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Markteinblick: „Buy the Dip“ oder der Anfang von etwas Größerem?

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Raphael Dreyer Trader & Expert for Chart Technology

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lev radin/Shutterstock.com

Die vergangene Handelswoche endete mit zwei Paukenschlägen, die an den Finanzmärkten für kräftige Turbulenzen sorgten. Einerseits sorgte US-Präsident Donald Trump erneut für Aufsehen, indem er überraschend neue, hohe Strafzölle gegen mehrere Handelspartner verhängte. Andererseits enttäuschten die am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten (Nonfarm Payrolls) deutlich – sie fielen weit schwächer aus als von Analysten erwartet.

Zusätzlich wurden die bereits gemeldeten Zahlen für Mai und Juni drastisch nach unten korrigiert: Insgesamt 258.000 Stellen, die zuvor als geschaffen galten, existierten laut neuer Berechnung nie. Diese doppelte Korrektur verstärkte die Unsicherheit unter Anlegern und führte zu einem spürbaren Ausverkauf an den Aktienmärkten. Die US-Notenbank Fed hatte ihre Leitzinsen über einen längeren Zeitraum hinweg stabil gehalten – doch angesichts der schwachen Arbeitsmarktdaten wächst nun die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinssenkung spürbar.

Gestützt auf diese Hoffnung sowie beflügelt vom altbekannten Börsenspruch „Buy the Dip“, verzeichneten die Märkte am Montag eine kräftige Erholungsrally.

„Buy the Dip“ – wie lange geht das noch gut?

Die Reaktion der Märkte auf Nachrichten fällt unterschiedlich stark aus – mal impulsiv, mal überraschend zurückhaltend. Derzeit jedoch scheint selbst die negativste Schlagzeile kaum nachhaltige Wirkung zu entfalten. Anleger nutzen jede Gelegenheit, um Aktien nachzukaufen, was die Kurse schnell wieder steigen lässt.

Auffällig ist dabei die zunehmende Sorglosigkeit: Risiken werden von vielen Marktteilnehmern nahezu vollständig ausgeblendet. Selbst geopolitische Spannungen, konjunkturelle Warnzeichen oder geldpolitische Unsicherheiten werden nur noch am Rande wahrgenommen – solange keine akuten Auswirkungen sichtbar sind.

Zudem zeigt sich ein weiteres interessantes Phänomen: Viele Entwicklungen sind lange im Voraus bekannt oder zumindest absehbar. Dennoch erfolgt eine spürbare Marktreaktion oft erst dann, wenn die Fakten offiziell bestätigt und in Form von Daten oder Mitteilungen schwarz auf weiß vorliegen.

Gleichzeitig mahnen Experten zur Vorsicht: Die Märkte stehen nahe Allzeithochs, Unternehmensinsider verkaufen zunehmend Aktien, und Unsicherheiten durch Trumps neue Zollpolitik sowie ein abkühlender Arbeitsmarkt belasten den Ausblick.

Neue Zölle für viele Handelspartner

US-Präsident Donald Trump hat eine neue Runde von Strafzöllen angekündigt, die in Kürze in Kraft treten. Der durchschnittliche US-Zollsatz steigt damit von bisher 13,3 % auf 15,2 %. Besonders hart trifft es einzelne Länder wie die Schweiz mit Zöllen von bis zu 39 %.

Laut der US-Zollbehörde gelten die neuen Abgaben nicht für Waren, die vor Donnerstag, 00:01 Uhr (New Yorker Zeit), verschifft wurden. Ausnahmen gelten auch für humanitäre Güter sowie für Produkte, die unter das bestehende USMCA-Freihandelsabkommen mit Mexiko und Kanada fallen.

Im Vergleich zu 2024, als der Durchschnittszoll noch bei 2,3 % lag, markiert dieser Schritt einen drastischen Anstieg – und signalisiert eine Rückkehr zu Trumps protektionistischer Handelspolitik.

Indien trotzt Trump – russisches Öl fließt weiter

Trotz Drohungen von US-Präsident Trump haben am Wochenende mehrere Tanker Millionen Barrel russisches Rohöl in Indien entladen. Damit setzt Indien weiter auf günstige Energieimporte aus Moskau – ungeachtet politischer Spannungen und eines neu verhängten 25%-Zolls auf indische US-Exporte.

Weder private noch staatliche Raffinerien wurden bislang von der Regierung angewiesen, ihre Russland-Geschäfte zu stoppen. Besonders Reliance Industries profitiert von langfristigen Verträgen mit Rosneft. Indiens Rolle als wichtigster Abnehmer von russischem Seetransport-Öl bleibt ein Reizthema für die USA und ihre Verbündeten.

Daraufhin hat Trump angekündigt, die zuvor gemeldeten Zölle von 25% deutlich zu erhöhen. Trump wirft Indien vor, russisches Öl gewinnbringend weiterzuverkaufen und damit indirekt den Krieg in der Ukraine zu finanzieren. Auf seiner Plattform „Trutz Social“ kündigte er an, die Zölle „erheblich“ anzuheben, nannte aber noch keine konkreten Zahlen.

Kommen die 100% Strafzölle oder kommen sie nicht?

Russland bleiben nur noch wenige Tage, um eine Waffenruhe mit der Ukraine zu vereinbaren. Sollte dies nicht geschehen, drohen drastische Konsequenzen: Laut US-Präsident Donald Trump werden sämtliche US-Importe aus Ländern, die danach weiterhin mit Russland Handel treiben, mit einem Strafzoll von 100 % belegt.

Diese Ankündigung dürfte die Aktienmärkte in den kommenden Tagen erheblich beeinflussen. Kommt es zur Umsetzung, könnten die Energiepreise – insbesondere für Öl und Gas – stark steigen. In der Folge drohen erhebliche Kursverluste an den globalen Aktienmärkten.

Quelle: finanzmarktwelt.de, investing.com

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