Elbblick Börsenbrief – KW 20/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

die zunehmenden Stagflationssorgen drückten in den vergangenen Handelstagen massiv auf die Kurse an den Aktienmärkten. Obwohl der Inflationsdruck in den USA etwas zurückging und die US-Inflationsrate auf Jahressicht von 8,5 Prozent im März auf 8,3 Prozent im April leicht sank, könnte die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik zu stark straffen und dadurch eine erhebliche Abkühlung der Konjunktur herbeiführen, befürchteten einige Marktteilnehmer. Derweil bezeichnete US-Präsident Joe Biden die Bekämpfung der Inflation als seine wichtigste wirtschaftspolitische Aufgabe und zeigte sich zuversichtlich, dass die Fed ihre Arbeit bei der Bekämpfung der Inflation machen wird. Als eigenen Beitrag zur Inflationsbekämpfung will Biden Kosten für Familien sowie das Bundesdefizit senken. 

Währenddessen sind in Deutschland die Verbraucherpreise im April weiter gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt im Rahmen seiner zweiten Veröffentlichung am Mittwoch mitteilte, mussten für Waren und Dienstleistungen im Schnitt 7,4 Prozent mehr bezahlt werden als im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im März lag die Inflationsrate im Jahresvergleich noch bei 7,3 Prozent. Gemäß der Berechnung des europaweit einheitlich definierten HVPI-Index fiel die Inflationsrate im April mit 7,8 Prozent (7,6 Prozent im März) sogar noch höher aus. 

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Gleich zum Wochenauftakt machte die Horizontalunterstützung bei 13.340 Punkten ihren Namen alle Ehre und der deutsche Leitindex DAX startete von dort aus eine Erholung in Richtung der 14.000-Punkte-Marke. Allerdings reichte die Kraft bislang nicht für einen Sprung über die blaue 50-Tage-Linie bei 14.026 Zählern. 

Charttechnischer Ausblick:

Die DAX-Bullen haben ihre Chance an der Unterstützungszone zwischen 13.340 und 13.385 Punkten für einen Startschuss einer neuen Aufwärtswelle bestens genutzt. Jetzt können sie ihr nächstes Ziel, die rote Abwärtstrendlinie bei aktuell ca. 14.198 Zählern zu knacken, wieder fest ins Visier nehmen. Sollte ihnen ihr Vorhaben gelingen, könnten sie mit einer Ausbruchbewegung bis mindestens 14.600 Punkte belohnt werden, die durchaus das Potential für höhere Notierungen im Bereich von 14.730 und 14.815 Zählern besitzt. Oberhalb von 14.815 Punkten wird es sehr wahrscheinlich zu einem zähen Ringen zwischen Bullen und Bären bis 15.040 Zählern kommen. Durch einen Tagesschlusskurs oberhalb von 15.120 Punkten dürften die Bullen als Sieger hervorgehen und darüber hinaus sie bestärken, den DAX zum ersten Mal nach dem 2. Februar 2022 wieder über die orange 200-Tage-Linie zu heben. Bei 15.295 Zählern und spätestens im Bereich des Horizontalwiderstands bei 15.440 Punkten sollte ein größerer Bärenangriff in Richtung der 15.000er Marke eingeplant werden. 

Ein Rückgang bis zur neuen Unterstützungszone zwischen 13.590 und 13.620 Punkten wäre für die Bullenherde verkraftbar. Anders sieht es bei Kursen unterhalb von 13.477 Zählern aus. Insbesondere ein Tagesschluss darunter signalisiert eine zunehmende Kursschwäche, die dann die Horizontalunterstützung bei 13.340 Punkten problemlos aus dem Weg räumen könnte. Spätestens im Bereich zwischen 13.030 und 13.105 Punkten sollten die Bullen noch mal alles in die Waagschale werfen, da ansonsten das Pendel stark in Richtung des Jahrestiefs bei 12.430 Zählern und den beiden Kurszielen bei 12.245 und 12.040 Punkten ausschlagen könnte. 

Unterstützungen:

1. 13.590 / 13.620 Punkten

2. 13.477 Punkten

3. 13.030 / 13.105 Punkten

Widerstände:

1. 14.198 Punkten

2. 14.600 Punkten

3. 14.730 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Die Einheitswährung Euro taumelt weiter in Richtung der US-Dollar-Parität. Am Donnerstag fiel das Währungspaar EUR/USD unter die Marke von 1,04 US-Dollar und somit auf den tiefsten Stand seit Januar 2017.

Charttechnischer Ausblick:

Der nächste Euro-Abschwung war zu erwarten, nachdem das Währungspaar nach Ausbildung des ehemaligen Jahrestiefs bei 1,0471 auf einem sehr niedrigen Niveau konsolidierte. Zwar sehen die Charts auf verschiedenen Zeiteinheiten wie Monats-, Wochen- oder Tageschart aus Euro-Sicht erschreckend aus, trotzdem könnte die überverkaufte Situation den Käufern in den genannten Zeitebenen ein Fünkchen Hoffnung auf eine baldige, stärkere Erholung geben. Der Sprung über die ehemaligen Unterstützungen im Bereich von 1,0485 US-Dollar und den Widerständen nahe 1,0585 US-Dollar wäre dafür ein erster kleiner Schritt, der mit einem Tagesschlusskurs über 1,0648 vergrößert werden würde. Auf einen größeren Widerstand dürfte der Euro im Bereich von 1,0756 und 1,0805 US-Dollar, den markanten Tagestiefs vom 7. März und 14. April, treffen. Erst mit der Überquerung der seit Mitte Februar gültigen roten Abwärtstrendlinie sowie mit Kursen oberhalb von 1,0940 US-Dollar wäre der Grundstein für einen mittelfristigen Richtungswechsel gelegt.

Bislang wurde das Tief vom Januar 2017 bei 1,0340 US-Dollar nicht unterschritten. Sollte dies passieren, befindet sich am Monatshoch vom Juli 2002 bei 1,0210 US-Dollar die nächste, wichtige Unterstützung, bevor es zum großen Showdown im Bereich der Parität kommt. Gewinnen hier die Verkäufer die Oberhand, kann es schnell in Richtung 0,96 US-Dollar gehen. Spätestens ab hier dürften die Käufer alles daran setzten, die Parität wieder zurückzuerobern.

Unterstützungen:

1. 1,0340 US-Dollar

2. 1,0210 US-Dollar

3. 1,0000 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0485 US-Dollar

2. 1,0585 US-Dollar

3. 1,0648 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Für den vermeintlich „sicheren Hafen“ Gold war es keine gute Handelswoche. Zwar wurde zu Wochenbeginn die Unterstützung bei 1.850 US-Dollar zunächst erfolgreich verteidigt, aber einen Tag später kam es zum Bruch des Supports. Dazu fiel der Goldpreis unter die orange 200-Tage-Linie und selbst wichtige Unterstützungen zwischen 1.822 und 1.829 US-Dollar konnten die Talfahrt nicht stoppen.  

Charttechnischer Ausblick:

Das war natürlich überhaupt nicht nach dem Geschmack der Gold-Bullen, da nun der seit dem 9. August 2021 bei 1.680 US-Dollar gestartete Aufwärtstrend durch den scharfen Kursrücksetzer auf der Kippe steht und dazu der Goldpreis in seine vom letzten Jahr sehr ausgeprägte Seitwärtszone unterhalb von 1.850 US-Dollar eingetaucht ist. Darum wäre es aus Sicht der Bullen wünschenswert, dass sich der Goldpreis oberhalb von 1.805 US-Dollar stabilisiert und im Anschluss einen Versuch zur Überwindung der Widerstandszone zwischen 1.850 und 1.858 US-Dollar startet. Im Erfolgsfall dürfte der Goldpreis bis auf 1.882 US-Dollar klettern. Entscheidend für die mittelfristige Ausrichtung ist jedoch der Bereich zwischen 1.910 und 1.915 US-Dollar. Solange das Edelmetall darunter notiert, ist der Abwärtstrend vom Jahreshoch bei 2.070 US-Dollar weiterhin intakt. Umgekehrt wäre der Weg darüber bis auf 1.940 US-Dollar frei.

Sollte es zu keiner Beruhigung oberhalb von 1.805 US-Dollar kommen, müsste mit der Fortsetzung des Abverkaufs bis auf 1.792 US-Dollar gerechnet werden. Hält dieser Support den Verkäufen nicht stand, rückt die horizontale Unterstützung bei 1.780 US-Dollar in den Vordergrund. Auf diesem Niveau dürfte Gold für Käufer wieder attraktiv werden, so dass eine Aufwärtsbewegung zur 1.800er Marke denkbar wäre. Unterhalb von 1.766 US-Dollar wird es zunehmend kritisch. Eine Beendigung des Tageshandels darunter führt möglicherweise zu einer Fortsetzung der Abwärtsbewegung bis auf den Unterstützungskorridor zwischen 1.745 und 1.750 US-Dollar. Hier dürften die Käufer erneut zur Stelle sein und versuchen, das Edelmetall in Richtung 1.800 US-Dollar zu verteuern.   

Unterstützungen:

1. 1.805  US-Dollar

2. 1.792 US-Dollar

3. 1.780 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.850 / 1.858 US-Dollar

2. 1.882 US-Dollar

3. 1.910 / 1.915 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 16.05. – 20.05.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag16.05.202208:00 UhrDE: Großhandelspreisindex (Apr.)
Montag 16.05.202211:00 UhrEU: Wirtschaftsprognosen
Dienstag17.05.202208:00 UhrUK: Arbeitslosenquote (Apr.)
Dienstag17.05.202214:30 UhrUS: Einzelhandelsumsätze (Apr.)
Dienstag17.05.202215:15 UhrUS: Industrieproduktion (Apr.)
Mittwoch18.05.202211:00 UhrEU: Verbraucherpreisindex (Apr.)
Mittwoch18.05.202214:30 UhrUS: Baugenehmigungen (Apr.)
Donnerstag19.05.202214:30 UhrUS: Verkäufe bestehender Häuser (Apr.)
Freitag20.05.202208:00 UhrDE: Erzeugerpreisindex (Apr.)
Freitag20.05.202208:00 UhrUK: Einzelhandelsumsätze (Apr.)
Freitag20.05.202216:00 UhrEU: Verbrauchervertrauen (Mai)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
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