Elbblick Börsenbrief – KW 04/2023

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

die Sorgen vor einer Rezession verdrängten an der Wall Street in der abgelaufenen Handelswoche die Hoffnung auf ein langsameres Zinserhöhungstempo. Zunächst bestätigten am vergangenen Dienstag die US-Erzeugerpreise für den Monat Dezember den aktuellen Trend einer sich abschwächenden Inflation. Im Vergleich zum Vormonat sanken die Erzeugerpreise um 0,5 Prozent und damit stärker, als von den Volkswirten erwartet, die einen Rückgang von 0,1 Prozent prognostizierten. Auch auf Jahressicht kam es zu einem Preisrückgang. Im Dezember lagen die Preise um 6,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat, nach 7,3 Prozent im November. Zeitgleich mit den Erzeugerpreisen wurden die US-Einzelhandelsumsätze für Dezember veröffentlicht, die gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent zurückgingen. Erwartet wurde ein Minus von 0,8 Prozent. Begründet wurde der Rückgang durch die gestiegene Inflation, die sich zunehmend negativ auf die Konsumlaune der US-Bürger auswirkt.

In Deutschland überraschte der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen, der im Januar mit +16,8 Punkten erstmals seit Februar 2022 wieder im positiven Bereich notiert. ZEW-Präsident Achim Wambach sprach von einer spürbaren Verbesserung der konjunkturellen Lage auf Sicht von sechs Monaten.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX Tageschart (DE40.c):

Rückblick:

Zunächst sah es zu Beginn der letzten Handelswoche danach aus, als könne der deutsche Leitindex DAX seine imposante „Neujahresrallye“ ungebremst fortsetzen. Nachdem der Index am Dienstag aber bei 15.270 Punkten auf den höchsten Stand seit Mitte Februar 2022 kletterte, setzten größere Gewinnmitnahmen ein und der DAX fiel dabei unter die 15.000er-Marke zurück.

Charttechnischer Ausblick:

Eigentlich dürfte der Kursabschlag von 15.270 Zählern niemanden überrascht haben, da der DAX seit mehreren Tagen technisch überkauft war. Offen bleibt jedoch, ob die Korrektur bereits wieder beendet ist oder eine Ausdehnung der Gegenbewegung zur Widerstandszone zwischen 14.795 und 14.830 Punkten als Nächstes folgt. Darunter wäre aufgrund der steilen Aufwärtsbewegung ein weiterer Abverkauf zum 38,2%-Retracement des Abschnitts Tagestief vom 20. Dezember 2022 (13.780 Punkte) und Tageshoch vom vergangenen Dienstag (15.270 Punkte) bei 14.700 Zählern denkbar. Unterhalb des Retracements befindet sich bei 14.580 Punkten die ehemalige Widerstandslinie von Ende November und Dezember, von wo aus bis zum 50%-Retracement der oben genannten Strecke bei 14.525 Zählern der nächster Aufwärtsimpuls starten könnte. Dazu wird dieser Unterstützungsbereich gegenwärtig von der (grauen) 21-Tage-Linie verstärkt. Aus Sicht der DAX-Bullen sollte der Index aber nicht tiefer fallen, damit die „Neujahresrallye“ kein abruptes Ende findet. Kommt es jedoch dazu, bieten sich das 61,8%-Retracement bei 14.350 Punkten und die horizontale Unterstützungslinie bei 14.200 Zählern als nächste Support-Marken an.

Rappelt sich das Aktienbarometer aktuell wieder auf, existiert im Bereich von 15.120 Punkten die erste Hürde. Kehrt darüber hinaus die Kaufdynamik der ersten beiden Januar-Woche wieder zurück, steht einem Anstieg bis auf 15.330/15.350 Punkten nichts mehr im Wege. Bei ausreichender Kaufkraft kann sich dieser sogar bis auf 15.440 Punkten problemlos hinziehen. Ab 15.540 Zählern ist erneut mit verstärkten Gewinnmitnahmen zu rechnen, die höchstwahrscheinlich bei 15.650 Punkten deutlich zunehmen werden.

Unterstützungen:

1. 14.795 / 14.830 Punkten

2. 14.700 Punkten

3. 14.525 / 14.580 Punkten

Widerstände:

1. 15.120 Punkten

2. 15.330 / 15.350 Punkten

3. 15.440 / 15.540 Punkten

EUR/USD Tageschart (EURUSDc):

Rückblick:

In der Vorwoche verlief der Handel im Währungspaar EUR/USD aufgrund der Seitwärtsbewegung oberhalb von 1,0760 US-Dollar eher unspektakulär. Trotzdem notierte die Einheitswährung bei 1,0887 US-Dollar auf dem höchsten Stand seit dem 21. April 2022.

Charttechnischer Ausblick:

Die Chancen, dass die seit dem Mehrjahrestief bei 0,9535 US-Dollar gestartete Euro-Aufwertung in die nächste Runde geht, stehen aufgrund der aktuellen Konsolidierung auf hohem Niveau gut. Denn durch die Seitwärtsphase baut das Währungspaar einerseits die etwas technisch überkaufte Situation ab und sammelt anderseits die notwenige Kraft für den anstrengenden Sprung über das 50%-Retracement bei 1,0940 US-Dollar der Abwärtsbewegung vom markanten Jahreshoch 2021 (1,2350 US-Dollar) bis zum Mehrjahrestief. Allerdings dürfte die Kraft bei Kursnotierungen oberhalb von 1,10 US-Dollar zunehmend schwinden. Insbesondere im Bereich von 1,1035 US-Dollar sollte ein größerer Kursabschlag einkalkuliert werden. Wird dieser aufgefangen und rollt die nächste Aufwärtswelle an, könnte diese die beiden horizontalen Widerstandslinie bei 1,1130 und 1,1180 US-Dollar ansteuern.

Bislang gefährdeten die Kursrücksetzer aus der Seitwärtsphase nicht den Support-Bereich zwischen 1,0712 und 1,0730 US-Dollar. Sollte es aber zum Bruch dieser Zone kommen, droht im Anschluss ein Abverkauf bis 1,0635 US-Dollar. Hier angekommen, dürften die Euro-Käufer erneut kräftiger zulangen und versuchen, die 1,07er-Marke wieder zurückzuerobern. Rutscht dagegen die Einheitswährung unter diese signifikante Unterstützungslinie auf Tagesschlusskursbasis, geht die Korrektur sehr wahrscheinlich bis auf 1,0480 US-Dollar weiter. Spätestens an der Horizontalunterstützung bei 1,0390 US-Dollar wäre der Beginn der nächsten Aufwärtsbewegung gut vorstellbar, da hier das Chartbild zugunsten des langfristigen Abwärtstrends wieder kippen könnte. Bei Notierungen unterhalb von 1,0275 US-Dollar trübt sich das Chartbild dann zunehmend ein, während eine Beendigung des Tageshandels unter 1,0220 US-Dollar die Abwärtsdynamik bis auf 1,0135 / 1,0096 US-Dollar befeuern könnte. Die Parität wäre dadurch erneut zum Greifen nah und möglicherweise dazu der langfristige Abwärtstrend weiterhin intakt.

Unterstützungen:

1. 1,0712 / 1,0730 US-Dollar

2. 1,0635 US-Dollar

3. 1,0480 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0940 US-Dollar

2. 1,1035  US-Dollar

3. 1,1130 / 1,1180 US-Dollar

Gold Tageschart (XAUUSD):

Rückblick:

Der Goldpreis befindet sich weiterhin auf dem besten Weg in Richtung der „magischen“ 2.000-US-Dollar-Marke. Einen kurzen Abstecher unter die 1.900er-Schwelle am vergangenen Mittwoch wurde einen Tag später wieder ausgebügelt. Im Anschluss markierte das Edelmetall bei 1.937 US-Dollar ein frisches Neunmonatshoch.

Charttechnischer Ausblick:

Aus technischer Sicht liegt immer noch eine Überhitzung vor, die nur leicht durch die Konsolidierung bis Mitte letzter Woche abkühlte. Obwohl der Goldpreisanstieg mittlerweile extrem steil verläuft, könnte sich dieser bis zu den horizontalen Widerstandslinien bei 1.960 und 1.980 US-Dollar ohne weiteres fortsetzen. Natürlich steigt dadurch die Korrekturanfälligkeit, doch Reisende soll man bekanntlich nicht aufhalten, so dass es sehr wahrscheinlich erst im Bereich der 2.000er-Marke zu stärkeren Gewinnmitnahmen kommen wird. Mittelfristig liegen die nächsten Ziele bei 2.010 und 2.033 US-Dollar.

Beim nächsten Ausflug unter die 1.900er-Marke könnte der Goldpreis tiefer fallen und dabei die Unterstützung bei 1.880 US-Dollar ins Visier nehmen. Was hoch steigt, kann tief fallen, und darum wäre es keine Überraschung, dass der Abverkauf direkt bis auf 1.865 US-Dollar weitergeht, ehe von dort aus die Gold-Bullen zurückschlagen mit dem Ziel einer Goldpreisverteuerung auf über 1.900 US-Dollar. Auch ein Rückgang zur Horizontalunterstützung bei 1.850 wäre für die Gold-Bullen noch verkraftbar. Dagegen müssten sie sich bei einem Handelsschluss unter 1.833 US-Dollar ernsthaft fragen, ob die Gegenbewegung immer noch in die Rubrik „gesunde Korrektur“ fällt. Denn damit wäre der Aufwärtstrend erstmal gestoppt und der Goldpreis würde sich wohl im Anschluss eher seitwärts schieben. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass die nächsten Unterstützungen bei 1.812, 1.796 oder 1.786 US-Dollar getestet werden.

Unterstützungen:

1. 1.865 / 1.880 US-Dollar

2. 1.833 / 1.850 US-Dollar

3. 1.812 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.960 / 1.980 US-Dollar

2. 2.000 / 2.010 US-Dollar

3. 2.033 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 23.01. – 27.01.2023

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag23.01.202312:00 UhrDE: Bundesbank Monatsbericht
Montag23.01.202318:45 UhrEU: Rede EZB-Präsidentin Lagarde
Dienstag24.01.202308:00 UhrDE: GfK Konsumklima (Feb.)
Dienstag24.01.202309:30 UhrDE: Einkaufsmanagerindex (Jan.)
Dienstag24.01.202315:45 UhrUS: Einkaufsmanagerindex (Jan.)
Mittwoch25.01.202310:00 UhrDE: Ifo-Geschäftsklimaindex (Jan.)
Donnerstag26.01.202314:00 UhrDE: Verbraucherpreisindex (Jan.)
Donnerstag26.01.202314:30 UhrUS: Bruttoinlandsprodukt (Q4.2022)
Donnerstag26.01.202314:30 UhrUS: Auftragseingang langlebige Güter (Dez.)
Freitag27.01.202314:30 UhrUS: PCE Preisindex (Dez.)
Freitag27.01.202316:00 UhrUS: Schwebende Hausverkäufe (Dez.)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
Wichtige Informationsunterlagen