Elbblick Börsenbrief – KW 24/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

mit großer Spannung verfolgten die Anleger am vergangenen Donnerstag die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Wie erwartet, beließ die EZB die Leitzinsen auf dem Rekordtief bei 0,0 Prozent und den Einlagesatz für die Banken bei minus 0,5 Prozent. Gleichzeitig beschloss der EZB-Rat, die milliardenschweren Netto-Anleihekäufe zum 1. Juli zu beenden. Angesichts der hohen Inflation von 8,1 Prozent im Euroraum werden die Währungshüter zukünftig Maßnahmen zur Normalisierung ihrer Geldpolitik ergreifen. Laut dem Statement zum Zinsentscheid sollen dabei die Leitzinsen zum ersten Mal seit 11 Jahren in der nächsten Ratssitzung im Juli und anschließend im September um jeweils 25 Basispunkte angehoben werden, wobei eine Anhebung von 50 Basispunkten nicht ausgeschlossen wurde. In der anschließenden Pressekonferenz sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, dass die Inflation eine Zeitlang hoch bleiben wird und die Bedingungen für eine Zinsanhebung erfüllt sind.

Währenddessen sind in den USA die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe im Vergleich zur Vorwoche um 27.000 auf 229.000 gestiegen, wie das US-Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Die Erwartung lag laut der Umfrage von Dow Jones Newswire bei einem Anstieg auf 210.000 Anträge. Demnach erhielten in der Woche zum 28. Mai rund 1,3 Millionen Amerikaner eine Arbeitslosenunterstützung.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Freundlich startete der deutsche Leitindex DAX in die vergangene Handelswoche und markierte gleich am Pfingstmontag bei 14.711 Punkten ein frisches Zwei-Monatshoch. Doch zwei Tage später folgte die kalte Dusche und der Index düste im Sauseschritt in Richtung der 14.000-Punkte-Marke, die am Freitag unterschritten wurde.

Charttechnischer Ausblick:

Dass das deutsche Aktienbarometer bereits einige Zähler vor der signifikanten Widerstandszone zwischen 14.815 und 15.040 Punkten einknickte, war für die DAX-Bullen natürlich eine herbe Klatsche. Nun müssen sie höllisch aufpassen, dass die DAX-Bären ihnen das Ruder nicht komplett aus der Hand reißen, mit der Folge der Fortsetzung des seit Januar gestarteten Abwärtstrends. Dies könnte bereits mit einem Tagesschlusskurs unterhalb von 13.860 Zählern geschehen. Im Bereich von 13.560 und 13.620 Punkten wird es dann allerhöchste Eisenbahn für die DAX-Bullen, eine Wende herbeizuführen. Sollte es Ihnen nicht gelingen, kann es ruck zuck zur Unterstützungszone zwischen 13.030 und 13.105 Zählern gehen. Gelingt den Bullen von hier aus kein größeres Comeback in Richtung der 14.000er Marke, werden neue Jahrestiefs wahrscheinlicher.

Beendet der DAX den Tageshandel oberhalb von 14.350 Punkten, dürfte sich das Blatt zugunsten der Bullen wieder wenden. Davor müssen sie allerdings noch die Hürde bei 14.190 Zähler knacken. Über 14.500 Punkten wäre der Weg bis auf 14.730 und 14.815 Punkten frei. Hier könnte der Anstieg erneut ins Stocken geraten und einen Vorgeschmack auf den großen Fight der beiden Börsentiere zwischen 14.900 und 15.040 Zählern liefern.

Unterstützungen:

1. 13.860 Punkten

2. 13.560 / 13.620 Punkten

3. 13.030 / 13.105 Punkten

Widerstände:

1. 14.190 Punkten

2. 14.350 Punkten

3. 14.500 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Bis zum Donnerstag zeigte sich das Währungspaar EUR/USD unentschlossen und handelte in engen Tagesspannen seitwärts. Unmittelbar nach der EZB-Zinsentscheidung kam es zunächst zum Ausbruch über die seit dem 10. Februar gültige rote Abwärtstrendlinie. Doch die Freude der Käufer über den Erfolg währte nur kurz, da die Verkäufer kräftig zum Gegenschlag ausholten.

Charttechnischer Ausblick:

Jetzt sind die Euro-Käufer gefordert, um ein größeres Unheil abzuwenden. Dafür müssten sie verstärkt im Bereich zwischen 1,0568 und 1,0515 US-Dollar ihre Kaufkraft unter Beweis stellen, um von dort aus den nächsten Versuch einer Erholung in Richtung 1,08 US-Dollar zu starten. Spätestens bei 1,0460 US-Dollar sollten die Käufer zur Abwehr des bärischen Szenarios noch einmal alles in die Waagschale werfen. Kommt es jedoch zu einem Tagesschluss unter 1,0460 US-Dollar, dürfte es für die Euro-Welt wieder sehr düster aussehen und das Tief vom Januar 2017 bei 1,0340 US-Dollar wäre in greifbarer Nähe. Darunter befindet sich am Monatshoch vom Juli 2002 bei 1,0210 US-Dollar die nächste, wichtige Unterstützung, bevor es zum großen Showdown im Bereich der Parität kommt. Gewinnen hier die Verkäufer die Oberhand, kann es schnell in Richtung 0,95/0,96 US-Dollar gehen. Spätestens ab hier dürften die Käufer alles daran setzten, die Parität wieder zurückzuerobern.

Momentan ist die Tür am 38,2%-Fibonacci-Retracement der Strecke Jahreshoch (1,1495 US-Dollar) und Jahrestief (1,0350 US-Dollar) bei 1,0786 US-Dollar für weitere Anstiege wie zugenagelt. Gelingt es den Käufern die Nägel herauszuziehen, folgt die nächste Prüfung der Erholungsbewegung bei 1,0865 US-Dollar, dem 61,8%-Fibonacci-Retracement der Strecke Tageshoch am 31. März bei 1,1185 US-Dollar und Jahrestief bei 1,0350 US-Dollar. Darüber dürfte die Euro-Erholung an der Widerstandszone zwischen 1,0922 und 1,0940 US-Dollar erneut zum Erliegen kommen und die Euro-Abwertung könnte von dort aus wieder Fahrt in Richtung des Jahrestiefs aufnehmen. Wichtig für die Bestätigung einer möglichen mittelfristigen Bodenbildung wird das Verhalten am 61,8%-Retracements bei 1,1056 US-Dollar des oben genannten Abschnitts zwischen Jahreshoch und Jahrestief sein. Ein Tagesschluss darüber ebnet möglicherweise den Weg bis auf 1,1230 / 1,1280 US-Dollar. Ab hier werden die Karten dann für die weitere mittelfristige Ausrichtung neu gemischt.

Unterstützungen:

1. 1,0568 / 1.0515 US-Dollar

2. 1,0460 US-Dollar

3. 1,0340 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0865 US-Dollar

2. 1,0922 / 1,0940 US-Dollar

3. 1,1056 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Einen eher gemächlichen Wochenhandel erlebte das Edelmetall Gold. Auf der Oberseite war bereits bei 1.860 US-Dollar Schluss, während auf der Unterseite sowohl die graue 21- als auch die orange 200-Tage-Linie im Bereich von 1.840 US-Dollar unterstützend wirkten.

Charttechnischer Ausblick:

Nach wie vor verharrt der Goldpreis unterhalb des 38,2%-Fibonacci-Retracements bei 1.867 US-Dollar der Strecke April-Hoch bei 1.998 US-Dollar und Mai-Tief bei 1.786 US-Dollar, was als Kursschwäche interpretiert werden könnte und für eine Fortsetzung des seit dem April-Hoch bestehenden Abwärtstrends sprechen würde. Auf der anderen Seite wurde die Erholung seit dem Mai-Tief nicht stärker korrigiert, ein Argument für eine Stabilisierung der Erholung. Somit wäre auch eine Weiterführung des Anstiegs denkbar. Genau dafür benötigt das Edelmetall einen Tagesschluss oberhalb von 1.874 US-Dollar. Die anschließende Aufwärtsbewegung besitzt dann das Potential für einen Anstieg bis auf 1.892 US-Dollar und zum 38,2%-Retracement bei 1.894 US-Dollar der Strecke zwischen Jahreshoch und dem Mai-Tief. Entscheidend für die mittelfristige Ausrichtung ist der Preisbereich zwischen 1.910 und 1.917 US-Dollar. Solange das Edelmetall darunter notiert, bleibt der Abwärtstrend vom Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar weiterhin intakt. Umgekehrt wäre der Weg darüber bis 1.928 und sogar bis 1.940 US-Dollar frei.

Ertönt die Schlussglocke im Tageshandel bei einem Kurs unterhalb von 1.830 US-Dollar, muss mit einer Fortsetzung des mittelfristigen Abwärtstrends in Richtung des Jahrestiefs gerechnet werden. Auf dem Weg dorthin könnte allerdings die Unterstützungslinie bei 1.820 US-Dollar eine nächste Kaufwelle ins Rollen bringen. Falls nicht, besteht die letzte Chance der Gold-Bullen auf den Beginn einer neuen Aufwärtsbewegungen dann an der Horizontalunterstützung bei 1.807 US-Dollar. Darunter überwiegen die Argumente, die für eine Fortsetzung des mittelfristigen Abwärtstrends bis auf 1.780 US-Dollar sprechen.

Unterstützungen:

1. 1.820 / 1.830  US-Dollar

2. 1.807 US-Dollar

3. 1.780 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.874 US-Dollar

2. 1.892 / 1.894 US-Dollar

3. 1.910 / 1.915 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 13.06. – 17.06.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag13.06.202208:00 UhrUK: Bruttoinlandsprodukt (Q1.2022)
Dienstag14.06.202211:00 UhrDE: ZEW - Konjunkturerwartungen (Mai)
Dienstag14.06.202214:30 UhrUS: Erzeugerpreisindex (Mai)
Mittwoch15.06.202208:00 UhrDE: Großhandelspreisindex (Mai)
Mittwoch15.06.202214:30 UhrUS: Einzelhandelsumsätze (Mai)
Mittwoch15.06.202220:00 UhrUS: Fed Zinsentscheidung
Mittwoch15.06.202220:30 UhrUS: Fed Pressekonferenz
Donnerstag16.06.202209:30 UhrCH: SNB Zinsentscheidung
Donnerstag 16.06.202213:00 UhrUK: BoE Zinsentscheidung
Freitag17.06.202211:00 UhrEU: Verbraucherpreisindex (Mai)

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Hauptwährungspaare1:2001:30
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Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
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