Liebe Kundinnen und Kunden,

die Begriffe „historisch“ oder „erstmalig“ fallen in der Coronakrise relativ häufig. Da passt ein negativer Ölpreis bestens ins Bild. Am vergangenen Montag rutschte der Ölpreis zum ersten Mal in seiner Geschichte ins Minus. Einen Tag vor dem Verfalltermin notierte der Terminkontrakt auf Rohöllieferungen im Mai für ein Fass der US-Sorte WTI im Tief bei minus 37,36 US-Dollar. Grund für die heftigen Verwerfungen am US-Ölmarkt ist der extreme Nachfragerückgang um über 30 Prozent und die nahezu ausgeschöpfte Öllagerkapazitäten in den USA als Folge der Corona-Pandemie.

Um die Auswirkungen der Coronakrise einzudämmen, hat die Europäische Zentralbank (EZB) in der letzten Woche weitere Maßnahmen beschlossen und akzeptiert nun übergangsweise auch „Ramschanleihen“ als Sicherheit. Mit dieser Entscheidung befürchtet die EZB, dass Anleihenratings von Unternehmen herabgestuft werden könnten und dadurch die bei den Banken für laufende Kredite hinterlegten Sicherheiten nicht ausreichen werden.

Wie sich die Ereignisse der letzten Woche auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD und auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

DAX (GBE-Symbol: DE30) Tageschart DE30:

Rückblick:

Der deutsche Aktienindex DAX konnte in der vergangenen Handelswoche die seit dem Jahrestief Mitte März verlaufende Erholungsrally nicht fortsetzen. Allerdings wehrten wie in der Vorwoche die DAX-Bullen erneut eine scharfe Bären-Attacke zu Wochenbeginn ab.

Charttechnischer Ausblick:

Der deutsche Leitindex steckt in einer volatilen Seitwärtsphase, aus der der DAX bald stärker ausbrechen könnte. Sollte der DAX über 10.825 Punkten schließen, dürfte die Kaufdynamik zunehmen mit Ziel 11.660 Punkten. Hier ist mit einer stärkeren Konsolidierung zu rechnen, die den Index unter 11.000 Punkten drücken könnte. Bei Überwinden des Widerstands bei 11.600 Punkten liegt das nächste Ziel bei 12.275 Punkten.

Gut möglich, dass der DAX einen Fehlausbruch unter 10.200 Punkten macht, bevor das zuvor geschilderte Szenario eintritt. Wichtig ist dabei, dass der DAX nicht unter 10.149 Punkten schließt. Dann besteht die Gefahr einer stärkeren Abwärtsbewegung mit dem ersten Ziel bei 9.817 Punkten. Gefährlich ist ein Schlusskurs unter 9.185 Punkten. Dadurch steigt erheblich die Wahrscheinlichkeit von neuen Jahrestiefs.

Unterstützungen:

1. 10.149 Punkten

2.   9.817 Punkten

3.   9.185 Punkten

Widerstände:

1. 10.825 Punkten

2. 11.650 Punkten

3. 12.275 Punkten

EUR/USD (GBE-Symbol: EURUSD) Tageschart EURUSD:

Rückblick:

Nach einem eher sehr ruhigen Start in die vergangene Woche kam zum Ende der Handelswoche deutlich mehr Bewegung in das Währungspaar EUR/USD. Dabei brach der Kurs aus seiner Dreiecks-Formation (grüne Linien im Chart) nach unten aus und unterschritt die Unterstützung bei 1,0762 US-Dollar.

Charttechnischer Ausblick:

Die Gefahr wird immer größer, dass demnächst eine neue Euro-Verkaufswelle anrollen wird. Falls es die Gemeinschaftswährung nicht schafft, vom aktuellen Niveau wieder in Richtung 1,10 US-Dollar zu steigen, dürfte bei Bruch von 1,0645 US-Dollar die Unterstützung bei 1,0561 US-Dollar in den Fokus rücken. Spätestens bei 1,0486 US-Dollar müsste eine Erholungsrally den Euro wieder in den Bereich von 1,07–1,08 US-Dollar führen.

Ein erster Erfolg für die Euro-Bullen, um die seit Mitte April gestartete Abwärtsbewegung zu stoppen, wäre ein Schlusskurs über 1,0896 US-Dollar. Allerdings ist ein Schlusskurs über 1,10 US-Dollar nötig, um das aktuell bärische Bild im Tageschart zu entschärfen. Das nächste Ziel auf der Oberseite liegt dann bei 1,1166 US-Dollar.

Unterstützungen:

1. 1,0645 US-Dollar

2. 1,0561 US-Dollar

3. 1,0486 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0896 US-Dollar

2. 1,1000 US-Dollar

3. 1,1166 US-Dollar

Gold (GBE-Symbol: XAUUSD) Tageschart XAUUSD:

Rückblick:

Gold ist in Zeiten von extrem expansiver Geldpolitik sehr begehrt. Zwar rutschte der Kurs für eine Feinunze Gold in der vergangenen Woche bis auf 1.659 US-Dollar. Zum Ende der Handelswoche verteuerte sich der Goldpreis wieder über 1.700 US-Dollar.

Charttechnischer Ausblick:

Der Goldpreis steht charttechnisch kurz vor dem Erreichen neuer Jahreshochs. Das erste Ziel liegt knapp über dem bisherigen bei 1.752 US-Dollar. Möglicherweise bietet dieses Level keinen großen Widerstand, so dass die Goldrally im nächsten Schritt bis auf 1.795 US-Dollar weitergeht und sich bis in den Bereich von 1.822 US-Dollar ausdehnen kann. Spätestens hier müssen stärkere Gewinnmitnahmen miteinkalkuliert werden, die den Goldpreis in Richtung 1.700er US-Dollar Marke verbilligen könnten.

Bei Zunahme der Risikobereitschaft dürfte der Goldpreis im ersten Anlauf erneut bis in den Bereich von 1.659–1.633 US-Dollar fallen. Sollte diese Unterstützungszone keinen Halt bieten, dürfte es bei 1.598 US-Dollar zu einer stärkeren Gegenreaktion kommen. Kritisch wird ein Schlusskurs unter 1.564 US-Dollar, der zu einer Beendigung der seit Mitte März gestarteten Aufwärtsbewegung führen dürfte.

Unterstützungen:

1. 1.633 US-Dollar

2. 1.598 US-Dollar

3. 1.564 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.752 US-Dollar

2. 1.795 US-Dollar

3. 1.822 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 27.04. - 01.05.2020

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Dienstag28.04.202010:00 UhrEU: EZB Bankkredit Umfrage
Mittwoch29.04.202014:00 UhrDE: Verbraucherpreisindex (Jahr)
Mittwoch29.04.202014:30 UhrUSA: Bruttoinlandsprodukt annualisiert
Mittwoch29.04.202020:00 UhrUSA: Fed Zinssatzentscheidung
Mittwoch29.04.202020:30 UhrUSA: FOMC Pressekonferenz
Donnerstag30.04.202009:55 UhrDE: Arbeitslosenquote
Donnerstag30.04.202011:00 UhrEU: Verbraucherpreisindex – Kernrate (Jahr)
Donnerstag30.04.202011:00 UhrEU: Bruttoinlandsprodukt (Quartal/Jahr)
Donnerstag30.04.202013:45 UhrEU: EZB Zinssatzentscheidung
Donnerstag30.04.202014:30 UhrEU: EZB Statement und Pressekonferenz
Donnerstag30.04.202014:30 UhrUSA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung
Freitag01.05.2020GanztagsDE: Tag der Arbeit

Risikohinweis:

Forex und CFD Trading ist spekulativ und daher nicht für jeden Investor geeignet. GBE brokers bietet Margin Trading an. Gehebelte Produkte können sich sowohl zu Ihrem Nachteil als auch zu Ihrem Vorteil auswirken. Sie sollten sich aller Risiken bewusst sein und nicht mehr Kapital einsetzen als Sie sich leisten können zu verlieren. Bevor Sie ein Konto eröffnen, lesen Sie bitte unseren Risiko Hinweis und unsere AGBs.

Haftungsausschluss:

GBE brokers Ltd. stellt Verweise und Links zu ausgewählten Informationen und anderen Wirtschaftsquellen sowie Marktinformationen im Zuge des Kundenservice zur Verfügung, welche leidglich einen indikativen Charakter haben und keinesfalls ein Angebot oder Empfehlung darstellen. Kunden und Interessenten werden gebeten die Meinungen und Analysen auf den Seiten sowie die Informationsquellen zu berücksichtigen und zu prüfen, bevor sie eine Entscheidung treffen. Keine der aufgeführten Internetseiten oder andere Informationsquellen stellen Erfolgsgarantien dar. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist keine Garantie für zukünftige Resultate. GBE brokers ltd. weist Sie darauf hin, alle Hinweise und Darstellungen von Beratern, Bloggern, Vermögensverwaltern und Anbietern zu überprüfen, bevor Sie Anlageentscheidungen fällen. Sämtliche News, Meinungen, Recherchen, Daten und andere Informationen auf in diesem Börsenbrief bzw. auf der Internetseite sind allgemeine Erläuterungen und stellen keinesfalls Investment- oder Handelsempfehlungen dar. GBE brokers Ltd. haftet nicht für jedwede direkte oder indirekte Verluste, die aus dem Zugriff auf den Börsenbrief bzw. auf die Webseite oder der Benutzung von auf dem Börsenbrief bzw. auf der Webseite angebotenen Informationen und Dienstleistungen oder der Unmöglichkeit des Zugriffs oder einer Benutzung entstehen. GBE brokers Ltd. (CIF Lizenznummer 240/14) ist durch die CySEC reguliert und berechtigt Investment Services für den Handel mit Finanzinstrumenten anzubieten.

Schreibe einen Kommentar

Mitglieder Login