Elbblick Börsenbrief – KW 25/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed war das alles beherrschende Thema in der vergangenen Handelswoche. Erstmals seit 1994 hoben die Währungshüter am vergangenen Mittwoch den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf eine Spanne von nun 1,5 bis 1,75 Prozent an. Nach dem die Verbraucherpreise für Mai stärker stiegen als erwartet, rechneten viele Marktteilnehmer mit einem größeren Zinssprung. In der anschließenden Pressekonferenz erklärte US-Notenbankpräsident Jerome Powell, dass der Zinsschritt ungewöhnlich groß ausgefallen sei und er erwarte nicht, dass Zinserhöhungen in dieser Größenordnung künftig üblich sein würden. Zuletzt nahmen die Ängste einer Rezession in den USA zu, welche durch eine noch straffere Geldpolitik der Fed zur Bekämpfung der galoppierenden Inflation ausgelöst werden könnte.

Auch die britische Notenbank Bank of England (BoE) und die Schweizer Nationalbank SNB erhöhten in der letzten Woche ihre Leitzinsen. Während die BoE zum fünften Mal in Folge den Zinssatz um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent anhob, erhöhte die SNB überraschend ihren Leitzins um einen halben Prozentpunkt auf minus 0,25 Prozent. Es war die erste Zinserhöhung in der Schweiz seit 2007. Zudem stellte SNB-Präsident Thomas Jordan weitere Zinserhöhungen in Aussicht, falls der Inflationsdruck weiter zunimmt.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Die herben Verluste gleich zum Wochenauftakt deuteten bereits an, dass es für den deutschen Leitindex DAX eine schwierige Handelswoche werden wird. Und so kam es auch, insbesondere am Donnerstag, als der Index zum ersten Mal seit Anfang März die wichtige Marke von 13.000 Punkten unterschritt.

Charttechnischer Ausblick:

Die DAX-Bären haben jetzt komplett das Ruder übernommen und werden nun alles versuchen, um den DAX-Kurs in Richtung des Jahrestiefs bei 12.430 Zählern zu lenken. Bis es dazu kommt, könnte die horizontale Unterstützung, die sich im Vier-Stundenchart Anfang März gebildet hat, einen ersten Schutz gegen neue Jahrestiefs bieten. Dieser dürfte allerdings bei einem größeren Verkaufsdruck schnell brüchig werden, so dass neue Tiefstände die mögliche Folge wären. Falls es nicht zu einem Doppeltief im Bereich von 12.400 Punkten kommt, rückt das 50%-Fibonacci-Retracement des Anstiegs vom März-Tief 2020 (8.187 Punkte) bis zum Allzeithoch (16.300 Punkte) bei 12.245 Zählern in den Vordergrund. Darunter verlaufen die beiden horizontalen Support-Linien bei 12.040 und 11.950 Punkten, von wo aus dann eine stärkere Gegenbewegung in Richtung der 13.000er Marke starten könnte. Sollte diese dort ausbleiben, gäbe es die nächste Gelegenheit dazu bei 11.785 Punkten. Spätestens im Bereich des markanten Tagestief vom 30. Oktober 2020 bei 11.380 Punkten und dem 61,8%-Retracement der oben genannten Strecke bei 11.280 Zählern sollten einige Bullen hinter dem Kamin hervorlocken.

Auf der Oberseite dürften nun ehemalige Unterstützungen den Weg in Richtung Norden versperren. Die erste liegt bei 13.220 Punkten und stellt den ersten „Charaktertest“ einer möglichen Erholung dar. Sollte der DAX-Kurs darunter verharren, spräche vieles für eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung auf die oben genannten Unterstützungen. Der nächste Test ergibt sich im Bereich von 13.375 Zählern. Doch erst die Beendigung des Tageshandels oberhalb von 13.650 Punkten führt zu einer deutlichen Entspannung und dadurch würden sich die Chancen auf eine Erholung bis auf 13.860 Punkten, vielleicht sogar bis auf 14.030 / 14.130 Zählern erhöhen. Darüber übernehmen die Bullen wieder das DAX-Steuerrad.

Unterstützungen:

1. 12.720 Punkten

2. 12.400 / 12.430 Punkten

3. 12.245 Punkten

Widerstände:

1. 13.220 Punkten

2. 13.375 Punkten

3. 13.650 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Die Gemeinschaftswährung Euro war in den letzten Handelstagen gegenüber dem US-Dollar drauf und dran, ein neues Mehrjahrestief zu markieren. Doch kurz vor Erreichen des aktuellen bei 1,0350 US-Dollar bekam die Einheitswährung plötzlich Rückenwind und stieg über die Marke von 1,06 US-Dollar.

Charttechnischer Ausblick:

Die Hoffnungen der Euro-Käufer auf die Bildung eines Doppeltiefs bei 1,0350 US-Dollar sind durchaus berechtigt, da das Tief vom Januar 2017 bei 1,0340 US-Dollar diesen Unterstützungsbereich zusätzlich verstärkt. Der erste Hinweis auf die Ausbildung eines Doppeltiefs würde ein Tagesschluss oberhalb von 1,08 US-Dollar geben. Dadurch könnte es schnell in Richtung 1,0865 und 1,0940 US-Dollar gehen. Die Voraussetzungen für dieses Erholungsszenario sind die Überwindung des horizontalen Widerstands bei 1,0642 US-Dollar und kein Tagesschluss unterhalb von 1,0425 US-Dollar.

Sollten diese Voraussetzung nicht erfüllt werden, überwiegen die Argumente, die für eine Weiterführung der Euro-Abwertung in Richtung der Parität sprechen. In diesem Fall könnten das Monatshoch vom Juli 2002 bei 1,0210 US-Dollar und die horizontale Unterstützung bei 1,0190 US-Dollar noch einen Schutzwall bilden, bevor es zum großen Showdown im Bereich der Parität kommt. Gewinnen hier die Verkäufer die Oberhand, kann es schnell in Richtung 0,95/0,96 US-Dollar gehen. Spätestens auf diesem Niveau dürften die Käufer alles daran setzten, die Parität wieder zurückzuerobern.

Unterstützungen:

1. 1,0425 US-Dollar

2. 1,0190 / 1,0210 US-Dollar

3. 1,0000 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0865 US-Dollar

2. 1,0922 / 1,0940 US-Dollar

3. 1,1056 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Äußerst nervös startete der vermeintlich „sichere Hafen“ Gold in die vergangene Handelswoche. Zunächst notierte am Montag das Edelmetall bei 1.878 US-Dollar auf dem höchsten Stand seit dem 9. Mai, doch gleich im Anschluss fiel der Goldpreis dynamisch bis auf 1.805 US-Dollar, ehe von dort aus eine Erholungsrally startete und die Feinunze auf über 1.850 US-Dollar verteuerte.

Charttechnischer Ausblick:

Gold steckt weiterhin in einer komplexen Konsolidierung fest, aus der sowohl die Weiterführung des langfristigen Aufwärtstrends als auch die Fortsetzung des Abwärtstrends vom Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar vorstellbar wäre. Ein Tagesschlusskurs oberhalb von 1.875 US-Dollar könnte das erste Szenario begünstigen. Die anschließende Aufwärtsbewegung besitzt dann das Potential für einen Anstieg bis auf 1.892 US-Dollar und zum 38,2%-Retracement bei 1.894 US-Dollar der Strecke zwischen Jahreshoch und dem Mai-Tief. Entscheidend für die mittelfristige Ausrichtung ist der Preisbereich zwischen 1.910 und 1.917 US-Dollar. Solange das Edelmetall darunter notiert, bleibt der Abwärtstrend vom Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar weiterhin intakt. Umgekehrt wäre der Weg darüber bis 1.928 und sogar bis 1.940 US-Dollar frei. Kurse oberhalb von 1.962 US-Dollar dürften dann die Fortführung des langfristigen Aufwärtstrends endgültig bestätigen.

Ertönt dagegen die Schlussglocke im Tageshandel bei einem Kurs unterhalb von 1.805 US-Dollar, muss mit einer Fortsetzung des mittelfristigen Abwärtstrends in Richtung des Mai-Tiefs bei 1.786 US-Dollar gerechnet werden. Sollte auch die Unterstützung bei 1.780 US-Dollar den Verkäufen nicht standhalten, rückt die Horizontalunterstützung bei 1.766 US-Dollar in den Vordergrund. Auf diesem Niveau dürfte Gold für Käufer wieder attraktiver werden, so dass eine Aufwärtsbewegung bis zur 1.800er Marke denkbar wäre. Unterhalb von 1.766 US-Dollar wird es zunehmend kritisch. Ein Tagesschluss darunter führt möglicherweise zu einer Fortsetzung der Abwärtsbewegung bis zum Unterstützungskorridor zwischen 1.745 und 1.750 US-Dollar. Hier dürften die Käufer wieder zur Stelle sein und versuchen, das Edelmetall erneut in Richtung 1.800 US-Dollar zu pushen.

Unterstützungen:

1. 1.805  US-Dollar

2. 1.780 US-Dollar

3. 1.766 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.875 US-Dollar

2. 1.892 / 1.894 US-Dollar

3. 1.910 / 1.917 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 20.06. – 24.06.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag20.06.202208:00 UhrDE: Erzeugerpreisindex (Mai)
Dienstag21.06.202216:00 UhrUS: Verkäufe bestehender Häuser (Mai)
Mittwoch22.06.202208:00 UhrUK: Verbraucherpreisindex (Mai)
Mittwoch22.06.202216:00 UhrUS: Anhörung Fed-Chef Jerome Powell
Donnerstag23.06.202209:30 UhrDE: Einkaufsmanagerindex (Mai)
Donnerstag 23.06.202214:30 UhrUS: Leistungsbilanz (Q1.2022)
Donnerstag23.06.202215:45 UhrUS: Einkaufsmanagerindex (Mai)
Donnerstag23.06.202216:00 UhrUS: Anhörung Fed-Chef Jerome Powell
Freitag24.06.202210:00 UhrDE: ifo-Geschäftsklimaindex (Jun.)
Freitag24.06.202216:00 UhrUS: Verkäufe neuer Häuser (Mai)

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Maximale Hebelsätze
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Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
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