Markteinblick: Iran und Inflation im Fokus
An den Märkten richtet sich der Blick derzeit vor allem auf die Entwicklungen rund um Donald Trump und den Iran. Die zunehmenden Spannungen sorgen für neue Unsicherheit, insbesondere mit Blick auf den Ölmarkt und die Straße von Hormus. Steigende Ölpreise könnten den Inflationsdruck erneut verstärken und damit auch die Erwartungen an die weitere Zinspolitik der US-Notenbank beeinflussen. Entsprechend vorsichtig zeigen sich die Aktienmärkte bislang.
Für den weiteren Wochenverlauf werden nun vor allem die US-Inflationsdaten entscheidend. Am Mittwoch stehen die Verbraucherpreise auf dem Programm, bevor am Donnerstag die Erzeugerpreise folgen. Die Zahlen dürften neue Hinweise darauf liefern, wie viel Spielraum die Fed bei den Zinsen hat. Fallen die Inflationsdaten niedriger aus als erwartet, könnte das den Aktienmärkten neuen Rückenwind geben. Höhere Werte würden dagegen die Sorgen vor länger erhöhten Zinsen verstärken. Zum Ende der Woche folgen außerdem die US-Einzelhandelsumsätze und das Verbrauchervertrauen.
US-Arbeitsmarkt kühlt sich deutlich ab – Zinshoffnungen steigen
Die am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten für Juli fielen deutlich schwächer als erwartet aus. Außerhalb der Landwirtschaft gingen 23.000 Stellen verloren, während der Markt mit einem Zuwachs von rund 80.000 Stellen gerechnet hatte. Zusätzlich wurden die Beschäftigungszahlen für Mai und Juni zusammen um 103.000 Stellen nach unten revidiert. Die Arbeitslosenquote sank zwar von 4,2 % auf 4,1 %, dies ist jedoch auch vor dem Hintergrund einer rückläufigen Erwerbsbeteiligung zu sehen.
Insgesamt bestätigen die Daten eine spürbare Abkühlung des US-Arbeitsmarktes. Für die Aktienmärkte wurde dies zunächst positiv aufgenommen, da der schwächere Arbeitsmarkt den Druck auf die Federal Reserve reduziert, die Geldpolitik weiter zu straffen. Gleichzeitig steigt jedoch das Risiko einer stärkeren konjunkturellen Abschwächung. Entscheidend wird daher sein, ob auch die Inflation nachlässt: Schwächerer Arbeitsmarkt bei sinkender Inflation wäre tendenziell positiv für Aktien; schwächerer Arbeitsmarkt bei weiterhin hoher Inflation würde dagegen das Stagflationsrisiko erhöhen.
Ölpreise ziehen an – Spannungen mit dem Iran treiben Brent und WTI
Der Ölpreis ist zum Wochenstart deutlich gestiegen. Brent legte am Montag rund fünf Prozent zu und notiert am Dienstag bei etwa 89,20 US-Dollar je Barrel. Auch die US-Sorte WTI bleibt auf erhöhtem Niveau und kostet aktuell rund 83,90 US-Dollar je Barrel. Hauptgrund für den Preisanstieg ist die weiterhin angespannte Lage zwischen den USA und dem Iran sowie die Unsicherheit über eine vollständige Wiederöffnung der Straße von Hormus.
Die Meerenge gehört zu den wichtigsten Transportrouten für den weltweiten Energiemarkt. Vor Beginn des Konflikts wurde rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Erdgases durch die Straße von Hormus transportiert. Zwar hat der Schiffsverkehr zuletzt wieder etwas zugenommen, er liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem normalen Niveau. Solange keine dauerhafte Lösung zwischen den beteiligten Parteien gefunden wird, dürfte diese Unsicherheit sowohl Brent als auch WTI unterstützen.
Für die Finanzmärkte ist der höhere Ölpreis auch mit Blick auf die Inflation relevant. Bleiben Energiepreise länger auf einem erhöhten Niveau, könnte dies den Inflationsdruck verstärken und damit den Spielraum der US-Notenbank bei ihrer weiteren Zinspolitik einschränken.
AI- und Tech-Werte treiben die Märkte erneut an
Neben den Arbeitsmarktdaten sorgte in der vergangenen Woche vor allem die erneute Stärke bei Technologie- und KI-Aktien für Rückenwind an den US-Börsen. Besonders Halbleiterwerte konnten deutlich zulegen. Nvidia gewann auf Wochensicht knapp 12 % und erhöhte seinen Börsenwert dabei um rund 562 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig legte der technologielastige Nasdaq in der vergangenen Woche um rund 5,2 % zu.
Die Entwicklung zeigt, dass das Thema Künstliche Intelligenz weiterhin ein wesentlicher Treiber des Gesamtmarktes ist. Die anhaltend hohen Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur stützen insbesondere die Nachfrage nach Halbleitern und entsprechender Hardware. Aufgrund der hohen Gewichtung großer Technologiekonzerne in den US-Indizes wirken sich Kursbewegungen bei Unternehmen wie Nvidia zudem überproportional auf den Gesamtmarkt aus. Gleichzeitig bleibt die Bewertung vieler KI- und Chipwerte hoch, wodurch der Sektor anfällig für Gewinnmitnahmen und Enttäuschungen bei Wachstum oder Investitionsausgaben bleibt.
Quellen:
https://www.bls.gov/bls/newsrels.htm
https://www.wsj.com/livecoverage/july-jobs-report-stock-market-08-07-2026
https://www.marketwatch.com/story/two-reasons-why-nvidias-stock-saw-its-biggest-weekly-surge-in-more-than-a-year-644875c8
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