GBE Börsenbrief – KW 26/2026
Moin aus Hamburg!
Die vergangene Börsenwoche wurde vor allem von der US-Notenbank und den geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten geprägt. Die Fed beließ die Leitzinsen zwar unverändert, überraschte die Märkte jedoch mit einem deutlich restriktiveren Ton. Besonders die neuen Dot Plots zeigten, dass die Notenbanker weiterhin von einem höheren Zinsniveau ausgehen und mögliche Zinssenkungen vorerst in den Hintergrund rücken. Entsprechend mussten Anleger ihre Erwartungen an eine schnelle geldpolitische Lockerung zurückschrauben.
Im Fokus stand dabei auch der neue Fed-Chef Kevin Warsh. Viele Marktteilnehmer hatten gehofft, dass der von Donald Trump nominierte Notenbankchef einen eher wirtschaftsfreundlichen Kurs einschlagen würde. Seine ersten öffentlichen Auftritte vermittelten jedoch das Gegenteil: Warsh betonte die Bedeutung der Inflationsbekämpfung und signalisierte, dass die Fed auch unter seiner Führung unabhängig und vorsichtig agieren wird.
Für positive Impulse sorgte dagegen die geopolitische Entwicklung. Berichte über eine Annäherung zwischen den USA und Iran sowie mögliche Vereinbarungen zur Entspannung der Lage im Nahen Osten ließen die Sorgen um die Energieversorgung nach. In der Folge gaben die Ölpreise nach, was die Inflationsängste etwas dämpfte und die Stimmung an den Märkten stabilisierte.
Wie sich die Ereignisse der letzten Tage auf die wichtigsten Märkte auswirken und wohin sich die Kurse möglicherweise entwickeln könnten, erfährst du in den folgenden Analysen.
Aufgrund von hoher Volatilität ist es möglich, dass einzelne Kursmarken bereits erreicht wurden. Der Börsenbrief wird am Nachmittag bei laufendem Handel erstellt.
Quelle:
https://www.federalreserve.gov/monetarypolicy.htm
Die nächsten GBE Live-Webinare
Mit unserer Webinaren „GBE Marktcheck und GBE Marktupdate“ durchleuchten wir anhand von Chartechnik montags und mittwochs um 08:45 Uhr die wichtigsten und beliebtesten Märkte in einem rund 30-minütigen Live-Webinar. Weitere Informationen zu unseren Webinaren findest du auf unserer Webseite. Du kannst dich nachfolgend für die nächsten Termine in der kommenden Woche registrieren.
- Montag, 22. Juni 2026 um 8:45 Uhr (GBE Marktcheck):
Hier geht es zur Registrierung - Mittwoch, 24. Juni 2026 um 08:45 Uhr (GBE Marktupdate):
Hier geht es zur Registrierung
Wir freuen uns auf deine Teilnahme.
Mit freundlichen Grüßen
Raphael Dreyer
DAX Tageschart (DE40.c)

Rückblick:
Der deutsche Leitindex DAX startete freundlich in die neue Handelswoche. Unterstützung erhielt der Markt durch die positiven Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zum Konflikt mit dem Iran, die die Risikobereitschaft der Anleger erhöhten. Im weiteren Wochenverlauf standen vor allem zwei Kursmarken im Fokus: Die Unterstützung bei 24.766 Punkten hielt dem Verkaufsdruck stand, während der Widerstand bei 25.000 Punkten mehrfach getestet, aber nicht nachhaltig überwunden werden konnte.
Charttechnischer Ausblick:
Auf den ersten Blick hat sich im DAX in der vergangenen Woche nur wenig verändert. Ein Blick auf die Wochenkerze zeigt, dass Eröffnungs- und Schlusskurs nahe beieinanderliegen. Die Tendenz der zweiten Wochenhälfte war jedoch klar positiv, was die Möglichkeit auf einen nachhaltigen Ausbruch über die wichtige Marke von 25.000 Punkten erhöht. Als erstes Kursziel rückt der Bereich bei 25.155 Punkten in den Fokus. Diese Marke wurde bereits am Freitag getestet. Oberhalb davon wartet jedoch eine deutlich stärkere Widerstandszone zwischen 25.270 Punkten und dem bisherigen Allzeithoch bei 25.513 Punkten. In diesem Bereich scheiterte der DAX zuletzt bereits drei Mal. Gelingt nun der Ausbruch über diese Hürde, könnten im weiteren Verlauf die nächsten Kursziele bei 25.665 und 25.846 Punkten angesteuert werden.
Auf der Unterseite liegt die erste relevante Unterstützung im Bereich von 24.870 Punkten. Hier treffen eine wichtige Marke aus dem Tageschart und das mittlere Bollinger Band aufeinander. Bereits am Donnerstag konnte dieser Bereich den Index stabilisieren. Darunter folgt bei 24.766 Punkten eine weitere bedeutende Unterstützungszone. Diese setzt sich aus einer charttechnisch wichtigen Marke sowie dem 38,2%-Fibonacci-Retracement zusammen und bot bereits am Dienstag und Mittwoch ausreichend Halt. Sollte auch diese Unterstützung unterschritten werden, rückt das 50,0%-Fibonacci-Retracement bei 24.538 Punkten in den Fokus. Nur wenige Punkte darunter verläuft zudem die viel beachtete 50-Tage-Linie, die als zusätzliche Unterstützung dienen könnte.
Unterstützungen:
- 24.870 Punkte
- 24.766 Punkte
- 24.538 Punkte
- 24.320 Punkte
Widerstände:
- 25.155 Punkte
- 25.270 Punkte
- 25.513 Punkte
- 25.665 Punkte
EUR/USD Tageschart (EURUSDc)

Rückblick:
Das Währungspaar EUR/USD startete freundlich in die Handelswoche. Für Gegenwind sorgten jedoch die am Mittwoch veröffentlichten Wirtschafts- und Zinsprojektionen der Fed-Mitglieder. Diese signalisierten, dass die US-Notenbank weiterhin ein höheres Zinsniveau erwartet. Da höhere Zinsen den US-Dollar stärken, geriet der Euro unter Druck. In der Folge gab das Währungspaar deutlich nach und fiel bis in den Bereich von 1,1415 US-Dollar zurück.
Charttechnischer Ausblick:
Der US-Dollar konnte am Mittwochabend infolge der Fed-Sitzung deutlich an Stärke gewinnen. Am Freitag zeigte sich jedoch eine erste Gegenreaktion im EUR/USD, die sich auch in der kommenden Woche fortsetzen könnte. Aktuell notiert das Währungspaar direkt an der Unterkante einer ehemaligen Unterstützungszone, die nun als Widerstand fungiert. Die nächste potenzielle Hürde liegt an der Oberkante dieser roten Zone bei 1,1497 US-Dollar. Darüber folgt bei 1,1520 US-Dollar ein weiterer Widerstand, der bereits am Donnerstag kurzzeitig angelaufen wurde. Etwas höher befindet sich ein größeres Widerstandscluster zwischen 1,1584 und 1,1617 US-Dollar. In diesem Bereich liegen gleich mehrere relevante Marken auf Tagesbasis. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über diese Zone würde das Chartbild wieder deutlich aufhellen.
Auf der Unterseite bleibt hingegen das Risiko weiterer Abgaben bestehen. Das erste Kursziel bei 1,1434 US-Dollar wurde bereits erreicht. Weitere mögliche Unterstützungs- beziehungsweise Zielbereiche liegen bei 1,1415, 1,1391 und 1,1354 US-Dollar. Aus der Fibonacci-Projektion ergibt sich auf Wochenbasis sogar ein deutlich tieferes Kursziel bei 1,1177 US-Dollar. Dieses liegt jedoch noch ein gutes Stück entfernt und wird im nächsten Webinar genauer thematisiert.
Unterstützungen:
- 1,1434 US-Dollar
- 1,1415 US-Dollar
- 1,1391 US-Dollar
- 1,1354 US-Dollar
Widerstände:
- 1,1497 US-Dollar
- 1,1520 US-Dollar
- 1,1584 US-Dollar
- 1,1617 US-Dollar
Gold Tageschart (XAUUSD)

Rückblick:
Ein ähnliches Bild zeigte sich auch beim Goldpreis. Seit Mittwochabend geriet das Edelmetall unter Druck, nachdem die Fed ein länger anhaltend hohes Zinsniveau signalisiert hatte. Da Gold keine laufenden Erträge abwirft, verliert es bei steigenden Zinsen häufig an Attraktivität. Zusätzlich belastete der stärkere US-Dollar den Goldpreis, da Gold in US-Dollar gehandelt wird und dadurch für viele Käufer teurer wird.
Charttechnischer Ausblick:
Die Erholung der vergangenen Tage stellte bislang lediglich eine kurzfristige Gegenbewegung innerhalb des übergeordneten Abwärtstrends dar. Inzwischen setzt Gold seine Abwärtsbewegung wieder fort. Gleichzeitig nähert sich das Edelmetall erneut wichtigen Unterstützungszonen, die für eine technische Gegenreaktion sorgen könnten. Aufgrund der erhöhten Volatilität der vergangenen Handelstage lohnt sich aktuell ein Blick auf die etwas übergeordneten Kursmarken. Auf der Oberseite wartet die erste Hürde bei 4.206 US-Dollar. Knapp darüber verläuft zusätzlich das 23,6%-Fibonacci-Retracement. Ein deutlich stärkerer Widerstand befindet sich bei 4.381 US-Dollar. Hier treffen das 38,2%-Fibonacci-Retracement, das mittlere Bollinger Band, das Wochenhoch sowie eine wichtige Marke aus dem Tageschart aufeinander. Selbst bei einem Ausbruch über diesen Bereich dürfte der nächste Widerstand nicht lange auf sich warten lassen. Bei 4.469 US-Dollar bildet ein Cluster aus dem 50,0%-Retracement, der 200-Tage-Linie sowie einer weiteren charttechnischen Marke eine weitere Hürde. Darüber folgt bei 4.550 US-Dollar die nächste Widerstandszone, bestehend aus der 50-Tage-Linie, dem 61,8%-Fibonacci-Retracement und zwei relevanten Marken aus dem Tageschart.
Auf der Unterseite rückt zunächst die Unterstützung bei 4.109 US-Dollar in den Fokus. Das Tief der Vorwoche liegt bei 4.023 US-Dollar. Zwischen diesen beiden Marken verläuft aktuell zudem das mittlere Bollinger Band. Sollte dieser Unterstützungsbereich nachhaltig unterschritten werden, könnte der Abverkauf deutlich an Dynamik gewinnen. In diesem Fall rücken die nächsten potenziellen Kursziele bei 3.886 und 3.773 US-Dollar in den Fokus.
Unterstützungen:
- 4.109 US-Dollar
- 4.043 / 4.000 US-Dollar
- 3.886 US-Dollar
- 3.773 US-Dollar
Widerstände:
- 4.206 / 4.227 US-Dollar
- 4.381 US-Dollar
- 4.469 US-Dollar
- 4.550 US-Dollar
S&P 500 Tageschart (US500.c)

Rückblick:
Der S&P 500 startete freundlich in die Handelswoche und profitierte zunächst von der positiven Marktstimmung. Zur Wochenmitte kam es jedoch im Zuge der Fed-Sitzung zu leichten Gewinnmitnahmen, nachdem die US-Notenbank ein länger anhaltend hohes Zinsniveau signalisiert hatte. Trotz der zwischenzeitlichen Schwäche erwies sich die Unterstützung bei 7.445 Punkten als robust und konnte erfolgreich verteidigt werden.
Charttechnischer Ausblick:
Der S&P 500 präsentiert sich weiterhin in einer starken Verfassung und konnte in dieser Woche die wichtige Unterstützung bei 7.445 Punkten erfolgreich verteidigen. Solange dieser Bereich hält, bleibt die Tendenz aufwärtsgerichtet. Ein erstes potenzielles Kursziel liegt bei 7.531 Punkten. Darüber rückt eine kurzfristige, diagonale Abwärtstrendlinie in den Fokus, die als nächster Widerstand fungiert. Besonders spannend wird der Bereich zwischen 7.591 Punkten und dem aktuellen Allzeithoch bei 7.620 Punkten. Hier befindet sich eine bedeutende Widerstandszone, an die der Index in den vergangenen fünf Handelstagen mehrfach herangelaufen ist, ohne sie nachhaltig überwinden zu können. Gelingt nun der Ausbruch auf ein neues Rekordhoch, könnte im weiteren Verlauf auch der Bereich um 7.664 Punkte angesteuert werden. Dort treffen ein Fibonacci-Kursziel und das obere Bollinger Band aufeinander.
Auf der Unterseite bleibt die Unterstützung bei 7.445 Punkten die entscheidende Marke. Sollte dieser Bereich unterschritten werden, könnte sich die Korrektur bis in den Bereich von 7.363 Punkten ausweiten. Dort verlaufen eine wichtige Marke aus dem Tageschart sowie die 50-Tage-Linie. Eine weitere interessante Unterstützungszone liegt zwischen 7.280 und 7.246 Punkten. Bereits vor rund zehn Handelstagen reagierte der Markt in diesem Bereich mehrfach deutlich, was die Relevanz dieser Zone unterstreicht.
Unterstützungen:
- 7.445 Punkte
- 7.363 Punkte
- 7.280 / 7.246 Punkte
- 7.161 / 7.147 Punkte
Widerstände:
- 7.531 Punkte
- 7.591 Punkte
- 7.620 Punkte
- 7.664 Punkte
Die kommenden Wirtschaftstermine
Den vollständigen Wirtschaftskalender kannst du auf der MQL5-Website einsehen.
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