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Markteinblick: Flucht in sichere „Häfen“ – Gold und Silber steigen

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Raphael Dreyer Trader & Expert for Chart Technology

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Gold bleibt gefragt: Das Edelmetall profitiert von Unsicherheit und hält sich nahe wichtiger Widerstandsbereiche. Solange Rücksetzer begrenzt bleiben, spricht das Gesamtbild für eine anhaltend konstruktive Tendenz.

eamesBot/shutterstock.com

Die globalen Aktienmärkte stehen unter Druck, nachdem die Trump-Regierung mit strafrechtlichen Drohungen die Unabhängigkeit der US-Notenbank attackiert. S&P 500 und Nasdaq gaben deutlich nach, während Anleger Risikoanlagen meiden und verstärkt auf sichere Häfen setzen.

Fed-Chef Jerome Powell wies die politischen Einflussversuche ungewöhnlich deutlich zurück und warnte davor, dass Geldpolitik nicht durch Druck oder Einschüchterung gesteuert werden dürfe. Die Eskalation im Konflikt zwischen Weißem Haus und Fed verunsichert Investoren, schwächt den US-Dollar und belastet die Märkte.

Gold und Silber stiegen auf neue Rekordstände. Auch geopolitische Spannungen, unter anderem im Iran, und auch die Drohungen gegen Grönland verstärken die Nachfrage nach sicheren Anlagen.

Trump verschärft Druck auf den Iran mit neuen Strafzöllen

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, ab sofort einen Strafzoll von 25 % auf alle Importe aus Ländern zu erheben, die weiterhin Handel mit dem Iran betreiben. Mit diesen sogenannten sekundären Zöllen will die US-Regierung den Iran weiter isolieren und den wirtschaftlichen Druck deutlich erhöhen.

Die Maßnahme gilt laut Trump „mit sofortiger Wirkung“ und ist „endgültig und verbindlich“. Details zur konkreten Umsetzung nannte er jedoch nicht. Beobachter erwarten erhebliche Auswirkungen auf den globalen Handel, da zu den wichtigsten Partnern des Iran auch große Volkswirtschaften wie China, Indien und die Türkei zählen.

Besonders brisant ist die Lage für China, den größten Abnehmer iranischen Rohöls. Ein zusätzlicher US-Zoll könnte den zuletzt ausgehandelten Waffenstillstand im Handelskonflikt zwischen Washington und Peking gefährden. Auch Indien steht im Fokus: Wegen des Imports russischen Öls hatte Trump dort bereits Zölle von bis zu 50 % verhängt.

Insgesamt markiert Trumps Entscheidung eine weitere Eskalationsstufe im Konflikt mit dem Iran – mit potenziell weitreichenden Folgen für die internationalen Handelsbeziehungen.

Goldman Sachs sieht ideales Wirtschaftsumfeld für die USA

Goldman Sachs erwartet für die USA 2026 ein sogenanntes Goldilocks-Szenario: solides Wirtschaftswachstum, sinkende Inflation, moderate Zinsen und positive Aussichten für Aktien und Unternehmensgewinne.

Die bisherigen Zölle von Präsident Trump haben die US-Wirtschaft kaum belastet. Unternehmen fingen höhere Kosten ab, zudem sorgte der KI-Boom für zusätzlichen Produktivitäts- und Wachstumsschub. Für 2026 rechnet Goldman mit einem Aufschwung durch Steuersenkungen, steigende Reallöhne und höhere Investitionen.

Die Inflation dürfte weiter zurückgehen, weshalb die US-Notenbank voraussichtlich zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte vornehmen wird. Goldman prognostiziert ein BIP-Wachstum von bis zu 2,8 %, getragen vor allem von Produktivitätsgewinnen und Unternehmensinvestitionen. Insgesamt sieht die Bank die USA wirtschaftlich klar besser positioniert als andere Industrieländer.

Magnificent Seven: Dominanz bröckelt – Selektivität wird entscheidend

Die jahrelange Dominanz der „Magnificent Seven“ – Apple, Nvidia, Meta, Microsoft, Alphabet, Amazon und Tesla – gerät ins Wanken. Zwar haben die Tech-Giganten die Aktienmärkte lange Zeit getragen, doch zuletzt ließ ihre relative Stärke nach. Erstmals seit 2022 schnitt ein Großteil der Gruppe schlechter ab als der S&P 500. Die Gewinne 2025 wurden vor allem von Alphabet und Nvidia getragen.

Für 2026 erwarten viele Experten eine Fortsetzung dieser Entwicklung. Das Gewinnwachstum der Big Techs verlangsamt sich, während Investoren zunehmend konkrete Erträge aus den hohen KI-Investitionen einfordern. Zu Jahresbeginn legten die Magnificent Seven deutlich schwächer zu als der Gesamtmarkt – die pauschale Investition in die gesamte Gruppe funktioniert nicht mehr.

Stattdessen rücken andere Branchen und Unternehmen im S&P 500 stärker in den Fokus. Die Gewinnzuwächse dürften sich breiter verteilen, während die Gewinne der Magnificent Seven 2026 voraussichtlich mit rund 18 % so langsam wachsen wie seit Jahren nicht mehr.

Quelle:
https://finanzmarktwelt.de/aktienmaerkte-trump-fed-save-haven-375714/
https://finanzmarktwelt.de/bip-zinsen-inflation-goldman-sieht-goldilocks-szenario-fuer-die-usa-375726/
https://finanzmarktwelt.de/donald-trump-verhaengt-25-strafzoll-auf-laender-mit-iran-handel-375860/
https://finanzmarktwelt.de/magnificent-seven-dominanz-endet-experten-analysieren-375739/

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