Elbblick Börsenbrief – KW 31/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

die vergangene Handelswoche stand ganz im Zeichen der angelaufenen Berichtssaison und der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed. Wie mehrheitlich erwartet, erhöhten die US-Währungshüter zur Bekämpfung der Inflation, die in den USA zuletzt mit 9,1 Prozent so hoch war wie seit rund vier Jahrzehnten nicht mehr, einstimmig den Leitzins um 75 Basispunkte, der nun in der Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent liegt. Damit eine fortdauernde Straffung der Geldpolitik nicht in eine Rezession mündet, deutete Notenbankchef Jerome Powell an, dass eine Verlangsamung des Tempos der Zinserhöhungen angemessen sein könnte. Dennoch verfolgt die Fed weiterhin das Ziel, die Inflation auf zwei Prozent zu senken.

Darüber hinaus nahmen die Anleger die Quartalszahlen, insbesondere die der großen US-Tech-Firmen, genaustens unter die Lupe, um herauszufinden, inwiefern die galoppierende Inflation, die abschwächende Konjunktur und die gestiegenen Zinsen ihre Spuren in den Unternehmensbilanzen hinterließen. So verfehlten beispielsweise Alphabet und Microsoft die Analystenschätzungen für Umsatz und Gewinn je Aktie. Dagegen präsentierte der iPhone-Hersteller Apple und der e-commerce-Riese Amazon glänzende Umsatzzahlen, die die Prognosen an der Wall Street übertrafen.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Der deutsche Leitindex DAX verteidigte in der vergangenen Handelswoche mit Bravour die 13.000er-Marke. Die im Anschluss gestartete Aufwärtsbewegung konnte noch nicht die Hürde bei 13.400 Punkten endgültig überwinden.

Charttechnischer Ausblick:

Durch den Test des ehemaligen Widerstandsbereichs bei rund 13.000 Zählern steht die seit dem Tagestief vom 14. Juli bei 12.432 Punkten begonnene Erholung auf stabileren Beinen. Sollte dazu der Ausbruch über 13.420 Zählern und über die dort verlaufende blaue 50-Tage-Linie gelingen, wäre der Weg bis zum 50%-Fibonacci-Retracement der Strecke Hoch vom 6. Juni (14.711 Punkten) und Jahrestief vom 5. Juli (12.385 Punkten) bei 13.545 Zählern frei. Oberhalb von 13.650 Zählern kommt es zur Schließung der Eröffnungslücke vom 13. Juni. Aus mittelfristiger Sicht ist der Bereich von 13.860 Punkten von entscheidender Bedeutung. Mit einem Tagesschlusskurs darüber dürfte der Leitindex für eine längere Zeit aus dem Gröbsten heraus sein und kann somit als Nächstes den horizontalen Widerstand bei 14.130 Punkten anpeilen.

Dagegen würde sich das Bild im Tageschart mit einem erneuten Abgleiten unter die 13.000er-Marke zunehmend verschlechtern. Ein erster Warnhinweis wäre dafür ein Abrutschten unter die Schwelle von 13.090 Punkten. In diesem Fall rücken die beiden horizontalen Unterstützungen bei 12.940 und 12.800 Punkten in den Vordergrund, von wo aus der Beginn einer neuen Aufwärtswelle denkbar wäre. Sollte der Index den Tageshandel jedoch unter 12.600 Punkten beenden, dürften im Bullenlager langsam, aber sicher die Lichter ausgehen und die ganze Arbeit der letzten Handelstage könnte somit für die Katz gewesen sein. Dies sollte die Bären-Gemeinde beflügeln, so dass die Ausbildung eines neuen Jahrestiefs im Bereich von 12.230 Zählern, dem 50%-Fibonacci-Retracement des Anstiegs vom März-Tief 2020 (8.187 Punkte) bis zum Allzeithoch (16.300 Punkte) die logische Konsequenz wäre.

Unterstützungen:

1. 13.090 Punkten

2. 12.940 Punkten

3. 12.800 Punkten

Widerstände:

1. 13.420 Punkten

2. 13.545 Punkten

3. 13.650 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Die europäische Gemeinschaftswährung Euro wehrte gegenüber dem US-Dollar zur Wochenmitte einen scharfen Rücksetzer unter 1,01 US-Dollar erfolgreich ab. Im Anschluss stieg der Währungskurs wieder über die graue 21-Tage-Linie, verharrte aber weiterhin unterhalb der Hürde bei 1,0280 US-Dollar.

Charttechnischer Ausblick:

Natürlich trägt die erfolgreiche Abwehr der Verkäufer-Attacke und der erneute Sprung über die 21-Tage-Linie zu einer zunehmenden Stabilisierung des Eurokurses knapp oberhalb der Parität bei. Doch solange das Hindernis bei 1,0280 US-Dollar nicht überwunden werden kann, ist es nur eine Frage der Zeit, bis erneut eine null vor dem Komma des Währungspaares steht. Eine leichte Entspannung dürfte die Überschreitung der Widerstandszone zwischen 1,0350 und 1,0370 US-Dollar herbeiführen. Die Betonung liegt allerdings auf „leicht“, denn bereits im Bereich von 1,0485 / 1,0550 US-Dollar schlagen die Verkäufer möglicherweise wieder stärker zurück. Nur oberhalb von 1,0642 US-Dollar kann sich der Euro, zumindest kurzfristig, dem hartnäckigen Abwärtssog entziehen.

Dass der Euro direkt an der ersten Hürde bei 1.0280 US-Dollar nach Erreichen der Parität abprallt, spricht möglicherweise für eine zeitnahe Fortsetzung des Abwärtstrends. Denn sollte das Währungspaar erneut unter 1,0070 US-Dollar rutschen, käme es höchstwahrscheinlich zu einem erneuten Abgleiten unter die Parität mit Ziel 0,9870 US-Dollar. Startet von hier aus keine größere Erholungsbewegung, dürften die Käufer den nächsten Versuch an den Tiefs vom August 2002 bei 0,9687 US-Dollar und vom September 2020 bei 0.9608 US-Dollar unternehmen. Spätestens im Bereich des Hochs vom Januar 2020 bei 0,9596 US-Dollar sollte mit einer stärkeren Gegenbewegung in Richtung der Parität gerechnet werden.

Unterstützungen:

1. 1,0070 US-Dollar

2. 0,9687 / 0,9870 US-Dollar

3. 0,9596 / 0,9608 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0350 / 1,0370 US-Dollar

2. 1,0485 / 1,0550 US-Dollar

3. 1,0642 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Mit Notierungen über 1.760 US-Dollar gelang dem Preis für eine Feinunze Gold zum Ende der letzten Börsenwoche einen kleinen Befreiungsschlag, nachdem das Edelmetall in der Woche zuvor ordentlich unter Druck geriet und zum vierten Mal seit März 2021 an der signifikanten Unterstützungszone zwischen 1.676 und 1.680 US-Dollar abprallte.

Charttechnischer Ausblick:

Die Stabilisierung oberhalb von 1.710 US-Dollar trug dazu bei, dass sich die Erholungsbewegung weiter in Richtung Norden ausdehnen konnte. Diese dürfte jedoch spätestens am horizontalen Widerstand bei 1.785 US-Dollar auf eine sehr harte Probe gestellt werden, da aus charttechnischer Sicht dieses ehemalige wichtige Auffangnetz nun zu einem großen Hindernis umgebaut werden könnte. Dadurch könnte sich der seit dem Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar eingeleitete Abwärtstrend fortsetzen mit der Folge von neuen Jahrestiefständen. Der große Befreiungsschlag würde den Gold-Bullen aber erst mit einem Tageschluss oberhalb von 1.815 US-Dollar gelingen. Nur so dürfte sich der Blick zunehmend wieder in Richtung des horizontalen Widerstands bei 1.840 US-Dollar richten. Ab hier, wo auch aktuell die orange 200-Tage-Linie entlangschlängelt, werden die Karten zwischen den beiden Börsentieren neu gemischt.

Auf der Unterseite baute der Goldpreis in den vergangenen Handelstagen mehrere neue horizontale Unterstützungen auf. Die erste befindet sich dabei bei 1.735 US-Dollar und würde bei einem erfolgreichen Test die nächste Aufwärtsbewegung in Richtung 1.800 US-Dollar einleiten. Zunehmend instabil wird das Chartbild, falls die Unterstützung bei 1.710 US-Dollar erneut auf den Prüfstand kommt. Wird die Prüfung hier nicht bestanden, gibt es noch eine kleine Chance auf eine stärkere Gegenbewegung bei 1.697 US-Dollar. Bei Ausbleiben dieser Bewegung müssen sich die Gold-Bullen höchstwahrscheinlich eng anschnallen. Ob Ihnen erneut ein Coup an der bedeutsamen Widerstandszone zwischen 1.676 und 1.680 US-Dollar gelingt, erscheint in diesem Fall mehr als fraglich. Eher muss mit einem dynamischen Abverkauf gerechnet werden, der das Potential besitzt, das 50%-Retracement zwischen Tief vom August 2018 (1.159 US-Dollar) und Rekordhoch vom August 2020 (2.075 US-Dollar) bei 1.617 US-Dollar in Windeseile zu testen. Erholungsversuche würden sich an den horizontalen Unterstützungslinien bei 1.659 und bei 1.645 US-Dollar anbieten.

Unterstützungen:

1. 1.735  US-Dollar

2. 1.697 / 1.710 US-Dollar

3. 1.676 / 1.680 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.785 US-Dollar

2. 1.815 US-Dollar

3. 1.840 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 01.08. – 05.08.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag01.08.202208:00 UhrDE: Einzelhandelsumsätze (Jun.)
Montag01.08.202209:55 UhrDE: Einkaufsmanagerindex (Jul.)
Montag01.08.202216:00 UhrUS: ISM Einkaufsmanagerindex (Jul.)
Dienstag02.08.202216:00 UhrUS: JOLTs Stellenangebote (Jul.)
Mittwoch03.08.202208:00 UhrDE: Handelsbilanz (Jun.)
Mittwoch03.08.202216:00 UhrUS: Auftragseingang (Jun.)
Donnerstag04.08.202208:00 UhrDE: Auftragseingang Industrie (Jun.)
Donnerstag04.08.202213:00 UhrGB: BoE Zinsentscheidung
Donnerstag04.08.202214:30 UhrUS: Handelsbilanz (Jun.)
Freitag05.08.202214:30 UhrUS: Beschäftigung ex-Agrar (Jul.)
Freitag 05.08.202214:30 Uhr US: Arbeitslosenquote (Jul.)

Risikohinweis

Forex und CFD Trading ist spekulativ und daher nicht für jeden Investor geeignet. GBE brokers Ltd. bietet Margin Trading an. Gehebelte Produkte können sich sowohl zu Ihrem Nachteil als auch zu Ihrem Vorteil auswirken. Sie sollten sich aller Risiken bewusst sein und nicht mehr Kapital einsetzen als Sie sich leisten können zu verlieren. Bevor Sie ein Konto eröffnen, lesen Sie bitte unsere Risikohinweise und unsere AGBs.

Haftungsausschluss
GBE brokers Ltd. gibt keine Anlageempfehlungen und übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit aller dargestellten Informationen. Darüber hinaus handelt es sich nicht um eine Handelsempfehlung und GBE brokers Ltd. haftet nicht für direkte oder indirekte Verluste, die aus den dargestellten Informationen resultieren.
Handeln Sie verantwortungsbewusst: CFDs sind komplexe Instrumente und bergen ein hohes Risiko, durch Hebelwirkung schnell Geld zu verlieren. 71,13% der Konten von Kleinanlegern verlieren Geld, wenn Sie CFDs bei diesem Anbieter handeln. Sie sollten abwägen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Jetzt teilen und bewerten

Artikelsuche

Wonach suchen Sie?

Populäre Artikel

Historischer Zinsentscheid der US-Notenbank

Auch wenn das, was die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) gestern Abend zu verkünden hatte, für den Aktienmarkt per se nicht erfreulich war, konnten sich die Märkte nach dem historischen Zinsentscheid

Mehr »
 Professioneller KundePrivatkunde
Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen