Elbblick Börsenbrief – KW 30/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

mit großer Spannung wurde am vergangenen Mittwoch die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) erwartet. Überraschend hoben die Währungshüter dabei den Leitzins um 50 Basispunkte an. Analysten hatten mit einen Zinsschritt von lediglich 0,25 Prozent gerechnet. Damit kam es zur ersten Zinserhöhung seit elf Jahren im Euroraum. Zudem wurde der Spitzenrefinanzierungssatz auf 0,75 Prozente erhöht, der Einlagesatz für Banken beträgt nun 0 Prozent. Außerdem hält die Notenbank eine weitere Zinsnormalisierung für „angemessen“, über die von Sitzung zu Sitzung entschieden werden soll. Des Weiteren stellte sie ein Programm mit dem Namen Transmission Protection Instrument (TPI) zur Begrenzung der Renditeabstände (Spreads) von Euroraum-Staatsanleihen vor.

In der anschließenden Pressekonferenz betonte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, dass die Entscheidung des EZB-Rats die Rückkehr zum mittelfristigen Inflationsziel sicherstellen soll. Darüber hinaus haben sich gemäß Lagarde die Risiken der Inflation – zumindest kurzfristig – intensiviert. Die längerfristigen Inflationserwartungen der EZB liegen aber weiterhin bei rund zwei Prozent.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Am vergangenen Dienstag schoss der deutsche Leitindex DAX mit voller Wucht über die 13.000er-Marke und biss sich im Anschluss innerhalb der Widerstandszone zwischen 13.360 und 13.420 Punkten regelrecht die Zähne aus. Die daraus entstandene Gegenbewegung wurde aber oberhalb von 13.000 Zählern gestoppt.

Charttechnischer Ausblick:

Durch die gegenwärtige Konsolidierung oberhalb der 13.000-Punkte-Marke sammeln möglicherweise die DAX-Bullen neue Kräfte, um die nächste Kaufwelle in Richtung 13.650 Punkten zu stemmen. So einfach wird es ihnen allerdings nicht gemacht, da die Bären bereits bei 13.420 und bei 13.545 Zählern, dem 50%-Fibonacci-Retracement der Strecke Hoch vom 6. Juni bei 14.711 Punkten und Jahrestief vom 5. Juli bei 12.385 Punkten, auf der Lauer liegen. Oberhalb von 13.650 Zählern kommt es zur Schließung der Eröffnungslücke vom 13. Juni. Aus mittelfristiger Sicht ist der Bereich von 13.860 Punkten von entscheidender Bedeutung. Mit einem Tagesschlusskurs darüber dürfte der Leitindex für eine längere Zeit aus dem Gröbsten heraus sein und kann als Nächstes den horizontalen Widerstand bei 14.130 Punkten anpeilen.

Es ist gut möglich, dass sich die aktuelle Konsolidierung bis auf 13.020 Punkten ausdehnt. Darunter dürfte die graue 21-Tage-Linie unterstützend wirken, die gegenwärtig bei ca. 12.940 Punkten verläuft. Tiefer sollte die Korrektur aus Bullen-Sicht nicht mehr ausfallen, da sich dadurch das Chartbild zunehmend eintrüben würde. Spätestens mit einer Beendigung des Tageshandels unterhalb von 12.800 Punkten dürften bei den DAX-Bullen die Alarmglocken läuten, da ihre harte Arbeit der letzten Tage komplett auf dem Spiel steht. In diesem Fall könnte die Bären-Gemeinde frische Morgenluft wittern, was die Chance auf die Ausbildung eines neuen Jahrestiefs im Bereich von 12.230 Zählern, dem 50%-Fibonacci-Retracement des Anstiegs vom März-Tief 2020 (8.187 Punkte) bis zum Allzeithoch (16.300 Punkte), erhöhen würde.

Unterstützungen:

1. 13.020 Punkten

2. 12.940 Punkten

3. 12.800 Punkten

Widerstände:

1. 13.420 Punkten

2. 13.545 Punkten

3. 13.650 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Die europäische Gemeinschaftswährung Euro setzte die Erholung gegenüber dem US-Dollar in der vergangenen Handelswoche über der Parität fort, nachdem der EUR/USD-Kurs in der Woche zuvor bis auf 0,9952 US-Dollar fiel. Allerdings geriet die Erholung bereits bei 1,0280 US-Dollar ins Stocken.

Charttechnischer Ausblick:

Dass der Euro direkt an der ersten Hürde bei 1.0280 US-Dollar nach Erreichen der Parität abprallt, spricht möglicherweise für eine zeitnahe Fortsetzung des Abwärtstrends. Denn sollte das Währungspaar erneut unter 1,0060 US-Dollar rutschen, käme es höchstwahrscheinlich zu einem erneuten Abgleiten unter die Parität mit Ziel 0,9870 US-Dollar. Startet von hier aus keine größere Erholungsbewegung, dürften die Käufer den nächsten Versuch an den Tiefs vom August 2002 bei 0,9687 US-Dollar und vom September 2020 bei 0.9608 US-Dollar unternehmen. Spätestens im Bereich des Hochs vom Januar 2020 bei 0,9596 US-Dollar sollte mit einer stärkeren Gegenbewegung in Richtung der Parität gerechnet werden.

Solange der Euro-Kurs unter der Widerstandszone zwischen 1,0350 und 1,0370 US-Dollar verharrt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis erneut eine null vor dem Komma steht. Kommt es aber zu einem Tagesschluss oberhalb dieser Zone, dürften die Hoffnungen der Euro-Käufer auf eine Wiederaufnahme der Erholung bis auf 1,0485 / 1,0550 US-Dollar neue Nahrung bekommen. Von wichtiger Natur ist jedoch der Bereich von 1,0642 US-Dollar. Nur darüber kann sich der Euro, zumindest kurzfristig, dem hartnäckigen Abwärtssog entziehen.

Unterstützungen:

1. 1,0060 US-Dollar

2. 0,9687 / 0,9870 US-Dollar

3. 0,9596 / 0,9608 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0350 / 1,0370 US-Dollar

2. 1,0485 / 1,0550 US-Dollar

3. 1,0642 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Am letzten Donnerstag prallte das gelbe Edelmetall Gold bereits zum vierten Mal seit März 2021 an der signifikanten Unterstützungszone zwischen 1.676 und 1.680 US-Dollar ab. Noch am gleichen Tag erholte sich der Kurs bis auf 1.720 US-Dollar.

Charttechnischer Ausblick:

Nun wird es wirklich spannend zu sehen, wie sich die Erholung seit dem Tief am Donnerstag bei 1.680 US-Dollar weiterentwickelt. Denn eines dürfte klar sein: kommt es zum Bruch der bedeutsamen Unterstützungszone, muss mit einem dynamischen Abverkauf gerechnet werden, der das Potential besitzt, das 50%-Retracement zwischen Tief vom August 2018 (1.159 US-Dollar) und Rekordhoch vom August 2020 (2.075 US-Dollar) bei 1.617 US-Dollar in Windeseile zu testen. Ob zuvor die horizontalen Unterstützungslinien bei 1.659 und bei 1.645 US-Dollar den Ansturm der Bären Stand halten können, bleibt fraglich.

Das zuvor beschriebene Szenario ist jederzeit möglich, solange der Goldpreis unter der Schwelle von 1.732 US-Dollar notiert. Selbst ein Anstieg auf 1.748 und 1.763 US-Dollar könnte lediglich nur dazu dienen, dass die Gold-Bären ihr Engagement erneut steigern, um endgültig den Bereich 1.676 – 1.680 US-Dollar zu knacken. Erst die Rückeroberung des horizontalen Widerstands bei 1.785 US-Dollar und insbesondere ein Tagesschlusskurs oberhalb von 1.805 US-Dollar treibt die Gold-Bären immer mehr in die Flucht und unterstützt dabei die Gold-Bullen, die Aufwärtsbewegung bis auf 1.840 US-Dollar fortzusetzen. Ab hier werden dann die Karten zwischen den beiden Börsentieren neu gemischt.

Unterstützungen:

1. 1.676 / 1.680  US-Dollar

2. 1.659 / 1.645 US-Dollar

3. 1.617 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.732 US-Dollar

2. 1.748 / 1.763 US-Dollar

3. 1.785 / 1.805 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 25.07. – 29.07.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag25.07.202210:00 UhrDE: ifo-Geschäftsklimaindex (Jul.)
Dienstag26.07.202216:00 UhrUS: CB Verbrauchervertrauen (Jul.)
Dienstag 26.07.202216:00 UhrUS: Verkäufe neuer Häuser (Jun.)
Mittwoch27.07.202214:30 UhrUS: Auftragseingang langlebige Güter (Jun.)
Mittwoch27.07.202220:00 UhrUS: Fed Zinsentscheidung
Mittwoch27.07.202220:30 UhrUS: Fed Pressekonferenz
Donnerstag28.07.202214:00 UhrDE: Verbraucherpreisindex (Jul.)
Donnerstag28.07.202214:30 UhrUS: Bruttoinlandsprodukt (Q2.2022)
Freitag29.07.202208:00 UhrDE: Bruttoinlandsprodukt (Q2.2022)
Freitag29.07.202209:55 UhrDE: Arbeitslosenquote (Jul.)
Freitag 29.07.202214:30 Uhr US: PCE Preisindex (Jun.)

Risikohinweis

Forex und CFD Trading ist spekulativ und daher nicht für jeden Investor geeignet. GBE brokers Ltd. bietet Margin Trading an. Gehebelte Produkte können sich sowohl zu Ihrem Nachteil als auch zu Ihrem Vorteil auswirken. Sie sollten sich aller Risiken bewusst sein und nicht mehr Kapital einsetzen als Sie sich leisten können zu verlieren. Bevor Sie ein Konto eröffnen, lesen Sie bitte unsere Risikohinweise und unsere AGBs.

Haftungsausschluss
GBE brokers Ltd. gibt keine Anlageempfehlungen und übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit aller dargestellten Informationen. Darüber hinaus handelt es sich nicht um eine Handelsempfehlung und GBE brokers Ltd. haftet nicht für direkte oder indirekte Verluste, die aus den dargestellten Informationen resultieren.
Handeln Sie verantwortungsbewusst: CFDs sind komplexe Instrumente und bergen ein hohes Risiko, durch Hebelwirkung schnell Geld zu verlieren. 71,13% der Konten von Kleinanlegern verlieren Geld, wenn Sie CFDs bei diesem Anbieter handeln. Sie sollten abwägen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Jetzt teilen und bewerten

Artikelsuche

Wonach suchen Sie?

Populäre Artikel

Historischer Zinsentscheid der US-Notenbank

Auch wenn das, was die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) gestern Abend zu verkünden hatte, für den Aktienmarkt per se nicht erfreulich war, konnten sich die Märkte nach dem historischen Zinsentscheid

Mehr »
 Professioneller KundePrivatkunde
Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen