Elbblick Börsenbrief – KW 21/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

noch immer wird der Markt durch die Unsicherheit gebremst, die sich aus der ungünstigen Kombination aus hohen Inflationsraten, einem steigenden Leitzins und den vielfältigen wirtschaftlichen Unsicherheiten wie den Folgen des Kriegs in der Ukraine und Knappheiten bei vielen Gütern ergibt. Die vielen wirtschaftlichen Belastungen hinterlassen am US-Arbeitsmarkt erste Spuren, die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in der vergangenen Woche höher ausgefallen als erwartet. Die Zahl kletterte um 21.000 auf 218.000, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte.

Im Kreis der Europäischen Zentralbank wird der Ruf nach schnellem Handeln im Kampf gegen die hohe Inflation lauter. Dies belegen auch die am Donnerstag veröffentlichten Protokolle der Zinssitzung des EZB-Rats von Mitte April. „Einige Mitglieder sahen es als wichtig an, ohne unnötigen Verzug zu handeln“, heißt es darin.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Am Dienstag schaffte das deutsche Kursbarometer DAX den Sprung über die seit Januar verlaufende rote Abwärtstrendlinie. Doch bereits einen Tag später kam die kalte Dusche und der Leitindex setzte unter hohem Verkaufsdruck erneut unter 14.000 Punkte zurück.

Charttechnischer Ausblick:

Für die DAX-Bullen war der Ausbruchsversuch über die rote Abwärtstrendlinie ein Satz mit X: das war wohl nix! Trotzdem sollten sie den Kopf nicht in den Sand setzten, weil solange der DAX-Kurs oberhalb der Unterstützungszone zwischen 13.590 und 13.620 Punkten notiert, besteht weiterhin eine Chance auf einen endgültigen Ausbruch über die rote Abwärtstrendlinie. Darunter wird es allerdings zunehmend kritisch, da ein erneuter Test der unteren Begrenzung (im Chart grün eingezeichnet) des Trendkanals zum Bruch führen könnte. Allerdings besteht dann die Möglichkeit, dass es hier, wie beim Überschreiten der roten Abwärtstrendlinie, ebenfalls zu einem Fehlausbruch kommen wird. Denn nicht weit von der unteren Begrenzung entfernt befindet sich das wichtige Auffangbecken zwischen 13.030 und 13.105 Zählern, von wo aus die nächste Kaufwelle in Richtung der 14.000er Marke starten könnte. Dagegen spräche ein Tagesschluss unter 13.000 Zähler für die Fortsetzung der Abwärtsbewegung. Bevor jedoch das Jahrestief bei 12.430 Punkten angesteuert wird, bietet möglicherweise der Bereich bei 12.720 Zählern einen Support. Falls nicht, rücken die Kursziele bei 12.245 und 12.040 Punkten in den Vordergrund.

Nach der herben Schlappe an der roten Abwärtstrendlinie müssen die Bullen erstmal tief durchatmen und darüber hinaus Kraft für den nächsten Aufwärtsschub tanken. Bugsieren die Bullen den DAX erneut über die rote Abwärtstrendlinie, dürfte die Ausbruchsbewegung deutlicher heftiger werden und die Hürden bei 14.320 und 14.430 Punkten wären die nächsten Ziele auf der Oberseite. Gut möglich, dass die Reise in Richtung Norden ohne große Unterbrechungen bis auf 14.600 Zähler weitergeht. Hier könnte die Luft für die DAX-Bullen wieder dünner werden und ein Rücksetzer zur 14.000er Marke sollte eingeplant werden. Rollt anschließend die nächste Kaufwelle an, besitzt diese das Potential, in die markante Widerstandszone zwischen 14.815 und 15.040 Punkten vorzustoßen, wo ein zähes Ringen zwischen Bullen und Bären zu erwarten ist. Durch einen Tagesschlusskurs oberhalb der orangen 200-Tage-Linie, die seit dem 2. Februar 2022 nicht mehr überquert wurde und aktuell bei 15.150 Punkten tendiert, dürfte die Bullensause bis auf 15.295 Zähler weitergehen.  Allerdings sollte spätestens im Bereich des Horizontalwiderstands bei 15.440 Punkten ein größerer Bärenangriff in Richtung der 15.000er Marke eingeplant werden.

Unterstützungen:

1. 13.590 /13.620 Punkten

2. 13.030 / 13.105 Punkten

3. 12.720 Punkten

Widerstände:

1. 14.320 Punkten

2. 14.430 Punkten

3. 14.600 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Die Einheitswährung Euro erholte sich in den vergangenen Handelstagen vom Fünf-Jahres-Tief der Vorwoche bei 1,0349 US-Dollar. Jedoch legte das Währungspaar nahe der grauen 21-Tage-Linie erneut den Rückwärtsgang ein.  

Charttechnischer Ausblick:

Wirklich entscheidende Chartmarken konnte der Euro bei seiner bisherigen Erholungsbewegung nicht knacken. Nicht nur die graue 21-Tage-Linie, sondern auch die Horizontalunterstützung bei 1,0585 US-Dollar stellen weiterhin die ersten wichtigen Hürden da. Darüber erhellt sich der Tag für die Gemeinschaftswährung mit einem Tagesschlusskurs über 1,0648 US-Dollar zunehmend. Auf einen größeren Widerstand dürfte der Euro im Bereich von 1,0756 und 1,0805 US-Dollar, den markanten Tagestiefs vom 7. März und 14. April, treffen. Erst mit der Überquerung der seit Mitte Februar gültigen roten Abwärtstrendlinie sowie mit Kursen oberhalb von 1,0940 US-Dollar wäre der Grundstein für einen mittelfristigen Richtungswechsel gelegt.

Bislang wurde das Tief vom Januar 2017 bei 1,0340 US-Dollar nicht unterschritten. Sollte dies passieren, befindet sich am Monatshoch vom Juli 2002 bei 1,0210 US-Dollar die nächste, wichtige Unterstützung, bevor es zum großen Showdown im Bereich der Parität kommt. Gewinnen hier die Verkäufer die Oberhand, kann es schnell in Richtung 0,96 US-Dollar gehen. Spätestens ab hier dürften die Käufer alles daran setzten, die Parität wieder zurückzuerobern.

Unterstützungen:

1. 1,0340 US-Dollar

2. 1,0210 US-Dollar

3. 1,0000 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0585 US-Dollar

2. 1,0648 US-Dollar

3. 1,0756 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Gleich zum Wochenstart markierte das gelbe Edelmetall Gold bei 1.786 US-Dollar ein frisches 15-Monatstief. Die anschließende Gegenbewegung fand bislang in dem Widerstand bei 1.850 US-Dollar ihren Meister.

Charttechnischer Ausblick:

Trotz des erfolgreichen Erholungsversuchs bis an die Marke von 1.850 US-Dollar dürften die Gold-Bullen nicht ganz zufrieden sein. Denn natürlich bestand die Hoffnung, dass, nachdem die orangefarbene 200-Tage-Linie bei 1.840 US-Dollar nun überwunden wurde, eine rasche Erholung über die Widerstandszone zwischen 1.850 und 1.858 US-Dollar erfolgreich abgeschlossen werden kann. Allerdings besteht nun die Gefahr, dass der begonnene Aufwärtstrend durch einen scharfen Kursrückschlag gekippt wird und der Goldpreis zudem in seine im letzten Jahr sehr ausgeprägte Seitwärtszone unterhalb von 1.850 US-Dollar zurückfällt. Sollte dieses Szenario eintreten, wäre ein schneller Rücksetzer des Kurses unter das 61,8er Fibonacci-Retracement mit einer Ausdehnung des Kursrückgangs auf die bereits erfolgreich getestete Unterstützungslinie bei 1.805 US-Dollar denkbar. Kommt es hier nicht zu einer Beruhigung der Situation, müsste mit einer Fortsetzung des Abverkaufs bis 1.792 US-Dollar gerechnet werden, bevor die Bullen wieder auf den Plan treten und den Goldpreis in einer starken Gegenbewegung in Richtung 1.850 US-Dollar treiben. Sollte auch die Unterstützung bei 1.792 US-Dollar den Verkäufen nicht standhalten, rückt die Horizontalunterstützung bei 1.780 US-Dollar in den Vordergrund. Auf diesem Niveau dürfte Gold für Käufer noch attraktiver werden, so dass eine Aufwärtsbewegung bis zur 1.800er Marke denkbar wäre. Unterhalb von 1.766 US-Dollar wird es zunehmend kritisch. Ein Tagesschluss darunter führt möglicherweise zu einer Fortsetzung der Abwärtsbewegung bis zum Unterstützungskorridor zwischen 1.745 und 1.750 US-Dollar. Hier dürften die Käufer wieder zur Stelle sein und versuchen, das Edelmetall in Richtung 1.800 US-Dollar zu pushen. 

Sollte es den Gold-Bullen nun doch gelingen, die Widerstandszone oberhalb der 200-Tage-Linie zu durchbrechen, dürfte der Goldpreis bis auf 1.882 US-Dollar ansteigen. Hier ist dann mit stärkerem Widerstand der Gold-Bären zu rechnen, die eine erneute Drucksituation aufbauen wollen, um den Preis des Edelmetalls wieder unter die Marke von 1.858 US-Dollar zu drücken. Daher ist in diesem Bereich mit einem kurzfristigen Kräftemessen der beiden Seiten zu rechnen, das eher für die Bullen positiv enden könnte. Entscheidend für die mittelfristige Richtung ist jedoch der Bereich zwischen 1.910 und 1.915 US-Dollar. Solange das Edelmetall darunter notiert, bleibt der Abwärtstrend vom Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar intakt. Umgekehrt wäre der Weg darüber bis 1.940 US-Dollar frei.

Unterstützungen:

1. 1.829  US-Dollar

2. 1.805 US-Dollar

3. 1.792 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.850 / 1.858 US-Dollar

2. 1.882 US-Dollar

3. 1.910 / 1.915 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 23.05. – 29.05.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag23.05.202210:30 UhrDE: ifo-Geschäftsklimaindex (Mai)
Montag 23.05.202218:15 UhrUK: BoE Gouverneur Bailey Rede
Dienstag24.05.202216:00 UhrUS: Wohnungsmarkt (Mai)
Mittwoch25.05.202208:00 UhrDE: Bruttoinlandsprodukt (Q1)
Mittwoch25.05.202216:30 UhrUS: Rohöllagerbestände
Donnerstag26.05.202214:00 UhrUS: Bruttoinlandsprodukt (Q1)
Donnerstag26.05.202214:30 UhrUS: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Mai)
Freitag27.05.202214:30 UhrUS: Verbraucherpreisindex (Mai)
Freitag27.05.202214:30 UhrUS: Handelsbilanz (Mai)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen