Markteinblick: Trump droht weiterhin mit Strafzöllen
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Die US-Handelspolitik sorgt erneut für Unruhe, nachdem Donald Trump sowohl Südkorea mit 25 % Zöllen als auch Kanada mit drastischen 100 %-Strafzöllen bedroht hat. Im Fall Südkoreas begründet Trump die Ankündigung mit der aus seiner Sicht schleppenden Umsetzung des ausgehandelten Handelsabkommens durch das Parlament in Seoul. Betroffen wären vor allem Automobile, Holz- und Pharmaerzeugnisse – ein Szenario, das insbesondere für Konzerne wie Hyundai erhebliche wirtschaftliche Folgen hätte. Gleichzeitig zeigt die Vergangenheit, dass viele ähnliche Drohungen Trumps später abgeschwächt oder gar nicht umgesetzt wurden, was auch diesmal Zweifel an der Nachhaltigkeit der Maßnahme nährt.
Noch schärfer fällt der Ton gegenüber Kanada aus. Trump droht mit einem pauschalen 100 %-Zoll auf alle kanadischen Importe, sollte Ottawa an seinem geplanten Handelsabkommen mit China festhalten. Er wirft Kanada vor, sich zu einem Umschlagplatz für chinesische Waren entwickeln zu wollen, und nutzt damit erneut Zölle als geopolitisches Druckmittel. Beobachter werten auch diese Ankündigung eher als Verhandlungstaktik denn als ausgereiften wirtschaftspolitischen Plan – zumal ein solcher Schritt massive Folgen für die stark integrierten Handelsbeziehungen hätte, etwa durch deutlich steigende Energiepreise in den USA. Insgesamt unterstreichen beide Fälle, wie Zölle zunehmend als politisches Instrument eingesetzt werden und damit Unsicherheit für Märkte und Unternehmen schaffen.
US-Berichtssaison – Microsoft, Apple, Meta, Tesla
Die anstehenden Quartalszahlen der „Magnificent Seven“ könnten für den Markt zum entscheidenden Test werden, ob sich die massiven KI-Investitionen der Tech-Giganten tatsächlich in steigende Gewinne übersetzen lassen. Da die Dominanz von Big Tech im S&P 500 zuletzt nachgelassen hat und Kapital verstärkt in KI-Nischen geflossen ist, entscheidet diese Berichtssaison darüber, ob Anleger wieder stärker auf die großen Technologiewerte setzen – oder weiter auf Alternativen ausweichen.
Am kommenden Mittwoch legen Meta, Microsoft und Tesla nachbörslich ihre Geschäftszahlen vor. Am 29. Januar folgt anschließend Apple. In der darauffolgenden Woche berichten schließlich auch Alphabet und Amazon, die ihre Zahlen voraussichtlich am 4. beziehungsweise 5. Februar veröffentlichen.
US-Notenbank mit Zinsentscheidung am Mittwoch
Am Mittwoch um 20:00 Uhr MEZ richtet sich der Blick der Märkte auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed. Erwartet wird, dass die Notenbank den Leitzins unverändert bei 3,75 % lässt und damit ihre abwartende Haltung bestätigt. Zwar ist die Inflation zuletzt zurückgegangen, liegt jedoch weiterhin mit 2,7% über dem Zielwert von 2,0 %, während sich der US-Arbeitsmarkt robust zeigt.
Entscheidender als der Zinsschritt selbst dürften daher die Aussagen um zur weiteren geldpolitischen Ausrichtung sein. Für die kommenden Monate rechnen viele Marktteilnehmer mit einer längeren Zinspause. Mögliche Zinssenkungen bleiben zwar ein Thema, dürften aber erst dann konkret werden, wenn sich Inflation und Konjunktur klar weiter abschwächen.
Dollar unter Druck: Debasement-Trade und starker Yen belasten
Der US-Dollar gerät zunehmend unter Druck, da Investoren sich verstärkt aus Fiat-Währungen zurückziehen und auf Sachwerte wie Gold und Silber setzen. Treiber dieser Bewegung sind explodierende Staatsschulden, politische Unsicherheit in den USA und wachsende Sorgen vor Geldentwertung. Der sogenannte Debasement-Trade gewinnt dadurch weiter an Dynamik und belastet die weltweite Leitwährung spürbar.
Zusätzlichen Abwertungsdruck erzeugt die Aussicht auf eine mögliche koordinierte Intervention Japans und der USA zugunsten des Yen. Signale aus dem Umfeld der New Yorker Fed haben Spekulationen über ein Eingreifen am Devisenmarkt verstärkt, was den Yen deutlich steigen ließ und den Dollar weiter schwächte. Gleichzeitig erreicht Gold neue Rekordstände. Insgesamt wächst damit die Unsicherheit über die künftige Dollarpolitik und den langfristigen Wert des Greenback.
Quelle:
https://finanzmarktwelt.de/trump-droht-suedkorea-mit-25-zoellen-das-steckt-dahinter-377370/
https://finanzmarktwelt.de/trump-bedroht-kanada-mit-100-prozent-zoll-377151/
https://finviz.com/map.ashx?st=earndate
https://de.investing.com/economic-calendar
https://www.cmegroup.com/markets/interest-rates/cme-fedwatch-tool.html
https://finanzmarktwelt.de/sp-500-vor-big-tech-zahlen-ki-wette-im-glaubwuerdigkeitstest-377195/
https://finanzmarktwelt.de/dollar-massiv-unter-druck-debasement-und-yen-377253/
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