Elbblick Börsenbrief – KW 19/2022

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

wie mehrheitlich erwartet, erhöhte die US-Notenbank Fed am vergangenen Mittwoch den Leitzins um 50 Basispunkte, der nun künftig in einer Spanne zwischen 0,75 und 1,00 Prozent liegt. So stark hat die Fed die Zinsen seit 22 Jahren nicht mehr erhöht. Zudem kündigte die USNotenbank an, im Juni mit der Reduzierung der aufgeblähten Bilanzsumme zu beginnen. Dabei will die Fed die Bilanz mit Wertpapierverkäufen zunächst um monatlich 47,5 Milliarden Dollar verkleinern. Nach drei Monaten sollen sich die Verkäufe auf monatlich 95 Milliarden erhöhen. Notenbankchef Jerome Powell teilte nach der Zinsentscheidung mit, dass eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte „nicht aktiv erwogen“ wird. Außerdem zeigte sich Powell zuversichtlich, dass die US-Konjunktur trotz der straffer werdenden Geldpolitik weich landen wird und dadurch eine Rezession verhindert werden könne. 

Währenddessen wächst der Druck bei der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgrund der hohen Inflation im Euro-Raum, die Zinsen im Sommer zu erhöhen. EZB-Direktorin Isabel Schnabel hält eine Leitzinserhöhung im Juli für möglich. EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau schließt einen ersten EZB-Zinsschritt bereits auf der nächsten Sitzung im Juni nicht aus. Offen bleibt, ob die “Falken” gegenüber den “Tauben” bei der nächsten Ratssitzung in der Überzahl sein werden.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX (GBE-Symbol: DE40) Tageschart DE40:

Rückblick:

Wieder einmal stand dem deutschen Leitindex DAX in der letzten Handelswoche die Barriere im 14.300er-Bereich im Weg. Dadurch kam es nicht zu einem ernsten Test der roten Abwärtstrendlinie, die seit dem Hoch bei 16.287 Zählern Anfang Januar gültig ist. 

Charttechnischer Ausblick:

Durch den scharfen Rücksetzer vom Wochenhoch bei 14.314 Punkten mussten die DAX-Bullen ihre Hoffnung auf ein Überschreiten der hartnäckigen roten Abwärtstrendlinie wieder einmal begraben. Diese verläuft gegenwärtig bei rund 14.320 Zählern und könnte bei einer Überquerung auf Tagesschlusskursbasis als Sprungbrett für einen Anstieg in Richtung der markanten Widerstandzone zwischen 14.815 und 15.040 Punkten dienen. Bevor bei den Bullen die Vorfreude auf das große Ringen mit den Bären innerhalb dieser Zone steigt, müssen sie noch das Hindernis bei 14.600 Zählern und die kleinere Hürde bei 14.730 Punkten aus dem Weg räumen. Mittels eines Tagesschlusskurses oberhalb von 15.120 Punkten dürfen sich die Bullen als Sieger feiern lassen und ein Test der orangen 200-Tage-Linie bei aktuell 15.240 Zähler würde die Siegesfeier verlängern. Spätestens im Bereich des Horizontalwiderstands bei 15.440 Punkten sollte ein größerer Bärenangriff in Richtung der 15.000er Marke eingeplant werden.

Träumen ist zwar erlaubt, doch die Realität sieht für die DAX-Bullen momentan ganz anders aus. Aktuell notiert das Aktienbarometer wieder unter der Marke von 14.000 Punkten und der noch aus dem 14.300er-Bereich gestartete Rücksetzer ist drauf und dran, die wichtige horizontale Unterstützung bei 13.560 Punkten erneut auf ihre Abwehrkräfte zu testen. Sind diese zu schwach, muss mit einer Fortsetzung der Abwärtsbewegung bis zur Unterstützungszone zwischen 13.340 und 13.385 Zählern gerechnet werden. Hier besteht eine gute Chance auf die Ausbildung einer neuen Aufwärtswelle in Richtung der 14.000-Punkte-Marke. Spätestens im Bereich zwischen 13.030 und 13.105 Punkten sollten die Bullen noch mal alles in die Waagschale werfen, da ansonsten das Pendel stark in Richtung des Jahrestiefs bei 12.430 Zählern und den beiden Kurszielen bei 12.245 und 12.040 Punkten ausschlagen könnte.

Unterstützungen:

1. 13.560 Punkten

2. 13.340 / 13.385 Punkten

3. 13.030 / 13.105 Punkten

Widerstände:

1. 14.320 Punkten

2. 14.600 Punkten

3. 14.730 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Die prekäre charttechnische Lage der Europäischen Gemeinschaftswährung Euro gegenüber dem US-Dollar hat sich in den letzten Handelstagen nicht verändert. Ein Erholungsversuch wurde bereits nahe dem horizontalen Widerstand bei 1,0648 US-Dollar abgefangen.

Charttechnischer Ausblick:

Momentan konsolidiert das Währungspaar EUR/USD auf einem niedrigen Niveau, was eher für eine Fortsetzung der Euro-Abwertung in Richtung Parität sprechen würde. Seit März 2015 hat das Unterstützungsband zwischen 1,0340 und 1,0635 US-Dollar beste Betonarbeiten geleistet, um einen Wechselkurs von 1:1 zu vermeiden. Nun könnte der Betonbau größere Risse bekommen, falls das Währungspaar sich mit einem Kurs unterhalb von 1,0340 US-Dollar, dem markanten Tief vom Januar 2017, aus dem Tagesgeschäft verabschiedet. Die nächste Unterstützung könnte dann das Monatshoch vom Juli 2002 bei 1,0210 US-Dollar bieten, bevor der Showdown im Bereich der Parität beginnen wird. Gewinnen hier die Verkäufer die Oberhand, kann es schnell in Richtung 0,96 US-Dollar gehen. 

Nicht nur der Betongürtel zwischen 1,0340 und 1,0635 US-Dollar, sondern auch die gegenwärtige überverkaufte Situation im Wochen- und Monatschart gibt den Käufern vielleicht ein Fünkchen Hoffnung, dass eine stärkere Erholung bald eintreten könnte. Der horizontale Widerstand bei 1,0648 US-Dollar besitzt weiterhin seine Gültigkeit und stellt die erste Hürde für eine mögliche Erholungsrally dar. Auf einen größeren Widerstand dürfte der Euro im Bereich von 1,0756 US-Dollar treffen, da hier das Tagestief vom 14. April zusammen mit dem 61,8%-Fibonacci-Retracement der letzten Abwärtswelle Paroli bieten könnten. Erst mit Kursen oberhalb von 1,0940 US-Dollar und dem Überqueren der seit Mitte Februar gültigen roten Abwärtstrendlinie distanzieren sich die Euro-Käufer wieder deutlicher von der drohenden Parität-Gefahr.

Unterstützungen:

1. 1,0340 US-Dollar

2. 1,0210 US-Dollar

3. 1,0000 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0648 US-Dollar

2. 1,0756 US-Dollar

3. 1,0940 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Das gelbe Edelmetall Gold setzte gleich zum Wochenauftakt stärker zurück und testete dabei die Horizontalunterstützung bei 1.850 US-Dollar. Von dort aus ging es schnurstracks bis auf 1.910 US-Dollar. Allerdings konnte das Niveau nicht gehalten werden, so dass der Goldkurs erneut unter die 1.900er-Schwelle fiel.  

Charttechnischer Ausblick:

Die ab 1.850 US-Dollar gestartete Erholungsrally steht aufgrund des schnellen Rücksetzers von 1.910 US-Dollar nicht gerade auf stabilen Füßen. Darum sollte mit einem erneuten Test des Unterstützungsbands zwischen 1.840 und 1.850 US-Dollar gerechnet werden. Kommt es hier zum Bruch, wird der seit dem Tief am 9. August 2021 bei 1.680 US-Dollar begonnene Aufwärtstrend bei Kursen zwischen 1.822 und 1.829 US-Dollar auf eine ernsthafte Probe gestellt. Dort verläuft zudem die wichtige grüne Aufwärtstrendlinie, die seit Mai 2019 gültig ist. Entsprechend dürften hier die Gold-Käufer kräftiger zuschlagen und versuchen, das Edelmetall wieder über die Marke von 1.900 US-Dollar zu verteuern. Knacken dagegen die Verkäufer den Abwehrriegel im Bereich von 1.822 US-Dollar, könnte Gold ohne größere Gegenbewegungen bis auf 1.807 US-Dollar durchgereicht werden. Eine schnelle Verbilligung bis auf 1.780 US-Dollar ist dabei nicht ausgeschlossen.  

Auf der Oberseite lastet die Widerstandszone zwischen 1.915 und 1.924 US-Dollar wie ein schwerer Gusseisendeckel auf dem Goldpreis. Schaffen die Käufer diesen abzunehmen, würde ihr Kraftakt mit einem schnellen Anstieg zum Horizontalwiderstand bei 1.941 US-Dollar belohnt werden. Darüber wäre der Weg bis auf 1.960 US-Dollar frei. Bis zur “magischen” 2.000er Marke muss der Goldpreis jedoch noch den Hindernisbereich zwischen 1.980 und 1.985 US-Dollar überwinden. 

Unterstützungen:

1. 1.867  US-Dollar

2. 1.841 / 1.850 US-Dollar

3. 1.827 / 1.829 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.934 US-Dollar

2. 1.960 US-Dollar

3. 1.980 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 09.05. – 13.05.2022

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag09.05.202216:00 UhrUS: CB Beschäftigungsindex (Apr.)
Dienstag10.05.202211:00 UhrDE: ZEW-Konjunkturerwartungen (Mai)
Dienstag10.05.202216:00 UhrUS: Redbook-Index
Mittwoch11.05.202208:00 UhrDE: Verbraucherpreisindex (Apr.)
Mittwoch11.05.202214:30 UhrUS: Verbraucherpreisindex (Apr.)
Donnerstag12.05.202210:00 UhrDE: Leistungsbilanz (Mrz.)
Donnerstag12.05.202213:00 UhrUS: OPEC-Monatsbericht
Donnerstag12.05.202214:30 UhrUS: Erzeugerpreisindex (Apr.)
Freitag13.05.202211:00 UhrEU: Industrieproduktion (Mrz.)
Freitag13.05.202214:30 UhrUS: Import- / Exportpreisindex (Apr.)
Freitag13.05.202216:00 UhrUS: Uni-Michigan Erwartungen (Mai)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
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