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September – oft ein schwacher Monat an den Börsen?

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Raphael Dreyer Trader & Expert for Chart Technology

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Bildschirm mit Börsendaten, Kursen und Diagrammen des Aktienmarktes – Symbol für Trading, Investitionen und Finanzmärkte

Westlight/Shutterstock.com

Der Börsenmonat September hat bei Anlegern keinen guten Ruf. Statistisch zählt er oft zu den schwächeren Monaten – mit historisch überdurchschnittlich vielen Kursverlusten beim S&P 500 und Dow Jones (auch DAX). In Kombination mit den zuletzt schwachen US-Arbeitsmarktdaten, Sorgen um eine mögliche steigende Inflation und Spekulationen über eine Zinssenkung der Fed, rückt der September 2025 besonders in den Fokus.

Durchschnittliche Monatsperformance S&P seit 1928

Durchschnittliche Monatsperformance S&P seit 1928
Die Entwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Hinweis auf künftige Erträge, und der Wert einer Investition in ein Finanzinstrument kann sowohl steigen als auch fallen.

Quelle: https://www.finanzen.net/index/s&p_500/performance

Historischer Hintergrund

Seit über 100 Jahren beobachten Analysten, dass die Aktienmärkte im September schwächer tendieren. Während die Gründe nicht eindeutig geklärt sind, gibt es mehrere Erklärungsansätze:

  • Saisonale Effekte: Nach dem Sommerurlaub positionieren sich institutionelle Investoren neu, was zu erhöhter Volatilität führen kann.
  • Fiskaljahres-Enden: In den USA endet für viele Unternehmen im September das Fiskaljahr, was Gewinnmitnahmen begünstigt.
  • Psychologie: Die historische Schwäche kann sich selbst verstärken, weil Anleger den Monat skeptisch angehen.

Aktuelle Marktlage – US-Arbeitsmarkt im Fokus

Besondere Brisanz erhält der diesjährige September durch die neuen Arbeitsmarktdaten aus den USA. Diese fielen zuletzt schwächer aus als erwartet. Ein schwächerer Arbeitsmarkt könnte ein Signal sein, dass die US-Wirtschaft an Dynamik verliert – ein Faktor, der die Stimmung an den Aktienmärkten belastet. Gleichzeitig interpretiert die US-Notenbank (Fed) die Arbeitsmarktzahlen als wichtigen Indikator für ihre Geldpolitik.

Inflation und Zinspolitik – ein Balanceakt der Fed

Die Inflation bleibt in den USA ein sensibles Thema. Zwar entsprachen die Verbraucherpreise zuletzt größtenteils den Erwartungen, doch die Gefahr einer erneuten Beschleunigung ist noch nicht gebannt. Für die Fed bedeutet dies ein schwieriger Balanceakt:

  • Steigende Inflation könnte die erwartete Zinssenkung am 17. September ausfallen lassen.
  • Ein schwacher Arbeitsmarkt wiederum spricht eher für Zinssenkungen, um die Konjunktur zu stützen.

Der Markt spekuliert daher zunehmend auf eine mögliche Zinssenkung im Laufe des Herbstes. Für Investoren entsteht ein Spannungsfeld: Einerseits könnten niedrigere Zinsen Aktienmärkte stützen, andererseits wäre eine Zinssenkung auch ein Eingeständnis, dass die US-Wirtschaft in Schwierigkeiten steckt.

Ausblick für Anleger

Die kommenden Wochen versprechen erhöhte Volatilität:

  • Inflationszahlen (am 11. September) und Arbeitsmarktberichte (am 5. September) bleiben marktbestimmend
  • Anleihemärkte reagieren sensibel auf jede geldpolitische Andeutung – mit direkten Auswirkungen auf Aktienbewertungen.
  • Sektorrotationen könnten verstärkt auftreten, da Investoren gezielt auf „sichere Häfen“ oder Zinsprofiteure setzen.
  • Volatilität dürfte zunehmen – typisch für den September.

Der Börsenmonat September könnte einiges an Bewegung und Überraschungen bereithalten. Doch gerade in dieser volatilen Phase können sich Möglichkeiten ergeben. Anleger sollten Entwicklungen bei Inflation, Zinsen und Arbeitsmarktdaten genau verfolgen – und dabei Ruhe bewahren.

Quelle: finanzmarktwelt.de, investing.com

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