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Fibonacci-Retracements und -Extensions

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Sebastian Schenk Head of Marketing

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Die Fibonacci-Spirale zeigt, wie Ordnung aus Wiederholung entsteht. Genau dieses Prinzip findet sich auch an den Märkten wieder – Trends, Korrekturen und Projektionen folgen oft erstaunlich ähnlichen Proportionen.

robin.ph/Shutterstock.com

Die technische Analyse bietet Tradern zahlreiche Werkzeuge, um Kursbewegungen besser einzuordnen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Eines der bekanntesten und zugleich faszinierendsten Tools sind dabei die Fibonacci-Retracement und die Fibonacci-Extensions.

Der Ursprung der Fibonacci-Zahlen

Der Name Fibonacci geht auf Leonardo Fibonacci zurück, einen italienischen Mathematiker des 13. Jahrhunderts. Er entdeckte eine Zahlenfolge, bei der jede Zahl die Summe der beiden vorherigen ist: 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89,…

Das Besondere: Wenn man eine Zahl der Zahlenfolge durch ihre Vorgängerzahl teilt, nähert sich das Ergebnis immer mehr dem Goldenen Schnitt:

  • 55 ÷ 34 ≈ 1,6176
  • 89 ÷ 55 ≈ 1,6181

Der Wert 61,8 % ist der Kehrwert des Goldenen Schnitts:

  • 1/1,618 ≈ 0,618 = 61,8%

Dieses Verhältnis findet sich nicht nur in der Mathematik, sondern auch in der Natur, Architektur und Kunst – etwa in Pflanzenstrukturen, Muscheln oder historischen Bauwerken.

Weitere wichtige Ableitungen sind 23,6%, 38,2%, 50,0%, 78,6% Diese Verhältnisse bilden die Grundlage der Fibonacci-Analyse im Trading

Im frühen 20. Jahrhundert fanden Fibonacci-Zahlen durch Charles Dow erstmals Einzug in die Börsenanalyse. Später wurden sie von Ralph Nelson Elliott weiterentwickelt und fest in der technischen Analyse verankert.

Fibonacci-Retracements – Korrekturen im Trend messen

Fibonacci-Retracements dienen dazu, Korrekturen innerhalb eines bestehenden Trends zu analysieren. Sie helfen dabei, potenzielle Unterstützungs- und Widerstandszonen zu identifizieren, an denen der Markt reagieren könnte.

Die bekanntesten Retracement-Level sind:

  • 23,6 %, 38,2 %, 50,0 %, 61,8 % (Goldener Schnitt), 78,6 %

Trader beobachten diese Zonen häufig für Neueinstiege, Stop-Platzierungen oder Gewinnmitnahmen.

Fibonacci-Extensions – Kursziele bestimmen

Während Retracements Korrekturen messen, zeigen Fibonacci-Extensions, wie weit sich eine Bewegung nach einer Korrektur fortsetzen könnte. Sie werden genutzt, um Kursziele zu definieren.

Gängige Extension-Level sind:

  • 61,8 %, 100,0 %, 127,2 %, 161,8 %, 200,0 %

Diese Level dienen ebenfalls als potenzielle Unterstützungs- und Widerstandszonen.

Portrait Of Leonardo Fibonacci. Great Italian scientist. Mathematical science. History of medieval Europe.

Warum funktionieren Fibonacci-Level im Markt?

Fibonacci-Level funktionieren nicht, weil sie „magisch“ sind – sondern wegen Marktpsychologie:

  • Millionen Trader und Algorithmen beobachten dieselben Level
  • In diesen Zonen ist vermehrt Handelsaktivität zu erkennen
  • Reaktionen durch wiederkehrendes Verhalten der Marktteilnehmer
  • In Märkten mit höherem Handelsvolumen und auf übergeordneten Zeitebenen werden diese Level häufiger berücksichtigt

Wichtig ist jedoch: Nicht jeder Markt und jede Phase eignet sich gleichermaßen für Fibonacci-Analysen.

Grundregeln für den Einsatz von Fibonacci-Tools

Um Fibonacci sinnvoll zu nutzen, sollten einige Regeln beachtet werden:

  • Fibonacci-Level sind Zonen, keine exakten Linien
  • Swing-Heights und Swing-Lows müssen sauber gewählt werden
  • Aussagekräftiger in Kombination mit weiteren Indikatoren
  • Immer Trendrichtung und Marktstruktur berücksichtigen
  • Besonders effektiv in klaren Trendphasen und höheren Timeframes
  • Seitwärtsmärkte möglichst vermeiden

Quelle:

The Impact of Fibonacci Retracement to Forecast the Support and Resistance of Select Indian Stocks and Indices“, February 2023, Arkaprava Chakrabarty and Ayan Majumdar

“What Are Fibonacci Retracement Levels, and What Do They Tell You?”, investopedia.com, Cedric Thompson, December 2025

“Fibonacci Trading“, finanzradar.de, Christian Böttger, Juni 2025

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