Elbblick Börsenbrief – KW 32/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

in der vergangenen Woche war der Taiwan-Besuch der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, ein großes Thema an den internationalen Aktienmärkten. Am Dienstag reagierten Wall Street & Co. mit Abschlägen, da durch die Visite eine Verschlechterung der ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den USA und China befürchtet wurde. Doch bekannterweise haben politische Börsen kurze Beine, so dass sich die Aktienkurse bereits einen Tag später wieder erholten, nachdem der Besuch trotz Androhung „ernsthafter Konsequenzen“ seitens China ohne größere Zwischenfälle verlief.

Währenddessen fielen in Deutschland die Konjunkturdaten gemischt aus. So stieg laut Mitteilung des Statistischen Bundesamts der preisbereinigte Umsatz im verarbeitenden Gewerbe für den Monat Juni um 3,0 Prozent. Dagegen sank im gleichen Monat der Auftragseingang der deutschen Industrie gegenüber dem Monat Mai um 0,4 Prozent. „Angesichts der erhöhten Unsicherheit durch den Krieg und einer drohenden Gasknappheit verläuft die Entwicklung der Nachfrage weiterhin schwach. Der Ausblick für die Industriekonjunktur bleibt bei abgekühltem Geschäftsklima zurückhaltend“, erläuterte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) die Daten.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Nach einem kurzen Rücksetzer bis auf 13.333 Punkte legte das deutsche Aktienbarometer DAX zur Wochenmitte den Vorwärtsgang wieder ein und schloss dabei die große Eröffnungslücke vom 13. Juni bei 13.785 Zählern. Kaum war diese zu, übernahmen prompt die Verkäufer das Kommando und drückten den Index erneut unter die Marke von 13.700 Punkten.

Charttechnischer Ausblick:

Trotz der Gewinnmitnahmen nach Schließung der zuvor genannten Eröffnungslücke erreichten die DAX-Bullen drei wichtige Ziele: 1.) der DAX notiert weiterhin oberhalb der blauen 50 Tage-Linie, 2.) das 50%-Fibonacci-Retracement der Strecke Hoch vom 6. Juni (14.711 Punkten) und Jahrestief vom 5. Juli (12.385 Punkten) bei 13.545 Zählern sowie 3.) der horizontale Widerstand bei 13.650 Punkten wurden geknackt. Nun könnte der Weg in Richtung Norden deutlich steiniger werden, da mit dem 61,8%-Retracement-Level bei 13.820 Zählern der zuvor erwähnten Strecke und insbesondere das 38,2%-Retracement des Abschnitts Allzeithoch (16.300 Punkten) und Jahrestief (12.385 Punkten) bei 13.880 Zählern zwei dicke Brocken im Weg liegen. Sollten diese mit energischer Bullen-Power weggeräumt werden, besteht die Chance auf einen Anstieg bis zur roten Abwärtstrendlinie, die seit dem Jahreshoch bei 16.288 Punkten gültig ist und gegenwärtig bei ca. 14.030 Zählern verläuft. Spätestens an der horizontalen Widerstandslinie bei 14.130 Punkten wird die Höhenluft immer dünner, so dass ein Rücksetzer zum Testen neuer Unterstützungen im 13.000er-Bereich keine Überraschung darstellen sollte. Machen diese jedoch ihren Namen alle Ehre und kommt es im Anschluss zu einer neuen Aufwärtswelle, besitzt diese das Potential, die 50%-Schwelle der Abwärtsbewegung vom Rekordhoch zum Jahrestief bei 14.345 Zählern zu erreichen.

Bis der DAX die nächsten Hürden auf der Oberseite und deren Widerstandskräfte testen kann, könnte der Support bei 13.545 Punkten zuerst angepeilt werden. Aus Sicht der DAX-Bullen wäre es natürlich wünschenswert, dass von hier aus die nächste Kaufwelle ins Rollen kommt. Unterhalb dieses Levels ergeben sich weitere Möglichkeiten für eine Erholungsbewegung bei 13.400 und 13.255 Zählern. Erst durch einen Tagesschluss unter 13.090 Punkten würde das Chartbild im DAX zunehmend wackliger werden. In diesem Fall rücken die beiden horizontalen Unterstützungen bei 12.940 und 12.800 Punkten in den Vordergrund, von wo aus der Beginn einer neuen Aufwärtswelle denkbar wäre. Sollte der Index den Tageshandel jedoch unter 12.600 Punkten beenden, dürften im Bullenlager langsam, aber sicher die Lichter ausgehen und die ganze Arbeit der letzten Handelstage könnte somit für die Katz gewesen sein. Dies sollte die Bären-Gemeinde beflügeln, so dass die Ausbildung eines neuen Jahrestiefs im Bereich von 12.230 Zählern, dem 50%-Fibonacci-Retracement des Anstiegs vom März-Tief 2020 (8.187 Punkte) bis zum Allzeithoch (16.300 Punkte) die logische Konsequent wäre.

Unterstützungen:

1. 13.545 Punkten

2. 13.400 Punkten

3. 13.255 Punkten

Widerstände:

1. 13.820 / 13.880 Punkten

2. 14.030 / 14.130 Punkten

3. 14.345 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Die europäische Gemeinschaftswährung Euro trat in der letzten Handelswoche gegenüber dem US-Dollar weiterhin auf der Stelle und verharrte unterhalb des hartnäckigen Widerstands bei 1,0280 US-Dollar. Ein kleiner Ausbruchversuch darüber wurde am vergangenen Dienstag umgehend als Verkaufsgelegenheit genutzt.

Charttechnischer Ausblick:

Natürlich war der misslungene Ausbruch ein herber Rückschlag für die Euro-Käufer. Doch betrachtet man den EUR/USD-Tageschart etwas genauer, fällt auf, dass die Tiefs bei Rücksetzern leicht höher werden und die graue 21-Tage-Linie bislang auf Tagesschlusskursbasis nicht unterschritten wurde. Somit könnte ein endgültiger Ausbruch über 1,0280 US-Dollar immer wahrscheinlicher werden, der jedoch im Falle einer Fortsetzung an der Widerstandszone zwischen 1,0350 und 1,0370 US-Dollar sowie an der roten Abwärtstrendlinie, die seit dem Jahreshoch vom 10. Februar bei 1,1495 US-Dollar verläuft, und der blauen 50-Tage-Linie scheitern könnte. Von hier aus muss mit einem erneuten Abgleiten zur Parität gerechnet werden. Nur oberhalb von 1,0642 US-Dollar kann sich der Euro, zumindest kurzfristig, dem hartnäckigen Abwärtssog entziehen. Davor muss die Einheitswährung noch die beiden Hindernisse bei 1,0485 und 1,0550 US-Dollar überspringen.

Solange sich das Währungspaar oberhalb von 1,0070 US-Dollar hält, liegt das oben beschriebene Ausbruchszenario über 1,0280 US-Dollar im Bereich des Möglichen. Rutscht dagegen der Euro darunter, dann kommt es höchstwahrscheinlich zu einem erneuten Abgleiten unter die Parität mit Ziel 0,9870 US-Dollar. Startet von hier aus keine größere Erholungsbewegung, dürften die Käufer den nächsten Versuch an den Tiefs vom August 2002 bei 0,9687 US-Dollar und vom September 2020 bei 0.9608 US-Dollar unternehmen. Spätestens im Bereich des Hochs vom Januar 2020 bei 0,9596 US-Dollar sollte eine stärkere Gegenbewegung in Richtung der Parität einkalkuliert werden.

Unterstützungen:

1. 1,0070 US-Dollar

2. 0,9687 / 0,9870 US-Dollar

3. 0,9596 / 0,9608 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0350 / 1,0370 US-Dollar

2. 1,0485 / 1,0550 US-Dollar

3. 1,0642 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Am vergangenen Dienstag prallte das gelbschimmernde Edelmetall Gold „erwartungsgemäß“ im Bereich des horizontalen Widerstands bei 1.785 US-Dollar ab. Doch die Goldkäufer ließen sich nicht einschüchtern und starteten am Donnerstag einen nächsten Erholungsversuch, der mit einem Tageschlusskurs bei 1.794 US-Dollar gekrönt wurde.

Charttechnischer Ausblick:

Das war eine absolut starke Leistung der Gold-Bullen, die sofort nach dem Scheitern an der 1.785er-Hürde den Mund abputzten und direkt den Konter erfolgreich einleiteten. Doch aktuell ist ihnen die blaue 50-Tage-Linie in der Quere, die seit dem 21. April nicht mehr auf Tagesschlusskursbasis überwunden wurde. Sollte ein Überschreiten in Kürze gelingen, wartet bereits mit dem 38,2%-Fibonacci-Retracement der Strecke Tageshoch vom 18. April (1.998 US-Dollar) und Jahrestief (1.680 US-Dollar) bei 1.802 US-Dollar die nächste Barriere auf die Gold-Bullen. Hier kann sich entscheiden, ob der seit Januar gestartete Abwärtstrend in eine neue Runde geht. Ansonsten wäre die Fortsetzung der Erholungsbewegung bis zum 38,2%-Retracement der Abwärtsbewegung vom Jahreshoch (2.070 US-Dollar) und Jahrestief bei 1.829 US-Dollar der nächste Schritt. Davor befindet sich bei 1.815 US-Dollar noch eine kleinere Hürde. Bei 1.840 US-Dollar, wo auch aktuell die orange 200-Tage-Linie entlangschlängelt, werden die Trend-Karten für die mittelfristige Ausrichtung dann neu gemischt.

Notierungen oberhalb der Unterstützungslinie bei 1.751 US-Dollar sprechen für eine Fortsetzung der Erholung zu den zuvor genannten Zielen. Auch ein Ausrutscher auf 1.737 US-Dollar könnten die Gold-Bullen noch verzeihen, vorausgesetzt, der Tageshandel wird oberhalb dieser Marke beendet. Zunehmend instabil wird das Chartbild, falls die Unterstützung bei 1.710 US-Dollar erneut auf den Prüfstand kommt. Wird die Prüfung hier nicht bestanden, gibt es noch eine kleine Chance auf eine stärkere Gegenbewegung bei 1.697 US-Dollar. Bei Ausbleiben dieser Bewegung müssen sich die Gold-Bullen höchstwahrscheinlich eng anschnallen. Ob Ihnen erneut ein Coup an der bedeutsamen Widerstandszone zwischen 1.676 und 1.680 US-Dollar gelingt, erscheint in diesem Fall mehr als fraglich. Eher muss mit einem dynamischen Abverkauf gerechnet werden, der das Potential besitzt, das 50%-Retracement zwischen Tief vom August 2018 (1.159 US-Dollar) und Rekordhoch vom August 2020 (2.075 US-Dollar) bei 1.617 US-Dollar in Windeseile zu testen. Erholungsversuche würden sich an den horizontalen Unterstützungslinien bei 1.659 und bei 1.645 US-Dollar anbieten.

Unterstützungen:

1. 1.751  US-Dollar

2. 1.737 US-Dollar

3. 1.697 / 1.710 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.802 US-Dollar

2. 1.815 US-Dollar

3. 1.829 / 1.840 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 08.08. – 12.08.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag08.08.202207:45 UhrCH: Arbeitslosenquote (Jul.)
Dienstag09.08.202214:30 UhrUS: Produktivität ex-Agrar (Q2.2022)
Dienstag09.08.202214:30 UhrUS: Lohnstückkosten (Q2.2022)
Mittwoch10.08.202208:00 UhrDE: Verbraucherpreise (Jul.)
Mittwoch10.08.202214:30 UhrUS: Verbraucherpreise (Jul.)
Mittwoch10.08.202216:00 UhrUS: Lagerbestände Großhandel (Jul.)
Donnerstag11.08.202214:30 UhrUS: Erstanträge Arbeitslosenhilfe
Donnerstag11.08.202214:30 UhrUS: Erzeugerpreisindex (Jul.)
Freitag12.08.202211:00 UhrEU: Industrieproduktion (Jun.)
Freitag12.08.202214:30 UhrUS: Import- / Exportpreisindex (Jul.)
Freitag 12.08.202216:00 Uhr US: Uni-Michigan Verbrauchervertrauen (Aug.)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen