Markteinblick: US-Regierung kurz vor Ende des Shutdowns
Tada Images/Shutterstock.com
Der 41 Tage andauernde Shutdown der US-Regierung steht kurz vor dem Ende. Der Senat hat mit 60 zu 40 Stimmen ein Übergangsbudget verabschiedet, das die Behörden bis Ende Januar, teils bis September, finanziert. Nun muss nur noch das Repräsentantenhaus zustimmen, was voraussichtlich am Mittwoch geschieht. Präsident Donald Trump hat seine Unterstützung bereits zugesagt. Die Aussicht auf ein Ende des Stillstands sorgt an den Finanzmärkten für Auftrieb, da eine Wiederaufnahme der staatlichen Arbeit die US-Wirtschaft entlasten dürfte.
Für Millionen Amerikaner wäre das eine spürbare Erleichterung: Lebensmittelhilfen könnten wieder ausgezahlt, Gehälter von Bundesangestellten nachgezahlt und der Flugverkehr normalisiert werden. Dennoch dürfte es einige Tage dauern, bis sich der Alltag wieder einspielt.
Goldpreis im Aufwind: Zinshoffnungen und Unsicherheit
Nach dem möglichen Ende des US-Regierungsstillstands rückt nun wieder die Fed in den Fokus. Baldigen Zinssenkungen der US-Notenbank Fed lassen Investoren wieder verstärkt zum goldenen Edelmetall greifen. Die Aussicht auf eine lockerere Geldpolitik und eine mögliche Abschwächung der US-Wirtschaft machen das Edelmetall erneut zum bevorzugten Zufluchtsort an den Märkten.
Am Dienstagmorgen stieg der Preis für eine Feinunze Gold auf rund 4.148 US-Dollar und baute damit seinen kräftigen Anstieg vom Vortag um 2,9 % weiter aus. Auslöser war die parteiübergreifende Einigung im US-Kongress zur Beendigung des 41-tägigen Shutdowns, die Präsident Donald Trump noch unterzeichnen muss. Mit der Wiederaufnahme des Regierungsbetriebs dürften auch wichtige, bislang verzögerte Wirtschaftsdaten veröffentlicht werden – und Analysten erwarten, dass diese ein eingetrübtes Konjunkturbild zeichnen.
Eine schwächere Wirtschaft würde die Fed vermutlich zu weiteren Lockerungsmaßnahmen bewegen, was die Attraktivität von Gold erhöht. Da das Edelmetall keine Zinsen abwirft, profitiert es von fallenden Renditen und einer expansiven Geldpolitik.
Auch Trumps Plan, jedem US-Bürger 2.000 US-Dollar als „Zoll-Dividende“ auszuzahlen, stützt den Goldpreis. Viele Experten sehen darin ein Inflationsrisiko, das die Nachfrage nach dem Edelmetall zusätzlich anheizt.
Trump plant 2.000-Dollar-„Dividende“ für alle Amerikaner
Donald Trump hat ein neues Konjunkturprojekt angekündigt: Jeder US-Bürger soll 2.000 Dollar erhalten – eine Art „Dividende“ aus den Zolleinnahmen der Regierung. Damit will der Präsident den Konsum ankurbeln und seine Wirtschaftspolitik als Erfolgsmodell präsentieren.
Wie schon während der Corona-Pandemie, als Schecks über 1.400 Dollar verschickt wurden, setzt Trump erneut auf Helikoptergeld. Die Zahlungen sollen diesmal aus den hohen Importzöllen finanziert werden, die seit Monaten erhebliche Einnahmen in die Staatskasse spülen. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social schrieb er: „Menschen, die gegen Zölle sind, sind Dummköpfe! Wir sind das reichste Land der Welt – mit Rekordbörsen, hoher Beschäftigung und fast keiner Inflation.“ Er kündigte an, die Zolleinnahmen nutzen zu wollen, um nicht nur die 37 Billionen Dollar Staatsschulden zu senken, sondern auch „allen Amerikanern außer den Besserverdienern“ 2.000 Dollar zukommen zu lassen.
Trumps Ankündigung fällt in eine Phase, in der sein Zollprogramm juristisch unter Druck steht. Der Oberste Gerichtshof prüft derzeit, ob seine Importabgaben rechtmäßig sind. Sollte das Gericht gegen ihn entscheiden, könnten Rückzahlungen von mehr als 100 Milliarden Dollar fällig werden – ein schwerer Schlag für Trumps Wirtschaftspolitik. Der Präsident verteidigt seine „Liberation Day“-Zölle vom 2. April vehement und nennt sie notwendig, um das chronische Handelsdefizit der USA zu verringern.
US-Verbraucherpreise im Fokus – Donnerstag 14:30 Uhr MEZ
Am 13. November 2025 um 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht das US-Arbeitsministerium (Bureau of Labor Statistics) die neuen Verbraucherpreisdaten (CPI) für Oktober. Diese Zahlen gelten als eines der wichtigsten Konjunktursignale weltweit – sie zeigen, wie stark die Preise für Waren und Dienstleistungen in den USA gestiegen sind und geben Aufschluss über die aktuelle Inflationsdynamik.
Ökonomen erwarten, dass sich die Inflation weiter abschwächt und sich nahe der Marke von 3 Prozent bewegt. Besonders im Fokus stehen die Kerninflation, also die Preisentwicklung ohne Energie und Lebensmittel, sowie die Entwicklung bei Mieten und Dienstleistungen, die zuletzt für den größten Teil des Preisdrucks verantwortlich waren.
Die Daten sind nicht nur für Verbraucher entscheidend, sondern auch für die US-Notenbank Federal Reserve. Sollten die Zahlen niedriger als erwartet ausfallen, könnte das die Hoffnung auf Zinssenkungen im kommenden Jahr stärken. Bleibt die Inflation dagegen hartnäckig hoch, dürfte die Fed an ihrer vorsichtigen Linie festhalten.
Quelle: finanzmarktwelt.de, investing.com
Risikohinweis
Forex und CFD Trading ist spekulativ und daher nicht für jeden Investor geeignet. GBE brokers Ltd. bietet Margin Trading an. Gehebelte Produkte können sich sowohl zu deinem Nachteil als auch zu deinem Vorteil auswirken. Du solltest dir aller Risiken bewusst sein und nicht mehr Kapital einsetzen als du dir leisten kannst zu verlieren. Bevor du ein Konto eröffnest, lies bitte unsere Risikohinweise und unsere AGBs.
Haftungsausschluss
Trade verantwortungsvoll: CFDs sind komplexe Instrumente und bergen ein hohes Risiko, Gelder schnell durch Hebelwirkung zu verlieren. 71.75% der Privatanleger-Konten verlieren Gelder, wenn sie CFDs mit diesem Anbieter handeln. Du solltest überlegen, ob du verstehst, wie CFDs funktionieren und ob du es dir leisten kannst, das Risiko einzugehen, dein Geld zu verlieren.
Aktuelle Posts
GBE Börsenbrief – KW 49/2025
November 28, 2025 GBE Börsenbrief
Die Aussagen zweier Fed-Mitglieder zur möglichen weiteren Zinspolitik der US-Notenbank haben die Aktienmärkte weitgehend stabilisiert. Derzeit rechnet die Mehrheit mit einer weiteren Zinssenkung am 10. Dezember.
Weiterlesen →
Match-Trader Update (November 2025): Das bringt’s für dich als Trader
November 28, 2025 News
Mit dem anstehenden Match-Trader Update im November bekommen Retail-Trader vor allem zwei Dinge: mehr Kontrolle im Chart und spürbar mehr Geschwindigkeit.
Weiterlesen →
Markteinblick: Verzögerte US-Wirtschaftsdaten könnten Märkte bewegen
November 25, 2025 GBE Markteinblick
Die globalen Aktienmärkte geraten derzeit heftig unter Druck. Risikoanlagen: Sowohl Aktien als auch Kryptowährungen werden deutlich abverkauft, während der Markt zunehmend in den Risk-Off-Modus schaltet.
Weiterlesen →