Elbblick Börsenbrief – KW 34/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

am vergangenen Mittwoch wurde das Protokoll der letzten Sitzung der US-Notenbank Fed veröffentlicht. Daraus konnte entnommen werden, dass die Währungshüter mit einer kontinuierlichen Anhebung der Leitzinsen rechnen. Ein geringeres Tempo bei den Zinsschritten „zu einem bestimmten Zeitpunkt“ wäre aus ihrer Sicht durchaus denkbar. Des Weiteren schauten die Marktteilnehmer verstärkt auf die Zahlen des US-Einzelhandels, um Hinweise auf einen inflationsbedingten Rückgang des Konsums zu finden. Nachdem die Einzelhändler Walmart und Home Depot mit guten Quartalszahlen und ermutigende Ausblicke überraschen konnten, stagnierten die vom US-Handelsministerium veröffentlichten Einzelhandelsumsätze im Juli. Hier wurde ein Anstieg von 0,1 Prozent zum Vormonat prognostiziert, nach 1,0 Prozent im Juni.

In Deutschland standen am Dienstag die Konjunkturerwartungen der Europäischen Wirtschaftsforschung (ZEW) für den Monat August im Mittelpunkt. Diese verschlechterten sich von minus 53,8 im Vormonat auf minus 55,3 Punkte und lagen damit unter der Analystenschätzung von minus 51,0 Punkte. „Die nach wie vor hohe Zunahme der Konsumentenpreise und die erwarteten zusätzlichen Kosten für Heizung und Strom belasten derzeit vor allem die Aussichten für die konsumnahen Wirtschaftsbereiche“, kommentierte Dr. Michael Schröder, Senior Researcher im ZEW-Forschungsbereich, die aktuellen Zahlen.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Das deutsche Aktienbarometer DAX setzte bis zur Wochenmitte die seit Mitte Juli gestartete Erholungsbewegung zunächst weiter fort und war auf dem besten Weg, die 14.000-Punkte-Marke zu erreichen. Doch kurz vor dem Ziel (Wochenhoch: 13.974 Punkte) kam es an der seit dem Jahreshoch bei 16.288 Zählern verlaufenden Abwärtstrendlinie zu einem Richtungswechsel.   

Charttechnischer Ausblick:

Nicht nur die Abwärtstrendlinie, sondern auch das 38,2%-Fibonacci-Retracement des Abschnitts Allzeithoch (16.300 Punkte) und Jahrestief (12.385 Punkte) bei 13.880 Zählern sowie die überkaufte Situation, insbesondere in den Stundencharts, waren wohl für einige Marktteilnehmer genügend Gründe, um nach dem steilen Anstieg vom Tief am 14. Juli bei 12.432 Zählern Gewinne mitzunehmen. Nun stellt sich die Frage, ob die gegenwärtige Korrektur bereits der Beginn der nächsten Abwärtswelle ist oder ob der DAX aktuell lediglich eine kurze Verschnaufpause des jüngsten Aufwärtstrends einlegt. Für den zweiten Fall wäre ein Abverkauf bis auf 13.365 / 13.400 Punkte noch als „gesunde“ Korrektur zu betrachten, die aber bei einer Ausdehnung unterhalb der horizontalen Unterstützungslinie bei 13.255 Zählern und der blauen 50-Tage-Linie zunehmend „ungesunder“ wird. Durch einen Tagesschluss unter 13.090 Punkten würde das Bild im Tageschart deutlich wackeliger werden und dies wäre zudem ein mögliches Indiz dafür, dass die Korrektur bereits in die nächste Abwärtswelle übergegangen ist. In diesem Fall würden die beiden horizontalen Unterstützungen bei 12.940 und 12.800 Punkten in den Vordergrund rücken, von wo aus der Beginn einer neuen Aufwärtswelle denkbar wäre. Sollte der Index den Tageshandel jedoch unter 12.600 Punkten beenden, dürften im Bullenlager langsam, aber sicher die Lichter ausgehen. Dagegen dürfte die Bären-Gemeinde dadurch erst richtig in Feierlaune kommen, so dass die Ausbildung eines neuen Jahrestiefs im Bereich von 12.243 Zählern, dem 50%-Fibonacci-Retracement des Anstiegs vom März-Tief 2020 (8.187 Punkte) bis zum Allzeithoch (16.300 Punkte) die logische Konsequent wäre.

Auf der anderen Seite kann eine Beendigung des Tageshandels oberhalb von 13.825 Punkten der Schlüssel für einen Bruch der roten Abwärtstrendlinie darstellen, die aktuell bei ca. 13.920 Punkten verläuft. Sollte dies gelingen, könnte es im Bereich der Widerstandszone zwischen 14.030 und 14.130 Punkten zu einem Rücksetzer zur Abwärtstrendlinie kommen, die möglicherweise dann als Unterstützung dienen wird. Kommt es dazu, stünde einem Anstieg zur 50%-Schwelle der Abwärtsbewegung vom Rekordhoch zum Jahrestief bei 14.345 Zählern eigentlich nichts mehr im Wege. Darüber markieren die orange 200-Tage-Linie bei 14.456 Punkten und die horizontale Widerstandslinie bei 14.500 Zählern die nächsten Ziele auf der Oberseite.

Unterstützungen:

1. 13.365 / 13.400 Punkten

2. 13.255 Punkten

3. 13.090 Punkten

Widerstände:

1. 13.825 / 13.920 Punkten

2. 14.030 / 14.130 Punkten

3. 14.345 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Nachdem die europäische Gemeinschaftswährung Euro gegenüber dem US-Dollar in der Woche zuvor an der horizontalen Widerstandslinie bei 1,0370 US-Dollar, an der roten Abwärtstrendlinie und an der blauen 50-Tage-Linie scheiterte, ging es in den letzten Handelstagen mit dem Währungspaar weiter in Richtung Parität. Dabei wurde die graue 21-Tage-Linie, die Anfang August noch einen guten Support bot, ebenfalls unterschritten.

Charttechnischer Ausblick:

Für die Einheitswährung wird es wieder deutlich ungemütlicher, nachdem einige charttechnische Unterstützungen den jüngsten Verkäufen nicht standhielten. Nun liegt der Fokus erneut auf dem 1:1 Kursverhältnis. Sollte in diesem Bereich keine Erholung starten, dann dürfte die Euro-Abwertung höchstwahrscheinlich bis auf 0,9870 US-Dollar weitergehen. Kommt es von hier aus nicht zu einer Ausbildung einer größeren Gegenbewegung, könnten die Käufer den nächsten Versuch an den Tiefs vom August 2002 bei 0,9687 US-Dollar unternehmen. Spätestens im Bereich des Hochs vom September 2020 bei 0,9608 US-Dollar und des Hochs vom Januar 2020 bei 0,9596 US-Dollar müsste ein stärkerer Konter in Richtung der Parität anrollen.

Auf der Oberseite gibt es für den Euro nach wie vor wenig Hoffnung, solange die Einheitswährung keinen Tagesschlusskurs oberhalb von 1,0370 US-Dollar schafft. Davor bilden die graue 21-Tage-Linie und die horizontale Widerstandslinie bei 1,0202 US-Dollar zusammen die erste, größere Hürde. Im Umkreis von 1,0270 US-Dollar verlaufen mit der blauen 50-Tage-Linie und der roten Abwärtstrendlinie, die seit dem Jahreshoch vom 10. Februar bei 1,1495 US-Dollar gültig ist, die nächsten Widerstände. Sollte jedoch der Befreiungsschlag über alle Hindernisse gelingen, steht einer Fortführung der Erholungsbewegung bis zu den weiteren Hindernissen bei 1,0485 und 1,0550 US-Dollar nichts mehr im Wege. Aber nur oberhalb von 1,0642 US-Dollar kommt es zu einer deutlichen Entspannung im Tageschart.

Unterstützungen:

1. 1,0000 US-Dollar

2. 0,9870 US-Dollar

3. 0,9687 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0202 US-Dollar

2. 1,0270 US-Dollar

3. 1,0370 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Gleich zum Wochenauftakt fiel der Preis für eine Feinunze Gold erneut unter die Marke von 1.800 US-Dollar. Im Wochenverlauf verlor das Edelmetall dann zunehmend an Wert und rutschte zuerst unter die blaue 50- und anschließend auch unter die graue 21-Tage-Linie.

Charttechnischer Ausblick:

Natürlich ist durch den aktuellen Abverkauf von 1.800 US-Dollar die Gefahr gegeben, dass der seit dem Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar gestartete Abwärtstrend in die nächste Runde geht, falls von der Unterstützungszone zwischen 1.740 und 1.744 US-Dollar, spätestens bei Kursen um 1.729 US-Dollar, keine neue Aufwärtswelle in Richtung 1.800er-Marke beginnt. Dagegen dürften bei Kursen unterhalb von 1.729 US-Dollar die Alarmglocken bei den Gold-Bullen anfangen immer lauter zu läuten. Zwar könnten sie im Bereich von 1.697 und 1.710 US-Dollar noch zu einer größeren Gegenwehr ausholen. Ob dieser ausreicht, um eine weitere Prüfung der signifikanten Unterstützungszone zwischen 1.676 und 1.680 US-Dollar zu verhindern, bleibt allerdings fraglich. Denn sollte diese erneut getestet werden, muss im Fall eines Bruchs mit einem dynamischen Abverkauf gerechnet werden, der das Potential besitzt, das 50%-Retracement zwischen Tief vom August 2018 (1.159 US-Dollar) und Rekordhoch vom August 2020 (2.075 US-Dollar) bei 1.617 US-Dollar in Windeseile zu testen. Erholungsversuche würden sich davor an den horizontalen Unterstützungslinien bei 1.659 und bei 1.645 US-Dollar anbieten.

Mit einem Tagesschlusskurs oberhalb von 1.772 US-Dollar könnte das Pendel wieder zugunsten der Gold-Bullen ausschlagen und der gegenwärtige Abverkauf von der 1.800er-Marke würde sich als normale Korrektur des Anstiegs vom Jahrestief bei 1.680 US-Dollar entpuppen. Bekräftigen dürfte dieses Szenario eine Beendigung des Tageshandels oberhalb von 1.783 US-Dollar, welches im Anschluss erneut das Kursziel bei 1.802 US-Dollar auf den Plan bringt. Danach könnten die Gold-Bullen das nächste Ziel bei 1.815 US-Dollar anpeilen. Darüber befindet sich bei 1.829 US-Dollar das 38,2%-Retracement der Abwärtsbewegung vom Jahreshoch (2.070 US-Dollar) zum Jahrestief. Sehr spannend wird es höchstwahrscheinlich im Bereich von 1.840 US-Dollar. Dort verläuft einerseits das 50%-Fibonacci-Retracement der Strecke Tageshoch vom 18. April (1.998 US-Dollar) zum Jahrestief und anderseits schlängelt sich auf diesem Kursniveau die orange 200-Tage-Linie entlang. Möglicherweise sind das genügend Argumente für die Gold-Bären, um von hier aus kräftiger auf den Verkaufsknopf zu drücken.

Unterstützungen:

1. 1.740 / 1.744  US-Dollar

2. 1.729 US-Dollar

3. 1.697 / 1.710 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.772 US-Dollar

2. 1.783 US-Dollar

3. 1.802 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 22.08. – 26.08.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag22.08.202214:30 UhrUS: Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex (Jul.)
Dienstag23.08.202215:45 UhrUS: Einkaufsmanagerindex (Aug.)
Dienstag23.08.202216:00 UhrUS: Verkäufe neuer Häuser (Jul.)
Mittwoch24.08.202214:30 UhrUS: Auftragseingang langl. Güter (Jul.)
Mittwoch24.08.202216:00 UhrUS: Schwebende Hausverkäufe (Jul.)
Mittwoch24.08.202216:30 UhrUS: Rohöllagerbestände
Donnerstag25.08.202208:00 UhrDE: Bruttoinlandsprodukt (Q2.2022)
Donnerstag25.08.202210:00 UhrDE: ifo-Geschäftsklimaindex (Aug.)
Donnerstag25.08.202214:30 UhrUS: Bruttoinlandsprodukt (Q2.2022)
Freitag26.08.202208:00 UhrDE: GfK Verbrauchervertrauen (Aug.)
Freitag 26.08.202214:30 Uhr US: PCE Preisindex (Jul.)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen