Elbblick Börsenbrief
KW 32/2020

Liebe GBE-Trader,

zuerst wurden sie „gebraten“, anschließend an der Börse gefeiert. Die Rede ist von den Tech-Giganten Amazon, Apple, Alphabet (Google) und Facebook, deren Börsenwert zusammen mit rund 5 Billionen US-Dollar größer ist als das gesamte deutsche Bruttoinlandsprodukt von 2019 (3,44 Billionen Euro – ca.  4,1 Billionen US-Dollar). Noch zur Mitte der vergangenen Woche mussten die Chefs der „Big Four“ vor dem US-Kongress über eine mehrstündige Videoschaltkonferenz Stellung zu der Machtbildung in der Digitalwirtschaft beziehen. Den vier US-Technologiekonzernen wird vorgeworfen, dass sie die Wirtschaft im Internet zu stark kontrollieren – im Einzelhandel, für Apps und Informationen. So zog der Vorsitzende des Rechtsausschusses, der demokratische Politiker David Cicilline, gleich zu Beginn das Fazit: „Diese Konzerne haben zu viel Macht.“

Wie diese Macht in Zahlen aussieht, zeigten eindrucksvoll die Berichte über das zweite Quartal 2020 der vier Tech-Titanen, die alle nach Wallstreet-Schluss am vergangenen Donnerstag veröffentlicht wurden und eindeutig untermauerten, wer die wahren Gewinner der Coronakrise sind. Alle vier Unternehmen konnten die Analystenschätzungen im Bereich Umsatz und Gewinn deutlich schlagen und die Aktien stiegen nachbörslich auf neue Rekordhochs.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

DAX (GBE-Symbol: DE30) Tageschart DE30:

Rückblick:

Der deutsche Leitindex DAX schaffte es in der letzten Börsenwoche nicht, die wichtige Marke von 13.000 Punkten wieder zurückzuerobern. Im Verlauf der Woche durchbrach der DAX seine seit dem Jahrestief Mitte März gültige Aufwärtstrendlinie (grüne Linie im Chart) und fiel bis auf 12.250 Zählern.

Charttechnischer Ausblick:

Trotz des harten Rücksetzers waren die DAX-Bären nicht in der Lage, die 200-Tage-Durchschnittslinie (orange Linie im Chart), die aktuell bei ca. 12.180 Punkten verläuft, zu gefährden. Jedoch würde ein Schlusskurs darunter den Bären neue Kraft geben mit dem Ziel, den DAX in Richtung 11.725 Zählern zu drücken. Hier ist mit einem starken Gegenkonter der DAX-Bullen zu rechnen, die mittelfristig weiterhin neue Allzeithochs fest im Visier haben. Schließt der DAX darunter, rücken die Unterstützungen bei 11.361 Punkten und 11.110 Punkten in den Fokus.

Wichtig für die DAX-Bullen ist, dass die 200-Tage-Durchschnittslinie nicht per Schlusskurs durchbrochen wird. Auf der Oberseite stehen mit 12.640, 12.721 und 12.892 Zählern drei Hürden im Weg für einen Anstieg über die 13.000-Punkte-Marke. An diesen Widerständen wird es sich zeigen, ob der seit Mitte März 2020 anhaltende Aufwärtstrend weitergeht mit Chancen auf ein neues Rekordhoch oder es zu einer kurzfristigen Trendumkehr kommt. Überspringt das deutsche Aktienbarometer diese Hindernisse, steht der Schließung des Gaps vom 24. Februar 2020 bei 13.500 Punkten nichts mehr im Wege.

Unterstützungen:

1. 12.180 Punkten

2. 11.725 Punkten

3. 11.361 Punkten

Widerstände:

1. 12.640 Punkten

2. 12.721 Punkten

3. 12.892 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Wochenchart EURUSD:

Rückblick:

Auch in der letzten Handelswoche konnte die Gemeinschaftswährung Euro zum US-Dollar kräftig von der allgemeinen Abwertung des US-Dollars profitieren und stieg im Wochenhoch bis auf 1,1908 US-Dollar – dem höchsten Stand seit Juni 2018. Dabei knackte EUR/USD seine seit dem Allzeithoch bei 1,6038 US-Dollar im Juli 2008 verlaufende Abwärtstrendlinie (rote Linie im Chart) überraschend einfach.

Charttechnischer Ausblick:

Der Euro befindet sich auf dem besten Weg in Richtung 1,20 US-Dollar-Marke. Davor muss die Einheitswährung den Widerstand bei 1,1993 US-Dollar überwinden. Nach so einem steilen Anstieg (6 Cent in drei Wochen!) ist jederzeit mit einem Kursrücksetzer zu rechnen. Darum sind stärkere Gewinnmitnahmen im Bereich von 1,20 US-Dollar fest einzuplanen, ehe die aktuelle Aufwärtsbewegung in Richtung 1,2091 US-Dollar weitergehen kann. Darüber befindet sich das nächste Ziel bei 1,2216 US-Dollar.

Eine mögliche Konsolidierung könnte sich problemlos bis 1,1622 US-Dollar hinziehen, ohne den aktuellen Aufwärtstrend stark zu gefährden. Selbst eine Euro-Abwertung bis auf 1,1535 US-Dollar ist für die Euro-Bullen noch akzeptabel. Erst ein Schlusskurs unter 1,1452 US-Dollar führt möglicherweise zu einer Trendumkehr mit der Gefahr, dass der langfristige Abwärtstrend des Euros fortgeführt wird.

Unterstützungen:

1. 1,1622 US-Dollar

2. 1,1535 US-Dollar

3. 1,1452 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,1993 US-Dollar

2. 1,2091 US-Dollar

3. 1,2216 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Nicht nur der Euro profitiert von der Schwäche des US-Dollars. Auch das gelbe Edelmetall Gold konnte in der vergangenen Woche im Zuge der US-Dollar-Abwertung kräftig an Wert zulegen und gleich zu Wochenbeginn über das bisherige Allzeithoch bei 1.921 US-Dollar je Feinunze aus dem Jahr 2011 klettern. Die runde 2.000er-US-Dollar-Marke ist nur noch einen Katzensprung entfernt.

Charttechnischer Ausblick:

Trotz des starken Anstieges im Monat Juli (ein Plus von über 11 Prozent) kam es bisher nicht zu stärkeren Gewinnmitnahmen. Dies könnte sich jedoch im Bereich der 2.000 US-Dollar-Mark ändern. Durchaus möglich, dass der Goldpreis zunächst bis auf 2.021 US-Dollar steigt, bis eine größere Konsolidierung eintritt. Der aktuelle Goldrausch könnte aber auch den Preis für eine Feinunze Gold problemlos bis auf 2.055 US-Dollar verteuern, ehe Gewinnmitnahmen den Bereich von 2.000 US-Dollar testen werden.

Eine Konsolidierung bis auf 1.862 US-Dollar dürfte keine große Überraschung für die Gold-Bullen darstellen, solange der Mitte März 2020 gestartete Aufwärtstrend (siehe grüne Linie im Chart) nicht per Schlusskurs durchbrochen wird. Falls die Aufwärtstrendlinie reißt, bietet sich das Level von 1.827 US-Dollar als nächste Unterstützung an. Spätestens bei 1.780 US-Dollar sollte Gold einen Boden finden, damit die Goldparty weitergehen kann.

Unterstützungen:

1. 1.862 US-Dollar

2. 1.827 US-Dollar

3. 1.780 US-Dollar

Widerstände:

1. 2.000 US-Dollar

2. 2.021 US-Dollar

3. 2.055 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 03.08. – 07.08.2020

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag03.08.202009:55 UhrDE: Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe
Montag03.08.202016:00 UhrUSA: ISM verarbeitendes Gewerbe
Dienstag04.08.202008:00 UhrDE: Handelsbilanz
Mittwoch05.08.202009:55 UhrDE: Markit PMI Gesamtindex
Mittwoch05.08.202010:00 UhrEU: Markit PMI Gesamtindex
Mittwoch05.08.202011:00 UhrEU: Einzelhandelsumsätze (Jahr)
Mittwoch08.05.202016:00 UhrUSA: ISM nicht-verarbeitendes Gewerbe
Donnerstag06.08.202008:00 UhrDE: Industrieproduktion (Monat)
Donnerstag06.08.202010:00 UhrEU: Wirtschaftsbulletin
Donnerstag06.08.202013:00 UhrUK: BoE Anleihenkaufprogramm
Donnerstag06.08.202013:00 UhrUK: Bank von England Sitzungsprotokoll
Donnerstag06.08.202013:00 UhrUK: BoE Zinssatzentscheidung
Freitag07.08.202014:30 UhrUSA: Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft

Risikohinweis:

Forex und CFD Trading ist spekulativ und daher nicht für jeden Investor geeignet. GBE brokers bietet Margin Trading an. Gehebelte Produkte können sich sowohl zu Ihrem Nachteil als auch zu Ihrem Vorteil auswirken. Sie sollten sich aller Risiken bewusst sein und nicht mehr Kapital einsetzen als Sie sich leisten können zu verlieren. Bevor Sie ein Konto eröffnen, lesen Sie bitte unseren Risiko Hinweis und unsere AGBs.

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