Elbblick Börsenbrief – KW 35/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

gleich zum Auftakt in die vergangene Handelswoche stand in Deutschland die Veröffentlichung des Monatsberichts für August der Deutschen Bundesbank im Mittelpunkt des Interesses der Anlegerschaft. Laut dem Bericht rechnet die Bundesbank mit einer Stagnation der deutschen Wirtschaftsleistung im dritten Quartal und einem Rückgang im vierten Quartal. Darüber hinaus geht die Bundesbank von einem weiteren Anstieg der Inflationsrate aus. „Der Inflationsausblick bleibt vor allem durch die unklare Lage an den Rohstoffmärkten allerdings außerordentlich unsicher, wobei die Preisrisiken derzeit weiterhin eher aufwärtsgerichtet sind. Die hohe Unsicherheit über die Gasversorgung im kommenden Winter und die starken Preissteigerungen dürften die privaten Haushalte und Unternehmen deutlich belasten. Die Inflationsrate in Deutschland könnte im Herbst eine Größenordnung von 10 % erreichen“, heißt es in dem Bericht.

Währenddessen warf an den Aktienmärkten das alljährliche Treffen der Notenbanker in Jackson Hole vom 25. bis 27. August seinen Schatten voraus. Marktteilnehmer erhoffen sich mögliche Hinweise auf die künftige US-Geldpolitik und den Umgang mit dem wirtschaftlichen Abschwung. Aktuell preist der Zinsterminmarkt einen weiteren großen Zinsschritt von 75 Basispunkten mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent ein.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Kaum war die Markteröffnungsglocke am vergangenen Montag zum Handelsstart verstummt, legte der deutsche Leitindex erneut den Rückwärtsgang ein und setzte dadurch die in der Woche zuvor gestartete Korrektur der Erholungsbewegung vom Jahrestief bei 12.385 Punkten fort. Dabei fiel das Börsenbarometer bis auf 13.080 Zählern, ehe von dort aus eine Gegenbewegung in Richtung 13.300 Punkte ins Rollen kam.  

Charttechnischer Ausblick:

Dass eine Korrektur immer wahrscheinlicher wurde, nach dem der DAX vom Jahrestief knapp 13 Prozent zulegen konnte, durfte niemanden überraschen. Bislang ist diese Korrektur im „Rahmen des charttechnisch Erlaubten“ ausgefallen, da das 61,8%-Fibonacci-Retracement-Level bei 12.992 Punkten nicht unterschritten wurde. Offen bleibt, ob die gegenwärtige Korrektur lediglich eine kleine Verschnaufpause der Erholung vom Jahrestief ist oder ob bereits die nächste Abwärtswelle ihren Weg in Richtung Süden bahnt und möglicherweise neue Jahrestiefs mit sich bringt. Für ersteres könnte ein Tagesschluss über 13.630 Zählern die Beendigung der Korrektur endgültig bestätigen. Davor müssen noch der horizontale Widerstand bei 13.525 Punkten und die graue 21-Tage-Linie, die aktuell bei 13.558 Zählern entlangschlängelt, geknackt werden. Oberhalb von 13.630 Punkten besteht bei 13.820 Zählern und an der roten Abwärtstrendlinie, die Mitte August nicht überwunden werden konnte, eine Widerstandsgefahr. Gelingt den DAX-Bullen jedoch dort der Durchbruch, könnte es im Bereich der Widerstandszone zwischen 14.030 und 14.130 Punkten zu einem Rücksetzer zur Abwärtstrendlinie kommen, die möglicherweise dann als Unterstützung dienen wird. Kommt es dazu, stünde einem Anstieg zur 50%-Schwelle der Abwärtsbewegung vom Rekordhoch zum Jahrestief bei 14.345 Zählern eigentlich nichts mehr im Wege. Darüber stellen die orange 200-Tage-Linie bei 14.385 Punkten und die horizontale Widerstandslinie bei 14.500 Zählern die nächsten Ziele dar.

Taucht dagegen der Index erneut unter die 13.000-Punkte-Marke ab und beendet dazu den Tageshandel unterhalb 12.940 Zähler, dürfte dies höchstwahrscheinlich ein eindeutiges Signal dafür sein, dass die nächste Abwärtswelle bereits voll im Gange ist. Spätestens bei Kursen unterhalb von 12.800 Punkten müsste jedem DAX-Bullen klar sein, dass der seit Januar gestartete Abwärtstrend wohl in die nächste Runde geht. Zwar könnte der Index zum dritten Mal im Bereich von 12.400 Punkten abprallen. Allerdings wäre die Ausbildung eines neuen Jahrestiefs im Bereich von 12.243 Zählern, dem 50%-Fibonacci-Retracement des Anstiegs vom März-Tief 2020 (8.187 Punkte) bis zum Allzeithoch (16.300 Punkte), wahrscheinlicher.

Unterstützungen:

1. 12.992 / 12.940 Punkten

2. 12.800 Punkten

3. 12.400 Punkten

Widerstände:

1. 13.525 Punkten

2. 13.820 Punkten

3. 14.030 / 14.130 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Die europäische Gemeinschaftswährung Euro hat gegenüber dem US-Dollar in der letzten Handelswoche zum zweiten Mal in diesem Jahr die Parität unterschritten und fiel im Wochenverlauf auf ein neues Jahrestief bei 0,99 US-Dollar. Im Anschluss gelang eine Erholung bis auf 1,0033 US-Dollar, die jedoch prompt als gute Verkaufsgelegenheit genutzt wurde.

Charttechnischer Ausblick:

Die aktuelle Konsolidierung auf niedrigem Niveau im Bereich der Parität verheißt nichts Gutes für die Einheitswährung. Kann sich der Euro in den nächsten Handelstagen nicht stärker von seinem Jahrestief lösen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Verkaufswelle anrollt. Insbesondere ein Tagesschluss unter 0,9870 US-Dollar sorgt sehr wahrscheinlich für den nächsten, größeren Abgabedruck, so dass das Tief vom August 2002 bei 0,9687 US-Dollar in den Fokus rücken könnte. Kommt es hier nicht zu einer stärkeren Erholung, dürfte diese im Bereich des Hochs vom September 2020 bei 0,9608 US-Dollar und des Hochs vom Januar 2020 bei 0,9596 US-Dollar starten. Spätestens in der Nähe des Hochs vom Mai 2002 bei 0,9460 US-Dollar und des Tiefs vom Juni 2002 bei 0,9320 US-Dollar müsste das Euro-Kaufinteresse wieder zunehmen.

Auf der Oberseite befindet sich bei 1,0078 und 1,0095 US-Dollar die erste größere Hürde, die ein Gradmesser für die Stärke der Euro-Käufer darstellen dürfte. Bleibt der EUR/USD-Kurs darunter, muss, wie oben beschrieben, mit dem Anrollen der nächsten Verkaufswelle gerechnet werden. Bei einer Überwindung jedoch stehen die Ampeln für eine Fortsetzung der Erholung bis zur horizontalen Widerstandlinie bei 1,0133 US-Dollar und der grauen 21-Tage-Linie, welche dort ebenfalls verläuft, auf grün. Deutlich dunkler wird der Ampelfarbton zwischen 1,0189 und 1,02 US-Dollar, da auf diesem Niveau mit der blauen 50-Tage-Linie, mit der seit dem Jahreshoch vom 10. Februar bei 1,1495 US-Dollar gültigen Abwärtstrendlinie sowie mit diversen Horizontalwiderständen mehrere Hindernisse zusammenlaufen. Ein Ausbruch darüber dagegen wäre ein kleiner Befreiungsschlag für den Euro und die Kaufkraft dürfte sogar dafür ausreichen, um den Deckel bei 1,0370 US-Dollar zu heben. Die nächsten Hindernisse befinden sich dann bei 1,0485 und 1,0550 US-Dollar. Allerdings gelingt der große Befreiungsschlag erst mit einem Tagesschluss oberhalb von 1,0642 US-Dollar.

Unterstützungen:

1. 0,9870 US-Dollar

2. 0,9687 US-Dollar

3. 0,9586 / 0,9608 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0078 / 1,0095 US-Dollar

2. 1,0133 US-Dollar

3. 1,0189 / 1,02 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Gleich zum Wochenauftakt setzte das Edelmetall den Abwärtstrend der Vorwoche bis auf 1.727 US-Dollar je Feinunze fort, startete aber noch am gleichen Handelstag eine Gegenbewegung, die im Wochenverlauf ein Hoch bei 1.765 US-Dollar ausbildete. Dadurch wurde knapp die Hälfte der Abwärtsbewegung vom Hoch bei 1.808 US-Dollar bis zum Wochentief bei 1.727 US-Dollar korrigiert.

Charttechnischer Ausblick:

Trotz der Erholung ist durch den Abverkauf von 1.800 US-Dollar weiterhin die Gefahr gegeben, dass der seit dem Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar gestartete Abwärtstrend in die nächste Runde geht. Zwar konnten die Gold-Bären die Unterstützungszone zwischen 1.740 und 1.744 US-Dollar mühelos unterschreiten, aber die Gold-Bullen schlugen im Bereich von 1.729 US-Dollar stärker zurück. Allerdings sollte die Bullen-Gemeinde ein erneutes Abgleiten unter die Marke 1.729 US-Dollar tunlichst vermeiden, da dies in Bezug auf den langfristigen Aufwärtstrend schwerwiegende Konsequenzen haben könnte. Denn geht die vom Hoch bei 1.808 US-Dollar gestartete Abwärtswelle in die nächste Runde, könnten die Gold-Bullen im Bereich von 1.697 und 1.710 US-Dollar vielleicht noch zu einer größeren Gegenwehr ausholen. Ob diese dann ausreicht, um eine weitere Prüfung der signifikanten Unterstützungszone zwischen 1.676 und 1.680 US-Dollar zu verhindern, bleibt allerdings fraglich. Sollte der „Granit-Support“ erneut getestet werden, muss im Fall eines Bruchs mit einem dynamischen Abverkauf gerechnet werden, der das Potential besitzt, das 50%-Retracement zwischen Tief vom August 2018 (1.159 US-Dollar) und Rekordhoch vom August 2020 (2.075 US-Dollar) bei 1.617 US-Dollar in Windeseile zu testen. Erholungsversuche würden sich davor an den horizontalen Unterstützungslinien bei 1.659 und bei 1.645 US-Dollar anbieten.

Mit einem Tagesschlusskurs oberhalb von 1.772 US-Dollar könnte das Pendel wieder zugunsten der Gold-Bullen ausschlagen und der gegenwärtige Abverkauf von der 1.800er-Marke würde sich als normale Korrektur des Anstiegs vom Jahrestief bei 1.680 US-Dollar entpuppen. Bekräftigen dürfte dieses Szenario eine Beendigung des Tageshandels oberhalb von 1.783 US-Dollar, welches im Anschluss erneut das Kursziel bei 1.802 US-Dollar auf den Plan rufen würde. Darüber steht als Nächstes die Überwindung des horizontalen Widerstands bei 1.815 US-Dollar auf der Wunschliste der Gold-Bullen. Geht die Reise in Richtung Norden weiter, befindet sich bei 1.829 US-Dollar das 38,2%-Retracement der Abwärtsbewegung vom Jahreshoch (2.070 US-Dollar) zum Jahrestief. Sehr spannend wird es höchstwahrscheinlich im Bereich von 1.840 US-Dollar. Dort liegt das 50%-Fibonacci-Retracement der Strecke Tageshoch vom 18. April (1.998 US-Dollar) zum Jahrestief und dazu schlängelt sich in der Nähe die orange 200-Tage-Linie entlang. Möglicherweise sind das genügend Argumente für die Gold-Bären, um von hier aus kräftiger auf den Verkaufsknopf zu drücken.

Unterstützungen:

1. 1.729  US-Dollar

2. 1.697 / 1.710 US-Dollar

3. 1.676 / 1.680 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.772 US-Dollar

2. 1.783 US-Dollar

3. 1.802 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 29.08. – 02.09.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag29.08.2022GanztagsUK: Bankfeiertag
Dienstag30.08.202208:00 UhrDE: Importpreisindex (Jul.)
Dienstag30.08.202214:00 UhrDE: Verbraucherpreise (Aug.)
Dienstag30.08.202216:00 UhrUS: CB Verbrauchervertrauen (Jul.)
Mittwoch31.08.202209:55 UhrDE: Arbeitslosenquote (Aug.)
Donnerstag01.09.202208:00 UhrDE: Einzelhandelsumsätze (Jul.)
Donnerstag01.09.202209:55 UhrDE: Einkaufsmanagerindex (Aug.)
Donnerstag01.09.202216:00 UhrUS: ISM Einkaufsmanagerindex (Aug.)
Freitag02.09.202214:30 UhrUS: Beschäftigung ex-Agrar (Aug.)
Freitag 02.09.202214:30 Uhr US: Arbeitslosenquote (Aug.)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen