Elbblick Börsenbrief – KW 26/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

in Deutschland dreht sich die Preisspirale weiter nach oben. Wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte, stiegen die deutschen Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte im Mai 2022 um 33,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und erreichten dabei den höchsten Anstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 1949. Seit Dezember 2021 klettern die Erzeugerpreise jeden Monat auf Jahressicht von Rekord zu Rekord. Die größten Preistreiber sind nach wie vor die steigenden Energiepreise, die im Mai um mehr als 87 Prozent höher lagen als ein Jahr zuvor und im Vergleich zum April 2022 um 2,5 Prozent gestiegen sind. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise legten die Erzeugerpreise im Mai um 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und um 1,2 Prozent gegenüber dem Vormonat zu.

In den USA stand am Mittwoch die Anhörung von US-Notenbankpräsident Jerome Powell vor dem Bankenausschuss des Senats und am Donnerstag vor dem Ausschuss des Repräsentantenhauses im Mittelpunkt. Dabei bekräftigte Powell, an der Inflationsbekämpfung festzuhalten. Gleichzeitig versuchte der Notenbankchef, die zuletzt aufgekommenen Rezessionsängste zu dämpfen: „Wir versuchen nicht, eine Rezession zu provozieren, und wir werden es wohl auch nicht müssen.“

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Nach einem freundlichen Start in die vergangene Handelswoche legte der deutsche Leitindex DAX zur Wochenmitte erneut den Rückwärtsgang ein und fiel unter die Marke von 12.900 Punkte. Dadurch erlitt der Index den dritten Wochenverlust in Folge.

Charttechnischer Ausblick:

Das Jahrestief vom 7. März bei 12.430 Zählern rückt langsam, aber sicher näher. Doch zwischen 12.630 und 12.720 Punkten besteht für die DAX-Bullen eine gute Chance auf einen Gegenschlag, da dort eine horizontale Unterstützung und die untere, rote Abwärtstrendlinie, die seit Mitte März zweimal als guter Support diente, verlaufen. Reißt jedoch dieses Auffangnetz und kommt es dazu nicht zu einem Doppeltief im Bereich von 12.400 Punkten, rückt das 50%-Fibonacci-Retracement des Anstiegs vom März-Tief 2020 (8.187 Punkte) bis zum Allzeithoch (16.300 Punkte) bei 12.245 Zählern in den Vordergrund. Darunter verlaufen die beiden horizontalen Support-Linien 12.040 und 11.950 Punkte, von wo aus dann eine stärkere Gegenbewegung in Richtung der 13.000er Marke starten könnte. Sollte diese dort ausbleiben, gäbe es die nächste Gelegenheit dazu bei 11.785 Punkten. Spätestens der Bereich des markanten Tagestief vom 30. Oktober 2020 bei 11.380 Punkten und dem 61,8%-Retracement der oben genannten Strecke bei 11.280 Zählern dürfte einige Bullen hinter dem Kamin hervorlocken.

Um das zuvor beschriebene bärische Szenario abzuwenden, benötigen die DAX-Bullen ein paar Sahnetage, um das Vertrauen der breiten Anlegerschaft wieder zurückzugewinnen. Der erste dieser Tage könnte mit einem Tagesschluss oberhalb von 13.210 Punkten versüßt werden. Sollte dies gelingen, wären die DAX-Bullen in der Pflicht, die Gunst der Stunde zu nutzen und einen Anstieg bis auf 13.550 Zähler herbeizuführen. Doch erst die Beendigung des Tageshandels oberhalb von 13.650 Punkten führt zu einer deutlichen Entspannung und dadurch würden sich die Chancen auf eine Erholung bis auf 13.860 Punkte, vielleicht sogar bis auf 14.030 / 14.130 Zähler erhöhen. Darüber übernehmen die Bullen wieder das DAX-Steuerrad.

Unterstützungen:

1. 12.630 / 12.720 Punkten

2. 12.400 / 12.430 Punkten

3. 12.245 Punkten

Widerstände:

1. 13.210 Punkten

2. 13.550 / 13.650 Punkten

3. 13.860 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Die Gemeinschaftswährung Euro versuchte in den letzten Handelstagen gegenüber dem US-Dollar die Erholungsbewegung vom Tief am 15. Juni bei 1,0359 US-Dollar fortzusetzen. Doch richtig vom Fleck kam die Einheitswährung dabei nicht.

Charttechnischer Ausblick:

Aktuell notiert der EUR/USD-Kurs unterhalb der grauen 21- und der blauen 50-Tage-Linie, die beide momentan eng zusammen verlaufen, sowie weiterhin unter der seit dem 10. Februar gültigen roten Abwärtstrendlinie. Diese bärischen Signale könnten mit einem regelkonformen Ausbruch über die Widerstandszone zwischen 1,0615 und 1,0642 US-Dollar umgehend ausgewichen werden. Darüber hinaus erhöht sich dadurch die Wahrscheinlichkeit auf ein Doppeltief im Bereich von 1,0350 US-Dollar, was für eine kurzfristige Bodenbildung sprechen würde. Ein Tagesschluss oberhalb von 1,08 US-Dollar dürfte dies wohl bestätigen. Im nächsten Schritt könnte es schnell in Richtung 1,0865 und 1,0940 US-Dollar gehen. Die Voraussetzungen für dieses Erholungsszenario sind einerseits die Überwindung des horizontalen Widerstands bei 1,0642 US-Dollar und andererseits kein Tagesschluss unterhalb von 1,0425 US-Dollar.

Sollten diese Voraussetzung nicht erfüllt werden, überwiegen die Argumente, die für eine Weiterführung der Euro-Abwertung in Richtung der Parität sprechen. In diesem Fall könnten das Monatshoch vom Juli 2002 bei 1,0210 US-Dollar und die horizontale Unterstützung bei 1,0190 US-Dollar noch einen Schutzwall bilden, bevor es zum großen Showdown im Bereich der Parität kommt. Gewinnen hier die Verkäufer die Oberhand, kann es schnell in Richtung 0,95/0,96 US-Dollar gehen. Spätestens auf diesem Niveau dürften die Käufer alles daran setzten, die Parität wieder zurückzuerobern.

Unterstützungen:

1. 1,0425 US-Dollar

2. 1,0190 / 1,0210 US-Dollar

3. 1,0000 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0615 / 1,0642 US-Dollar

2. 1,0800 / 1,0860 US-Dollar

3. 1,0940 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

In den vergangenen Handelstagen trat das gelbschimmernde Edelmetall Gold mehr oder weniger auf der Stelle. Die deutliche Verringerung der Volatilität im Vergleich zur Vorwoche passt perfekt in dieses Bild.

Charttechnischer Ausblick:

Der Goldpreis steckt weiterhin in einer zähen und komplexen Konsolidierung, aus der sowohl die Weiterführung des langfristigen Aufwärtstrends als auch die Fortsetzung des Abwärtstrends vom Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar vorstellbar wäre. Ein Tagesschlusskurs oberhalb von 1.875 US-Dollar könnte das erste Szenario begünstigen. Dabei kann die Überwindung der horizontalen Widerstandslinie bei 1.858 US-Dollar als erster Frühindikator dienen.  Die anschließende Aufwärtsbewegung besitzt dann das Potential für einen Anstieg bis auf 1.892 US-Dollar und zum 38,2%-Retracement bei 1.894 US-Dollar der Strecke zwischen Jahreshoch und dem Mai-Tief. Entscheidend für die mittelfristige Ausrichtung ist der Preisbereich zwischen 1.910 und 1.917 US-Dollar. Solange das Edelmetall darunter notiert, bleibt der Abwärtstrend vom Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar weiterhin intakt. Umgekehrt wäre der Weg darüber bis 1.928 und sogar bis 1.940 US-Dollar frei. Kurse oberhalb von 1.962 US-Dollar dürften dann die Fortführung des langfristigen Aufwärtstrends endgültig bestätigen.

Ertönt dagegen die Schlussglocke im Tageshandel bei einem Kurs unterhalb von 1.805 US-Dollar, muss mit einer Fortsetzung des mittelfristigen Abwärtstrends in Richtung des Mai-Tiefs bei 1.786 US-Dollar gerechnet werden. Sollte zudem die Unterstützung bei 1.780 US-Dollar den Verkäufen nicht standhalten, rückt die Horizontalunterstützung bei 1.766 US-Dollar in den Vordergrund. Auf diesem Niveau dürfte Gold für Käufer wieder attraktiver werden, so dass eine Aufwärtsbewegung bis zur 1.800er Marke denkbar wäre. Unterhalb von 1.766 US-Dollar wird es zunehmend kritisch. Ein Tagesschluss darunter führt möglicherweise zu einer Fortsetzung der Abwärtsbewegung bis zum Unterstützungskorridor zwischen 1.745 und 1.750 US-Dollar. Hier dürften die Käufer wieder zur Stelle sein und versuchen, das Edelmetall in Richtung 1.800 US-Dollar zu pushen.

Unterstützungen:

1. 1.805  US-Dollar

2. 1.780 US-Dollar

3. 1.766 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.858 / 1.875 US-Dollar

2. 1.892 / 1.894 US-Dollar

3. 1.910 / 1.917 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 27.06. – 01.07.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag27.06.202214:30 UhrUS: Auftragseingänge langlebige Güter (Mai)
Montag27.06.202216:00 UhrUS: Schwebende Hausverkäufe (Mai)
Dienstag 28.06.202208:00 UhrDE: GfK Konsumklima (Jul.)
Dienstag28.06.202214:30 UhrUS: Warenhandelsbilanz (Mai)
Mittwoch29.06.202214:00 UhrDE: Verbraucherpreisindex (Jun.)
Mittwoch29.06.202214:30 UhrUS: Bruttoinlandsprodukt (Q1.2022)
Donnerstag30.06.202209:55 UhrDE: Arbeitslosenquote (Jun.)
Donnerstag30.06.202214:30 UhrUS: PCE Preisindex (Mai)
Freitag01.07.202209:55 UhrDE: Einkaufsmanagerindex (Jun.)
Freitag01.07.202216:00 UhrUS: Einkaufsmanagerindex (Juni)

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Hauptwährungspaare1:2001:30
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Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
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