines dynamischen Abschwungs zum 50%-Retracement zwischen Tief vom August 2018 (1.159 US-Dollar) und Rekordhoch vom August 2020 (2.075 US-Dollar) bei 1.617 US-Dollar ziemlich hoch ausfallen könnte. Davor wären einzelne Erholungsversuche an den horizontalen Unterstützungslinien bei 1.659 und bei 1.645 US-Dollar in Richtung der ehemaligen Unterstützungszone durchaus denkbar. Diese würden aber wohl nicht verhindern, dass der seit dem Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar gestartete Abwärtstrend sich mitten in der nächsten Runde befindet.

Solange die Gold-Bullen keinen Tagesschluss oberhalb von 1.727 US-Dollar hinzaubern können, dürfte für sie das zuvor geschilderte bärische Szenario zur bitteren Realität werden. Aber viel Zeit zum Verschnaufen bleibt ihnen nicht, falls der Tageshandel darüber geschlossen wird. Um den nächsten Rückschlag zu vermeiden, müssten sie die Erholung bis mindestens 1.748 US-Dollar fortsetzen. Hier könnten die Gold-Bären ihre Krallen erneut ausfahren und versuchen, die Erholung abzuwürgen und den nächsten Angriff auf den „Granit-Support“ bei 1.676 – 1.680 US-Dollar zu starten. Erst mit einem Tagesschlusskurs oberhalb von 1.772 US-Dollar schlägt das Pendel wieder zugunsten der Gold-Bullen aus und der gegenwärtige Abverkauf von der 1.800er-Marke würde sich als Korrektur des Anstiegs vom Jahrestief bei 1.680 US-Dollar entpuppen. Bekräftigen dürfte dieses Szenario eine Beendigung des Tageshandels oberhalb von 1.783 US-Dollar, welches im Anschluss erneut das Kursziel bei 1.802 US-Dollar auf den Plan rufen würde. Darüber steht als Nächstes die Überwindung des horizontalen Widerstands bei 1.815 US-Dollar auf der Wunschliste der Gold-Bullen. Geht die Reise in Richtung Norden weiter, befindet sich bei 1.829 US-Dollar das 38,2%-Retracement der Abwärtsbewegung vom Jahreshoch (2.070 US-Dollar) zum Jahrestief. Sehr spannend wird es höchstwahrscheinlich im Bereich von 1.840 US-Dollar. Dort liegt das 50%-Fibonacci-Retracement der Strecke Tageshoch vom 18. April (1.998 US-Dollar) zum Jahrestief und dazu gesellt sich in dieser Region die orange 200-Tage-Linie. Möglicherweise sind das genügend Argumente für die Gold-Bären, um von hier aus wieder kräftiger auf den Verkaufsknopf zu drücken.

Unterstützungen:

1. 1.676 / 1.680 US-Dollar

2. 1.659 US-Dollar

3. 1.645 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.727 US-Dollar

2. 1.748 US-Dollar

3. 1.772 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 05.09. – 07.09.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag05.09.2022GanztagsUS: Feiertag - Tag der Arbeit
Montag05.09.202209:55 UhrDE: Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (Aug.)
Dienstag06.09.202208:00 UhrDE: Auftragseingang Industrie (Aug.)
Dienstag06.09.202216:00 UhrUS: Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (Aug.)
Mittwoch07.09.202208:00 UhrDE: Bruttoinlandsprodukt (Q3.2022)
Mittwoch07.09.202220:00 UhrUS: Konjunkturbericht Beige Book
Donnerstag08.09.202214:15 UhrEU: EZB-Zinsentscheidung
Donnerstag08.09.202214:45 UhrEU: EZB-Pressekonferenz
Donnerstag08.09.202221:00 UhrUS: Verbraucherkredite (Jul.)
Freitag 09.09.202216:00 Uhr US: Großhandelsumsatz (Jul.)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
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Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
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