Ölpreis steigt deutlich: Eskalation am Persischen Golf belastet die Aktienmärkte
Ölpreise steigen angesichts der Eskalation am Persischen Golf deutlich an.
Die Lage an den internationalen Finanzmärkten bleibt angespannt. Eine erneute Eskalation zwischen den USA und dem Iran hat die Ölpreise deutlich nach oben getrieben und sorgt weltweit für zunehmende Nervosität. Besonders die Sorge vor möglichen Störungen der Öltransporte durch die Straße von Hormus rückt wieder in den Mittelpunkt.
Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg am Mittwochmorgen auf rund 95 US-Dollar und erreichte zwischenzeitlich mehr als 97 US-Dollar. Seit Wochenbeginn hat sich der Preis damit deutlich erhöht. Die Entwicklung ging zugleich mit höheren Renditen an den Anleihemärkten und Kursverlusten an mehreren Aktienmärkten einher.
Straße von Hormus rückt wieder in den Fokus
Auslöser des jüngsten Preisschubs ist die erneute militärische Eskalation am Persischen Golf. Nach weiteren Angriffen der USA auf iranische Ziele reagierte der Iran mit Raketen- und Drohnenangriffen in der Region.
Für den Ölmarkt ist dabei insbesondere die Situation rund um die Straße von Hormus entscheidend. Die Meerenge gehört zu den wichtigsten Transportwegen für den weltweiten Ölhandel. Eine Beeinträchtigung der Schifffahrt könnte die Versorgung aus den Förderregionen am Persischen Golf erheblich erschweren.
Die Gefahr weiterer Störungen sowie möglicher Angriffe auf die Ölinfrastruktur könnte zu einer erhöhten Risikoprämie am Ölmarkt beitragen. Nach dem jüngsten Anstieg rückt bei Brent zudem die Marke von 100 US-Dollar je Barrel zunehmend in den Fokus der Marktteilnehmer.
Höhere Ölpreise bringen die Inflation zurück ins Blickfeld
Für die Aktienmärkte könnte daraus zusätzlicher Druck entstehen: Höhere Energiepreise können die Kosten für Unternehmen und Verbraucher erhöhen, während steigende Anleiherenditen festverzinsliche Anlagen gegenüber Aktien attraktiver machen können.
An den Anleihemärkten ist diese Entwicklung bereits sichtbar. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf rund 4,8 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Auch in Deutschland war zuletzt ein deutlicher Renditeanstieg zu beobachten.
Für die Aktienmärkte entsteht dadurch gleich von zwei Seiten Druck: Höhere Energiepreise können die Kosten für Unternehmen und Verbraucher erhöhen, während steigende Renditen Anleihen gegenüber Aktien attraktiver machen.
DAX unter Druck – deutliche Verluste in Asien
Die Nervosität zeigt sich entsprechend an den internationalen Börsen. In Asien gerieten die Aktienmärkte am Mittwoch deutlich unter Druck. Der südkoreanische Kospi verlor zeitweise rund 3,7 Prozent, der japanische Nikkei rund 2,9 Prozent. Auch die Börsen in China, Hongkong und Australien verzeichneten Verluste.
Bereits zuvor hatten die US-Märkte schwächer geschlossen. Der Dow Jones verlor 0,8 Prozent, während die Nasdaq um 1,0 Prozent nachgab.
Auch beim DAX setzt sich die Konsolidierung fort. Der deutsche Leitindex hatte den Dienstag mit einem Minus von 1,1 Prozent bei 25.970 Punkten beendet und damit die Marke von 26.000 Punkten wieder unterschritten. Bereits am Montag hatte der DAX 1,2 Prozent verloren. Zur Wochenmitte deuteten die vorbörslichen Indikationen auf einen weiteren schwächeren Handelsstart hin.
Anleger werden vorsichtiger
Die steigenden Ölpreise könnten die Ausgangslage an den Finanzmärkten zunehmend beeinflussen. Im Fokus steht dabei nicht allein die Entwicklung des Brent-Preises. Marktteilnehmer beobachten auch mögliche Auswirkungen höherer Energiepreise auf die Inflation und das Zinsumfeld.
Neben der geopolitischen Entwicklung richtet sich der Blick deshalb verstärkt auf die Notenbanken und die kommenden Konjunkturdaten. Neue Inflations- und Arbeitsmarktdaten könnten zusätzliche Hinweise darauf liefern, wie sich die geldpolitischen Rahmenbedingungen in den kommenden Monaten entwickeln.
Ausblick
Kurzfristig dürfte der Ölpreis weiterhin im Fokus der Marktteilnehmer stehen. Von besonderer Bedeutung bleibt die weitere Entwicklung am Persischen Golf und die Frage, ob es zu Beeinträchtigungen des Transports durch die Straße von Hormus kommt.
Nach dem jüngsten Anstieg liegt die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar näher am aktuellen Brent-Preis. Dies stellt keine Prognose dar, dass dieses Preisniveau erreicht wird. Die weitere Entwicklung dürfte insbesondere von der geopolitischen Lage sowie möglichen Auswirkungen auf die Ölversorgung abhängen.
Bis dahin ist an den Finanzmärkten weiterhin mit erhöhter Volatilität zu rechnen.
Quellen:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/marktberichte/marktbericht-boerse-dax-dow-jones-iran-oel-100.html
https://www.boerse.de/nachrichten/Aktien-Frankfurt-Eroeffnung-Dax-leicht-im-Minus-Oelpreis-steigt-weiter/38471585
https://stock3.com/news/dax-tagesausblick-was-kann-es-heute-ueberraschendes-geben-17198392
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