Elbblick Börsenbrief – KW 02/2023

Liebe GBE-Traderinnen und Trader,

mit großer Spannung wurde am vergangenen Mittwoch die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls des letzten geldpolitischen Treffens der Federal Reserve Bank (Fed) erwartet. Wie aus dem Protokoll hervorgeht, wollen die US-Währungshüter weiterhin die Inflation entschlossen bekämpfen und stellen für 2023 weitere Zinserhöhungen in Aussicht. Dazu befürchten einige Mitglieder des Offenmarktausschusses, dass der Preisdruck länger dauern könnte als erwartet und deshalb warnten sie vor einer „ungerechtfertigten“ Lockerung der Finanzmarktkonditionen. Zudem begrüßten sie den Rückgang der Teuerung im Oktober und November, aber aus ihrer Sicht benötigt es mehr Hinweise, um zuversichtlich im Hinblick des Abwärtstrends bei der Inflation zu sein.

Währenddessen sind in Deutschland die Verbraucherpreise weiterhin rückläufig. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag nach der ersten Schätzung mitteilte, verringerte sich im Dezember die jährliche Inflationsrate von 10,0 Prozent im November auf 8,6 Prozent. Noch im Oktober lag die Teuerungsrate mit 10,4 Prozent auf dem höchsten Stand seit Anfang der 1950er-Jahre. Insbesondere die einmalige Hilfsmaßnahme zur Entlastung bei den Gas- und Wärmepreisen sorgten laut dem Bundesamt für eine Abschwächung der Inflation.

Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf den deutschen Aktienindex DAX, auf das Währungspaar EUR/USD sowie auf das gelbe Edelmetall Gold auswirkten und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfahren Sie in den folgenden Analysen.

Die nächsten Elbblick Live Webinare

Mit unserer Webinar-Reihe „Elbblick Live“ durchleuchten wir jeweils montags und mittwochs vor DAX- und Wallstreet-Eröffnung die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 20-minütigen Live-Webinar anhand der charttechnischen Analyse. Weitere Informationen zu unserem Elbblick Live Webinar finden Sie auf unserer Webseite. Sie können sich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren:

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

DAX Tageschart (DE40.c):

Rückblick:

Der deutsche Leitindex DAX ist gut in das neue Jahr hineingerutscht und stieg gleich am ersten Handelstag über die Marke von 14.000 Punkten. Anschließend legte das Aktienbarometer weiter zu und trotzte selbst einige schwache Vorgaben der Wall Street.

Charttechnischer Ausblick:

Aktuell schiebt sich der DAX nach der Jahresauftaktrallye auf hohem Niveau seitwärts. Ein mögliches Zeichen, dass der Appetit für höhere Notierungen noch nicht vorbei ist. Im Fokus auf der Oberseite liegt weiterhin das 61,8%-Retracement der gesamten Abwärtsstrecke vom Rekordhoch bis zum Jahrestief 2022 bei 14.600 Punkten, welches auf Tagesschlusskursbasis bislang nicht überwunden werden konnte. Sollte es dazu kommen, erhöht sich die Chance auf einen Anstieg zur horizontalen Widerstandslinie bei 14.730 Zählern. Besitzen die DAX-Bullen hier noch weitere „Buying-Power“, wird es wahrscheinlich zum großen Showdown innerhalb der signifikanten Widerstandszone zwischen 14.815 / 14.900 und 15.040 Punkten kommen. Schaffen die Bullen den DAX-Handel oberhalb von 15.040 Zählern zu beenden, dürfte sich der Anstieg bis auf 15.295 Punkten fortsetzen. Allerdings sollten hier größere Gewinnmitnahmen einkalkuliert werden.

Solange der Index oberhalb von 14.100 Punkten notiert, gibt es keine bärischen Argumente gegen das zuvor beschriebene Szenario. Darüber hinaus wird dieser Bereich sowohl durch die (graue) 21- als auch durch die (blaue) 50-Tagelinie verstärkt. Unterhalb von 14.100 Zählern drohen Abgaben bis auf die horizontale Unterstützung bei 13.780 Punkten. Ein Rücksetzer auf das 38,2%-Retracement der gesamten Aufwärtsbewegung vom Jahrestief 2022 bei 13.600 Punkten, der sich bis zur (orangen) 200-Tagelinie bei gegenwärtig 13.555 Zählern ausdehnen kann, wäre aus charttechnischer Sicht noch als normale Korrektur anzusehen. Kritischer wird die Situation bei einer Unterschreitung des 50%-Retracements der zuvor erwähnten Strecke bei 13.270 Punkten. Insbesondere ein Tagesschluss unterhalb des Horizontalwiderstands bei 13.200 Punkten könnte frischen „Bärenwind“ mit sich bringen mit der Folge eines Kursrutsches bis auf das 61,8%-Level bei 12.940 Punkten. Spätestens hier sollten die DAX-Bullen stärker zurückschlagen, um schlimmeres zu verhindern.

Unterstützungen:

1. 14.100 Punkten

2. 13.780 Punkten

3. 13.550 / 13.600 Punkten

Widerstände:

1. 14.600 Punkten

2. 14.730 Punkten

3. 14.815 / 14.900 Punkten

EUR/USD Tageschart (EURUSDc):

Rückblick:

Zum Jahresauftakt verteidigte die europäische Gemeinschaftswährung Euro gegenüber dem US-Dollar noch die Marke von 1,06 US-Dollar. Doch einen Tag später kam es zu einem größeren Abverkauf, wodurch der Euro im Anschluss unter 1,05 US-Dollar fiel.

Charttechnischer Ausblick:

Aktuell hat es den Anschein, dass der Euro nach der schnellen Aufwertung vom Mehrjahrestief bei 0,9535 US-Dollar im vergangenen September erstmal eine längere Verschnaufpause einlegt, um Kraft für den nächsten Aufwärtsschub zu tanken. Mit einem Tagesschluss oberhalb von 1,0640 US-Dollar könnte der jüngste Aufwärtstrend in die nächste Runde gehen, vorausgesetzt, das Dezember-Hoch bei 1,0736 US-Dollar wird überschritten und das 61,8%-Retracement bei 1,0745 US-Dollar der Abwärtsbewegung vom Februar-Hoch 2021 (1,1495 US-Dollar) bis zum Mehrjahrestief wird ebenfalls geknackt. Der Weg wäre im Anschluss bis zum Horizontalwiderstand bei 1,0790 US-Dollar frei. Gut möglich, dass auf diesem Niveau noch keine stärkeren Verkäufe stattfinden. Jedoch sollten diese bei 1,0850 US-Dollar, spätestens am 50%-Retracement des Abschnitts Jahreshoch 2021 (1,2350 US-Dollar) und Mehrjahrestief bei 1,0940 US-Dollar eingeplant werden.

Auf der Unterseite bietet der horizontale Support bei 1,0445 US-Dollar möglicherweise eine größere Gegenwehr, sollte sich der aktuelle Rücksetzer weiter ausdehnen. Auch ein Ausflug zur nächsten Unterstützung bei 1,0390 US-Dollar würde dem jüngsten Höhenflug des Euros kein Ende bereiten. Anders sähe es mit einer Unterschreitung unterhalb des 38,2%-Retracements der gesamten Erholung vom Mehrjahrestief bei 1,0275 US-Dollar aus, denn dadurch könnte sich die Abwärtsdynamik mit Ziel 1,0220 US-Dollar beschleunigen. Zwar wäre ein Abverkauf bis dahin aus Sicht der Euro-Käufer gerade noch akzeptabel, die Beendigung des Tageshandels unterhalb des 50%-Retracements bei 1,0135 US-Dollar und ein Bruch der bedeutsamen Unterstützungslinie bei 1.0096 US-Dollar definitiv nicht mehr. Dadurch würde wieder einmal die Parität in den Mittelpunkt rücken.

Unterstützungen:

1. 1,0390 / 1,0445 US-Dollar

2. 1,0220 / 1,0275 US-Dollar

3. 1,0096 / 1,0135 US-Dollar

Widerstände:

1. 1,0640 US-Dollar

2. 1,0790 / 1,0850  US-Dollar

3. 1,0945 US-Dollar

Gold Tageschart (XAUUSD):

Rückblick:

Einen glänzenden Auftakt in das Jahr 2023 legte das Edelmetall Gold hin. Der vermeintlich „sichere Hafen“ setzte zunächst nahtlos den Aufwärtsimpuls der letzten Tage im alten Jahr fort, ehe nach dem Erreichen eines Sechsmonatshochs bei 1.865 US-Dollar Gewinnmitnahmen einsetzten.

Charttechnischer Ausblick:

Eine kleine Abkühlung des dynamischen Anstiegs der letzten Tage tat aus charttechnischer Sicht wohl gut, um eine Übertreibung auf der Oberseite zu vermeiden. Im Falle einer Fortsetzung der „Kaltfront“ wäre der Beginn der nächsten Aufwärtswelle bei 1.812 US-Dollar oder bei 1.796 US-Dollar gut vorstellbar. Unterhalb käme es höchstwahrscheinlich zur einer ausgeprägten Seitwärtsbewegung, die entweder die Unterstützung bei 1.780 US-Dollar oder das Support-Band zwischen 1.763 und 1.769 US-Dollar als untere Begrenzung nutzen könnte. Erst unterhalb von 1.740 US-Dollar besteht die Gefahr, dass das gegenwärtige bullische Chartbild wieder kippt.

Hält sich dagegen der Goldpreis weiterhin oberhalb von 1.812 US-Dollar, dürfte im Lager der Gold-Bullen bald wieder die Sonne scheinen. Denn dadurch könnte es zur Fortführung des Aufwärtstrends bis zum nächsten Ziel bei 1.878 US-Dollar kommen. Möglicherweise fällt hier die Gegenwehr der Gold-Bären noch gering aus. Am 61,8%-Retracement der gesamten letztjährigen Abwärtsbewegung bei 1.896 US-Dollar dürfte die Bären-Attacke jedoch ganz anders ausfallen und daher kann ein Kursrückgang von diesem Niveau aus bis zur 1.800er-Marke nicht ausgeschlossen werden. Gelingt den Gold-Bullen anschließend ein Comeback, dürften die Spannungen zwischen den beiden Börsen-Alphatieren in der Widerstandszone zwischen 1.910 und 1.917 US-Dollar erneut zunehmen.

Unterstützungen:

1. 1.796 / 1.812 US-Dollar

2. 1.780 US-Dollar

3. 1.763 / 1.767 US-Dollar

Widerstände:

1. 1.878 US-Dollar

2. 1.896 US-Dollar

3. 1.910 / 1.917 US-Dollar

Wichtige Wirtschaftstermine 09.01. – 13.01.2023

TagDatumUhrzeitBeschreibung
Montag09.01.202308:00 UhrDE: Industrieproduktion (Nov.)
Montag09.01.202311:00 UhrEU: Arbeitslosenquote (Nov.)
Dienstag10.01.202312:00 UhrUS: NFIB Geschäftsoptimismus Small Caps (Dez.)
Dienstag10.01.202316:00 UhrUS: Umsatz der Großhändler (Nov.)
Mittwoch11.01.202317:00 UhrUS: Thomson Reuters IPSOS PCSI (Jan.)
Donnerstag12.01.202308:00 UhrDE: Leistungsbilanz (Nov.)
Donnerstag12.01.202314:30 UhrUS: Verbraucherpreise (Dez.)
Donnerstag12.01.202314:30 UhrUS: Realeinkommen (Dez.)
Freitag13.01.202308:00 UhrUK: Handelsbilanz (Nov.)
Freitag13.01.202314:30 UhrUS: Import- / Exportpreise (Dez.)
Freitag13.01.202316:00 UhrUS: Uni-Michigan Konjunkturerwartungen (Jan.)

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Maximale Hebelsätze
Hauptindzes1:501:20
Hauptwährungspaare1:2001:30
Edelmetalle1:1001:10
Rohstoffe1:501:10
Aktien1:51:5
Kryptowährungen1:51:2
Kontomerkmale
Persönlicher Kundenbetreuer
Schutz vor negativen Kontosalden
Das Handelskonto unterliegt der 50% Margin-Close-Out Regel
Strikte Trennung von Kundengeldern
Anspruch auf Entschädigung aus dem Investment Compensation Fund
Recht auf Beschwerde bei einer Finanzombudsstelle *
Best Execution & Handelsbestätigungenn
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