Markteinblick: Der große Tag der Zölle
Joey Sussman/Shutterstock.com
In der vergangenen Woche keimten vereinzelt Hoffnungen auf, dass der US-Präsident von einem groß angelegten Zoll-Rundumschlag absehen und stattdessen gezielt einzelne Länder ins Visier nehmen würde. Doch die Marktteilnehmer haben sich getäuscht. Bereits am vergangenen Mittwoch die erste Ernüchterung – Donald Trump verkündete, dass auf alle Fahrzeuge, die nicht in den USA hergestellt wurden, ein pauschaler Zollsatz von 25 % erhoben werde. Die Märkte reagierten prompt – die großen Indizes rutschten um mehrere hundert Punkte ab. Wie zu erwarten, äußerte sich Trump auch am Wochenende erneut zu den Strafzöllen. Diesmal mit einer klaren Botschaft: Es werde mit umfassenden Gegenzöllen gegen sämtliche Länder begonnen.
Der 2. April – „Der große Tag der Befreiung“, so bezeichnet der US-Präsident den kommenden Mittwoch. An diesem Tag beginnt die Umsetzung der angekündigten Zollmaßnahmen – ein Ereignis, das sich bereits jetzt, wie eine Lawine auf die globalen Märkte auswirkt.
Risk Off!
Derzeit erleben wir einen klaren „Risk-Off“-Modus an den Märkten. Anleger ziehen sich spürbar aus risikobehafteten Anlageklassen zurück. Das bedeutet: Aktien und Kryptowährungen werden verkauft, während klassische „Sichere Häfen“ wie Anleihen und Gold stark nachgefragt sind. Die Hoffnung vieler Marktteilnehmer, dass die von Donald Trump angedrohten Zölle möglicherweise doch nicht so drastisch ausfallen würden, schwindet von Stunde zu Stunde immer mehr. Für Mittwoch und Donnerstag stehen umfassende Zollmaßnahmen im Raum – und immer mehr Anleger scheinen sich auf diese Realität einzustellen. Die Märkte preisen die wirtschaftlichen Folgen dieser Eskalation zunehmend ein. Klar ist: Massive Zölle treffen alle Seiten und wirken sich insgesamt negativ auf das globale Marktumfeld aus.
Trump droht dem Iran, China, Russland und der Ukraine
Es gibt wohl derzeit kein Thema, wo sich die US-Regierung nicht einmischt. Auch diese Drohungen an die einzelnen Länder dürften weitere Unruhe an die Aktienmärkte bringen.
Laut US-Angaben hat das iranische Atomprogramm erneut gegen internationale Vereinbarungen verstoßen. Der US-Präsident Trump äußerte sich am Wochenende kritisch und drohte dem Iran mit Strafzöllen oder sogar Bombenangriffen, sollte das Land seine Aktivitäten im Atomsektor nicht umgehend stoppen.
Die USA haben Taiwan eine „glaubwürdige Abschreckung“ zugesagt und damit ein klares Zeichen gegen China gesetzt. Donald Trump warnt China eindringlich vor einem militärischen Vorgehen gegen die demokratisch regierte Insel. Er betonte, dass ein Angriff auf Taiwan „ernsthafte Konsequenzen“ nach sich ziehen würde.
Ungewöhnlich kritisch hat sich US-Präsident Trump angesichts der schleppenden Waffenruheverhandlungen im Ukraine-Krieg über den russischen Machthaber Putin geäußert. Er sei äußerst verärgert („very angry and pissed off“) über Putin, sagte Trump und drohte damit, die Käufer von russischem Öl mit Strafzöllen zu belegen. Trump drohte mit Sonderzöllen für Abnehmer von russischem Öl. Diese könnten 25 bis 50 Prozent betragen und jederzeit in Kraft treten. Bei Sekundärzöllen werden Staaten mit Aufschlägen im US-Handel belegt, wenn sie mit anderen Ländern handeln, die von den USA sanktioniert werden.
Der ukrainische Präsident Selenskyj will einen veränderten US-Vorschlag für ein Rohstoffabkommen ablehnen. „Ich sehe, dass er versucht, aus dem Abkommen über Seltene Erden auszusteigen“, sagte Trump am Sonntag vor Journalisten im Präsidentenflugzeug Air Force One mit Blick auf den ukrainischen Staatschef.
„Und wenn er das tut, dann hat er ein paar Probleme. Große, große Probleme.“
Wichtige Arbeitsmarktdaten aus den USA
In dieser Woche richtet sich der Blick der Finanzmärkte auf zwei wichtige Arbeitsmarktdaten aus den USA. Am Mittwoch um 14:15 Uhr MESZ wird zunächst der ADP-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht, der Aufschluss über die Beschäftigungsentwicklung im privaten Sektor gibt und häufig als Indikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht dient. Am Freitag um 14:30 Uhr MESZ folgt dann der viel beachtete „Non-Farm Payrolls“-Report, der unter anderem die Zahl neu geschaffener Stellen außerhalb der Landwirtschaft, die Arbeitslosenquote sowie die durchschnittlichen Stundenlöhne umfasst. Beide Veröffentlichungen gelten als entscheidende Gradmesser für die wirtschaftliche Verfassung der USA und haben oft spürbare Auswirkungen auf Aktien-, Anleihe- und Devisenmärkte.
Quelle: finanzmarktwelt, investing, tagesschau
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